Edgar Wallace: Der Hexer / The Ringer

Affiliate-/Werbelink

Der Hexer

3.7|9)

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 160

ISBN: 9783442052929

Termin: 2005

Anzeige

  • Kurzbeschreibung (amazon)
    Wallaces berühmtester Krimi war »Der Hexer«. Als Theaterstück am 1. Mai 1926 sehr erfolgreich uraufgeführt, witterte der geschäftstüchtige Autor seine Chance und überarbeite den Text zu einem Roman, der nicht minder erfolgreich wurde.
    Der in der Londoner Unterwelt als »Hexer« bekannte Henry Arthur Milton vertraut seine Schwester dem zwielichtigen Rechtsanwalt Maurice Messer an. Eines Tages ist das Mädchen tot. Messer ist gewarnt, muss er doch mit der blutigen Rache des Hexers rechnen. Es beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das bis zur letzten Seite die Lösung offen lässt.
    »Mary Lenley ist nicht Gwenda Milton«, betonte er. »Sie ist nicht die Schwester eines flüchtigen Mörders, und ich erwarte für sie eine etwas bessere Behandlung, als sie Gwenda Milton von Ihnen erfahren hat.«
    »Ich versteh' Sie nicht«, erwiderte Messer.
    »Ich glaube doch, dass Sie mich verstehen«, fuhr Johnny langsam nickend fort. »Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass etwas passieren wird, falls Mary etwas zustößt. Man sagt, dass Sie in dauernder Furcht vor dem Hexer leben — Sie würden mehr Grund haben, mich zu fürchten, wenn Mary ein Leid geschähe!«
    »Der Hexer« wurde 1964 mit Joachim Fuchsberger, Heinz Drache, Siegfried Lowitz, Eddi Arent und René Deltgen verfilmt und war eine der erfolgreichsten Produktionen der Nachkriegszeit.
    Spannend, in der Tradition alter, britischer "Whodunit“-Krimis.


    Autor (amazon)
    Geboren wurde Edgar Wallace 1875 als unehelicher Sohn eines Schauspielers. Er wuchs in armen Verhältnissen auf, blieb ohne Schulabschluss und hielt sich mit Gelegenheitsjobs wie Milchhändler, Maurergehilfe oder Zeitungsverkäufer über Wasser. Schließlich begann er kleine Artikel für die Zeitung zu schreiben. Mit Erfolg: Er arbeitete sich hoch bis zum Chefredakteur. Später lebte er als freier Schriftsteller und schrieb Sachbücher, Lyrik und Theaterstücke, 1904 schließlich seinen ersten Krimi; das Debüt einer beispiellosen Karriere. Edgar Wallace verfasste 175 Romane, 24 Theaterstücke, eine große Anzahl von Kurzgeschichten, Essays, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln und Drehbüchern. Die Filme, die nach seinen Vorlagen gedreht wurden, sind kaum zu zählen. Edgar Wallace verstarb hoch verschuldet 1932 in Hollywood.


    Allgemeines
    Originaltitel: The Ringer
    In den 1920er Jahren erschienen, wurde das Buch immer wieder neu aufgelegt und außerdem verfilmt. Es dürfte sich um den bekanntesten Kriminalroman des Autors handeln.


    Inhalt und Beurteilung
    Der "Hexer" ist ein Verbrecher, der es nicht auf persönliche Bereicherung abgesehen hat, sondern vielmehr an "schlechten Menschen" Rache nimmt. Aufgrund seiner Verkleidungskunst wurde er bisher nicht gefasst. Er hat schon einige Opfer auf dem Gewissen und macht jetzt Jagd auf Maurice Messer (im Original: Maurice Meister), einen korrupten Anwalt, der bei allerhand kriminellen Geschäften seiner Mandanten die Finger im Spiel hat. Messer ist nicht nur kriminell, sondern auch sonst ein richtiger Bösewicht: Er trinkt, kokst und stellt unschuldigen jungen Mädchen nach. Nachdem seine frühere Sekretärin Gwenda Milton, die Schwester des Hexers (Henry Arthur Milton) unter dubiosen Umständen "entehrt" ums Leben kam, hat er es jetzt auf die junge Mary Lenley abgesehen, deren Beschützer, ihren Bruder er durch Intrigen aus dem Verkehr zu ziehen versucht. Während Messer Jagd auf das junge Mädchen macht, hat der Hexer ihn im Visier, um den Tod seiner Schwester zu rächen...
    Der Roman ist eigentlich kein Whodunit, denn der Leser weiß um die kriminellen Aktivitäten des Anwalts und die Pläne des Hexers. Wer hinter diesem Phantom steckt, ist nicht übermäßig schwer zu erraten. Die Charakterisierung der Romanfiguren ist sehr klischeebehaftet (unschuldiges junges Mädchen, ihr leichtsinniger Bruder, der ehrbare Polizist als keuscher Verehrer und Retter aus der Not, der Anwalt als Erzschurke) und eindimensional. Die Handlung ist teilweise abstrus und es findet keine wirklich konsequente Ermittlungsarbeit statt.
    Vom historischen Standpunkt ist es ganz interessant, den Roman ein knappes Jahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung zu lesen, er vermittelt das Gesellschaftsbild einer anderen Zeit und wird vor dem persönlichen Hintergrund der Biographie des Autors in manchen Facetten verständlich.
    Die englische Originalausgabe ist in einfachem Satzbau verfasst und deshalb auch für weniger geübte Leser englischer Texte recht gut verständlich.


    Fazit
    Leichte Unterhaltung ohne Anspruch, aus "historischer" Perspektive (Kriminalliteratur fast noch in den Kinderschuhen) nicht ganz uninteressant.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich habe eine gemeinfreie Ausgabe des englischen Originals (ohne ASIN) gelesen. Anbei der Link zu einer bei amazon erhältlichen Ausgabe, die auch den Kurzgeschichtenband "Again the Ringer" ("Neues vom Hexer") enthält.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

Anzeige