Wolf Schreiner - Beichtgeheimnis

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Beichtgeheimnis

3.8|8)

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783442475698

Termin: Januar 2012

  • 1. Teil der "Baltasar Senner"-Reihe
    352 Seiten


    Inhalt (Buchrücken):
    Kruzifix! In einer kleinen, aber frommen Gemeinde im Niederbayerischen geht ein Racheengel um
    Pfarrer Baltasar Senner ist irdischen Genüssen nicht abgeneigt: Er liebt Bestattungen (samt Leichenschmaus), Rockmusik und den Duft von Weihrauch – und legt das Wort Gottes vor seiner kleinen, aber frommen Gemeinde im Bayerischen Wald oft ein wenig eigenwillig aus. Doch dann wird der Gemeindefrieden plötzlich empfindlich gestört durch das offensichtlich nicht ganz freiwillige Ableben des Sparkassendirektors. Zuvor hatte eine unbekannte Dame dem Pfarrer ihre Mordgelüste gebeichtet. Hochwürden ist tief besorgt und ermittelt auf eigene Faust …


    Der Autor (Quelle) :
    Wolf Schreiner wurde 1958 in Nürnberg geboren. Er wuchs in Oberbayern in der Nachbarschaft zum katholischen Wallfahrtsort Altötting auf und studierte in München Politik, Volkswirtschaft und Kommunikationswissenschaft. Wolf Schreiner arbeitete als Journalist für Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, bevor er seine Leidenschaft für Krimis entdeckte. Er lebt heute in München.


    Meinung:
    Das Buch war ganz gut - ein solider, relativ interessanter Regionalkrimi. Ein Pfarrer als Ermittler ist nichts wirklich außergewöhnliches - es gibt verschiedene Fernsehserien und bestimmt auch Bücher mit diesem Motiv, aber ich hatte noch keinen solchen Krimi gelesen, sodass es für mich etwas neues war. Die Idee wurde hier gut umgesetzt; Senner ist ein im Grunde sympathischer Charakter, der zwar gläubig ist, aber seinen Glauben nicht allen sklavisch aufzwingt, was mir sehr gut gefallen hat. Er ist mit einem Atheisten befreundet, auch wenn er davon redet, ihn irgendwann zu bekehren, und ignoriert mehrfach Anweisungen der Diözese, weil sein Glaube ihm anderes gebietet. Natürlich ist er ein bisschen überspitzt dargestellt, doch damit hatte ich nicht wirklich Probleme.
    Mein Problem war, dass Senner so naiv (man könnte tatsächlich auch dumm sagen) agierte, dass es fast schon weh tat. Es gibt verschiedene Handlungen seinerseits, die ich einfach nicht nachvollziehen kann und die nur ermöglichten, dass er verdächtig und schuldig aussah. Dies wirkte für mich ein wenig konstruiert, da einige der Dinge, die ihm nicht aufgefallen sind, doch sehr offensichtlich waren. Beispielsweise besucht er ein Unfallopfer im Krankenhaus und bemerkt beim Gehen eine Frau, die genauso aussieht wie jene, die zuvor bei ihm gebeichtet hat... doch das kommt ihm trotz weiterer seltsamer Beobachtungen nicht komisch vor, im Gegenteil stellt er den Zusammenhang zunächst gar nicht her. Das hat meinen Lesespaß leider gebremst.
    Auch die zwei Polizisten sind ziemlich stereotypisch dargestellt, da sie uns als komplette Gegensätze präsentiert werden - einer der beiden ist ein "Einheimischer", ein bisschen gemütlich und entspannt, der andere dagegen ist "fremd" und eher scharf und bissig. Das sollte vermutlich humorvoll und amüsant sein, hat mich persönlich aber nicht beeindruckt. Es war nicht besonders schlimm, hat das Buch meiner Meinung nach aber auch nicht bereichert.


    Ansonsten war der Schreibstil ganz gut, die Auflösung des Falls relativ stimmig (wenn auch für mich ein wenig unbefriedigend) und die Entwicklung der Geschichte interessant. Der 'Konflikt' mit dem Beichtgeheimnis, wegen dessen der Pfarrer der Polizei nichts über verschiedene Vorkommnisse berichten kann, wurde leider nicht wirklich ausgearbeitet, was ich schade fand.
    Davon abgesehen habe ich das Buch aber gerne gelesen, es war eine leichte, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch.
     :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Carpe Diem.
     :study: Richard Montanari - Septagon
    2018 gelesen: 67 Bücher mit 26.608 Seiten | gehört: 3 Bücher mit 2266 Minuten

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