Fredrik Backman - Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid / Min mormor hälsar och säger förlåt

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Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr le...

3.8|34)

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783596197811

Termin: Juni 2016

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  • Kurzbeschreibung:
    Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn.Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Omasie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt – und zwar in derwirklichen Welt.


    Mit "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid" hat Fredrik Backman einen würdigen Ove-Nachfolger geliefert. Zugegeben: Das Buch braucht ein bisschen. Wenn man sich jedoch darauf eingelassen hat, dass die Geschichte aus Sicht der sieben (fast acht-)jährigen Elsa erzählt wird, wenn man sich an den Stil gewöhnt hat und wenn man langsam ahnt, wohin das Ganze führt, ist es ein großartiger, spannender, sympathischer Roman, den man gerne liest.


    Mit ihre Schulkollegen kommt Elsa nicht klar. Als Außenseiterin und Kind, das "anders" ist, hat sie es in der Schule nicht leicht und sie weiß bald, wie sie die Schultasche tragen muss, damit sie schneller laufen kann.
    Sicher und wohl fühlt sie sich eigentlich nur bei ihrer Oma, aber die ist leider sehr krank und Elsa sieht sich gezwungen, andere Freunde zu finden.Ihre Oma hilft ihr dabei, indem sie sie auf ein Abenteuer schickt. Nicht nur Elsa, sondern auch der Leser lernt die Mietergemeinschaft des Hauses, in dem Elsa mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater wohnt, kennen.
    Man erfährt von vielen tragischen Schicksalen und einmal mehr lehrt uns Herr Backman, dass der erste Eindruck oft täuscht und hinter einer unsympathischen Fassade mitunter ein verletzter, enttäuschter Mensch steckt und Unnahbarkeit oft nur Selbstschutz ist.
    Die strenge Britt-Marie, die zurückgezogene Frau im schwarzen Rock, der mürrische Taxifahrer Alf... alle haben eine Geschichte zu erzählen und alle haben eine besondere Beziehung zu Elsas Oma. Und alle haben ihre ganz persönliche Superkraft.

  • Nachdem ich Anfang des Jahres "Ein Mann namens Ove" gelesen habe und total begeistert war,waren meine Erwartungen an den Nachfolger entsprechend hoch.
    Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
    Fredrik Backman hat es zwar wieder geschafft,seine Protagonisten innerhalb kürzester Zeit so gut zu beschreiben,dass man ihre Stärken und Schwächen gut nachvollziehen konnte,aber das war das einzig positive an der Geschichte.


    Mir hat der Schreibstil diesmal überhaupt nicht zugesagt.
    Bei "Ein Mann namens Ove" brauchte ich einige Seiten um mich an den Schreibstil zu gewöhnen,aber dann hat es "Peng" gemacht und ich war in der Geschichte drin. Hier in dieser Geschichte hat das gar nicht geklappt,weil ich die Wiederholungen und die Fantasiegeschichte langweilig und nervig fand. Ich habe das Buch schon fast widerwillig in die Hand genommen....


    Ich habe das Buch nach dem 10. Kapitel abgebrochen,deswegen gibt es keine Bewertung von mir

  • Ich habe das Buch nach ca. 100 Seiten abgebrochen.


    Es war mir zu albern, statt Typen liefen Stereotypen auf, und die Handlung hat mich weder berührt noch in irgendeiner Weise gefesselt.


    Oma - das ist eine Frau, die alles anders macht. Aus Prinzip, weil sie am liebsten in Opposition zu allem und jedem steht?
    Leider hat der Autor, der Ove als wunderbaren Mix aus "schrullig", "exzentrisch" und "liebenswert" darstellt, für die Figur der Oma kein adäquates Rezept gefunden.
    Sie erscheint mir in ihrer Andersartigkeit wie ein pubertierender Jugendlicher : Hauptsache, ich mache es nicht wie die Erwachsenen. Aber für eine Großmutter wirkt diese Einstellung nur platt und dümmlich.


    Stilistisch erscheint das Buch wie ein Kinderbuch, auch die Handlung spricht dafür. Doch die Versuche, die Handlung mit Komik und Ironie aufzupeppen, sprechen dagegen.


    Schade. Nach "Ove" eine große Enttäuschung für mich.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


    :study: S.K. Tremayne - Stiefkind

    :musik:Zoe Ferraris - Die letzte Sure

  • Mir hat das Buch gut gefallen. :thumleft:


    Anfangs hat es mich mit den Traumwelten irritiert, aber das dröselt sich alles auf.
    Man braucht sich nicht merken wie die Traumwelten heissen oder wofür sie stehen.


    Ich fand es vor allem in der Auflösung

    sehr berührend und fesselnd.


    Natürlich ist die Oma in ihrer Art überzogen und die Enkelin übertrieben intelligent. Aber warum auch nicht, es ist nur Fantasy.

  • Fantasy.

    :scratch: Als Fantasybuch habe ich es nicht (an)gelesen, weil es auf der Ebene der Realität angesiedelt ist. Ich lasse mich aber gern überzeugen. :|

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


    :study: S.K. Tremayne - Stiefkind

    :musik:Zoe Ferraris - Die letzte Sure

  • Elsa ist sieben, fast acht Jahre alt und hat eine sehr enge und innige Beziehung zu ihrer Oma. Und was für eine Oma das ist! Eine Oma mit Superheldenkräften. Eine Oma, die zwar manchmal recht verrückte Sachen macht, aber auf die man sich immer immer verlassen kann und die einem immer zur Seite steht. Und das ist auch gut so, denn Elsas Welt ist ein wenig chaotisch. Erstmal ist Elsa ein bisschen anders als andere Kinder ihres Alters. Neunmalklug würden manche sagen, oder Besserwisser. Aber das sagen nur Leute, die keine gute Literatur lesen. Und das tut Elsa. Harry Potter, Comics und Wikipedia - Elsa liest recht viel und daher kennt sie sich recht gut aus in der Welt. Außerdem ist Elsa ein Scheidungskind. Und ihre Mutter erwartet gemeinsam mit ihrem neuen Mann ein Kind. Da kann die Welt schon mal durcheinander geraten und dann ist es gut, wenn man eine Superhelden-Oma hat. Denn alle Siebenjährigen haben Superhelden verdient. Und wer anderer Meinung ist, der ist ein bisschen blöd im Kopf.
    Doch eines Tage stirbt Elsas Oma und lässt sie allein und verzweifelt zurück. Doch Elsas Oma wäre nicht Elas Oma, wenn sie ihr nicht einen geheimen Auftrag erteilen würde. Denn Oma erzählt die besten Märchen der Welt und in diesen ist Elsa ein Ritter. Und als Ritter ist es nun ihre Aufgabe Briefe zu verteilen. Briefe an alle Hausbewohner. Diese muss Elsa in einer Schatzsuche finden und an ihre Empfänger überbringen mit den Worten: "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid." Und so lernt Elsa die Bewohner des Mietshauses, in dem sie mit ihrer Familie wohnt, besser kennen und verstehen.


    Seit "Ein Mann namens Ove" habe ich Frederik Backman auf meiner Liste. Und ich bin zunächst davon ausgegangen, dass sich alles um eine liebenswerte, exzentrische und verrückte Oma dreht und um ihre Familie. Nach der Lektüre des Buches kann ich nur sagen: tja, so kann man sich täuschen. Denn das Buch ist so viel mehr als nur eine exzentische Oma mit dem Hand zu Beschimpfungen. Wie kann man als Kind Trauer bewältigen? Wie wird man als Kind mit der Scheidung der Eltern fertig? Wie geht man mit den neuen Partnern der Eltern um? Und was, wenn auch noch ein Geschwisterchen unterwegs ist? Wenn man anders ist als die Kinder in der Schule, ein Mobbingopfer? Backmann nimmt sich in seinem Buch vieler Theman an und baut sie auf ganz wunderbare Art und Weise in sein Buch ein.
    Zu Beginn ist es mir etwas schwer gefallen in die Geschichte reinzukommen, in die Märchenwelt von Elsa einzusteigen. Aber es lohnt sich. Wenn man sich auf diese Märchenwelt einlässt, erwartet den Leser ein wunderbares Erlebnis. Stück für Stück lüfter Backman den Schleier um die einzelnen Hausbewohner und ihre Beziehungen zueinander. Und diese Lebenswege sind gleichermaßen berührend wie humorvoll geschrieben. Es geht einfach zu Herzen und Elsas Suche nach den Briefen und die Reaktionen der Angeschriebenen hat mich ganz tief berührt, wie es nur wenige Bücher können.


    Ich habe mit Elsa gelacht und ich habe mit Elsa getrauert.
    Ich habe mit den Bewohnern des Hauses ihre Lebenswege noch einmal erlebt.
    Ich habe am Ende versucht, nicht zu weinen.´ Das hat nicht ganz so supergut geklappt.

  • Mir hat das Buch gut, sehr gut, gefallen.

    Elsa hat eine Oma, die bedingungslos zu ihrer Enkeltochter steht. Auch wenn es dazu nötig ist, sich gegen alle Regeln der Erwachsenenwelt zu stellen, um der Enkeltochter, die anders ist, als die meisten Kinder sind, und keine Freunde hat, beizustehen. Wobei diese Oma sich sowieso nicht allzu viel aus Regeln macht. Sie benimmt sich provozierend unangepasst und fordert damit auch den Leser heraus, sie zu beurteilen, sie zu verurteilen. Ein wenig bekommt der Leser den Spiegel vorgehalten, wie schnell er urteilt, wenn jemand sich nicht erwartungsgemäß verhält. Jedenfalls ging es mir so.

    Wunderbar fand ich, dass die ganze Geschichte des Buches verwoben ist mit der phantasievollen Märchenwelt, die diese Oma ihrer Enkelin erzählt. Und so nach und nach begreift Elsa gemeinsam mit dem Leser, wovon diese Märchen eigentlich handeln. Beide Ebenen werden eins. Sprachlich erinnert der Roman tatsächlich oft an ein Märchen durch die häufigen Wiederholungen und auch durch die einfache Sprache.

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