Tad Williams: Shadowmarch 1 bis 4

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Shadowmarch/Shadowmarch 1:: Die Grenze

4.3|10)

Verlag: Klett-Cotta

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 808

ISBN: 9783608949568

Termin: April 2016

  • Diese Rezension soll die gesamte Shadowmarch -Reihe umfassen.
    Ich werde aber natürlich versuchen auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Bände einzugehen.


    Klappentext aus Band 1:


    Ganz im Norden, die Türme im dichten Nebel, dräut die riesige, labyrinthische Südmarksfeste. Keiner kennt ihr Alter, und jahrhundertelang war sie fast vergessen. Doch nun kann ihre einsame Lage an der Grenze zum unheimlichen Reich der Zwielichtbewohner sie nicht länger schützen.
    Südmark wird bedroht.


    In der Nebelwelt der Zwielichtzone im Norden wie auch im Reich des machtbesessenen Autarchen im Süden sammeln sich Heere. Und ihr Ziel ist die Südmarksfeste, wo die jungen königlichen Zwillinge, da ihr Vater weit entfernt in Gefangenschaft schmachtet, die Regierungsgeschäfte übernehmen müssen; wo Ferras Vansen, Hauptmann der Königlichen Garde, sich in einer Leidenschaft verzehrt, von der jene, die er zu beschützen hat, nichts ahnen; wo Chaven, der über geheimes Wissen aus den Alten Tagen verfügt, einen magischen Spiegel hütet; und wo der Funderling Chert ein Kind findet - ein Kind, dessen Schicksal ihn ins tiefste Herz des Schattenreiches führen soll.



    Mein Gesamteindruck von diesem Werk ist nicht durchweg positiv aber ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe.
    Im ersten Band versteift sich der Autor sehr darauf, alle wichtigen und auch teilweise unwichtige Charaktäre vorzustellen. Er gibt jedem von ihnen eine sehr detaillierte Persönlichkeit, was ja eigentlich als Pluspunkt zu werten wäre, wenn der erste Band dadurch nicht ein wenig langweilig werden würde. Es passiert zwar trotzdem einiges, aber für meinen Geschmack ist die Anzahl an Handlungssträngen, die hier bereits sehr weit vorne beginnen etwas zu groß.
    Nichtsdestotrotz muss man den leidenschaftlichen und detaillierten Erzählstil loben. Wer bei diesen liebevollen Beschreibungen von Landschaft und Leuten keine Kopfkino bekommt, dem ist vielleicht nicht mehr zu helfen.


    Ab Teil 2 nimmt der Autor Fahrt auf. Die Geschichte wird dynamisch und die Ereignisse bekommt man öfter mal aus zwei Perspektiven geschildert, was dem Lesespaß richtig gut tut.
    Leider bremst Williams die Story immer wieder mit Fillern aus, was mich manchmal schier rasend gemacht hat. Aber so ärgerlich ich es auch fand, muss ich jetzt gestehen, dass diese Cliffhangertaktik, den Spannungsbogen wirklich gut oben gehalten hat.


    Im dritten Band war es dann völlig um mich geschehen. Wenn ich beim lesen des zweiten Teils vielleicht noch Zweifel hatte, ob die Entscheidung, dabei zu bleiben, gut war, so war ich jetzt hilfloß dem Lesezwang ausgeliefert. Nach fast 1500 Seiten, die mich quer durch Eion geführt haben, hatte ich keinerlei Probleme mehr damit, dass es so viele Geschichtsstränge gab. Hier zahlte es sich aus, dass der Schaffer dieses Werkes schon frühzeitig begonnen hat, alle Helden und Antihelden aufzubauen. Am Ende eines jeden Kapitels würde man am liebsten bei dieser Figur bleiben um zu erfahren wie es weiter geht.


    Der vierte und letzte Teil dieser Reihe treibt die Spannung richtig auf die Spitze. Die letzten 400 Seiten habe ich an einem Stück gelesen, weil ich das Buch einfach nicht mehr beiseite legen konnte.
    Die letzten 100 Seiten sind meiner Meinung nach, die schönste Art und Weiße eine solch fantastische Geschichte zu einem Ende zu bringen.



    Alles in allem ist "Shadowmarch" als Gesamtwerk wirklich sehr lesenswert. Wer die Ausdauer hat sich die ersten 1000 Seiten ein wenig durch die Story zu arbeiten, wird ab der Mitte des Reihe mit einer wirklich liebevoll geschaffenen und sehr authentischen Fantasysaga belohnt.
    Tad Williams wird seinem großen Namen gerecht. Ich ziehe meinen Hut! :D


    Empfehlenswert für alle Fantasyfans, die keine Probleme haben, sich mit 3 oder 4 Geschichtssträngen auf einmal auseinanderzusetzen.


    4/5 Sterne

  • Hört sich sehr interessant an!


    Bin ja ein großer Fantasy Fan, v.a. Tolkien, George Herbert, Ursula K. LeGuin und auch George Martin.
    Hab schon viel von der Shadowmarch Reihe gehört aber bisher noch nicht ausprobiert.
    Wird wohl mal Zeit!

  • NEIN nur das nicht, jedes Buch hat eine eigene Rezension verdient.

    Tu dir keinen Zwang an. :) Freu mich schon auf deine Rezensionen.
    Nur um das klarzustellen:


    Ich habe eine Rezension der ganzen Reihe verfasst, um Leute davon abzuhalten nach dem ersten Buch aufzuhören. Denn so wäre es mir fast ergangen. Es war Zufall, dass ich weitergelesen habe. Und jetzt bin ich sehr froh drum. :)

  • Tu dir keinen Zwang an. Freu mich schon auf deine Rezensionen.
    Nur um das klarzustellen:

    Das werde ich bestimmt nicht machen, nur hier im Forum gilt die Regel, jedes Buch hat eine eigene Rezension verdient . Und da bei dieser Reihe jedes Buch ca. 800 Seiten hat ist das ein bischen wenig was du da geschrieben hast. Siehe hier:
    http://www.buechertreff.de/reviews-template/

      :study:  Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • hier im Forum gilt die Regel, jedes Buch hat eine eigene Rezension verdient

    @Dr3id Mara hat recht: jedes Buch bekommt bei uns einen eigenen Rezensionsthread - Leser vor einem deiner Ansicht nach verfrühten Abbruch zu bewahren kann man auch erreichen, indem man entsprechend in der Rezension zum ersten Teil am Ende im Fazit darauf hinweist. Und leider kann man bei Deinem Post auch nicht herauslesen, wie sich die Geschichte entwickelt, denn nur vom ersten Teil bekommt man eine grobe Inhaltsangabe. Bei den restlichen Teilen weiß niemand mehr, was ihn erwartet - die einzige Info, die bleibt, ist der Fakt, dass es Dir gefallen hat. Für ein Mammutwerke dieser Größe ist das zu wenig. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Robert Seethaler - Ein ganzes Leben
     :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

     :study: Yuval Noah Harari - Homo Deus (Bücherwürmer-Langzeitprojekt)

  • Tad Williams – Shadowmarch - Die Grenze (Band 1) [Shadowmarch] 2004


    Inhalt:


    Die Welt Eion wird von den Menschen bevölkert und von der Südmarkburg aus regiert.

    Die Grenze im Norden genannt die Schattengrenze (Shadowmarch) trennt die Menschen und die Qar welche seit einer großen Schlacht in der die Menschen aus dem Norden vertrieben wurden, den Norden bevölkern. Das liegt ca. 200 Jahre zurück. Seitdem herrscht Waffenstillstand. Im Norden herrscht ewiges Zwielicht und Nebel, wer die Grenze überschreitet wird Wahnsinnig oder kommt nie mehr zurück.

    Die Qar oder wie die Menschen sie nennen die Zwielichter werden zum Mythos und zur Spukgeschichte ähnlich dem Weihnachtsmann auf der Erde, nur statt Geschenke bringen sie Elend und verderben.

    Das Hesperische Meer und die Ostaeische See trennen Eion von Xand in der das große Xis vom Autarchen, einem Gottkönig, regiert wird und welcher sein Reich mit allen mitteln expandiert.


    Die Zusammenfassung enthält keine bösen Spoiler allerdings werden die Handlungsstränge kurz erläutert

    Meine Meinung:


    Der Aufbau, in gewohnter Williams Manier, mit einer ausführlichen Einführung in die Welt die Gegebenheiten und die Charaktere mit denen die Geschichte weitergeht, ist wie üblich sehr Detailliert. Kaum ein anderer Autor hat in meinen Augen so ein Talent mich in seine Geschichte so einzuführen das ich begierig wissen will warum und wieso und überhaupt. Wie üblich werden im ersten Band in erster Linie die Chars vorgestellt und das Szenario erläutert. Die verschiedenen Rassen Völker und Politischen Verwickelungen werden erklärt und eine jeweilige Kultur wird vermittelt. Diese Dinge sind bei diesem Autor so extrem gut ausgearbeitet das man schnell auf den Gedanken kommt dieser Mann hat 4 oder 5 Bücher geschrieben um das eine zu verwirklichen. Knapp 20 Seiten Anhang helfen weiter falls man nicht checkt um was es geht.

    4 Landkarten vermitteln ein schönes Bild der Welt die sich beim Lesen im Geist erschafft und klärt offene Fragen bezüglich Geographie.


    Zu Beginn jeden Kapitels gibt es einen kleinen Text aus einem der Zahlreichen Buch der Bücher die in der Welt existieren.


    Die Erzählweise ist Williams Typisch immer angepasst, das bedeutet wenn er erzählt wie ein kleines Kind etwas macht dann trifft er ziemlich genau die Gedankengänge eines Kindes, oder der jeweiligen fiktiven Figur eines bestimmten fiktiven Volkes in einer bestimmten Position usw. für mich ist so ziemlich alles logisch und nachvollziehbar, und hier kommt seine große Stärke: der Typ schafft es einfach mich zu überraschen, egal ob es mir gefällt oder nicht, das meiste kann ich so in dieser Art nicht genau vorhersehen, und genau das macht für mich eine gute Geschichte aus.


    Die Atmosphäre die dadurch entsteht ist für mich wie ein Theater das in meinem Innerem Auge abläuft und ich genieße eigentlich jedes Kapitel seiner Bücher.


    Die Charakter sind auch detailliert und haben einige belustigende Schwächen welche dafür sorgen das die Chars nicht langweilig werden.


    Er hat verschiedene Running Gags welche mich immer wieder zum schmunzeln bringen

    -1. Lustige Flüche z.b.: Bei den brennenden Hoden des Nusharabusch

    -2. Seine Erklärung von Dingen oder Emotionen z.B.: Daikon Vo verspürte einen Schauer freudiger Erwartung, wie ein Kind das an den Jahrmarkt denkt.


    Es gibt meistens einen Killer in seinen Büchern welcher eine der Hauptpersonen jagt.


    Bei soviel gutem gibt es auch ein bisschen negatives, klar manchmal verliere ich das Interesse wenn es um tussi Kram geht oder so, aber das gehört eben dazu.

    Die Einleitungen in die Kapitel überspringe ich meist genau wie Liedtexte oder ähnliches.

    Die Sexszenen könnten etwas prickelnder sein, die Bösewichte sadistischer, aber ja was soll's, am Ende passt es meist und der Autor findet mit viel mühe und fleiß die goldene Mitte und liefert ein solides Gesamtwerk ab in dem ich als Leser genügend Gründe finde um am Ball zu bleiben auch wenn es mal etwas langweilig wird, meist wird man mit tollen Twists wieder an die Leine genommen und sehr behutsam auf das Ende der Geschichte vorbereitet wobei auf Cliffhanger verzichtet wird.

    Ich freue mich immer wieder wenn ich ans Ende gelange auf das nächste Buch, bin ich beim letztem Buch brennt mir der Finger beim umblättern :)


    Wem kann man das Buch empfehlen? Schwer zu sagen, ich habe kürzlich festgestellt das es Leute gibt die seinen Stil nicht mögen.

    Fantasy Fans mit Sinn für Humor, jemand der Kreativität erkennt und natürlich Literatur auf Professionellem Niveau mag.


    Ich gebe 5 von 5 Sternen

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