Gabi Kreslehner - Charlottes Traum

  • Buchdetails

    Titel: Charlottes Traum


    Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 121

    ISBN: 9783407742131

    Termin: Juli 2010

  • Bewertung

    3.9 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

    78% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Charlottes Traum"

    »So verrückt, bitter und schön wie das Leben selbst.« Stuttgarter Zeitung Wie schrecklich weh die Liebe tun kann, erfährt die 15-jährige Charlotte, als sich ihre Eltern trennen. Der Vater hat eine Neue, Babsi, die auch noch nett ist. Die Mutter tröstet sich mit dem Nachbarn, während sich Charlotte um die kleinen Brüder kümmern darf. Neue Wohnung, neue Schule, neue Ersatzväter – Charlotte ist kurz vor dem Ausrasten. Doch dann laufen ihr plötzlich gleich zwei Jungs über den Weg, der Sulzer und der Carlo. Und Charlotte erlebt selbst, dass die Liebe manchmal ganz schön chaotisch und verrückt sein kann. Aber auch wunderschön.
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  • Inhalt:
    Charlottes Eltern haben sich getrennt und wie so oft leiden die Kinder darunter. In dem Fall am meisten Charlotte die nun auf ihre kleinen Brüder achten muss und auch in der Schule absackt. Mitten in dem Chaos lernt sich Carlo kennen und verliebt sich, doch da gibt es auch noch einen zweiten Jungen der ihr hinterher schaut...


    Meine Meinung:
    Charlottes Traum Klang nach einer gewissen Leichtigkeit im Scheidungschaos der Eltern und ich war wirklich gespannt wie die Autorin dieses Thema umsetzt.


    Dazu sei gesagt: Ich bin selber Scheidungskind und habe zeitweise sehr darunter gelitten. Ich stand Buchstäblich zwischen den Stühlen und war mir auch nicht so sicher zu wem ich "halten" soll. So ist Scheidung für mich immer negativ belastet auch wenn ich es selber für meine Kids hoffentlich besser gemacht habe.


    Ich erwartete also entweder den total Scheidungskrieg mit Charlotte im Zentrum oder heile Welt wo alles weiter läuft wie bisher und bekam beides nicht.
    Stattdessen ist die Scheidung Thema aber im Vordergrund steht das eigene erste Verlieben von Charlotte. Ich muss sagen durch diese Mischung blieb mir die Geschichte recht Fern. Ich hatte kein Problem das Buch zu lesen. Es ist leicht verständlich geschrieben und doch empfand ich es stellenweise als zäh. Trotz der wenigen Seiten hatte ich stellenweise das Gefühl nicht mitzukommen was bei Charlotte passiert. Alles ist recht sprunghaft. Was vermutlich in dem Alter normal ist.


    Ich versuche immer zu sehen ob es mir in dem Alter gefallen hätte und muss sagen das es wohl nicht so gewesen wäre. In der selben Situation war ich nicht so vernünftig wie Charlotte und fühlte mich überall außen vor. Auch die Figuren schafften es nicht mich zu begeistern. Sie waren für mich nicht immer authentisch und realitätsnah und das bei einem recht ernsten Thema.


    Manches wurde einfach zu schnell abgehandelt ohne näher drauf einzugehen. Ich empfand es als recht oberflächlich. Ein Buch für zwischendurch und trotz wichtigem Thema, das Scheidungskinder Mut machen könnte, zu wenig Tiefe. Ein paar Seiten mehr hätten diesem Buch für mich gut getan. So ist es ein Buch was mir nicht in Erinnerung bleiben wird. Schade finde ich auch das auf dem Buchrücken in der Kurzbeschreibung schon fast alles geschrieben steht, das im Buch vor kam. Mir fehlte hier ein wenig der Überraschungsmoment.


    Der Altersangabe von 12 Jahren kann ich aber vollkommen zustimmen. Hier sei gesagt das ich vielleicht doch einfach zu alt für diese Geschichte bin und eventuell auch schon zu weit weg von der eigenen Scheidungsgeschichte der Kindheit. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    1. (Ø)

      Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg


    Liebe Grüße
    Natalie




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  • Mit diesem Jugendroman ist der 1965 in Linz geborenen und in
    Oberösterreich lebenden Lehrerin Gabi Kreslehner ein hervorragendes
    Debüt gelungen, das nicht ohne Grund unter anderem mit dem
    Peter-Härtling-Preis und dem Jugendliteraturpreis des Landes Steiermark
    ausgezeichnet wurde.


    In einer sensiblen, der Lebens- und Erfahrungswelt von Jugendlichen angepassten Sprache, die diese jedoch
    nie nachahmt, erzählt Gabi Kreslehner die Geschichte von Charlotte. Sie
    ist gerade 15 Jahre alt geworden und ihre Eltern haben sich getrennt.
    Ihr Vater hat etwas angefangen mit Babsi, seiner schönen und jungen
    Sekretärin. Die Folge: die ganze Familie muss aus dem von Charlotte so
    geliebten Haus ausziehen, eine Familie Springer kauft es und Charlotte
    zieht mit ihrer Mutter und ihren beiden kleinen Brüdern in das Haus der
    Großmutter, wo sie unter sehr beengten Verhältnissen leben. Ihre Mutter
    intensiviert die Beziehung zum Nachbarn Melchior, der, wie sie genau
    weiß, schon seit langem ein Auge auf sie geworfen hat. Charlotte steht
    allein, ist verzweifelt und traurig über den Verlust ihrer Heimat und
    ihrer alten Schule mit ihren Freunden, und sieht sich obendrein noch mit
    den feigen Versuchen ihres Vaters konfrontiert, der seine Tochter um
    "Verständnis" bittet:
    "Papa meinte auch, dass unsere Tragödie keine
    Tragödie sei. Es sei ja nicht so, dass er Mama nicht mehr mögen würde,
    sagte er, das dürfe ich nicht falsch verstehen, es sei halt einfach so,
    dass sie beide, also Mama und er, dass sie beide halt einfach nicht mehr
    miteinander leben wollten, nicht mehr miteinander leben konnten. Ob ich
    das verstünde. Sehr! Ich schaute ihn an. Was sollte ich denn sagen ?
    Dass ich überglücklich war, weil sie mein schönes, bequemes Leben
    ruiniert hatten ? Dass ich am liebsten alles zusammengeschlagen hätte?
    Sie waren erwachsen, sie verstanden nichts ...."



    Auf ihrer neuen Schule begegnet sie Selzer, einem etwas dicklichen Jungen, der sich in
    Charlotte verliebt und von dem sich herausstellt, dass er unter dem
    leidet, was man Wohlstandverwahrlosung nennt. Wie Gabi Kreslehner diese
    Nebenfigur schildert ist großartig. Zwar lebt Selzer noch mit beiden
    Eltern, doch in all seinem Reichtum ist er noch einsamer als Charlotte,
    weil seine Eltern sich gar nicht um ihn kümmern und er ihnen auch egal
    ist.


    Als mit Carlo ein aus Italien stammender neuer Mitschüler in
    die Klasse kommt, stehen die Mädchen Kopf, denn er sieht sehr gut aus.
    Gabi Kreslehner beschreibt nun zart und feinfühlig, wie sich Charlotte und
    Carlo einander annähern, wie sie die Liebe kennen lernen und wie
    Charlotte ohne Unterstützung ihrer Eltern langsam erwachsen wird. Ihre Mutter ist
    in der Zwischenzeit mit den drei Kindern zu Melchior gezogen, aber dort
    sehr unglücklich.



    Die Erwachsenen verhalten sich in diesem Buch durchweg nicht erwachsen, während insbesondere Charlotte, Carlo und
    Selzer, die sich zu einem guten Freundesteam ohne Eifersucht entwickeln, erstaunliche Fähigkeiten zeigen bzw. erlernen.


    Charlotte lernt mit Carlo vorsichtig und zart die Liebe kennen, wächst an diese Freundschaft und kann schließlich auch ein neues Verhältnis zu ihrem Vater und ihrer Mutter schaffen, deren Probleme sie eh nicht lösen kann und will und von denen sie sich psychisch unabhängig machen muss.


    Gabi Kreslehner ist ein wunderbarer Jugendroman gelungen, den man
    insbesondere Mädchen ab 13 Jahren nur empfehlen kann. Auf das nächste
    Buch dieser hoffnungsvollen Autorin darf man mit Fug und Recht gespannt
    sein.

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