Thomas Andresen - Eine Tote um fünf

Anzeige

  • Thomas Andresen: Eine Tote früh um fünf; Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek bei Hamburg 1977; 122 Seiten; ISBN: 3-499-43421-2



    Eine Leiche liegt am Waldesrand, weiblich, nackt, mit Würgemalen am. Sie liegt neben einem offenen Grab. Als die Polizei eintrifft, ist die Leiche allerdings verschwunden.



    "Thomas Andresen wurde am 19. September 1934 in Flensburg geboren. Er war Facharzt für innere Medizin und arbeitete als Oberarzt an einer Flensburger Klinik. Sein Philologie-Studium brach er ab, danach studierte er Medizin und promovierte 1963 in Hamburg. Bereits während des Studiums schrieb er Kurzgeschichten für Zeitungen und Zeitschriften und verfasste nebenbei auch zwei Kriminalromane, die er 1961/62 unter dem Pseudonym Chris Martin in einem kleinen Leihbuch-Verlag veröffentlichte. Er war freier Mitarbeiter beim Simplicissimus. Er schrieb außerdem zahlreiche Hörspiele, besonders für den WDR. Nicht wenige seiner Kriminalromane wurden auch erfolgreich vom Fernsehen verfilmt. Thomas Andresen starb am 20. Oktober 1989 in Flensburg," stellt ihn Krimi-Couch.de vor. Andresen ist heute als Kriminalschriftsteller vergessen.


    Ein Kriminalroman wie dieser ist schlecht einzuordnen. Figuren wie das angehende Vergewaltigungsopfer Maike Goll tragen parodistische Züge. Die beiden beteiligten Polizeikommissare sind nun wirklich alles andere als allwissende und alleskönnende Detektive. Sie finden zwar eine Lösung in dem Kriminalfall; ob die aber die richtige ist? Wie in der rororo-Thriller-Reihe so üblich, gibt es in dem Text zwar auch (Pseudo-?)Psychologie; gesellschaftliche Themen werden aber nicht angeschnitten


    Andresen ist heute in der breiten Öffentlichkeit völlig vergessen. Zu Recht? Zu behaupten, dieser Roman wäre schlecht geschrieben, würde ihm sicherlich Unrecht tun. Eine gewisse Oberflächlichkeit trägt aber dazu bei, daß dem unbefangenen Leser nicht immer klar ist, ob und inwieweit persönliche Freundschaften und Animositäten nicht gar dazu beitragen, daß der Kriminalfall von den Polizeidetektiven nicht möglicherweise falsch gelöst wird. Ein wenig mehr Schärfe und literarische Genauigkeit wären hier schon sinnvoll gewesen.

Anzeige