Andreas Gruber - Racheherbst

Racheherbst

4.4 von 5 Sternen bei 39 Bewertungen

Band 2 der

Verlag: Goldmann

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 528

ISBN: 9783442487950

Termin: September 2018

  • Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden ...
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    Nach "Rachesommer" begleiten wir in "Racheherbst" wieder den Leipziger Kripobeamten Walter Pulaski und die Wiener Anwältin Evelyn Meyers auf der Jagd nach einem Psychopathen quer durch Europa.


    In Leipzig wird die nackte Leiche einer jungen Prostituierten gefunden - ausgeblutet und mit mehreren Knochenbrüchen. Da es sich "nur" um eine Prostituierte handelt wird, trotz dieses ungewöhnlichem Modus Operandi, dieser Fall schnell zu den Akten gelegt.
    Pulaski möchte das jedoch nicht auf sich beruhen lassen, schon alleine weil er auf Mikaela, die Mutter der Getöteten, trifft und ihre zweite Tochter Dana ebenfalls verschwunden ist.
    Gemeinsam stoßen sie auf die Spuren eines Serienkillers, der quer durch Europa seine Leichen hinterlässt.


    In Wien wird ebenfalls eine Leiche eines jungen Mädchens entdeckt und die Anwältin Evelyn Meyers vertritt den Verdächtigen. Mit ihm hat sie sich jedoch einen Klienten geangelt, der es ihr alles andere als leicht macht und sich mit seinen Lügen in Widersprüche verstrickt. Auch sie deckt nach und nach Dinge auf, die sie besser nicht aufgedeckt hätte - denn alles hat seine Konsequenzen.


    Es geht im Prolog bereits richtig zur Sache und es stellen sich einem beim Lesen die Nackenhaare auf. Ab da begibt sich der Leser auf eine rasante Reise durch Europa mit überraschenden Wendungen und einem genialen Showdown, der einem nochmals den Atem anhalten lässt.
    Zwischendurch immer wieder Szenen aus der Sicht des Täters und seine Gedankengänge, die grausamer und morbider nicht sein könnten.


    Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und authentisch. Man liebt sie, man hasst sie, man lacht mit ihnen und manche möchte man einfach nur quer durch das Buch schütteln. Wie bei der Geschichte selbst, wird auch hier gekonnt mit den Emotionen des Lesers gespielt.


    Der Schreibstil von Andreas Gruber ist rasant, fesselnd und auch Sarkasmus und Humor sind vertreten (hauptsächlich durch den herrlich zynischen Walter Pulaski).
    Die Umgebungsbeschreibungen sind einfach nur atemberaubend, lässt einen in diese Situation/Stadt..etc. eintauchen und geben dem Ganzen den letzten perfekten Schliff.
    Der Schreibstil ist kurz gesagt ein typischer Andreas Gruber-Style.


    Des Weiteren muss ich dem Goldmann-Verlag auch mal ein Lob für die tolle Buchverarbeitung aussprechen.
    Die Idee die beiden Hauptprotagonisten auf der Klappenseite vorzustellen ist mal eine ganz Neue und absolut gelungen.


    Fazit:Ein Thriller wie ich ihn liebe - spannend, rasant, mit Wendungen und Überraschungen, spitzem Humor und einem Psychopathen fern vom Mainstream, aber umso grausamer.
    Ein Thriller der regelrecht in meiner Hand klebte und einem Showdown der mich nochmals den Atem anhalten ließ.
    Ein Andreas Gruber eben *g*

    Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können. (Zsa Zsa Gabor)
    :twisted:

  • Walter Pulanski vom Leipziger Kriminaldauerdienst und Evelyn Meyers, Anwältin aus Wien, sind beide schon in „Rachesommer“, dem ersten Teil der Rache-Reihe, gemeinsam in Aktion getreten. In diesem Fall hält sie ein Serienmörder in Atem, der seine Opfer im Rotlichtmilieu sucht und diese auf subtile Art tötet, indem er sie ausbluten lässt. Aber nicht nur die Suche nach dem Täter, auch die Frage, weshalb die Opfer auf diese ungewöhnliche Weise getötet werden, steht im Raum.


    Erzählt wird der Thriller in zwei Handlungssträngen, abwechselnd zwischen dem Leipziger Kriminalisten und der Wiener Anwältin und eine ganze Zeit bleibt es unklar, was beide Fälle miteinander zu tun haben. „Racheherbst“ zog mich von Beginn an in seinen Bann. Seine Leser mit einer spannenden Handlung zu fesseln, versteht Andreas Gruber meisterlich. Falsche Fährten, unverhoffte Wendungen, persönliches Involviertsein der Ermittler steigern die Spannung stetig und man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl meine anfängliche Vermutung, wer hinter den Taten stecken könnte, sich am Ende nach X Zweifeln an meiner Spekulation bestätigte, war doch das Warum eine Überraschung.


    Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Die Ermittler sind Menschen mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten. Der Thriller ist logisch aufgebaut und bleibt vom Maß der Gewaltdarstellung in dem Rahmen, den ich bei diesem Genre zu akzeptieren bereit bin.

  • Kurzbeschreibung:
    Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden... *Quelle*

    Zum Autor:
    Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie und vier Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Er hat bereits mehrere äußerst erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst.


    Meinung:
    In Leipzig wird unter einer Brücke die Leiche einer jungen Frau aufgefunden, die komplett ausgeblutet ist und der sämtliche Knochen gebrochen wurden. Es handelt sich um Natalie Suková, eine junge Prostituierte und Drogenabhängige. Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst wird als Erster an den Tatort gerufen, lernt schnell die Mutter der Toten, Mikaela Suková, kennen und erfährt, dass ihre jüngste Tochter, die 16-jährige Dana, ebenfalls vermisst wird. Auf eigene Faust beginnt das ungleiche Duo zu ermitteln.


    Währenddessen vertritt die Wiener Rechtsanwältin Evelyn Meyers den charmanten Dr. Robert Konstantin, der als Hauptverdächtiger im Mordfall Carla Slavik gilt, einer jungen Frau, die ebenfalls kaltblütig umgebracht wurde. Evelyn ist felsenfest von Konstantins Unschuld überzeugt, da er ein wasserfestes Alibi aufweisen kann. Schnell wird klar, dass beide Morde in Leipzig und Wien auf das Konto desselben Täters gehen und es noch weitere Opfer gibt...


    Racheherbst ist nach Rachesommer der 2. Fall für Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst in Leipzig. Da Andreas Gruber zu meinen Lieblingsautoren zählt, war Racheherbst eine Pflichtlektüre und konnte mich wieder begeistern.


    Walter Pulaski bleibt sich auch hier wieder treu. Bereits in Rachesommer hatte ich den asthmakranken Ermittler, der manchmal etwas schroff und launig daherkommt, aber das Herz auf dem rechten Fleck trägt, in mein Herz geschlossen. Manchmal hat mich aber seine Gutgläubigkeit in Bezug auf Mikaela Suková etwas genervt und ob seines Berufs irritiert.


    Auch Evelyn Meyers war mir in diesem Fall sympathisch. Sie nimmt ihren Beruf sehr ernst, ist ehrgeizig und will allem auf den Grund gehen. Man leidet automatisch mit ihr mit, als sie einen privaten Schicksalsschlag erleiden muss, den sie nur schwer verkraftet.


    Mikaela Suková, die Mutter von Natalie und Dana, ist eine bemerkenswerte Frau, die eine massive Wandlung in der fortschreitenden Geschichte durchmacht, auch wenn sie mir in einigen Situationen zu kopflos und unüberlegt handelt, was man allerdings der Lage, in der sie sich befindet, zuschreiben kann.


    Dank Andreas Grubers schnörkellosem Schreibstil und dem von Beginn bis Ende hoch gehaltenen Spannungsbogen fliegt man regelrecht durch die Seiten, was durch kurz gehaltene Kapitel noch gefördert wird. Für eher zartbesaitete Leser sind die Morde wahrscheinlich nichts, doch als Thrillerleserin fühlte ich mich sehr gut unterhalten, auch wenn das Motiv und die Motivation des Täters für meinen Geschmack ein ganz klein wenig zu kurz kam.


    Fazit:
    Racheherbst kann durchaus mit seinem Vorgänger Rachesommer mithalten. Eine durchweg spannende Handlung, die mit einigen Verwirrspielen aufwartet und authentischen Charakteren, die mitfiebern lassen. Wieder ein ganz toller Gruber-Thriller!


    Wertung: ★★★★★

  • Wenn ein Sachse ermittelt, dann aber gründlich. In “Racheherbst” schickt Andreas Gruber seinen einfühlsamen Ermittler Walter Pulaski auf Mörderjagd. Zeitgleich stellt Evelyn Meyers, erfolgreiche Anwältin in Wien, Nachforschungen über ihren neuen Klienten und dessen Umfeld an.


    Nachdem Natalies Mutter Mikaela ihre Tochter identifiziert hat, stellt sich Pulaski ein neues Problem. Mama Mikaela sucht auf eigenes Faust den Mörder ihrer Tochter. Außerdem ist sie davon überzeugt, dass dieser ihre andere Tochter entführt hat. Da der Fall von LKA als Mord an einer Prostituierten ad acta gelegt wurde, ermittelt Pulaski in eigener Sache zusammen mit Mikaela. Von Leipzig führt die Spur über Prag nach Passau und weiter nach Wien. Keiner der Beiden weiß, auf welch gefährliches Individuum sie bald treffen werden ….


    Zur selben Zeit wird in Wien eine mumifizierte Leiche gefunden. Die Polizei hat schon einen Verdächtigen. Dieser bittet Evelyn Meyers sein Mandat zu übernehmen. Der gut situierte Dr. Konstantin kann die junge Anwältin von sich und seiner Geschichte überzeugen. Außerdem mag es Evelyn überhaupt nicht, wenn ihr von anderen gesagt wird, was sie tun oder lassen soll. Auch wenn Vertrauen und Wahrheit für sie oberste Priorität bei einem Mandat hat, übernimmt sie die Verteidigung stellt aber auch Erkundigungen über den Arzt an….


    Andreas Gruber ist wieder einmal eine gute Mischung aus Krimi und Thriller gelungen. Sein Ermittler Polaski ist ein sympathischer Zeitgenosse, der gerne tief gräbt, wenn ein Fall für ihn nicht eindeutig ist. So auch bei Natalie. Zusammen mit der energischen Mikaela begibt er sich in die Sümpfe der Drogenszene Leipzigs. Das bedrückende dieses sozialen Umfelds und der beteiligten Personen ist unfassbar spürbar dargestellt. Polaski selber macht ab und an gegenüber Mikaela einen etwas naiven Eindruck, weil er sie immer wieder aus einer brenzligen Situation holt. Doch ergibt sich daraus allmählich ein gutes Ganzes. Auch Evelyn und ihre Ermittlungen kann man sehr gut folgen. Eine unterschwellige Spannung ist durch beide Handlungsstränge spürbar. Es wird nie langweilig, driftet auch nie in Absurditäten oder nicht nachvollziehbare Situationen ab. Rückblicke vom Mörder bringen Abwechslung und zusätzlich kribbeln in das Geschehen.


    Auch wenn man als Leser sich ziemlich rasch des Täters sicher ist, schafft es Andreas Gruber doch Zweifel aufkommen zu lassen. Nicht immer ist man sich seiner Meinung sicher. Die Charaktere sind gut durchdacht und Abwechslungsreich. Man bekommt einen düsteren Einblick in die Seele des Täters und bedrückende Einsicht in das Drogenmilieu. Erhält aber auch schön bildlich dargestellte Schauplätze aus verschiedenen europäischen Städten.


    “Racheherbst” ist der Folgeroman von “Rachesommer”. Man muss den erste Roman nicht unbedingt kennen, die beteiligten Hauptpersonen lernt man auch in Buch Nr. 2 ganz gut kennen. Man erfährt einiges über ihr Privatleben, Hauptaugenmerk ist aber der Mordfall und die Ermittlungen in diesem. Die zwei Handlungsstränge bewegen sich immer mehr auf sich zu um schließlich in einem gut durchdachten Showdown zu enden.


    Andreas Gruber ist mir persönlich durch seinen genialen Ermittler Marten S. Sneijder bekannt. Diese Reihe besteht bisher aus zwei Bänden, und ich fand sie genial. Der dritte Roman der Serie erscheint im Sommer 2016.


    Das Cover ist einfach gehalten mit einer leicht erhabenen Oberfläche. Wie der Titel “Rachherbst” erahnen lässt, spielt die Erzählung in dieser Jahreszeit. Die Tage sind deutlich kürzer und Nebel und Regen sorgen für zusätzliche Kälte in der Handlung.


    Mein Fazit:


    Eine gut durchdachte Mischung aus Krimi und Thriller, durchzogen mit unterschwelliger Spannung und abwechslungsreichen Typen. Der Handlung ist gut zu folgen und sorgt für ein befriedigendes Leseerlebnis.

  • Ein Leichenfund in Leipzig ruft Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst Leipzig auf den Plan. Eine junge Frau wurde verstümmelt und auf eigenartige Weise aufgefunden, schnell wird ihre Identität bekannt. Es handelt sich um die drogensüchtige Prostituierte Natalie. Als Walter auf die Mutter der Toten, Mikaela, trifft, bittet diese ihn, ihre ebenfalls verschwundene zweite Tochter Dana zu finden. Walter möchte eigentlich nur seine Ruhe haben, doch Mikaela hält ihn auf Trapp, denn sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln und legt Walter dabei immer wieder Steine in den Weg. Um die Frau im Auge zu behalten, vertieft er sich in den Fall und entdeckt immer mehr Parallelen zu anderen Mordopfern, die auf ebensolche Art an verschiedenen europäischen Orten aufgefunden wurden. Die Spur führt ihn auch nach Wien, wo er auf eine alte Bekannte trifft: die Anwältin Evelyn Meyers. Ohne es zu wissen, ist diese dem Mörder ganz nah und in höchster Gefahr. Wird es Walter gelingen, den Täter zu stoppen?


    Andreas Gruber hat mit seinem Buch „Racheherbst“ den zweiten Roman um seinen Ermittler Walter Pulaski vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig, rasant und fesselnd zugleich, das Buch ist ein richtiger Pageturner. Der Spannungsbogen wird bereits zu Beginn hoch angelegt und steigert sich virtuos bis zum Finale. Der Roman teilt sich in zwei Bereiche, wobei der erste Handlungsstrang sich um Leipzig und Walter Pulaski dreht, der zweite erzählt parallel die Geschichte um Evelyn Meyers in Wien. Zusätzlich gibt es einzelne Kapitel aus der Sicht des Täters. Da erst im Laufe der Handlung klar wird, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, werden die beiden Geschichten auch erst sehr spät miteinander verflochten. Der ständige Wechsel zwischen den beiden Handlungsorten heizt die Spannung noch zusätzlich auf, dabei gelingt es dem Autor, den Leser auf Trapp zu halten und Walter bzw. Evelyn nicht aus den Augen zu lassen. Stück für Stück erfährt der Leser, welche perfiden Absichten den Täter umtreiben.


    Die Charaktere sind sehr authentisch und lebensecht skizziert, man kann sie regelrecht vor sich sehen. Walter ist ein zynischer Zeitgenosse und eigentlich inzwischen ein eher ruhigeres Tempo gewohnt bei seinen Ermittlungsarbeiten, doch wenn ein Fall ihn fasziniert, dann kann er einfach nicht anders als weiter zu bohren und auf eigene Faust den Spuren nachzugehen. Mikaela lebt in einer gewalttätigen Ehe, ausgerechnet ihr Ehemann ist ebenfalls ein Ex-Polizist. Als sie von dem Tot ihrer Tochter erfährt und die zweite als vermisst gilt, bricht sie aus der Ehe aus und macht sich selbst auf die Suche nach ihrem Kind. Dabei ist ihr jedes Mittel recht und sie wagt sich auch in ziemlich gefährliche Situationen. Dabei bringt sie auch Walter immer wieder in Gefahr, doch muss man ihr auch zugestehen, dass ihre Hartnäckigkeit erst zur Suche nach dem Mörder beigetragen hat. Evelyn hat sich inzwischen mit einer Kanzlei selbständig gemacht und ihr Job erfüllt sie, jedoch ihr neuer Klient gefällt ihr gar nicht.


    Mit „Racheherbst“ ist Andreas Gruber wieder ein Volltreffer gelungen, der dem Leser keine ruhige Minute gönnt. Das Buch ist spannungsgeladen, schnell und nervenaufreibend. Thrillerleser kommen hier voll auf ihre Kosten, wunderbar gemacht, absolut TOP!


    Sehr verdiente :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: !

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Über den Inhalt wurde ja schon genug geschrieben, deshalb möchte ich euch gleich meine Meinung zu "Racheherbst" mitteilen.


    Leider bin ich nicht ganz so euphorisch wie meine Vor-Rezensenten. Mich hat dieses Buch von Andreas Gruber leider nicht vom Hocker gerissen. Es fing wirklich sehr spannend an, flaute aber im Laufe der Geschichte ab und nahm erst die letzten 100 Seiten wieder Fahrt auf. Dieses mal konnten mich leider auch die Protagonisten nicht überzeugen. Ihre Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen weder von Evelyn noch von Pulaski. Ich finde, beide haben naiv und unglaubwürdig agiert. Mit MIkaela wurde ich überhaupt nicht warm, im Gegenteil. Ich fand sie total unsymphatisch und ich verstehe nicht, warum Pulaski sich immer wieder von ihr verarschen lässt.
    Die Grundidee der Story war neu für mich und fand ich auch gut .Aber man hätte hier meiner Meinung nach mehr daraus machen können.
    Fazit: Von Andreas Gruber bin ich einfach besseres gewöhnt. Meine Enttäuschung ist wahrscheinlich so groß, weil ich einfach von ihm mehr erwartet habe. Aber es ist in meinen Augen nur ein Durchschnittsthriller, der sprachlich zwar wieder Top geschrieben ist, aber an Glaubwürdigkeit der Hauptpersonen und an Spannung zu wünschen übrig lässt. Von mir daher nur
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne

    :study:    Vi Keeland - Mister West


    2020: 3 Bücher/ 1.560 Seiten

    SUB: 21

                                       

  • Solider Krimi!


    Im Elsterbecken unter der Zeppelinbrücke wird eine weibliche Leiche in der Schiffsschraube eines Bootes gefunden. Walter Polaski von der Kripo Leipzig ermittelt und versucht herauszufinden, wer die Frau ist und was mit ihr geschah. In Wien wird eine tote Frau auf einem Schrottplatz aufgefunden. Sie war seit über einem Jahr spurlos verschwunden. Ein Arzt, mit dem sie zuvor ein Date hatte, wird verdächtigt etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Rechtsanwältin Evelyn Meyers vertritt ihn, und entdeckt dabei Überraschendes.


    Ich muss gestehen, ich hatte Erwartungen…vor allem in die Figur des Ermittlers. Denn die " Maarten S. Sneijder Reihe " von Andreas Gruber, hatte mir gerade wegen der hervorragend charakterisierten und sehr zynischen Hauptfigur gefallen. Walter Polaski erreicht meiner Meinung nach leider nicht das Format von Snijder. Zeitweise hätte er etwas spritziger und ironischer sein dürfen. Doch das ist halt so mit den doofen Erwartungen, mit denen man an die Bücher heran geht.


    " Racheherbst " ist der zweite Teil rund um Walter Polaski und die Rechtsanwältin Evelyn Meyers. Der Fall ist in sich abgeschlossen und ich konnte auch ohne den ersten Teil "Rachesommer" zu kennen, problemlos folgen.

    Ueber lange Zeit liest man in zwei völlig voneinander unabhängigen Erzählsträngen. Scheinbar ohne Berührungspunkte … obwohl Polaski und Meyers sich kennen, gibt es keinerlei Ueberschneidungen. Einerseits ist da der Fall für Polaski von der Kripo Leipzig um ein totes Mädchen, das in einer Schiffsschraube gefunden wird. Und andererseits der Mord in Wien an einer jungen Frau, deren Mörder von Evelyn Meyers, vertreten wird. Durch diese beiden völlig unterschiedlichen Stränge und die regelmässigen Perspektivwechsel ist die Geschichte sehr rasant. Teilweise musste ich Gegebenheiten, Orte und Personen innerlich neu sortieren. Die Story empfand ich als anspruchsvoll und komplex.

    Sehr flüssig und angenehm zu lesen ist der Schreibstil. Gerade die Passagen, die sich im Drogenmilieu abspielen, sind eindrücklich beschrieben. Ab und zu blitzt das Klischee der straffälligen Ausländer auf (Ebookseite 117: Armenier, Iraner, Tschetschenen….zumindest keine gebürtigen Leipziger mit Hochschulabschluss). Etwas, was mich nun nicht sooo angesprochen hat, da oft und generell in Krimis, Ausländer als die straffällig hingestellt werden. Die immer wieder mal eingefügten, kursiv geschriebenen Gedanken einzelner Figuren haucht ihnen Leben ein und dadurch, dass man als Leser spürt, was und wie sie denken, auch Verständnis.

    Die oben erwähnten Stränge verbinden sich sehr schlüssig, wenn auch die Story gegen Schluss noch eine Spur komplexer wird.

    Ein solider Krimi, der mich gut unterhalten hat!