Stefan Ahnhem – Herzsammler / De nionde graven

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Herzsammler

3.4|12)

Verlag: List Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 576

ISBN: 9783548613147

Termin: Mai 2016

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  • Inhalt (Quelle: Buchinnenseite)
    Stockholm, kurz vor Weihnachten. Schnee und eisige Kälte haben die Stadt fest im Griff. Kommissar Fabian Risk hat mit Eheproblemen zu kämpfen, seine Frau Sonja möchte sich scheiden lassen. Risk muss sich alleine um die beiden Kinder kümmern. Aber dann wird er zu einem brisanten Fall gerufen: Der Justizminister ist verschwunden. Er hat nach einer Debatte den Reichstag verlassen, kam aber nie bei dem auf ihn wartenden Auto an. Risk findet den Minister, doch zu spät: Er wurde brutal ermordet. Und es bleibt nicht bei dieser einen Entführung.
    Gleichzeitig wird in Kopenhagen eine Frau umgebracht. Die junge Polizistin Dunja Hougaard ermittelt, muss sich dabei aber mit den unwillkommenen Avancen des Polizeichefs herumschlagen. Der sabotiert den Fall, wo er nur kann. So fällt keinem die Ähnlichkeit zu der Mordserie im Nachbarland Schweden auf. Bis es fast zu spät ist.
    Zwei Länder. Zwei Ermittler. Ein Fall.


    Klappentext/Text von amazon (da er mir schon fast zu viel verrät hier nur als Spoiler, hatte ihn vorher nicht mehr angeschaut und bin im Nachhinein froh darüber)


    Autor (Quelle: amazon.de)
    Stefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Mit seinem Debüt Und morgen du schaffte er auf Anhieb den Sprung auf die Bestsellerliste.


    Allgemeines
    Broschierte Ausgabe, 576 Seiten
    Originaltitel: Den nionde graven
    Prolog (aus dem Jahr 1999), Teil 1 und Teil 2 mit insgesamt 113 Kapitel (Dezember 2009) Epilog (2009/2010), Kapitel X
    Erzählung in der dritten Person aus unterschiedlichen Perspektiven
    (Ursprünglich sollte das Buch unter dem Titel „Was dir nicht gehört“ in Deutschland veröffentlicht werde, mit einer Covergestaltung, die passend zu Band 1 war. Leider hat sich der Verlag unentschieden und hat einen plakativeren Titel gewählt und das Cover ähnlich wie aktuelle Bestseller gestaltet (z.B. Erik Axl Sund). Das finde ich doch sehr schade. Sowohl das ursprüngliche Cover als auch der Titel waren treffender für das Buch.)


    Erster Satz
    Es war so dunkel, dass er fast nichts sah.


    Meine Meinung
    Nachdem ich bereits den ersten Band um den Ermittler Fabian Risk geradezu verschlungen habe, habe ich dem nächsten Fall entgegen gefiebert - und ihn dann zu meinem Glück bei vorablesen gewonnen. Wer sich bei der Lektüre des ersten Falls immer gefragt hat, was denn nun genau in Stockholm mit Fabian Risk passiert ist, bekommt hier die Antwort präsentiert. Die Geschichte spielt zeitlich vor Band 1 der Reihe und schildert die Ereignisse, die Fabian zum Umzug bewegt und tief getroffen haben.


    Ermittelt wird in diesem Buch parallel in zwei Ländern. Da gibt es zum einen Dunja Hougaard auf der dänischen Seite, zum anderen Fabian Risk mit seinem Team auf der schwedischen. Beide Seiten jagen einen blutrünstigen Mörder, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Die Handlung springt sehr häufig von einem Ermittler zum nächsten, von einem Opfer zum anderen und man muss doch sehr konzentriert lesen, um bei all den Personen nicht den Überblick zu verlieren. Der eine oder andere findet dies vielleicht anstrengend oder zu komplex, für mich persönlich hat es die Spannung noch mehr erhöht. Häufig enden die Kapitel mit einem typischen Cliffhanger und statt im nächsten Kapitel darauf einzugehen, wechselt die Handlung zu einer anderen Person. Ich konnte das Buch dadurch kaum mehr aus der Hand legen und musste immer und immer weiter lesen. Dies wird durch die relativ kurzen Kapitel noch unterstützt. Man denkt immer „Eins kann ich noch...“.


    Neben der eigentlichen Krimihandlung spielen auch die Privatleben der verschiedenen Ermittler eine große Rolle. Aus dem ersten Band weiß man ja bereits, dass die Ehe von Fabian und seiner Frau Sonja kurz vor dem Aus stand. Hier erlebt man hautnah, warum dies so ist und wie schwierig es doch ist, als Ermittler ein einem hochbrisanten Mordfall gleichzeitig noch ein erfülltes Familienleben zu führen.


    Mir hat hier besonders gefallen, dass Fabian sowohl im Berufs- als auch im Privatleben als Mensch mit Problemen und Schwächen dargestellt wird. Er ist nicht der unverwundbare und unfehlbare Superheld. Er hat schwierige Entscheidungen zu treffen und er trifft bestimmt nicht immer die richtigen.


    Die Thematik des Buches ist recht schwer verdaulich, wobei ich nicht detaillierter darauf eingehen möchte, um nicht zu viel vorwegzunehmen. Durch das ernste Thema ist das Buch streckenweise recht düster, was sich insbesondere am Ende zeigt. Hier werden die vielen Handlungsstränge und Personen nachvollziehbar verknüpft und es offenbart sich das Gesamtbild.


    Erwähnt werden sollte noch, dass der Autor nicht mit der ausführlichen Beschreibung von blutigen Morden und brutalen Handlungen spart. Wer hier zart besaitet ist, sollte dieses Buch also lieber nicht in die Hand nehmen. Ich würde das Buch daher auch eher in die Kategorie Thriller statt Krimi einordnen.


    Der letzte Kapitel X macht übrigens bereits Lust auf den nächsten Fall von Fabian Risk und ich war hellauf begeistert, als ich in der Danksagung des Autor gelesen habe, dass er bereits an Band 3 arbeitet.


    Fazit
    Ein durchweg fesselnder und blutiger Thriller mit einer brisanten Thematik und glaubwürdigen Charakteren, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study: Owen Sheers - I saw a man
    SUB: 175 (01.01.18: 183)

    [-XGelesene Bücher 2019: 36 / abgebrochen: 1

    (davon 5 Short Stories)

    Gelesene Bücher 2018: 38
    (davon 7 Short Stories)

  • Von diesem Buch habe ich letzte Woche gut die Hälfte gelesen und dann beschlossen, es abzubrechen. Glücklicherweise war ich schon nach der LP bei vorablesen skeptisch und habe deshalb an der Verlosung nicht teilgenommen.

    Erwähnt werden sollte noch, dass der Autor nicht mit der ausführlichen Beschreibung von blutigen Morden und brutalen Handlungen spart. Wer hier zart besaitet ist, sollte dieses Buch also lieber nicht in die Hand nehmen. Ich würde das Buch daher auch eher in die Kategorie Thriller statt Krimi einordnen.

    Ich bin nicht sonderlich zart besaitet, aber bei dem abartigen Vorgehen der meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch anmutenden Täter ist mir wirklich die Lust vergangen. Auch die "erotischen" Szenen wirkten auf mich im fortschreitenden Verlauf der Handlung - ich habe in der zweiten Hälfte noch etwas quergelesen - zunehmend vulgär, ich hätte die Beschreibungen nicht so detailliert gebraucht. Sehr vulgär und unglaubwürdig kam mir auch der Umgangston im Büro von Dunja Hougaard vor. [-(
    Man kann dem Autor nicht absprechen, dass er spannend erzählt, aber ich bin dieses "Wettbewerbs" mancher Thriller-Autoren um die blutigsten/ abartigsten Morde total überdrüssig. Aus dieser Serie werde ich jedenfalls aussteigen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Man kann dem Autor nicht absprechen, dass er spannend erzählt, aber ich bin dieses "Wettbewerbs" mancher Thriller-Autoren um die blutigsten/ abartigsten Morde total überdrüssig. Aus dieser Serie werde ich jedenfalls aussteigen.

    Hattest du den ersten band auch gelesen? Ist der zweite um soviel krasser? Hab den ja auch noch hier liegen...

    :study: Kafka am Strand - Haruki Murakami

    :montag: Ich bin Circe - Madeline Miller

    :musik: Weltgeschichte to Go - Alexander von Schönburg

  • Hattest du den ersten band auch gelesen?

    Nicht nur gelesen, sondern sogar rezensiert. :arrow: http://www.buechertreff.de/thr…ostID=1452083#post1452083
    Der erste Band hat mir noch ganz gut gefallen. Ich weiß nicht, ob der zweite Band objektiv gesehen so viel unappetitlicher ist oder ob es auch an meiner Übersättigung mit einer bestimmten Art von Thrillern liegt.
    :-k

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    (Francis Bacon)
    :study:
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  • Der erste Band hat mir noch ganz gut gefallen. Ich weiß nicht, ob der zweite Band objektiv gesehen so viel unappetitlicher ist oder ob es auch an meiner Übersättigung mit einer bestimmten Art von Thrillern liegt.

    Hatte ich das doch also richtig in Erinnerung! Ich fand den ersten Band gar nicht sooo schlimm, da hab ich schon Anderes gelesen, aber dann bin ich ja an diesem Band mal interessiert, wie sich das verhält. Den werd ich dann wohl doch noch irgendwie vorziehen müssen :-k

    :study: Kafka am Strand - Haruki Murakami

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  • Hatte ich das doch also richtig in Erinnerung! Ich fand den ersten Band gar nicht sooo schlimm, da hab ich schon Anderes gelesen, aber dann bin ich ja an diesem Band mal interessiert, wie sich das verhält. Den werd ich dann wohl doch noch irgendwie vorziehen müssen :-k

    Ich würde schon sagen, beim zweiten Band ist es noch krasser. Mich persönlich hat das nicht gestört da ich z.B. auch gerne die Bücher von Chris Carter lese. Und Herzsammler ist meiner Meinung nach auf einer Stufe mit Carter was die blutrünstigen und extremen Beschreibungen der Morde und Taten angeht.

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  • Ich würde schon sagen, beim zweiten Band ist es noch krasser. Mich persönlich hat das nicht gestört da ich z.B. auch gerne die Bücher von Chris Carter lese. Und Herzsammler ist meiner Meinung nach auf einer Stufe mit Carter was die blutrünstigen und extremen Beschreibungen der Morde und Taten angeht.

    Danke für die Antwort! Ich lass mich echt überraschen, lese ja auch sehr gerne McFadyen und den Kruzifixkiller von Chris Carter habe ich auch schon gelesen und fand ihn gut. Bin jetzt schon gespannt auf das Buch.

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  • da ich z.B. auch gerne die Bücher von Chris Carter lese.

    Die lese ich auch, zur Zeit gerade den brandneuen 7.Band "I am Death". Irgendwie stören mich die "krassen" Beschreibungen bei Carter nicht so, ich lese das als spannende, aber realitätsferne Unterhaltung und nehme es nicht weiter ernst.
    Der Sexismus bei Stefan Ahnhem (Umgang der männlichen Kollegen mit Dunja Hougaard) mutet dagegen leider durchaus realistisch an und kotzt mich enorm an. Auch beim Querlesen weiter hinten im Buch stieß ich auf Szenen, die ein unakzeptables Frauenbild vermitteln.

    lese ja auch sehr gerne McFadyen

    Den mag ich dagegen gar nicht.

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  • Der Sexismus bei Stefan Ahnhem (Umgang der männlichen Kollegen mit Dunja Hougaard) mutet dagegen leider durchaus realistisch an und kotzt mich enorm an. Auch beim Querlesen weiter hinten im Buch stieß ich auf Szenen, die ein unakzeptables Frauenbild vermitteln.

    Echt? Sowas mag ich auch gar nicht, wenn es zu sehr ausgereizt wird... [-(

    Den mag ich dagegen gar nicht.

    Ja, ich glaube, das hatte ich auch schon mal irgendwo gelesen :wink:

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  • Über das Buch
    Er befand sich auf einem Gefangentransport, schwer verletzt und ohneAussicht des Überlebens. Doch bevor er starb, muster er noch einen Briefloswerde, den dessen Empfänger er nur den Namen wusste, keine Straße, keineStadt, kein Land. Der Wind trug den Brief davon…
    Sofie Leander wartete beim Gynäkologen auf ihre Ultraschalluntersuchung, alssie plötzlich entführt wurde…
    Fabian Risk war allein –seine Frau hatte keine Zeit - bei der Klassenlehrerinseiner Tochter Mathilde und erfuhr von ihr, dass sie immer wieder Szenen vomStreit ihrer Eltern zeichnete…
    Der Justizminister war entführt worden, das das durfte noch nicht bekanntwerden. Fabian sollte die Ermittlungen leiten. Als er ihn schließlich fand, warer tot und ihm fehlte ein Organ…
    Karen Neumann flüchtete sich im Dunkeln. An diesem Tag musste Aksel,ihr Mann, ausgerechnet in der Stadt übernachten, obwohl sie bettelte, dass ernach Hause kommen solle. Sie hatte etwas gehört und fürchterliche, tödliche Angst….
    Dunja war bei der Kripo in Kopenhagen und hatte ebenfalls einen Fall, derden Fällen in Schweden ähnelte. Beide, Dunja und auch Fabian, hatten jeweilseinen bestimmten Mann in Verdacht…


    Was ist mit dem Mann aus dem Gefangenentransport passiert? Warum wurde SofieLeander entführt? Stritten die Risks so oft, weil Mathilde sie immer alsStreitende zeichnete? Wieso kam Risks Frau nicht zu der Elternsprechstunde?Warum fehlte dem toten Finanzminister ein Organ? Was passierte mit KarenNeumann? Wen hatten die beiden Ermittler jeweils im Verdacht und lagen sierichtig? Alle diese Fragen und noch viel mehr beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich absolut nicht leicht lesen. Dazu gab es zu vielVerwirrendes und Chaos. Es fängt mit dem Briefeschreiber an. Dann folgt dieSzene mit Sofie Leander, und die mit Risk beim Elternsprechtag, Bis hier ist es noch einigermaßen, aber spannungslos, bis auf die Tatsache dass man sich fragt, was mit der entführten Frau passiert ist. Doch das kommt erst später. Zwischendurch kommt noch eine Szene aus Kopenhagen, dann wieder Schweden und so geht es weiter. Immer wenn ich gedacht habe, oh jetzt könnte es spannend werden, wechselte der Ort. Es herrschte ein solches Durcheinander, dass ich zweitweise total den Überblick verloren hatte. Erst mal die vielen Namen und dann so durcheinander, das geht bei mir gar nicht und gefällt mir nicht. Immer wenn ich dachte, dass die Spannung jetzt doch noch kommt, wurde wieder gewechselt und alles verlor sich im Nichts. Für mich wurde das Buch ers tnach etwa 450 Seiten spannender. Nicht, dass die einzelnen Teile nich interessant gewesen wären, das war es nicht. Aber alles war so auseinandergerissen, dass ich mich bei jedem Wechsel der Szene fragte, wie die, diese Sache betreffende vorherige Szene, aufgehört hatte. Außerdem war es am Schluss für mich total unrealistisch, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Polizist nicht schießt, wenn seine Kollegen bedroht werden und er diese Bedrohung abwenden könnte. Wenn er dazu nicht fähig ist, hat er bei der Kripo absolut nichts verloren. Vielleicht gibt es ja Leser, die ein solches Chaos und solche Verwirrspiele nicht stören. Für die ist es vielleicht ein spannendes Buch. Mich jedoch hat dieses Buch sehr enttäuscht, und wäre es am Schluss nichtdoch noch etwas spannend geworden, bekäme es von mir nur einen Stern, so gebe ich mit sehr viel Wohlwollen zwei Sterne.



    Edit: Noch etwas zu dem Titel. Ich habe dieses Buch unter dem Titel 'Herzsammler' gelesen und finde, dass dieser Titel überhaupt nicht passt.

    Liebe Grüße
    Lerchie



    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Stefan Ahnhem - Herzsammler


    Brutaler Schweden-Krimi mit irreführendem Titel


    Der Autor:
    Stefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Mit seinem Debüt „Und morgen du“ schaffte er auf Anhieb den Sprung auf die Bestsellerliste.



    Das Buch:
    „Herzsammler“ von Stefan Ahnhem ist im Juli 2015 als Taschenbuch im List Verlag erschienen.



    Das Cover:
    Das Cover zeigt einen leeren Steg, der in einen See führt. Unter dem Bild steht auf dunklem Hintergrund der Buchtitel in großgeschriebenen, etwas krakeligen weißen Druckbuchstaben. Für mich nicht sehr auffällig, hat aber große Ähnlichkeit mit den Covern von anderen Schweden-Krimis.



    Klappentext:
    Stockholm, kurz vor Weihnachten. Schnee und eisige Kälte haben die Stadt fest im Griff. Kommissar Fabian Risk hat mit Eheproblemen zu kämpfen, seine Frau Sonja möchte sich scheiden lassen. Risk muss sich alleine um die beiden Kinder kümmern. Aber dann wird er zu einem brisanten Fall gerufen: Der Justizminister ist verschwunden. Er hat nach einer Debatte den Reichstag verlassen, kam aber nie bei dem auf ihn wartenden Auto an. Risk findet den Minister, doch zu spät: Er wurde brutal ermordet. Und es bleibt nicht bei dieser einen Entführung. Gleichzeitig wird in Kopenhagen eine Frau umgebracht. Die junge Polizistin Dunja Hougaard ermittelt, muss sich dabei aber mit den unwillkommenen Avancen des Polizeichefs herumschlagen. Der sabotiert den Fall, wo er nur kann. So fällt keinem die Ähnlichkeit zu der Mordserie im Nachbarland Schweden auf. Bis es fast zu spät ist.Zwei Länder. Zwei Ermittler. Ein Fall.



    Meine Meinung:
    Das Buch ist grausam, brutal, es gibt sehr viele Handlungsstränge, die es einem nicht leicht machen, dem Geschehen zu folgen.
    Ich hatte jedenfalls meine liebe Mühe damit, einordnen zu können was wo passiert. Zum Beispiel: Helsingborg/Helsingör klingt sehr ähnlich, die Orte sind aber in zwei verschiedenen Ländern. Der Autor legt immer wieder falsche Fährten, die den Leser in die Irre führen, um was es eigentlich geht, das klärt er erst ganz zum Schluss. Die Ermittler finde ich nicht so realistisch gezeichnet. So wie z.B. Malin Rehnberg, die hochschwanger, 2 Monate vor der Geburt von Zwillingen, noch im Außendienst ermittelt und schließlich auch in eine lebensbedrohliche Situation gerät. Ist das tatsächlich in Schweden so? Fabian Risk kann in einer sehr bedrohlichen Situation zum Ende des Buches nicht schießen? So einer ist Polizist? Für mein Verständnis sind diese Personen nicht sehr gut getroffen, ich konnte nicht warm werden mit ihnen.
    Was mich aber am Meisten gestört hat:
    Die Handlung von „Herzsammler“ spielt im Jahr 2009, also VOR „Und morgen du“, ist also eigentlich der 1. Fall von Fabian Risk und nicht der 2. Fall. Wieso die Bücher in falscher Reihenfolge erschienen sind, verstehe ich nicht. War das nur in Deutschland so, oder hat der Autor „Herzsammler“ tatsächlich erst später geschrieben? Das (letzte) Kapitel X in „Herzsammler“ habe ich nicht verstanden, bis ich ein paar Rezensionen zu „Und morgen du“ gelesen habe. Das ist eindeutig die Überleitung zum Buch „Und morgen du“.
    Der ursprünglich angekündigte Titel „Was dir nicht gehört“ hätte meiner Meinung nach viel besser zum Geschehen gepasst.

    Kein Buch für zartbesaitete Menschen.
    Von mir gibt es für diesen Krimi 2 Sterne.

  • Ursprünglich sollte das Buch unter dem Titel „Was dir nicht gehört“ in Deutschland veröffentlicht werde

    Dieser Titel wäre sehr viel passender gewesen !


    Wer sich bei der Lektüre des ersten Falls immer gefragt hat, was denn nun genau in Stockholm mit Fabian Risk passiert ist, bekommt hier die Antwort präsentiert. Die Geschichte spielt zeitlich vor Band 1 der Reihe und schildert die Ereignisse, die Fabian zum Umzug bewegt und tief getroffen haben.

    Ehrlich gesagt hatte ich dies nicht mehr so genau in Erinnerung, erst gegen Ende des Buches wurde es mir bewusst. Lese einfach zu viele verschiedene Ermittlerteams :uups:


    Die Handlung springt sehr häufig von einem Ermittler zum nächsten, von einem Opfer zum anderen und man muss doch sehr konzentriert lesen, um bei all den Personen nicht den Überblick zu verlieren.

    Das hat mich zwischendrin auch immer wieder mal gestört und dazu geführt das ich nicht alles aufgenommen bzw. im Kopf behalten habe, glaube jedoch die wesentlichen Informationen erfasst zu haben :-k


    Er hat schwierige Entscheidungen zu treffen und er trifft bestimmt nicht immer die richtigen.

    Und da ist er nicht alleine, man denke nur an seine Kollegen, allen voran Malin...


    Herzsammler ist meiner Meinung nach auf einer Stufe mit Carter was die blutrünstigen und extremen Beschreibungen der Morde und Taten angeht.

    Ich lese gerade "Der Totschläger" von Carter und habe auch schon zwei andere Bücher der Hunter/Garcia-Reihe gelesen. Ich finde die Beschreibungen dort extremer. Ist wohl subjektiv.


    Irgendwie stören mich die "krassen" Beschreibungen bei Carter nicht so, ich lese das als spannende, aber realitätsferne Unterhaltung und nehme es nicht weiter ernst.

    Letztendlich lese ich beide Reihen bzw. werde ich dies weiter tun. Der Schwede Ahnhem passt ins skandinavische Schema düsterer und brutaler Krimis, der Amerikaner Carter wiederum bedient die Erwartung einer schwarz-weiß unterteilten Welt mit zahlreichen Übertreibungen. Spannend schreiben können sie beide.


    Für "Herzsammler" habe ich letztlich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: vergeben, ein erneut spannender Krimi um Fabian Risk & Co. Abgezogen habe ich 2 Sterne wegen streckenweisen argen Glaubwürdigkeitszweifeln, zu vielen Wechseln hinsichtlich Orten und Personen und überspitztem kollegialem Umgang.

    C. J. Sansom - Sovereign


    2019
    Gelesene Bücher: 36

    Gelesene Seiten: 15.871

    (Januar 5/2.616 ; Februar 4/1.842 ; März 4/1.560 ; April 3/1.497 ; Mai 5/1.641 ; Juni 5/2.028 ; Juli 6/2.511 ; August 2/1.353)


    2018 : 47 / 22.388 ; 2017 : 50 / 24.667 ; 2016 : 56 / 25.723 ; 2015 : 61 / 27.175 ; 2014 : 73 / 31.730 ; 2013 : 75 / 33.510

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