Renee Ahdieh - Zorn und Morgenröte / The Wrath and the Dawn

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  • Es gibt sie. Die Bücher, die man mit einer gewissen Erwartung zu lesen beginnt, aber niemals gedacht hätte, dass sie sich zu einem Lieblingsbuch entwickeln würden. Bücher, wie man sie nur alle paar Jahre entdeckt und nach denen man nicht mehr weiß, was man lesen soll. Denn so schnell kann kein anderes Buch mit diesem neuen Lieblingsbuch mithalten. Ich lese viele Bücher. Und ich finde viele Bücher großartig, berührend und mitreissend, aber ein Buch, bei welchem jeder Satz, jedes Wort und jedes Zeichen absolute Begeisterung und Sprachlosigkeit hervorrufen, ist selten. Zorn und Morgenröte war für mich genau so ein Buch. Ihr merkt schon: Ich bin restlos begeistert. Aber fangen wir von vorne an ;)


    Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Es passt perfekt zum Inhalt und der blaue Umschlag mit den goldenen Verzierungen ist einfach wunderschön ♥ Der Klappentext ist ebenfalls passend gewählt.


    Das Buch beginnt mit einem mysteriösen und zugleich spannenden Prolog. Schon auf den ersten Seiten rätselte ich, um was es bei diesem Gespräch zwischen Vater und Sohn wohl ging. Danach wird der Leser mitten ins Geschehen geworfen. Sharzad, die Protagonistin, befindet sich bereits im Palast des Kalifen. Sie hat sich freiwillig als Braut gemeldet um den Tod ihrer besten Freundin zu rächen. Doch ihr bleibt nur eine einzige Chance. Mit einer Geschichte muss sie den grausamen Kalifen so fesseln, dass er sie zumindest vorerst am Leben lässt. Die Spannung ist schon auf den ersten Seiten unglaublich. Das Buch packte mich sofort und lies mich bis zum Ende (und darüber hinaus) nicht mehr los. Ich hatte wirklich Angst, dass die Spannung irgendwann nachlässt oder meine Stimmung kippt, doch diese Sorge war unbegründet. Die Spannung des Buches wird nicht nur durch die unfassbar tolle Geschichte, sondern auch durch den großartigen Schreibstil und die Charaktere, die innerhalb kürzester Zeit an Tiefe gewannen, erzeugt und gesteigert.


    Der Schreibstil von Renee Ahdieh ist unglaublich. Er ist wunderschön zu lesen und sehr bildhaft. So sah ich nicht nur die Gesichter der Charaktere vor mir sondern auch deren Mimik und Gestik. Ich sah, wie Sharzad den Bogen spannte oder ein spöttisches Grinsen warf. Ich sah Chalids verstohlene Blicke und seinen Gang. Ebenso sah ich die Umgebung klarer, als ein Film sie mir hätte zeigen können. Ich spürte die Sonne auf meiner Haut und konnte mir die Gerüche am Hof genau vorstellen. Der Schreibstil erzeugt eine dichte "1001 Nacht"-Atmosphäre und passt perfekt zu dieser märchenhaften Geschichte. Auch die Dialoge sind authentisch und voller Humor. Nicht nur einmal musste ich wegen Sharzads Bemerkungen, oder der ihrer Magd Despina, grinsen.
    Doch auch die Charaktere in diesem wundervollen Buch sind genau das: Wundervoll! Shazad ist eine starke Persönlichkeit. Sie ist mutig und selbstsicher. Sie ist treu und voller Gefühle. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich nie wusste, wie sie im nächsten Moment handeln würde. Doch noch undurchschaubarer ist Chalid. Erst im Laufe der Geschichte erfährt der Leser mehr über ihn und seine Motive und doch schloss ich ihn schon früher in mein Herz. Auch die Magd Despina oder Sharzads Jugendliebe Tarik fand ich sehr authentisch, ebenso auch zahlreiche andere Nebencharaktere, die allesamt sehr schwer zu beschreiben sind. Sie sind besonders und facettenreich und gerade auch deshalb so liebenswert.


    Das Ende des ersten Bandes ist wirklich gemein ;) Allerdings hätte die Geschichte auch an einer anderen Stelle enden können...ich hätte immer nach "mehr" geschrien. Besonders toll finde ich, dass einige der offenen Fragen beantwortet wurden. Man tappt also nach diesem ersten Band nicht völlig im Dunkeln. Es ist ein rundes Ende auch wenn natürlich Fragen offen bleiben und ich unbedingt erfahren will, wie es mit den Charakteren weiter geht.


    Ich weiß, dass ich meine Begeisterung, die ich für dieses Buch empfinde nicht annähernd so in Worte fassen kann, wie ich es gerne würde. Am liebsten würde ich mit weiteren Adjektiven um mich werfen, aber an einem Punkt muss einfach Schluss sein. So viel sei gesagt... (und damit kommen wir zum Fazit ;))


    Fazit: Zorn und Morgenröte ist für mich ein Buch, wie ich es schon seit langer Zeit nicht mehr gelesen habe. Es hat mich von Anfang bis Ende begeistert und als ich es zusammen klappte, hätte ich fast angefangen zu weinen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Das Buch ist (zumindest für mich) einfach perfekt. Und genau deshalb kann ich es wirklich JEDEM ans Herz legen. Ich werde das Buch mit Sicherheit noch unzählige Male lesen und mich jedes Mal aufs Neue in diese zauberhafte Geschichte verlieben! Lest dieses Buch...unbedingt!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: + :love::love::love::love::love:

  • Oh, das klingt toll! Vielen Dank für deine begeisterte Rezi, liebe @Coco90! Das Buch steht bei mir ganz weit oben auf der Wunschliste und jetzt habe ich gleich noch viel mehr Lust, es zu lesen. :bounce:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Eine schöne orientalische Geschichte, die ihre Geheimnisse nur etwas zu früh verrät


    Klappentext
    „Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...


    Eine märchenhafte Geschichte über wahrhaft große Gefühle.“


    Gestaltung
    Das Cover ist meiner Meinung nach nicht unbedingt eins der Schönsten. Ich finde die Goldapplikationen zwar sehr elegant und hübsch, jedoch hätte ich ein Cover, das noch ein wenig mehr auf 1001 Nacht abgestimmt ist, bevorzugt. Der blaue Hintergrund spiegelt dies für mich nämlich nicht unbedingt wieder. Auch finde ich das Auge bzw. den Teil des Mädchengesichtes, welches man in dem Kreis sehen kann, nicht besonders hübsch. Zudem frage ich mich, was der Kreis darstellen soll. Für mich passt das einfach nicht so gut zu den geschnörkelten, eleganten Verzierungen.


    Meine Meinung
    Als ich von „Zorn und Morgenröte“ gehört habe musste ich sofort an den Orient und an arabische Städte sowie das dortige Flair denken. Ich hatte sofort Bilder in meinem Kopf und hoffte, dass ich die Atmosphäre, die ich damit verband, auch im Buch vorfinden würde. Das arabische Märchen, auf dem das Buch basiert, kannte ich nicht, sodass ich nicht sagen kann inwiefern sich Parallelen finden und inwieweit „Zorn und Morgenröte“ eine Nacherzählung darstellt. Für mich war die Geschichte somit neu, sodass ich mich von ihr ohne Vorwissen überraschen und überzeugen lassen konnte.


    Was mir einige Schwierigkeiten bereitet hat, waren die Namen der Figuren und Orte. Chalid, der Herrscher und Kalif im Ort Chorasan, war da noch der für mich einfachste Name. Bei Shahrzad stieß ich jedoch jedes Mal auf das Problem, wie ich ihren Namen gedanklich aussprechen sollte. Jedes Mal stockte ich bei ihrem Namen.


    In „Zorn und Morgenröte“ geht es darum, dass die Protagonistin Shahrzad sich am Kalifen Chalid rächen will, da dieser ihre beste Freundin auf dem Gewissen hat. Chalid ist grausam, da er sich jeden Tag eine neue Frau zur Gemahlin nimmt und diese anschließend töten lässt. Da Shahrzad nun Rache für ihre Freundin angekündigt hat, war ich gespannt darauf, welche Formen diese annehmen würde. Ich hoffte auf Intrigen und ein kleines Machtspiel zwischen den beiden Figuren. Tja, da hatte ich wohl falsch gedacht, denn das Blatt wendet sich schnell, weil Shahrzad sich doch tatsächlich in Chalid verliebt. Zunächst war ich etwas enttäuscht darüber, doch es wird schnell klar, dass Chalid gar nicht so grausam ist, wie alle ihn eingeschätzt haben.


    Shahrzad möchte mehr über Chalid herausfinden und beginnt Nachforschungen anzustellen, sodass der Leser gemeinsam mit ihr rätseln und sich auf die Spurensuche begeben kann. Ich fand es schön, dass auch ich erst, als sich Chalid Shahrzad offenbarte, die volle Tragweite begriff. Die Geschichte war somit schön unvorhersehbar, was ich gerne mochte. Es gab zudem viel Fantasy und Action, auch wenn „Zorn und Morgenröte“ vorrangig eine Liebesgeschichte ist.


    Für meinen Geschmack wurde das Geheimnis um Chalid jedoch etwas zu früh gelüftet. Ein kleines, länger andauerndes Intrigen- oder Machtspiel am Anfang und etwas mehr Zeit, in welcher sich Shahrzad in Chalid verliebt, hätten der Geschichte gut getan. Ich hatte das Gefühl, als hätte Shahrzad es nicht ernst gemeint mit ihrer Rache, da sie sich viel zu schnell verliebt hat. Auch Chalids Geheimnis hätte für mich noch ein klein wenig länger geheim bleiben können, da ich es sehr genossen habe zu überlegen und Vermutungen anzustellen, was ihn antreibt.


    Die Welt, in welcher der Roman spielt, fand ich dafür sehr angenehm und neuartig. Ich habe noch nicht viele Bücher gelesen, die im Morgenland gespielt haben und fand die Atmosphäre sehr schön. Ich konnte die Hitze der Wüste auf meiner Haut spüren und habe mich in den Orient versetzt gefühlt.


    Fazit
    „Zorn und Morgenröte“ ist eine schöne Geschichte im arabischen Orient-Flair. Ich konnte die Hitze auf meiner Haut spüren und die Stimmung des Romans sehr genießen. Ich hätte es zwar besser gefunden, wenn die beiden Hauptfiguren sich nicht ganz so schnell ineinander verlieben und das Geheimnis um Chalid etwas länger bestehen bleiben würde, aber dennoch wurde ich gut unterhalten!
    Gute 3 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos
    1. Zorn und Morgenröte
    2. The rose and the dagger

  • Ich bin lange um „Zorn und Morgenröte“ herum geschlichen. Einerseits hat mich der orientalische Aspekt und die Geschichte von Scheherazade direkt angesprochen, andererseits gingen die Meinungen zum Buch doch recht weit auseinander. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass es nicht perfekt war, aber ich dennoch sehr froh es gelesen zu haben und nun gespannt den zweiten Band erwarte.


    Ich mochte den Schreibstil von Renee Ahdieh sehr gerne. Auch wenn es mir die etwas vielen orientalischen Begriffe und Namen zu Anfang ein wenig schwer gemacht haben. Aber ich mochte die Atmosphäre der Geschichte. Es war nicht unbedingt Liebe auf der ersten Seite, doch je weiter ich las, desto mehr wollte ich. Natürlich kennt man den ungefähren Verlauf, weil die Geschichte von Scheherazade sicherlich jedem zumindest weitläufig ein Bergriff ist. Dennoch hat es mich nicht gestört. Ich habe jeden Tropfen wie ein trockener Schwamm aufgezogen.


    Mein größtes Highlight war allerdings Sharzad und Chalid. Und gleichzeitig lag aber auch mein Kritikpunkt bei den Beiden. So sehr ich die beiden mochte, zu schnell ging es mir zwischen ihnen zu Anfang. Der Switch zwischen Hass auf den Mann, der die beste Freundin tötete und der großen Liebe war für mich nicht gut nachvollziehbar. Es war einfach eine Tatsache, die plötzlich da war. Auch konnte ich anfangs nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet Sharzad für Chalid etwas anderes und besonderes ist. Aber dann war da der Punkt, an dem Chalid für so viele Seufzmomente gesorgt hat, dass es mir eigentlich auch egal war.


    Und dann das Ende. Es war so, so bittersüß. Und natürlich ein böser Cliffhanger. Und zum Schluss legt Chalid auch nochmals einen drauf und mein Leserherz schmilzt dahin. Daher freue ich mich schon jetzt wahnsinnig auf den zweiten Band und bin ungemein froh „Zorn und Morgenröte“ gelesen zu haben.


    Fazit
    „Zorn und Morgenröte“ von Renee Ahdieh ist sicherlich nicht perfekt und es gab einige Punkte, die mich nicht gänzlich überzeugen konnten. Allerdings hat mich die Geschichte um Sharzad und Chalid dennoch verzaubert und freue mich schon jetzt auf den zweiten Band, der hoffentlich bald erscheinen wird.


    4/5

  • Die Erwartung und Spannung wird zwar immer mal wieder aufgebaut, aber dann geschieht fast nur Nichtssagendes. Die Spannungsmomente verlieren sich jedes Mal wieder, weil die Geschehnisse zu sehr in die Länge gezogen werden und deshalb langweilig werden.


    Die Ansätze, ein Farbenspiel, wie es fernöstlich üblich ist, darzustellen, sind stellenweise gegeben, für mich jedoch mit etwas zu wenig Charme. Daher kommt der ersehnte Farbenrausch, den für mich das Cover verspricht, leider nicht zustande.


    Habe die Vermutung, dass die Handlung in kürzerer, komprimierterer Form durchaus Potential hätte, sich die Spannung jedoch durch "das in die Länge ziehen", verwässert hat.


    Das Buch handelt von Liebe und Leid, verletzten Gefühlen und Rache. Dies wird auch immer wieder durch die unterschiedlichen Charaktere und deren Handlungen und Beweggründe deutlich.


    Die Protagonistin Shahrzad will ihre Freundin Shiva rächen und begibt sich in große Gefahr. Wird es ihr gelingen, ihre Freundin zu rächen?



    Mein Fazit: Die Geschichte hätte durchaus Potential, wurde jedoch verwässert

  • Inhalt
    Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...


    Rezension:
    Chorasan ist ein Land, das von einem brutalen Kalifen beherrscht wird und jeder Sonnenaufgang bringt Unheil über eine andere Familie, denn jeden Abend nimmt Chalid ein anderes Mädchen zur Frau und lässt sie am nächsten Morgen hinrichten.
    Auch Shahrzads beste Freundin Shiva starb auf diese Weise und Shahrzad sinnt auf Rache. Sie meldet sich freiwillig und heiratet Chalid, doch je besser sie ihn kennenlernt, desto weniger sieht sie das Monster, das er sein soll...


    "Zorn und Morgenröte" von Renée Ahdieh ist der Auftakt einer Dilogie, der zum Großteil aus der personalen Erzählperspektive von Shahrzad al-Haizuran erzählt wird. Von Zeit zu Zeit durften wir aber auch in die Perspektiven von Chalid, dem Kalifen von Chorasan, Tarik, der Kindheitsliebe von Shahrzad und Jahdandar, dem Vater von Shahrzad eintauchen.
    Mir hat diese Erzählperspektive besonders am Anfang des Buches nicht so gut gefallen, weil ich dadurch etwas länger gebraucht habe, mich in die Charaktere hineinzuversetzen und mich mit ihnen anzufreunden.


    Shahrzad ist eine starke Protagonistin, das zeigt schon ihre Entscheidung sich freiwillig anzubieten die nächste Frau an Chalids Seite zu werden, wo sie doch weiß, dass jede seiner Bräute bei Morgengrauen hingerichtet wurde. Doch Shahrzad will den Tod ihrer besten Freundin Shavi rächen und plant zu überleben und dem Kalifen das Leben zu nehmen. An Shahrzads eigensinnige und vorlaute Art musste ich mich erst gewöhnen, aber nach und nach hat sie mir als Protagonistin gut gefallen.
    Die Kapitel aus Tariks Sicht mochte ich dagegen nicht so gerne. Er liebt Shahrzad von ganzen Herzen und möchte sie aus den Fängen des Kalifen retten und dafür ist ihm jeder Weg recht. Tarik war mir viel zu arrogant, im Gegenteil zu Chalid, der mir immer besser gefallen hat, je mehr man ihn kennenlernen durfte.


    Die Idee hinter "Zorn und Morgenröte" fand ich interessant und ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, warum bisher jede von Chalids Frauen sterben musste. Auch die orientalische Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen und es hat mir viel Spaß gemacht in die Welt von 1001 Nacht einzutauchen.
    Ich fand es dagegen etwas schade, dass die Geschichten, die Shahrzad Chalid am Anfang der Geschichte erzählt, mit weiterem Verlauf der Handlung immer weniger wurden. Diese Idee hätte Renée Ahdieh gerne noch weiter in die Handlung einfließen lassen können!


    Fazit:
    "Zorn und Morgenröte" von Renée Ahdieh ist ein guter Auftakt, bei dem ich noch Potenzial nach oben sehe! Durch die personale Erzählperspektive habe ich etwas Zeit gebraucht, um mich in die Charaktere hineinzuversetzen und ich fand es etwas schade, dass die Geschichten, die Shahrzad Chalid am Anfang des Buches erzählt, immer weniger wurden. Aber die Idee der Geschichte und das orientalische Setting haben mir echt gut gefallen, sodass ich vier Kleeblätter vergebe und mich schon sehr auf die Fortsetzung freue!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • An "Zorn und Morgenröte" war ich seit einer Weile interessiert. Die Märchen von 1001 Nacht sind sehr faszinierend und Scheherazade ist eine interessante Figur, von daher war ich gespannt, wie Ahdieh die Geschichte neu erzählen würde, vor allem, da es zahlreiche positive Meinungen dazu gibt.


    Sharzad ist eine tolle Protagonistin. Mir hat gefallen, dass sie bereit war, alles zu tun, was nötig ist, um ihren Plan umzusetzen und dass sie sich dabei nicht viel hat bieten lassen. Sie war mir sehr sympathisch, ihre Motivation, um Rache zu nehmen, konnte ich nachvollziehen und wie sehr sie sich trotz allem zu Chalid hingezogen gefühlt hat, war schön dargestellt, auch wenn ich sagen muss, dass es ein bisschen schnell ging und es mir besser gefallen hätte, wenn man mehr von der Entwicklung der Beziehung gesehen hätte. Dennoch mochte ich die Momente zwischen den beiden und ich mochte, wie sich die Gefühle zwischen ihnen verstärkt haben. Man könnte sagen, dass sie zusammen süß sind und sich auch ergänzen; vor allem Sharzad hat dem Kalifen gut getan und obwohl man nicht viel aus seiner Sicht zu lesen bekommt, war doch offensichtlich, was sie ihm bedeutet.


    Was die Autorin mit dem Grundgerüst von "1001 Nacht" gemacht hat, fand ich ebenfalls gut. Die Motivation hinter den Ermordungen war stimmig und zugleich tragisch, allerdings hat die Narrative meiner Meinung nach zu schnell verraten, wieso Chalid so handelt. Dadurch war es schwer, beispielsweise Tarik Sympathie entgegen zu bringen, wenn er Chalid - den ich trotz allem schnell mochte - verhöhnte oder Pläne schmiedete. Als Leser wusste man schon, dass alles andere Beweggründe hatte und dadurch war ich nach einer Weile genervt von den Szenen um Tarik und anderen 'Außenstehenden'. Sie boten zwar ein gutes Gegengewicht und natürlich war es interessant zu sehen, wie Menschen außerhalb des Palastes auf alle Ereignisse reagierten, aber mich konnten sie nicht wirklich fesseln. Hier wäre es vermutlich besser gewesen, wenn man erst mit der Protagonistin zusammen erfahren hätte, was genau los ist.
    Davon abgesehen hat mir das Buch gefallen. Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet, die Beziehung der Protagonisten war im Großen und Ganzen schön dargestellt und es gibt einige Konflikte, die nicht leicht zu lösen sein werden und neugierig auf den zweiten Band machen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Carpe Diem.
    :study: Cassandra Clare & Holly Black - Der kupferne Handschuh

    2021 gelesen: 26 Bücher mit 9250 Seiten | gehört: 23 Bücher mit 6824 Minuten

  • Dieses Buch hat mich positiv überrascht.



    Beschrieben wird zunächst eine Traumwelt, in die leider das Böse als
    Kalif Chalid Zutritt erhielt. Die Umgebung ist sehr bildhaft
    beschrieben, jeden Raum im Palast und die komplette Umgebung konnte man
    sich wunderbar vorstellen. So viele kleine Details wurden beschrieben
    und machten die ganze Umgebung sehr lebendig.



    Die Charaktere gefallen mir wirklich sehr gut. Sharzad ist eine starke,
    mutige Person die manchmal etwas vorschnell wirkt, aber das Herz am
    rechten Fleck hat.
    Chalid bleibt weitestgehend verschlossen und man erfährt erst im Laufe
    des Buches was ihn umtreibt. Die Beziehung zwischen Sharzad und Chalid
    entwickelt sich langsam, Sharzad gewöhnt sich an das Leben im Palast wo
    jeder weitere Tag schon ein Erfolg ist.



    Die Ideen dass sich Sharzad mit Geschichten am Leben hält finde ich
    sehr gut, auch wenn es etwas unglaubwürdig klingt, dass Chalid sie
    verschont nur weil er wissen will wie die Geschichte weiter geht, aber
    die ich finde diese Idee genial und auch sehr gut umgesetzt.



    Ich lese eher selten solche Bücher, doch dieses hat mir außerordentlich
    gut gefallen. Man konnte ich sich wirklich fühlen wie im Orient, in der
    Welt von 1001 Nacht.



    Fazit: 4,5 Sterne (von 5)
    An mein Lieblingsbuch (Zwei alte Frauen) kommt dieses Buch nicht ran, aber es ist verdammt nah dran.

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