Andrea Molesini- Im Winter schläft man auch bei Wölfen/ La primavera del lupo

Im Winter schläft man auch bei Wölfen

5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Piper

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 272

ISBN: 9783492056670

Termin: September 2014

  • Es ist Anfang 1945. Der Zweite Weltkrieg wird bald zu Ende sein, aber das können die Personen dieses neuen Romans von Andrea Molesini nur ahnen und hoffen.


    Der junge Waise Pietro – er ist der wortakrobatische Erzähler des Buches und sein jüdischer Freund Dario, der es mehr mit dem Rechnen als mit der Sprache hat - haben seit längerer Zeit in einem Kloster in der Lagune von Venedig schützenden Unterschlupf gefunden.


    Doch als die deutschen Truppen sich dem Kloster nähern, müssen die beiden fliehen. Aber sie kommen nicht weit. Kurz bevor die Feinde mit der „Stachelschweinsprache“ sie eingeholt haben, taucht ein deutscher Soldat auf und erschießt kurzerhand die Verfolger. Warum er das tut, wissen die beiden etwa zehnjährigen Freunde nicht.


    Obwohl sie dem deutschen Soldaten ( ist es ein Deserteur?) gegenüber skeptisch sind, haben sie keine andere Wahl, als ihm zunächst einmal zu vertrauen und ihm zu folgen.


    „Im Winter schläft man auch bei Wölfen“ ist die sprachvirtuos erzählte Geschichte einer Flucht aus der Sicht von zwei zehnjährigen Jungen. Der selbstbewusste Pietro erzählt sie wie ein großes Abenteuer. Vielleicht ist es genau diese Haltung eines Kindes, vielleicht ist es dieser kindliche Mut, der die beiden durchhalten lässt bis zu einem sehr überraschenden Ende.


    Es geht in den Gesprächen zwischen den beiden Freunden viel um Transzendenz und Wissenschaft, um Glaube und Zweifel. Als sie einmal über Gott reden, sagt Pietro zu dem eher skeptischen Dario:
    (Gott ) „ist ein Traum, und wir wissen nicht, warum wir träumen, aber ohne Träume kommen wir nicht aus, wie kann man überleben ohne zu träumen?“


    Hier spricht kein anderer als der Autor selbst, der einen wunderbaren und bewegenden Roman geschrieben hat, nachdem er mit seinem Debüt „Zu lieben und zu sterben“ nicht nur die Kritik zu überzeugen wusste.