Newton Thornburg - Geh zur Hölle Welt / Cutter and Bone

  • Buchdetails

    Titel: Cutter und Bone


    Verlag: Polar Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 350

    ISBN: 9783945133163

    Termin: Juni 2015

  • Bewertung

    4.5 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Cutter und Bone"

    Es gibt keine Garantie für Gerechtigkeit. Santa Barbara in den frühen 1970ern. Richard Bone, der seine Frau und seine Kinder verlassen hat, um sich mit dem Verführen reicher Touristinnen durchs Leben zu schlagen, beobachtet eines Nachts, wie eine Leiche in einem Mülleimer entsorgt wird. Als er am nächsten Tag das Foto des Redneck-Millionärs J.J. Wolfe in der Zeitung sieht, glaubt er, den Mörder wiederzuerkennen. An der Seite seines Freundes Cutter, einem zynischen, versehrten Vietnamveteranen, beginnt die Jagd auf einen Mörder, der sie bis in die Ozarks führen wird.
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  • Der Autor (nach Wikipedia, Amazon und diversen anderen Orten): Newton Kendall Thornburg (geboren am 13. Mai 1929 in Harvey, Illinois, gestorben am 9. Mai 2011 in Bothell, Washington, war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Thornburg wuchs in Chicago Heights, einem Vorort Chicagos auf. Er studierte Kunst an der Illinois Wesleyan University und der University of Iowa. In den Folgejahren versuchte er, sich als Maler in New York einen Namen zu machen, zog jedoch mit seiner Frau Karin, die er 1953 geheiratet hatte, nach einigen Jahren zurück nach Illinois und arbeitete dort in verschiedenen Jobs, bis er als Werbetexter Erfolg hatte und zehn Jahre in Milwaukee, St. Louis und Santa Barbara lebte. Nebenher begann er zu schreiben und veröffentlichte 1967 seinen ersten Roman „Gentleman Born“. Thornburg verkaufte die Filmrechte seines dritten Romans „To Die in California“ (1973) für 100.000 Dollar (der Film wurde allerdings nie realisiert) und erwarb für das Geld eine Farm in den Ozark Mountains in Missouri, lebte dort mit seiner Familie und schrieb weitere Romane, darunter auch sein erfolgreichstes Buch, Cutter and Bone (1976), das 1981 mit Jeff Bridges verfilmt wurde. 1980 zog er nach Seattle. 1986 starb seine Frau. 1998 lähmte ein Schlaganfall seine linke Seite und er geriet in Vergessenheit.


    Wie Ross Macdonald schrieb auch Thornburg düstere Krimiballaden aus dem sonnigen Kalifornien. Neben bissigen Dialogen verstand er es, der Tragödie immer wieder auch komödiantische Züge abzuringen. Er wurde als „the only living American still looking for The Lost Generation“ bezeichnet. Eine Ehre, die außer ihm Scott F. Fitzgerald, Hemingway oder Dos Passos zuteil wurde. Die "Lost Generation", die verlorene Generation vom Krieg Entwurzelter ...


    Sechs Wochen, nachdem Newton Thornburg im Mai 2011 kurz vor seinem 82. Geburtstag verstarb, wurde er in einem Nachruf im Bücherblog der britischen Tageszeitung The Guardian als „einer der besten Schriftsteller seiner Generation“ bezeichnet. Als sein Hauptwerk "Cutter and Bone" 1976 erschien, schrieb die New York Times, es sei "the best novel of its kind for ten years”. Da literarischer Ruhm schwer errungen wird und alte Helden schnell vergessen werden, wenn die Absätze stagnieren, verlor auch Thornburg nach seiner großen Zeit in den Siebzigerjahren die Aufmerksamkeit der großen Öffentlichkeit. Zum Zeitpunkt seines Todes war selbst in den USA keines seiner Bücher mehr regulär lieferbar. In deutschen Übersetzungen liegen überhaupt nur zwei seiner Romane vor, "Knockover" von 1967 (dt. „Die Mäuse bringt der Nikolaus“, 1970 übers. von Elisabeth Simon) und "Cutter and Bone" von 1976 (dt. „Geh zur Hölle, Welt!“, 1982 übers. von Isabella Drott, sowie als „Cutter und Bone“, 2015 übers. von Susanna Mende).


    Inhalt (abgewandelter Klappentext): Santa Barbara in den frühen 1970er-Jahren. Richard Bone, der seine Frau, seine Kinder und seinen einträglichen Job verlassen hat, um sich mit dem Verführen reicher Touristinnen durchs Leben zu schlagen, beobachtet eines Nachts, wie die Leiche einer jungen Frau in einem Mülleimer entsorgt wird. Als er am nächsten Tag das Foto des Redneck-Millionärs J.J. Wolfe in der Zeitung sieht, glaubt er, den Mörder wiederzuerkennen. An der Seite seines Freundes Cutter, einem zynischen, versehrten Vietnamveteranen, beginnt die Jagd auf einen Mörder, der sie bis in die Ozarks führen wird. Lange zögern sie: Sollen sie den vermeintlichen Mörder erpressen oder anzeigen? „Cutter und Bone“ ist die Geschichte einer Freundschaft zweier unterschiedlicher Männer, die die Frage aufwirft, wie viel Gerechtigkeit man zum Überleben braucht.


    Ein Buch, das einem das Herz ausreißt und verkehrt herum wieder hineinstopft. Wie ein Tic-Tac-Toe-Spiel, das nur mit Nullen ausgefüllt ist. „Cutter und Bone“ ist stark geprägt von der Paranoia der Siebziger und nimmt eine führende Rolle als Schlüsselroman der Post-Vietnam-Jahre in den USA ein. Eine „Zeitenwende der westlichen Kultur“, wie Martin Compart in seinem Blog schreibt. Ein Schwanengesang nach dem schmerzhaften Erwachen aus dem rebellischen Hippie-Traum der Sechzigerjahre, bevor die Neokonservativen jeder gesellschaftlichen Aufbruchstimmung die Daumenschrauben ansetzten und den Weg bereiteten für den Siegeszug des Turbokapitalismus der Reagan-Jahre. Das Ende gesellschaftlicher Träume, alternativer Ideologien und Illusionen. Der Karren bleibt solange im Dreck, solange einige wenige damit Geld verdienen können.


    Ein düsterer Thriller als gesellschaftspolitischer Kommentar. Ein Roman, so schmerzhaft verkatert wie von Hunter S. Thompson heruntergerissen, so nihilistisch verdüstert wie von Cormac McCarthy geschrieben, eine klischeefrei in die Gegenwart transportierte Variante der durch Versuchung in den Abgrund gerissenen Noir-Antihelden James M. Cains aus den 1940ern und -50ern. Schon gebrochene Menschen, die in den Staub getreten werden. Eine einzige Abwärtsbewegung, die ganz große Verzweiflung, abgrundtiefe, nicht eingestandene Traurigkeit, verborgen hinter Zynismus und Spott. Eine zutiefst kriminelle Geschichte, die aber ganz normalen Leuten passiert, ohne klassische Verbrecher oder findige Kommissare, Menschen, die erleben müssen, dass jede Hoffnung nur Illusion ist, die ihr Leid im Grunde nur verlängert.


    Ein California Noir im gleißenden Licht und von der bleiernen Schwere einer fremd gewordenen Gesellschaft, bestehend aus lauter vereinzelten Individuen, deren Leben nur noch durch Betäubung zu ertragen ist – oder durch das Aussteigen aus der Gesellschaft, doch diese Einsamkeit und Ziellosigkeit muss man erst einmal ertragen. Nicht mehr an Nähe gewöhnt, erscheint jede Annäherung mit Angst besetzt, Angst, etwas oder jemanden wieder zu verlieren. Der einzige Ausweg scheint zu sein, das wunde Innenleben hinter Witzen und Gerede zu verstecken, sich lustig zu machen über alles und jeden. Bis gar nichts mehr vorhanden ist und einen niemand mehr rettet. Ein Leben auf ständigem Kollisionskurs. Dass die Verfilmung „Cutter's Way“ von 1981 mit Jeff Bridges und John Heard in Deutschland den Kinotitel „Bis zum bitteren Ende“ trug, ist so falsch nicht ...


    Mich überläuft eine Gänsehaut, wenn ich an das Buch denke, weil jede Hoffnung zerstört wird (oder besser: nie bestand), weil Liebe und Schönheit reiner Zufall und selten von Dauer sind, weil mit böser Konsequenz gezeigt wird, wie die moderne, neoliberale Gesellschaft Menschen, die bei ihrem Spiel nicht mitmachen wollen oder können, gnadenlos ausgrenzt und fertigmacht. Das ist das traurigste und düsterste Buch, das ich kenne. Der größte Noir-Krimi aller Zeiten. Cutter, Bone, Mo und Monk sind Figuren, die ich nie mehr vergessen werde. Wirkliche Menschen. Eine so tragische Figur wie der vom Krieg verkrüppelte Cutter, der keine Konfrontation auslässt, jede Situation eskalieren lässt, der mit seinem Hass und seinem Spott auf die Gesunden und Anständigen niemals hinter dem Berg hält, muss man lange suchen. Ein Buch, von dem man sich nicht erholen kann. Was besseres kann man dieses Jahr nicht lesen! Geschrieben für die Siebziger, hat es nichts von seiner Gültigkeit und Durchschlagskraft verloren.

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (207/252)

    Tove Jansson "Eine drollige Gesellschaft" (140/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

  • Das ist die preiswerte englischsprachige Kindle-Ausgabe von Diversion Books vom April 2015.

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