Was Selfpublisher vor Veröffentlichung beachten sollten ...

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  • Ich liebe ja Ausrufezeichen und Gedankenstriche und … Hätte ich für jedes einen Streuer und dürfte streuen, wie ich wollte, würde ich schütten und schütten und schütten. :wink: Mein letztes Manuskript hat ehrlich gesagt meine Korrektorin ein wenig davor gerettet. Und ich habe auch schon an verschiedenen Stellen Besserung gelobt für mein nächstes Buch (wobei ich zumindest auch jetzt schon immer nur ein Zeichen verwende).


    Ich lese meine Texte auch laut, um sie richtig auf mich wirken zu lassen. Und wenn meine Ich-Erzählerin Angst hat und ihre inneren Stimmen „Ich werde sterben!“ schreien, dann muss ich da einfach so ein Zeichen dahintermachen. Diese Angst baut sich ja auf, also können da schon mal ein paar Ausrufezeichen zusammenkommen. Es soll ja nicht die Stimmung „Och, na ja, werde ich halt sterben.“ rüberkommen. :wink: Aber ich kann schon verstehen, dass man Satzzeichen, egal welche, nicht überdosieren sollte, um die Wirkung zu erhalten. Wobei ich sie hauptsächlich wegen des Klangs einsetze, nicht mal so wegen des Sinns. Wenn ich meinen Text laut lese, soll es einfach so echt wie möglich klingen (Stimme nach oben steigernd oder tief abschließend), den Text noch lebendiger werden lassen.


    Ich liebe sie immer noch, meine ganzen Zeichen, aber wie gesagt, ich werde mich da künftig auch ein wenig zurücknehmen.

  • Die Kommazahl ist ein unzuverlässiger Indikator.

    Einzeln genommen sicherlich. Ein guter Indikator ist dagegen, wenn sich solche allein schon in einem Absatz häufen. Ich rede hier im Übrigen nicht von guten Autoren, die sich schon bewährt haben, sondern von Autoren, die einfach nur ihren Text herunterschreiben, egal wie fehler- und mängelbehaftet, und dieses dann als guten Stil bezeichnen oder einfach glauben, dass es ein guter Stil ist, weil sie es nicht besser wissen. Manche dieser Schreiberlinge landen dann auch schon mal mit ihren Zitaten in Signaturen anderer Autoren. Andere wiederum erhalten einfach nur keine Aufmerksamkeit für ihre Bücher und wundern sich dann, warum kaum jemand diese kauft.


    Ich sage auch grundsätzlich nichts gegen ein Kann-Komma - die mache ich ab und zu selbst. Wenn ich aber überlege, ein Kann-Komma in einem Satz, der sowieso schon von Kommata, die aufgrund der vielen Nebensätze vorgenommen werden müssen, wimmelt, zu setzen, ist es eben doch überflüssig. <- Hier war allerdings kein Kann-Komma drin. Dieser Satz liest sich bloß aufgrund der Verschachtelung dämlich. Ich wollte das auch mal ausprobieren :lol:


    Du kommst immer wieder mit dem Argument, dass es Autoren gibt, die das eine oder andere von mir Bemängelte als Stilmittel einsetzen und es bei ihnen sogar gut rüber kommt, die Erfolg mit ihren Büchern haben. Dagegen sage ich auch nichts, aber diese Leute spreche ich mit meinen Hinweisen auch nicht an. Ich spreche diejenigen an, die mit ihren Texten mehr oder weniger neu auf den Markt kommen und versuchen, sich gegen Autoren zu behaupten, die bereits erfolgreich länger schreiben. Für diese gilt im Allgemeinen genau das, was ich geschrieben habe. Wenn jemand gezeigt hat, dass er das Schreiben beherrscht, braucht er sich von mir keine Tipps mehr zu holen.

    Und wenn meine Ich-Erzählerin Angst hat und ihre inneren Stimmen „Ich werde sterben!“ schreien, dann muss ich da einfach so ein Zeichen dahintermachen.

    Da ist es ja auch vollkommen legitim. Aber ich habe schon Sätze gelesen wie: Ich finde schon, dass wir das machen sollten!", sagte er. Das sehe ich aber anders!", meinte sie und stellte ihre Tasse auf den Tisch!
    Und das in einem ganz normalen Dialog, der auch durch den äußeren Eindruck keine Dringlichkeit und kein Streitgespräch vermittelt. Die Dialogpartner reden normal miteinander und die Tasse wird nicht auf den Tisch geknallt. In dem Fall passen die Ausrufezeichen einfach nicht!

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Ich rede hier im Übrigen nicht von guten Autoren, die sich schon bewährt haben, sondern von Autoren, die einfach nur ihren Text herunterschreiben, egal wie fehler- und mängelbehaftet,

    Ach so. Für solche Kandidaten schreibe ich eigentlich keine Hinweise, denn ob ein Buch nun schlecht oder sehr schlecht ist, kann mir herzlich egal sein.


    Meine Zielgruppe sind da mehr diejenigen, die schon sehr viel richtig machen, die sich redliche Mühe geben, immer besser zu werden und einfach noch einzelnen Punkten nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Für diese Autoren halte ich es für wichtig, die Punkte (auch die von mir selbst angeführten) genauer unter die Lupe zu nehmen und auch auf ihre Grenzen aufmerksam zu machen. Um diejenigen, die das nur benutzen, um herauszulesen, all ihre Stilfehler seien doch gut und richtig, finde ich es nicht weiter schade.

  • Meine Zielgruppe sind da mehr diejenigen, die schon sehr viel richtig machen, die sich redliche Mühe geben, immer besser zu werden und einfach noch einzelnen Punkten nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken.

    Und auch diese Autoren sind zumeist noch nicht so weit, gewisse Stilmittel so einzusetzen, dass daraus ein so gutes Buch wird wie das ihrer Vorbilder. :wink: Also ja, sie sollten unseren Tipps Beachtung schenken und nein, es hilft ihnen nicht, wenn man schreibt, dass gute Autoren das, was bei ungelernten Schreibern als schlechter Stil angesehen wird, zu einem guten Buch perfektionieren. Solche Autoren sind in der Masse gesehen eher die Ausnahme. Wenn fünf Prozent der bekannten Autoren aus gewissen Stilmitteln ein hervorragendes Buch zaubern, sind es immer noch 95 Prozent, die das nicht können und die besser mit den allgemeinen Ratschlägen fahren. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die wir bei Qindie machen, da wir uns regelmäßig intensiv mit eben diesen Büchern beschäftigen.


    Mir ist es im Übrigen nicht egal, ob Bücher gut oder schlecht geschrieben auf den Markt kommen, denn diese schlecht geschriebenen und nicht weiter bearbeiteten Bücher sind es, die Selfpublishern, also auch dir und mir, so einen schlechten Ruf verschaffen, dass manche Leser gar nicht erst zu diesen Büchern greifen, egal wie gut sie sind. Erst dann, wenn sich ausreichend Indie-Autoren damit befassen, wie ein gutes Buch hergestellt wird, fühlen sich Leser so ernst genommen, dass sie zu Ausnahmen bereit sind oder sogar ihren Fokus weiter auf diese Sparte richten.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Und auch diese Autoren sind zumeist noch nicht so weit, gewisse Stilmittel so einzusetzen, dass daraus ein so gutes Buch wird wie das ihrer Vorbilder. Also ja, sie sollten unseren Tipps Beachtung schenken und nein, es hilft ihnen nicht, wenn man schreibt, dass gute Autoren das, was bei ungelernten Schreibern als schlechter Stil angesehen wird, zu einem guten Buch perfektionieren.

    Das geht an dem vorbei, was ich meine und was ich geschrieben habe. Autoren müssen lernen, Ellipsen richtig zu verwenden, nicht komplett darauf zu verzichten. Sie müssen in der Lage sein, auch längere Sätze mit mehr als drei Kommas zu bilden, ohne unverständliches Gebrabbel zu fabrizieren und sie müssen auch wissen: Adjektive sind nicht generell böse, genauso wenig wie Ausrufezeichen, jedes einzelne Wort, das als Füllwort begriffen werden kann, jede entschleunigende Formulierung usw. usf. Es gibt Wiederholungen aus Unvermögen und Wiederholungen als legitimes Stilmittel (und auch welche, die einfach egal sind). Auch damit muss man sich befassen, muss es üben wenn man einen lesenswerten Text verfassen möchte. Und dabei ist natürlich Vorsicht angebracht, damit man nicht zu viel Lehrgeld in Form von Fehlern zahlt. Warnungen vor häufig auftretenden Mängeln werden dadurch nicht falsch. Im Gegenteil: Nur dadurch werden sie richtig.

    Mir ist es im Übrigen nicht egal, ob Bücher gut oder schlecht geschrieben auf den Markt kommen

    Nein, das ist mir (allerdings aus anderen Gründen) auch nicht egal. Deswegen habe ich es auch nicht geschrieben, sondern

    ob ein Buch nun schlecht oder sehr schlecht ist

    Allerdings kann ich unterschreinben, das es wünschenswert wäre,

    wenn sich ausreichend Indie-Autoren damit befassen, wie ein gutes Buch hergestellt wird

    Ich bin nur felsenfest davon überzeugt, dass diese Befassung beeinhalten muss, allgemeine Ratschläge zu durchdringen, kritisch zu durchleuchten und sich so tatsächlich zu Eigen zu machen und dass es folglich sehr sinnvoll ist, sie hier so differenziert wie möglich zu behandeln. Was meine persönliche Warte aus anbetrifft: Ich würde dann mehr Indie-Bücher lesen, wenn mehr wirklich gute dabei wären. Ob der Anteil von Komplettschrott dagegen bei 50 oder 75% liegt, beeinflusst mich wenig. So oder so weiß ich: Ein Indiebuch zu kaufen, ohne die Leseprobe gelesen zu haben ist ein viel zu hohes Risiko.

  • Ich möchte mich an dieser Stelle mal für die tollen Tipps bedanken, die mir wertvolle Anhaltspunkte geliefert haben.

    Denn ich versuche mich ebenfalls daran, zumindest eine Kurzgeschichten Sammlung zu veröffentlichen und suche mir jede erdenkliche Unterstützung.

    Mit dem Schreiben beschäftige ich mich schon länger, hatte aber nie den Gedanken, mal irgendwas zu veröffentlichen. Ich habe ein oder zwei kleinere Kurse zu dem Thema belegt, eigentlich nur mit dem Ziel, ein bisschen an meinem Stil zu feilen.

    Nun habe ich aber einen richtigen Schreibkurs geschenkt bekommen, der online läuft und auch ein Lektorat beinhaltet, was ich natürlich nutzen möchte. Dabei entstand die Idee, am Ende dieses Kurses vielleicht das Ergebnis zu veröffentlichen.

    Worüber ich mir aber noch nicht so sicher bin. Eigentlich habe ich ein durchgehendes Thema, welches sich auch prima für einen Roman eignet. Aber die Sache gewinnt zunehmend an Größe und wächst mir ein bisschen über den Kopf, wie ich festgestellt habe.

    Deswegen zwei Schritte zurück und erstmal klein anfangen. Ich finde es immer sehr wertvoll, wenn bereits publizierende Autoren ihr Wissen teilen. Jede kleine Information, oder Denkanstoß ist unglaublich nützlich.

    Denn ich persönlich habe mir nie vorstellen können, was alles daran hängt und einen gewissen Anspruch habe ich natürlich auch. Vor allem an mich selbst.

    Deshalb danke ich auch allen anderen Usern, die sich hier beteiligt haben.

  • Zwei Dinge fallen mir ein: "Allerwertester" finde ich auch nicht so ideal, besser "verlängerter Rücken".


    Und was das Wiederholen der Geschichte betrifft, so finde ich es teils notwendig. Ich wollte R. Pilchers "Muschelsucher" lesen, und kam wegen der vielen Personen immer wieder durcheinander. Schließlich legte ich das Buch weg. Man liest so ein dickes Buch nämlich nicht auf einmal hintereinander, sondern mit Unterbrechungen. Dadurch vergißt man, wenn man Tage später weiterliest, was am Anfang im Buche geschah, um welche Personen es da geht, usw. Manchmal zeichne ich mir einen kleinen Stammbaum auf einem Blatt, um die Personen einordnen zu können.


    Was die Schreibfehler betrifft: Wenn ich lange an einem Text schreibe, dann geschieht es manchmal, daß ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe, und die einfachsten Wörter manchmal falsch schreibe - das wird noch dadurch unterstützt, daß ich auch mittelhochdeutsche Texte kenne oder skandinavische. Da wird dann oft ein Wort mit F geschrieben, was bei uns mit V geschrieben wird, und ich mache das dann auch falsch. Klar, man findet viele Fehler am nächsten Tag, aber einige übersieht man doch. Und dann ist es ganz anders, die Korrekturlesung am Bildschirm vorzunehmen, als auf Druckfahnen. Man übersieht am Bildschirm oft Fehler, die man im Druck dann später findet - dann aber ist es zu spät.


    Aber zur Beruhigung kann ich sagen, daß ich oft Fehler in Verlagsbüchern finde. Das kommt also überall vor.

  • Was die Schreibfehler betrifft: Wenn ich lange an einem Text schreibe, dann geschieht es manchmal, daß ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe, und die einfachsten Wörter manchmal falsch schreibe - das wird noch dadurch unterstützt, daß ich auch mittelhochdeutsche Texte kenne oder skandinavische. Da wird dann oft ein Wort mit F geschrieben, was bei uns mit V geschrieben wird, und ich mache das dann auch falsch. Klar, man findet viele Fehler am nächsten Tag, aber einige übersieht man doch. Und dann ist es ganz anders, die Korrekturlesung am Bildschirm vorzunehmen, als auf Druckfahnen. Man übersieht am Bildschirm oft Fehler, die man im Druck dann später findet - dann aber ist es zu spät.


    Aber zur Beruhigung kann ich sagen, daß ich oft Fehler in Verlagsbüchern finde. Das kommt also überall vor.

    Sicherlich kommen auch Schreibfehler in Verlagsbüchern vor, nur sind sie dort selten so gehäuft zu finden wie in Büchern von Selfpublishern. Das, was du hier als "Entschuldigung" anbringst, warum in selbst publizierten Büchern Schreibfehler zu finden sind, ist keine. Klar übersieht man selbst Fehler - so wie auch der Korrektor Fehler übersieht. Aber das ist noch lange kein Grund, fehlerhafte Ware abzuliefern. Wenn man selbst die Fehler nicht findet, sucht man sich jemanden, der rechtschreibsicher ist und ebenfalls noch einen Blick darauf werfen kann. Im Verlag korrigiert auch nicht der Autor selbst seine Texte. Außerdem kann man sich den Text selbst noch einmal ausdrucken, bevor man das Ganze in den Druck gibt. Auch als Selfpublisher ist man in der Pflicht, die Fehlerzahl so weit wie möglich zu reduzieren und dem Kunden ein möglichst einwandfreies Produkt zu liefern. Ich bin jedenfalls ein kritischer Leser und vergebe es Autoren nicht, wenn sie mit der Einstellung ihre Bücher veröffentlichen: "Ich konnte es einfach nicht besser". In dem Fall lese ich im besten Fall keine Bücher dieses Autors mehr, im schlimmsten gibt es eine entsprechende Rezension.

    Bevor ich meine Bücher zur Korrektur und ins Lektorat gebe, habe ich das komplette Buch mindestens einmal am Bildschirm überprüft (wobei ich das schon während des Schreibens mehrmals von vorn lese), einmal als E-Book gelesen, einmal den ausgedruckten Text durchgesucht und es mir einmal mittels eines Sprachprogramms vorlesen lassen, um eventuell bei der Korrektur übriggebliebene Satzfragmente zu finden.


    Du scheinst die Rechtschreibung recht gut zu beherrschen, wenn ich auch ein Problem damit habe, dass du offensichtlich an der alten Rechtschreibung hängst. Aber ich kenne jede Menge andere Werke, die wirklich gruselig anzusehen sind, weil die Autoren sich nicht um Rechtschreibung - weder um alte noch um neue - kümmern. Darum habe ich diesen Thread überhaupt erst erstellt, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Leser nicht alles mit sich machen lassen.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Liebe Divina,


    natürlich lese ich meinen Text auch immer wieder neu, schon allein deswegen, weilich an mehreren Büchern gleichzeitig schreibe und inhaltlich wieder hereinkommen muß. Und meine Frau liest auch noch Korrektur. Trotzdem übersieht man Fehler. Als Selbstherausgeber muß man auch noch auf die Satzform achten und andere formale Dinge (Seitenumbruch, Trennung von Absätzen usw.) beachten. Da kann schon mal ein Fehler übersehen werden.
    Mich stört nicht ein Fehler in einem Buch, mich stört tatsächlich die neue Rechtschreibung, schlimm finde ich das Trennen von st (aua!) oder dass mit Doppel-S am Ende. Auch fehlendes Dativ-E ("zu Worte melden") oder fehlender Genitiv tun mir wirklich weh. Eigentlich bin ich dafür, alle Bücher wieder in deutscher Frakturschrift zu setzen, nur glaube ich, daß dies der Verbreitung schaden könnte (das glaube ich nur, weiß es nicht mit Sicherheit). In meinem Externstein-Buch habe ich immerhin die Sagen in deutscher Schrift gesetzt, da ist keine Beschwerde gekommen (siehe Leseprobe unten, S. 13, 15, 16, 19), bei den zweisprachigen Eddaausgaben habe ich auch den deutschen Text in deutscher Schrift gesetzt, schon wegen der Übersichtlichkeit.
    https://www.bod.de/buchshop/di…dyl-nemenyi-9783746006710

  • mich stört tatsächlich die neue Rechtschreibung,

    Nun ja, aber der Lauf der Rechtschreibgeschichte lässt sich nicht aufhalten, und es wird immer wieder neue Rechtschreibregeln geben, auf die man sich als Autor einstellen sollte, will man mit der Zeit gehen. Sicher muss man nicht alles mitmachen, aber ich finde gerade die Änderung in deinem Beispiel mit dass/daß als äußerst sinnvoll. Was die Trennung der Worte angeht oder auch nur das Setzen von Kommata, von denen manche seit einiger Zeit optional sind, das muss man nicht mitmachen. Immerhin hat man hier die Wahl, ob man das nutzt oder nicht. Im einen Fall trennt man an anderer Stelle, im anderen setzt man das Komma wie gehabt.
    Aber wir brauchen hier auch keine Diskussion über sie Sinnhaftigkeit der Rechtschreibänderungen sprechen, denn das wäre wieder ein neues Thema und dazu wäre ein neuer Thread sinnvoll, wenn du das unbedingt diskutieren möchtest. Das schweift zu weit vom Ursprungsthema ab. Letztendlich ist eine gute Rechtschreibung nur einer von vielen Punkten, die zum Handwerk eines Autors gehören, die ich in diesem Thema anspreche. Es kann Neuautoren also durchaus helfen, in diesen Thread reinzuschauen und sich die Tipps zu Herzen zu nehmen. Machen muss man das natürlich nicht. Das bleibt jedem selbst überlassen.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

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