Mia Winter - Janusmond / Der dreizehnte Mond

Cover zum Buch Janusmond

Titel: Janusmond

3,4 von 5 Sternen bei 10 Bewertungen

68% Zufriedenheit

Verlag: beTHRILLED by Bastei Entertainment

Format: E-Book

ISBN: 9783732566914

Termin: Oktober 2018

Aktion

  • stellenweise etwas langatmig
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    Leon Bernberg reist aus Berlin nach Louisson in Südfrankreich um seine Zwillingsschwester Lune, die dort vor zehn Jahren plötzlich verschwand, für tot erklären zu lassen, um auch deren Erbanteil zu erhalten. Ihm selber hatte seine Mutter nur den Pflichtteil zu kommen lassen...

    Aber da ist noch mehr: eine besondere Verbindung zu Lune und die Briefe, die sie ihm vor über 10 Jahren an ein Postfach geschickt hat und die Leon alle auswendig weiß. Seine abgesetzten Medikamente und die Hexenhitze in Louisson lassen Leon immer sicherer werden, dass er Lune finden wird, geradezu besessen ist er von diesem Plan und auch von Lune. Der Polizist Christian Mirambeau, der eigentlich nur die Vermißtenbescheinigung für die Tot-Erklärung in Deutschland ausstellen soll, findet, dass jeder Vermißte es verdient, dass zumindest einer ernsthaft nach ihm sucht – und nach dem ersten Auftauchen einer Leiche und zwei kurz danach getöteten Männern, die einst auch Lune verfallen waren, wird es immer mysteriöser. Christian sucht immer verbissener nach Lune, freundet sich dabei sogar etwas mit Leon an, der argwöhnt, Christian wäre nun auch Lune verfallen. Gemeinsam begeben die Beiden sich auf Spurensuche im Hurenviertel von Louisson...

    Auf dem Klappentext des Buches steht:

    „ Es wird Sie verändern! Wenn ich zu Ende erzählt habe, wird in Ihrer Welt nichts mehr so sein, wie es war. Etwas in Ihnen wird sich öffnen und Sie bereichern, aber etwas anderes wird für immer zerbrechen....“

    Ich muß gestehen: Diese Aussage hat mich mehr erwarten lassen, als ich in diesem Buch finden konnte. Stellenweise fand ich die Beschreibungen sehr langatmig und vieles wurde auch wiederholt: erst erzählt, dann durch Leons Rezitieren eines Briefes nochmals erzählt, und manchmal wurden einzelne Erkenntnisse dann nochmals anderen erzählt. Zuweilen fand ich das dann schon eher langweilig und hatte den Eindruck, die Beschreibungen drehen sich im Kreis...

    Die Rolle des „Missetäters“ wird kontinuierlich nach dem Auffinden der ersten Frauenleiche aufgebaut, alles so schlüssig und klar, dass ich manchmal gerne etwas mehr Spannung gehabt hätte. Leider war diese Entwicklung, genau wie auch die Wendung im Epilog, nicht so vollkommen überraschend, obwohl einiges aus der Vergangenheit aufgedeckt wurde, es schon Unerwartetes gab und auf eine andere Spur führen sollte...

    Die Geschichte an sich wurde schon interessant gestaltet; jedoch waren mir so viele Briefe von Lune einfach zu viel des Guten. Einige Beschreibungen aus dem Millieu konnte ich nicht nachvollziehen ( Wie soll das mit den Spiegeln funktioniert haben?), genauso wenig wie Jeanne Mirambeaus Entscheidungen zum Ende des Buches hin ( ganz besonders nach dem Geständnis von zwei Morden), und genaugenommen konnte ich mit keinem der Protagonisten wirklich warm werden.

    Die Einstimmung in diese Geschichte war so geheimnisvoll, die Leseprobe wirkte leicht mystisch, dann noch der ober zitierte Klappentext.... Ich hatte einfach mehr erwartet.

  • Mia
    Winter – Janusmond

    Leon
    Bernberg kommt nach Frankreich um seine Zwillingsschwester Lune bei
    dem Polizisten Christian Mirambeau für tot erklären zu lassen. Seit
    zehn Jahren fehlt von der gutaussehenden, wandelbaren und
    provozierenden Lune jegliche Spur. Die Mutter bezeichnet sie als
    Monster, die Männer werden von ihr angezogen wie die Motten das
    Licht, und die Frauen hassen die Andersartigkeit von Lune. Doch der
    Polizist Christian Mirambeau will einen letzten Versuch wagen Lune zu
    finden und gerät immer mehr in den Sog ihrer Vergangenheit, geprägt
    von Hass, Gewalt, Sex und Verachtung. Aber auch der normale
    Polizeidienst benötigt seine Aufmerksamkeit als eine junge Frau
    brutal gefoltert im Fluss aufgefunden wird. Doch je mehr er aus Lunes
    Vergangenheit erfährt und je tiefer ihn die Ermittlungen im Mordfall
    der unbekannten Frau führen, desto gefährlicher wird es für ihn
    und seiner Familie.

    Der
    Roman ist flüssig, spannend, temporeich und düster geschrieben. Die
    Geschichte hält den Leser gefangen und durch geschickt gelegte
    Handlungsstränge hält die Autorin viele Überraschungen bereit.
    Dieser Roman zeigt die tiefsten und negativsten Gefühle, die unsere
    Gefühlswelt bereit zu geben ist. Die Charaktere sind gut ausgebaut
    und von sehr sympathisch bis verachtenswert ist alles vertreten.

    Einen
    Punktabzug muss ich leider vergeben, da ich etwas länger gebraucht
    habe um in der Geschichte anzukommen, die aber dann anschließend
    durchweg spannend war.

    Das
    Cover hat mich sehr angesprochen und die düster Gasse passt gut
    Inhalt des Romans.

  • Hier ist wenig, wie es scheint

    Mia Winter nimmt die Leser in die brütende Sommerhitze des südfranzösischen Städtchens Louisson mit.


    Um seine, seit zehn Jahren, vermisste Zwillingsschwester für tot erklären zu lassen, reist Leon nach Louisson. Er braucht eine amtliche Bestätigung für Lunes Tod. Immerhin geht es doch um ein Acht-Millionen-Euro-Erbe.


    Nach und nach verstrickt sich der örtliche Kommissar Christian Mirambeau in den vermeintlichen Routinefalle.

    Abgründe tun sich auf. Nichts ist, wie es scheint. Krüppel an Körper und Seele, Mordopfer und verdrängte Ereignisse der Vergangenheit machen die Spannung unerträglich.

    Ich fand das Buch gut strukturiert. Die vorerst losen Handlungsstränge finden zu einem gebündelten Ende.


    Die Autorin legt das eine oder andere Mal eine falsche Fährte, so dass der Leser ein wenig mehr als üblich mitdenken muss.


    Die Frage „wer ist nun der oder die Verrückte“, soll und kann jeder für sich beantworten.
    Der Titel „Janusmond“ und die Metapher des zweigesichtigen Janus – in Hinblick auf die Zwillinge und „die dunkle und die helle Seite des Mondes“ sind sehr gut gewählt.
    Das Cover mit dem schwarzen Blattschnitt sticht aus der Fülle der Thriller wohltuend heraus.

    Fazit: 5 Sterne

    "Ein Tag ohne Buch ist ein verlorener Tag"

    "Nur ein Lesender kann auch ein Schreibender sein oder werden" (Maria Lassnig/1919-2014)

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