Christian Gude - Binärcode

  • Buchdetails

    Titel: Binärcode


    Band 2 der

    Verlag: Gmeiner-Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 279

    ISBN: 9783899777628

    Termin: Februar 2008

  • Bewertung

    2.5 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Binärcode"

    Hauptkommissar Karl Rünz gerät auf einer Brachfläche im Norden Darmstadts in einen Hinterhalt. Ein Unbekannter fällt einem Scharfschützen zum Opfer und beinahe hätte es auch ihn erwischt.Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, steht Rünz vor zwei existenziellen Fragen: 'Werde ich wirklich mit Nordic Walking anfangen?' und 'Wer hat diesen dicken Italiener ermordet?' Und dann ist da noch dieses rätselhafte, verschlüsselte Signal aus dem All, auf das er sich keinen Reim machen kann.Rünz-Fälle sind anders. Ironisch, zynisch, politisch unkorrekt. Sie vereinen präzise wissenschaftliche Recherche mit Sprachwitz. 'Binärcode' ist eine faszinierende Reise durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Mit einem Reiseleiter, den man eigentlich nur lieben oder hassen kann.
    Weiterlesen
  • Bestellen

  • Aktion

Anzeige

  • Autor: Christian Gude
    Titel: Binärcode, erschien erstmals 2008
    Seiten: 212 Seiten
    Verlag: edel
    ISBN: 9783941378476


    Der Autor: (Klappentext)
    Christian Gude, wurde 1965 in Rheine/ Westfalen geboren. Er studierte Geographie in Mainz und lebt heute in Darmstadt. Für ein international operierendes Consulting-Unternehmen arbeitet er als Marketingexperte. "Binärcode" ist, nach dem erfolgreichen Debüt "Mosquito", sein zweiter Roman um den eigenwilligen Darmstädter Kommissar Karl Rünz. Auch diesmal wird dem Leser schnell klar: "Rünz-Fälle" sind einfach anders, ironisch, zynisch, politisch unkorrekt - und dabei voller Sprachwitz.


    Inhalt:
    Auf dem brach liegenden Knell-Gelände in Darmstadt wird ein Unbekannter von einem Scharfschützen hingerichtet. Kommissar Rünz kann nicht mehr helfen, wird selbst verletzt und seine französische Austauschkollegin stirbt im Einsatz. Die darauf folgenden Ermittlungen ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen begabten Ingenieur der ortsansässigen ESOC (European Space Operations Center) handelt. Offenbar hatte der Mitarbeiter geheime Informationen gestohlen, die er gewinnbringend (an die falschen Leute) verkaufen wollte. So entwickelt sich die Geschichte weiter mit Verschwörungstheorien, ein paar Informationen zur Rosetta-Mission und einer Menge überflüssiger Witze und Nebensträngen zu Rünz' Privatleben.


    Meine Meinung:
    Kaum zu glauben, dass ich dieses Buch tatsächlich zu Ende gelesen habe. Bereits nach 30 Seiten hatte ich schon den ersten Impuls, das Buch abzubrechen. Eigentlich war ich ja topmotiviert: ich interessiere mich generell für Weltraummissionen, und Darmstadt kenne ich ebenfalls recht gut. Da wäre ein Wissenschaftskrimi mit etwas Lokalkolorit doch unterhaltsam. Aber ausnahmslos ALLE Protagonisten handeln so platt, schwarz-weiss und stereotyp wie die Darsteller in den Scripted-Reality-Dokumentationen im Fernsehen: Der Kommissar ist extremer Waffennarr (in mehreren Passagen werden die neuesten Gadgets und Ausgaben von Waffenherstellern aufgelistet, um seine Passion zu untermauern), fühlt sich ohne Pistole nackt und schutzlos (je grösser die Wumme, desto wohler fühlt er sich) und das Verhältnis zu seiner Frau ist ruppig (wenn man es wohlwollend ausdrückt, eigentlich eher völlig zerrüttet mit sadistischen Zügen und sinnlosen Besuchen beim Paartherapeuten).
    Seine Frau ist grosser Fan der Homöopathie und Kinderwunsch, was den Gatten natürlich in den Wahnsinn treibt, sein Schwager (ebenfalls Polizist) teilt seine Leidenschaft für Handfeuerwaffen mit ordentlichem Rückstoss, und ausserdem soll er auch mit seinen schwachsinnigen Ideen, den "Witz in die Handlung" bringen. Der Vorgesetzte ist natürlich eine Karikatur eines ehrgeizigen Selbstdarsteller, mit eigenem Blog, der eher zur Mitarbeiterbelustigung dient, teuren Uhren, und möglichst vielen Anglizismen in einem Satz: "Ich denke, wir haben uns soweit committed und erwarte, dass Sie innerhalb von zwei Wochen delivern."
    Der Autor schreibt im Nachwort, dass es einen grossen Reiz hatte, den ignoranten, zynischen Misanthropen Rünz in das unbekannte Terrain der Wissenschaftsstadt zu schicken. Aber den Humor konnte ich leider gar nicht teilen. Die meisten Witze waren peinlich, flau und klingen wie aus angestaubten TV-Serien: "Was hat er denn?" - "Ich glaube, ich habe ihm gerade die berufliche Zukunft ruiniert." - "Was gibt es denn da noch zu ruinieren, er ist Polizist." :uups:
    Leider nimmt das Privatleben des Kommissars einen ziemlich grossen Teil der Geschichte ein. Die eigentlichen Nachforschungen, und die Auflösung des Falls geschieht eher nebenher und ziemlich unbefriedigend (Jaja, "Die da oben (Politiker, Wissenschaftler,...) und wir hier unten (arme Polizisten und Steuerzahler)" und der Leser dürfte mal einen Blick in die Welt der Grossen erhaschen)
    Wer schon mal einen Roman des Autors gelesen hat und den speziellen Humor teilt, der hat vielleicht auch an diesem Fall Vergnügen. Wer an einer spannenden Geschichte mit wissenschaftlichem Hintergrund Interesse hat, dem kann ich von diesem Buch nur abraten.

  • Wenn Marketing-Experten international operierender Consulting-Unternehmen Romane schreiben ... :-,

    Alfred B. Guthrie "Der weite Himmel" (196/412)

    Geoffrey McSkimming "Cairo Jim und die vergessenen Götter" (70/188)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 54 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Rick Bass "Winter in Montana" (23.3.)

Anzeige