Ruthie Knox - Sonnenaufgang über New York / Truly

Sonnenaufgang über New York

3.9 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Egmont LYX.digital

Bindung: E-Book

Seitenzahl: 480

eISBN: 9783802598739

Termin: August 2015

Klappentext / Inhaltsangabe: May hasst New York - seit sie in der Stadt wohnt, geht es in ihrem Leben nur noch bergab. Sie entschließt sich deshalb kurzerhand, in ihre Heimat Wisconsin zurückzukehren. Doch dann wird ihr am Flughafen die Handtasche gestohlen. Ohne Handy, ohne Wohnung, ohne Freunde und mit den letzten fünf Dollar in der Tasche sitzt sie verzweifelt in einer kleinen Bar - und trifft Ben. Dieser ist sich schon bald ziemlich sicher, dass May die Richtige für seinen Neuanfang sein könnte. Doch dafür müsste er ihr erst einmal einen Grund geben, in New York zu bleiben.
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  • Kurzbeschreibung (Amazon):


    Nach der Ablehnung des demütigendsten Heiratsantrags, den man sich vorstellen kann, will May Erickson nichts wie weg. Weg von ihrem Freund, weg aus New York und zurück nach Wisconsin. Doch auf dem Weg zum Flughafen wird ihre Handtasche gestohlen. Ohne Geld, ohne Handy und voller Verzweiflung läuft May Ben in die Arme, der sich besser mit Lebenskrisen auskennt, als jeder andere. Der ehemalige Restaurantbesitzer weiß genau, was May jetzt braucht, und macht ihr bei den besten Chicken Fajitas ihres Lebens einen Vorschlag, den sie nicht ablehnen kann: Sie kann bei Ben übernachten, wenn sie sich von ihm überzeugen lässt, dass New York auch schöne Seiten zu bieten hat…


    Meine Meinung:


    Ruthie Knox' Figuren sind niemals einfach, sondern kompliziert. Sie haben Ecken und Kanten, Eigenarten und Macken, und sie sind auf keinen Fall perfekt - weder körperlich, noch charakterlich. Aber genau deshalb sind sie so authentisch, deshalb kann man sich so gut in sie hinein versetzen, und deshalb schließt man sie so sehr ins Herz. Sie haben keine furchtbar dramatischen Hintergründe, die bis zum Schluss ein Geheimnis bleiben, sondern leiden unter den ganz normalen Dingen, die einem im Leben passieren. Und vor allem handelt dieses Buch davon, seine Wünsche und Ziele zu verfolgen und diese nicht von einem Partner/in abhängig zu machen, und sich nicht mit weniger zufrieden zu geben, als man will.


    Zitat

    Aber wenn man jemanden liebte, versuchte man vielleicht nicht, ihn vor der Wahrheit zu beschützen. Man schliff nicht die scharfen Kanten seiner Persönlichkeit ab und versteckte die Seiten von sich, die man für die schwierigsten hielt.
    Wenn man jemanden liebte, erlaubte man sich, man selbst zu sein. Man erlaubte dem anderen, einen zu sehen. Und man sah ihn.


    "Sonnenaufgang über New York" ist abwechselnd aus Mays und aus Bens Sicht geschrieben, und ein paar Abschnitte werden auch aus der Sicht von Mays Schwester Allie erzählt.


    May ist die brave Tochter, die ruhig und besonnen jedem Konflikt aus dem Weg geht und seit mehreren Jahren mit einem Mann zusammen ist, der ihr Sicherheit gibt. Als dieser Mann, ein sehr erfolgreicher Footballer, ihr jedoch einen Heiratsantrag macht, sagt er alles das, was keine Frau hören will: dass May unscheinbar und schlicht sei, dass er vor ihr nur an Sex denken konnte und sich dank ihr endlich vollkommen auf das Wichtigste in seinem Leben konzentrieren könne - natürlich Football. May ist nicht nur wütend und beschämt über diesen schrecklichen Antrag, den sie ablehnt (und ihrem Freund dabei aus Versehen mit einer Gabel in die Hand sticht), ihr wird auch klar, in was für einer Beziehung sie sich überhaupt befindet. Nach vergeblichen Versuchen, Schluss zu machen, nutzt sie eine Chance und flieht aus der Wohnung. Da sie für ihren Freund nach New York gezogen ist und erst seit wenigen Wochen dort wohnt, will sie nur nach Hause zu ihren Eltern, doch am Flughafen wird ihre Tasche mitsamt Geld und Handy gestohlen. Da sie sich mit ihren letzten 5 Euro kein Zimmer und keinen Flug leisten kann - und eh keine entsprechenden Papiere mehr hat - und in New York auch niemanden kennt, setzt sie sich verzweifelt in eine Bar.


    Ben ist geschieden und hat stark mit seinen Aggressionen zu kämpfen, die jedes Mal hoch kochen, wenn das Thema auf seine Exfrau oder sein ehemaliges Restaurant fällt. Er ist sehr in sich zurück gezogen und hat Probleme mit sozialen Kontakten. Sein Geld verdient er sich als Bienenzüchter - auf den Dächern New Yorks. Als er in einer Bar auf May trifft, die ziemlich verzweifelt aussieht, nimmt er sich vor, nett zu ihr zu sein - soweit es ihm eben möglich ist. Bei einem Essen lernen sie sich kennen, verbringen einen sehr langen Abend zusammen, und Ben ist von May fasziniert. Obwohl May sehr unbehaglich zu Mute ist, einem völlig fremden Mann zu vertrauen, nimmt sie Bens Einladung, bei ihm zu übernachten, schließlich an. Am nächsten Morgen geht Mays Flug, und sie verabschieden sich. Doch ohne zu wissen, warum, will Ben diese Frau einfach nicht gehen lassen...


    Beide Charaktere habe ich sofort in mein Herz geschlossen, denn sie sind so herrlich unperfekt und unsicher im Umgang mit dem jeweils anderen, dass man sie einfach lieben muss. Auch Allie, Mays Schwester, die mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat, mochte ich sehr. Schon nach dem ersten paar Seiten will man nicht, dass May und Ben sich jemals wieder trennen, und jedes Mal, wenn ihre gemeinsame Zeit sich dem Ende neigt, fiebert man mit und hofft und bettelt um ein Verschieben, um ein paar mehr Seiten, damit sie begreifen, was sie aneinander haben, und der Leser sich noch nicht von ihnen verabschieden muss. In diesem Buch spürt man, was die Protagonisten aneinander schätzen und lieben. Und man selbst liebt sie auch.


    Nebenbei erfährt man nicht nur einiges über New York und seine schönen Seiten, sondern auch über Bienen. :D


    In diesem Buch gibt es lediglich 2 oder 3 erotische Szenen, die war etwas detaillierter, jedoch recht kurz sind.


    Fazit:
    Eine wunderschöne Liebesgeschichte, sympathische Charaktere mit Ecken und Kanten, ein klein wenig Drama und viel Spaß beim Lesen. Absolut empfehlenswert. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne.

    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky :wink: