Lena Gorelik - Null bis unendlich

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  • Klappentext:
    Die 14-jährige Sanela ist neu in Deutschland. Vor dem Krieg in Jugoslawien geflüchtet, fällt ihr das Ankommen in der neuen Umgebung nicht leicht. Gut, dass es Nils Liebe gibt. Mit ihm verbindet Sanela bald eine ganz besondere Freundschaft – bis eine Reise auf den Balkan diese abrupt beendet. 15 Jahre später treffen Sanela und Nils erneut aufeinander – nicht zufällig, denn Sanela ist krank – und hat einen Sohn. Wieviel Zeit bleibt ihnen noch für ein gemeinsames Leben?


    Meine Meinung:
    Ich muss mein Hörjahr leider mit einer nicht ganz so euphorischen Rezension abschließen. Ich wollte „Null bis unendlich“ gerne hören, weil mich der Klappentext sehr ansprach. Die Idee ist auch vom Grunde her gut.


    Nils Liebe und Sanela sind Außenseiter in der Gesellschaft. Er, weil er mit seiner sehr strukturierten, belesenen Art aneckt und sie, weil sie zunächst die Sprachbarriere nicht überwinden kann, aber auch, weil sie ihre Gefühle nicht im Griff hat. Sanela ist extrem in ihren Gefühlen, die sich vor allem in Wut und Hass zu äußern scheinen. Sie ist unglücklich mit ihrem Leben und versucht dieses sogar zu beenden.


    Lena Gorelik hat sowohl mit Nils, als auch mit Sanela Protagonisten geschaffen, die Tiefe aufweisen und ihren ganz eigenen Kopf haben. Sie haben Struktur und wissen ihre Persönlichkeit dem Leser zu zeigen.


    Problematisch war für mich, dass der fast schon nüchterne Schreibstil irgendwann anfing mich ein bisschen zu langweilen. Ich hatte ungefähr nach der Hälfte des Hörbuches irgendwie genug von Nils und auch von Sanela. Sie schafften es irgendwann einfach nicht mehr, mich zu berühren.


    Die Geschichte insgesamt ist wirklich gut geschrieben und sehr tiefgründig. Man muss sich allerdings wirklich auf sie einlassen können, was mir irgendwann nicht mehr gelang.


    Der Sprecher, Shenja Lacher, passte für mich hervorragend zu diesem Buch. Auf dem Klappentext des Hörbuches steht, dass er die Geschichte berührend, aber ohne Pathos erzählt. Ich würde sagen, dass es das sehr gut trifft. Er schafft es, den Schreibstil der Autorin mit einer passenden Betonung zu füllen.


    Ich vergebe 3 Sterne, ich muss allerdings gestehen, dass es auch 2, 4 oder 5 sein könnten. Ich weiß es einfach nicht wirklich. Ich habe das Gefühl, dass ich diesem Buch Unrecht tue. Vielleicht ist es für mich derzeit nicht die richtige Zeit für diese Geschichte. Von daher würde ich euch raten: Wenn euch das Buch anspricht, verschafft euch selbst einen Eindruck.

    Gruß
    Yvonne

    Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
    (Erasmus von Rotterdam)

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