Regina Gärtner - Der Glanz von Südseemuscheln

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  • 1914. Alma lebt mit Ehemann Joshua und Sohn Max im australischen Sydney und wird dort als Deutsche angefeindet. Während ihr Mann als Kapitän oft auf See ist und sie mit Max allein zurechtkommen muss, macht ihr Schwägerin Mary das Leben zur Hölle. Als Joshuas Schiff kentert und er als vermisst gilt, steht Alma eine harte Zeit bevor, bis Joshua zurückkehrt. Doch er ist ein anderer geworden. Werden Alma und Joshua wieder zueinander finden und in dieser schweren Zeit Halt in ihrer Ehe finden?


    Almas Schwester Mathilde lebt seit 10 Jahren auf der Südseeinsel Samoa, als der 1. Weltkrieg ausbricht und Neuseeländer das Land besetzen. Aus ehemaligen Freunden werden auf einmal Feinde und die Lebensumstände sind sehr hart, jeder kämpft ums nackte Überleben. Die Ananasfabrik, die Farm und das Haus der Familie werden ihnen genommen, Mathildes Bruder Fritz wird verhaftet und Grete wird schwanger. Als Mathilde als Haushälterin bei dem Offizier Scott Turner anfängt, verliebt sie sich schnell in den “Feind”, doch hat das eine Zukunft?


    Regina Gärtner hat mit ihrem Buch “Der Glanz der Südseemuscheln” ihren Anschlussroman zum ersten Band “Unter dem Südseemond” vorgelegt und lässt den Leser erneut an dem Leben der Schwestern Alma und Mathilde teilhaben. Damit hat die Autorin wieder einen Volltreffer gelandet. Der Schreibstil ist herrlich flüssig und bildhaft, sofort ist der Leser mitten im Geschehen und findet sich an exotischen Schauplätzen wieder, um die Protagonisten in ihrem täglichen Leben zu begleiten. Die Landschaftsbeschreibungen lassen Bilder vor dem inneren Auge entstehen, so dass die Handlung regelrecht wie ein Film abläuft. Der geschichtliche Hintergrund wurde von der Autorin wieder sehr gut recherchiert und verschmilzt sehr gut mit der erzählten Geschichte. Der Spannungsbogen wird stetig aufgebaut und zieht sich wie ein Faden durch den gesamten Roman. Doch vor allem muss man die verschiedenen Charaktere bewundern, die von der Autorin liebevoll und sehr komplex erschaffen wurden. Alma ist eine herzensgute Frau, die fleißig, geschickt und warmherzig, weshalb ihr das Leserherz sehr schnell zufliegt. Aber auch Mathilde ist eine gute Seele, die versucht, alles zusammen zu halten und alles und jeden zu unterstützen, damit es den Menschen um sie herum gut geht. Sie verzagt nicht und stellt sich mutig den Widrigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen. Beide Schwestern haben in diesem Buch einige Schwierigkeiten zu überwinden und wachsen charakterlich an ihren Aufgaben. Diese Entwicklung ist besonders gut gelungen.


    Regina Gärtner hat in ihrem Roman alles vereint, was ein tolles Buch ausmacht: Spannung, Historie, eine schöne Liebesgeschichte und Geheimnisse, die den Leser dazu animieren, unbedingt dahinter kommen zu wollen und das Buch nicht eher aus der Hand zu legen, als bis dieses gelüftet ist. “Der Glanz der Südseemuscheln” ist ein Roman, der eine spannende und sehr unterhaltsame Lektüre nicht nur verspricht, sondern sie über alle Maßen hält. Absolute Leseempfehlung! Chapeau, Frau Gärtner!!!


    Fantastische :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: !!!

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Es ist kurz von dem Ersten
    Weltkrieg, Alma ist zu ihrer großen Liebe Joshua nach Sydney
    gezogen, sie haben geheiratet. Gemeinsam wollen sie sich ein Leben
    aufbauen doch Joshua ist Kapitän zur See und nicht wirklich viel
    daheim und dann beginnt auch noch der Krieg. Ein Leben mehr oder
    weniger allein und noch dazu als Deutsche ist für Alma nicht leicht.


    Auf Samoa kämpfen Almas
    Cousine Mathilde und die restliche Familie ebenfalls mit den Folgen
    des Krieges. Die Insel wurde von Neuseeländern besetzt und sie
    machen den Menschen das Leben nicht eben leichter.


    „Der Glanz von
    Südseemuscheln“ ist bereits der zweite Band um die
    Aussiedlerfamilie aus Deutschland. Er schließt unmittelbar an „Unter
    dem Südseemond“ an und erzählt die Geschichte von Alma und ihren
    Lieben weiter. Natürlich kann man die beiden Bücher auch einzeln
    lesen, kleine Rückblenden sorgen dafür, dass man sich beim Lesen
    zurecht findet, aber der Leser lernt die Charaktere schon kennen,
    wenn er Band 1 gelesen hat und kann dann vielleicht auch die
    Handlungsweise der Protagonisten besser nachvollziehen. Ein
    Lesegenuss ist es allemal.


    Hier wird die Geschichte
    in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen von Alma in Sydney.
    Glaubhaft wird geschildert was es bedeutete eine deutschstämmige
    Frau zu sein, die quasi allein lebt. Joshua ist ja ständig auf See
    und nur zu sagen der Mann sei Australier reichte eben nicht. Deutlich
    wird klar, wie groß der Hass der Menschen war. Europa ist im Ersten
    Weltkrieg versunken und die Menschen in Australien sahen eben auch
    die Menschen als Feinde an, die in ihr Land ausgewandert waren. Die
    Autorin hat diese explosive Stimmung im Land sehr gut eingefangen und
    wiedergegeben. Deutlich ist zu spüren, wie schwer es gerade für
    Alma war. Sie muss einige Hürden überwinden und hart um ihr Leben
    und ihre Liebe kämpfen. So geht es dann auch Schlag auf Schlag. Ich
    hatte lebhafte Bilder vor Augen und konnte den Schmerz gut mitfühlen.
    Almas Einsamkeit scheint so manches Mal zum Greifen nah, denn erst
    ist ihr Mann ständig auf See und dann galt er als vermisst. Die
    Beziehung zu ihrer Schwägerin ist auch nicht als besonders gut zu
    betrachten, eher im Gegenteil Mary will ihren Bruder für sich allein
    und so hat Alma schon einiges auszuhalten.


    Der zweite Erzählstrang
    nimmt den Leser dann mit nach Samoa. Dort kämpfen Almas Cousine
    Mathilde und deren Bruder Fritz ebenfalls mit den Wirren des Krieges.
    Die besetzte Insel ist weit entfernt von dem Paradies, in das sie
    einst ausgewandert sind. Das Leben auf der Insel veränderte sich
    durch diesen Krieg der in Europa wütete weit mehr als man meinen
    sollte. Die Neuseeländer, die Samoa besetzten, stellen die Familien
    unter Aufsicht und jedes mal wenn in Europa wieder bekannt wurde was
    für Gräueltaten die Deutschen begangen hatten ordnete der
    Kommandant auf Samoa neue Sanktionen gegen den Feind an. Trotz allem
    versucht Mathilde ihre Familie zusammenzuhalten, was nicht immer
    einfach ist. Es wird für sie auch nicht leichter als sie sich
    ausgerechnet in einen neuseeländischen Offizier verliebt. Auch hier
    überschlagen sich die Ereignisse. Manchmal scheint es schon ein
    bisschen viel an Dramatik und Ereignissen zu sein was die
    Protagonisten alles so aushalten müssen, doch macht es Spaß die
    Geschichte zu lesen. Die historischen Ereignisse sind einfach gut mit
    in die fiktive Geschichte eingewoben und wirken trotz allem glaubhaft
    und echt. Die Atmosphäre der Zeit auf Samoa und in Sydney wurde
    einfach gut wiedergegeben und eingefangen.


    „Der Glanz von
    Südseemuscheln“ nimmt die Leser mit auf eine aufregende Reise in
    die Südsee und nach Australien. Die Wirren des Krieges und seine
    Auswirkungen sind gut eingefangen und sorgen für ziemliche Spannung.
    Aber auch die Liebe findet ihren Weg und gibt Hoffnung. Ein rundherum
    gelungenes Lesevergnügen. Karten von Samoa und Apia sowie ein
    Glossar der fremden Begriffe und ein Nachwort vervollständigen dann
    das Buch.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • @nirak Bitte verwende beim Einkopieren von Texten aus anderen Programmen das Quellcode-Fenster, damit unnötige Zeilenumbrüche vermieden werden. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Neil MacGregor - Shakespeares ruhelose Welt


  • Sydney/Samoa, 1914. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt überraschend für die Siedler am anderen Ende der Welt. Während anfangs noch alle glauben, dass der Konflikt schnell beendet sein wird und vor allem kaum Auswirkungen auf das Leben in den Kolonien und Australien haben wird, zeigt die politische und militärische Entwicklung doch bald das Gegenteil. Auch wenn der Krieg weit entfernt stattfindet, die Auswirkungen werden auch hier spürbar. Auf Samoa wird eine riesige neuseeländische Truppe stationiert, die deutschen Einwohner und Plantagenbesitzer werden immer mehr eingeschränkt und schikaniert.


    Man kann das Buch sicher auch gut lesen, ohne den ersten Teil "Unter dem Südseemond" zu kennen, aber da mir dieser auch sehr gut gefallen hat, empfehle ich die richtige Reihenfolge. Der zweite Band erzählt parallel die Entwicklung auf Samoa und in Sydney, anhand der Schicksale von Mathilde und Alma. Die Lektüre des ersten Bandes ist schon eine Weile her, dennoch standen mir einige Figuren schon nach den ersten Seiten wieder klar vor Augen.


    Mathilde, die so glücklich war, dass ihre Konservenfabrik bald mit der Produktion beginnen könnte, sieht sich bald vor den Trümmern ihrer Existenz. Doch sie muss die Familie zusammenhalten, für ihr Mündel Grete da sein und ihren Bruder Fritz vor Dummheiten bewahren. Die Heirat mit einem Engländer könnte die Lösung sein, doch Mathilde sträubt sich gegen eine Ehe, die nicht aus Liebe geschlossen wird, sondern nur aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Vorteile.


    Mathildes Cousine Alma hingegen, die im ersten Band die Hauptrolle gespielt hat, lebt nun mit ihrem Mann Joshua und ihrem gemeinsamen Sohn Max in Sydney. Joshua ist als Kapitän viel unterwegs und so muss sich Alma allein gegen die immer stärker werdenden Anfeindungen gegen sie als Deutsche zur Wehr setzen. Ihre Schwägerin Mary ist ihr keine große Hilfe, sondern versucht stattdessen immer weiter, einen Keil zwischen Alma und Joshua zu treiben.


    Das Buch ist immer noch eine unterhaltsame Familiengeschichte, aber es wirkt auf mich auch deutlich politischer als der erste Band. Das ist kein Kritikpunkt, im Gegenteil, ich fand es äußerst spannend. Über den Ersten Weltkrieg habe ich bereits viele Bücher gelesen, diese spielten aber hauptsächlich in Europa, selten einmal in den USA. Mit der Geschichte Australiens oder der deutschen Südseekolonie Samoa in dieser Zeit habe ich mich hingegen noch nie befasst, umso interessanter fand ich die Beschreibungen hier!

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