Elizabeth George - Wer die Wahrheit sucht / A Place of Hiding

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  • Deborah St. James traut ihren Augen kaum, als sie an einem nassen Herbstabend die Tür öffnet und Cherokee Rivers draußen steht. Den Bruder von China, ihrer besten Freundin während ihrer Zeit in den USA, hat sie schon Jahre nicht mehr gesehen. Sein plötzliches Auftauchen ist kein Höflichkeitsbesuch, sondern ein Hilfeschrei. China ist auf Guernsey verhaftet worden und steht unter Mordverdacht. Cherokee macht sich Vorwürfe, denn hätte er sich nicht auf einen dubiosen Auftrag eingelassen und China zum Mitkommen überredet, wären die beiden Geschwister nie auf der Kanalinsel gelandet.


    Deborah und ihr Mann Simon begleiten Cherokee kurz entschlossen nach Guernsey zurück und versuchen, auch mit Hilfe ihrer guten Kontakte zur Polizei - schließlich ist Simon Inspector Thomas Lynleys alter Freund - das Rätsel um den Mord an Guy Brouard zu lösen, den man China zur Last legt. Doch natürlich ist das alles nicht ganz so einfach. Brouard umgibt ein undurchsichtiges Beziehungsgeflecht, und obwohl der wohlhabende Mann auf der Insel als spendefreudiger Wohltäter galt, scheint er auch ein launischer, schwieriger Mensch gewesen zu sein, so dass mehr als eine Person möglicherweise Grund hätten, ihm Böses zu wollen.


    Zwar gehört der Roman zur Lynley/Havers-Serie, Lynley selbst tritt jedoch nur in wenigen Szenen und Havers gar nicht in Erscheinung. Elizabeth George überlässt das Feld hier gänzlich Simon und Deborah, die von Anfang an wichtige Begleitfiguren in der Reihe waren. Das wird sicherlich nicht jedem gefallen, ich fand den Ansatz aber gar nicht so schlecht, mal andere "Ermittler" ins Rennen zu schicken. Dabei muss ich allerdings zugeben, dass Deborah in diesem Buch sogar mich genervt hat, die ich sie in der Vergangenheit meistens verteidigt habe. Sie verhält sich oft mehr als kindisch und schafft es nicht, bei ihrem Mann Berufliches vom Privaten zu trennen. Sein professionell-objektives Verhalten bezieht sie komplett auf sich und empfindet es als Zurückweisung oder gar Verrat - das war mir wirklich etwas "too much" bei einer vermeintlich erwachsenen Frau.


    Der Mordfall Brouard ist hübsch verworren und undurchsichtig, irgendwann erscheint jeder aus dem Umfeld des Toten verdächtig. Zunächst geht es etwas sehr gemächlich zur Sache, doch das Tempo zieht nach und nach an, bis es zu einem aufregenden Showdown kommt. Gut gefallen hat mir, dass die Geschichte Guernseys im Zweiten Weltkrieg rund um deutsche Besetzung und versuchten Widerstand bei diesem Fall eine große Rolle spielt und bis in die Gegenwart hinein ihre Auswirkungen zeigt.


    Die Auflösung hat mich sehr überrascht, wenn auch nicht bis ins Kleinste überzeugt - das eine oder andere Detail hätte da für meine Begriffe gutgetan. Im Vergleich zum Vorgängerband, dessen offenes Ende mich wirklich geärgert hat, sind das aber Peanuts.

  • Im Gegensatz zu meinen Vorgängern habe ich es nicht geschafft, das Buch bis zum Ende zu lesen :uups: Mir fehlte schlechthin die Geduld, viele Momente innerhalb des Buches erschienen mir künstlich in die Länge gezogen, dazu kam noch die Krankheitsgeschichte einer handelnden Person in diesem Buch, welche mich auch etwas betrifft...

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