Welches Nerd-Wissen habt ihr aus Büchern?

  • Ich habe gerade ein Büchlein über das "Weltall" beendet und wieder mal festgestellt, dass sich die Wirklichkeit durch keine Fantasy- oder Science Fiction - Geschichte überbieten lässt. Wenn man über die Entstehung, den Aufbau und die Rätsel des Universums nachdenkt (unseres Universums wohlgemerkt, denn es existieren wahrscheinlich viele weitere Universen), dann kommt einem das Ganze nicht nur unfassbar, sondern geradezu irre vor.
    Zu meinem Erstaunen habe ich Folgendes gelesen: Zurzeit besteht unsere einzige Möglichkeit, außerirdisches Leben zu entdecken, darin, Signale in den Weltraum zu schicken, die evtl. von anderen fortentwickelten Lebensformen aufgefangen werden, und natürlich gleichzeitig auch nach Signalen künstlichen Ursprungs zu suchen. Zum einen wird direkt bei bestimmten Sternen, die unserer Sonne ähneln und vielleicht erdähnliche Planeten haben, gefahndet, zum anderen wird der Weltraum global durchsucht.
    Wegen des hohen Datenanfalls und der entsprechend enormen Auswertungskapazitäten sind die Initiatoren dieses Projekts auf die Idee gekommen, private Computer in die Datenanalyse mit einzubeziehen. Jeder kann sich über SETI@home eine komplizierte, analytische Software als Bildschirmschoner herunterladen. Immer wenn man den PC gerade nicht benutzt, arbeitet diese Software. Millionen PC-Benutzer in über 200 Ländern nehmen an diesem Projekt schon teil. Ist das nicht aufregend? Wenn ich meinen Computer nicht täglich zum Arbeiten bräuchte und Störungen befürchtete, würde ich mich sofort beteiligen. Nur was mache ich, wenn ich Nachrichten von den kleinen grünen Männchen bekomme? Melde ich das oder lade ich sie erstmal auf unsere Terrasse zum gemütlichen Pasta- und Pizzaessen ein, um dann den Nobelpreis abzuräumen? :-k

  • Jeder kann sich über SETI@home eine komplizierte, analytische Software als Bildschirmschoner herunterladen. Immer wenn man den PC gerade nicht benutzt, arbeitet diese Software. Millionen PC-Benutzer in über 200 Ländern nehmen an diesem Projekt schon teil. Ist das nicht aufregend? Wenn ich meinen Computer nicht täglich zum Arbeiten bräuchte und Störungen befürchtete, würde ich mich sofort beteiligen. Nur was mache ich, wenn ich Nachrichten von den kleinen grünen Männchen bekomme? Melde ich das oder lade ich sie erstmal auf unsere Terrasse zum gemütlichen Pasta- und Pizzaessen ein, um dann den Nobelpreis abzuräumen?

    Vor Jahren hab ich mich da auch dran beteiligt, aber irgendwie nach diversen Rechnerwechseln das Ganze wieder aus den Augen verloren. Da SETI auf ungenutzte Rechnerkapazitäten zugreift, bekommst du immer nur kleine Datenpakete zum "Durchrechnen", also wirst du selbst nie erfahren, ob genau deins zu einer Nachricht gehört hast. Also nix mit Nachricht und Besuch empfangen :wink:

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • :) Wenn ich das lesen würde, was Du liest, würde ich das auch glauben. :wink::wink::wink:

    :totlach: @Kapo ich bin bei dir. Und diese Gewissheit hab ich nicht aus Büchern sondern aus tagtäglichen Beobachtungen meiner Umwelt :wink:

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    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • In Deon Meyers "Fever" habe ich gelernt, dass der Name der amerikanischen Stadt Cincinnati auf den römischen Politker Cincinnatus zurückgeht. Dieser wurde oft zum Vorbild genommen, da er sich in Krisenzeiten erfolgreich als Diktator einsetzen ließ, dies später aber nicht zu seinen Gunsten ausgenutzt, sondern dann wieder auf die Macht verzichtet hat.


    Das hab ich zum ersten Mal gehört und fand es ganz interessant. Spontan hätte ich wohl getippt, der Name Cincinnati ist indianischen Ursprungs. :pale:

    1. Fever

      (Ø)

      Verlag: Rütten & Loening


  • In Deon Meyers "Fever" habe ich gelernt, dass der Name der amerikanischen Stadt Cincinnati auf den römischen Politker Cincinnatus zurückgeht. Dieser wurde oft zum Vorbild genommen, da er sich in Krisenzeiten erfolgreich als Diktator einsetzen ließ, dies später aber nicht zu seinen Gunsten ausgenutzt, sondern dann wieder auf die Macht verzichtet hat.

    Das wusste ich auch, allerdings hatte ich die Geschichte hinter dem Namen Cincinnatus vergessen. Ich hatte das mal in einem Buch von Tom Clancy gelesen, ich glaube, "Executive Orders" war's.

  • Kennt jemand Johann Georg Tinius? Um seine Büchersammelleidenschaft zu befriedigen, beging er Morde. Es ging ihm nicht ums Lesen, sondern um den Besitz.


    Das habe ich von Michael Köhlmeier erfahren.


    Im 18. Jahrhundert waren Bücher allerdings weitaus kostbarer als heute. Ich gehe also davon aus, dass wir niemanden aus unserer Mitte irgendwann im Gefängnis besuchen müssen. (Gut, dass es für Leute wie @Gernot Reader gibt. :winken::ergeben: )

    1. (Ø)

      Verlag: Köln, Berlin, Freiburg [u.a.], Edition 5 plus


    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Der Name Tinius ist mir ein Begriff, seit den mal ein Mitschreiber in zwei anderen Bücherforen als Nickname hatte. Die genaue Historie dahinter kannte ich allerdings bisher nicht.


    Ich habe gestern nicht in einem Buch, aber in einer Zeitschrift den schönen Begriff "Hartbrandwichtel" gelernt. Das ist die technische Bezeichnung des guten alten Gartenzwergs.

  • In meinem aktuellen Buch bin ich auf eine Frage gestoßen, die mir das Buch nicht beantworten kann, die ich mir aber, wie die Protagonistin, seit Jahrzehnten stelle. ?(


    Situation:
    Eine junge Frau bekommt in Beisein von Flavia Wehen, und sie schickt jemanden heißes Wasser holen.


    Text:
    "Aus dem Kino und zahllosen Radio-Hörspielen wusste ich, dass das Ritual, bei einer Geburt eimerweise heißes Wasser zu kochen, so etwas wie das elfte Gebot war. Warum ausgerechnet in so einem Fall so viel kochendes Wasser benötigt wurde, entzog sich meiner Kenntnis. Die Mutter konnte man ja wohl kaum damit übergießen, wenn man sie nicht ernsthaft verbrühen wollte, und dass man ein Neugeborenes in eine Flüssigkeit von 100 Grad auf der Celsius-Skala tauchen sollte, war schlicht und einfach unvorstellbar." (S. 195)


    Die Frage stellt sich mir auch jedes Mal, wenn das heiße Wasser bei einer Geburt ins Spiel kommt. Meine Geburten fanden alle in einem Kreißsaal statt, wo es natürlich fließendes Wasser gab, aber es wurde erst gebraucht, wenn Kind und ich nach der Geburt gewaschen wurden. Holt man am Anfang der Geburt jedoch einen Eimer heißes Wasser, kann es, je nach Dauer des Ganzen, eiskalt sein, wenn das Kind endlich da ist. :-k


    Ist hier vielleicht eine Hebamme oder ein/e Gynäkologe/In unter uns, die mich aufklären kann?

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • :-k 
    Ohne vertiefte Kenntnisse in der Gynäkologie oder gar historischen Gynäkologie würde ich vermuten, dass das Abkochen des Wassers Hygienegründen dient, um (im kochenden Wasser) verfügbare Hilfsmittel steril zu bekommen und nach etwas Abkühlung auch zum Händewaschen und eben Bad ziemlich keimfreies Wasser zur Verfügung zu haben - mittlerweile, so gut wie unser Leitungswasser kontrolliert ist, vielleicht nicht mehr ganz so wichtig wie früher.
    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das Wasserbeschaffen und -abkochen-Müssen vor allem eine gute Beschäftigung ist, um nervöse Unbeteiligte (z. B. Väter) erst mal eine Weile aus dem Weg zu räumen und so für die Gebärende etwas Ruhe zu schaffen. :loool:

    :study: Turner, Steven: Amazing Grace


    2018 gelesen: 14 Bücher / 3.235 Seiten


    Challenges 2018:
    Buch-Challenge 2/12, Monats-Challenge 2/12, Weltreise-Challenge 3/13, BINGO-Challenge: 14/100, Punkte-Challenge 77,35


    "Lasse, Bosse und Ole saßen neben Fräulein Lundgrens Bücherregal und lasen die ganze Zeit,
    denn Jungen tun ja nie etwas Nützliches."
    (Lindgren, Astrid: Wir Kinder aus Bullerbü, S. 91)


  • Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das Wasserbeschaffen und -abkochen-Müssen vor allem eine gute Beschäftigung ist, um nervöse Unbeteiligte (z. B. Väter) erst mal eine Weile aus dem Weg zu räumen und so für die Gebärende etwas Ruhe zu schaffen. :loool:

    Ich meine, einmal aus verständigem Mund lachend diese Begründung gehört zu haben. :loool:

    Robert Macfarlane "Karte der Wildnis" (109/303)

    Richard Flanagan "Der schmale Pfad durchs Hinterland" (232/438)

    Ronald Chetwynd-Hayes (Hg.) "Gespenstergeschichten aus Wales" (66/140)


    Jahresbeste: Welch (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king: 
    Gelesen: 56 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Jodorowsky & Moebius "Der schwarze Incal" (17.5.)

  • Hygienegründen

    Dass man bei Geburten Hygiene beachten soll, hat doch erst Ferdinand Sauerbruch im 19. / 20. Jahrhundert herausgefunden, aber das heiße Wasser wurde immer schon bei geschleppt. :scratch: 

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das Wasserbeschaffen und -abkochen-Müssen vor allem eine gute Beschäftigung ist, um nervöse Unbeteiligte (z. B. Väter) erst mal eine Weile aus dem Weg zu räumen und so für die Gebärende etwas Ruhe zu schaffen.

    Bingo. :thumleft::applause:

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Warum ausgerechnet in so einem Fall so viel kochendes Wasser benötigt wurde, entzog sich meiner Kenntnis

    Ohne vertiefte Kenntnisse in der Gynäkologie oder gar historischen Gynäkologie würde ich vermuten, dass das Abkochen des Wassers Hygienegründen dient, um (im kochenden Wasser) verfügbare Hilfsmittel steril zu bekommen und nach etwas Abkühlung auch zum Händewaschen und eben Bad ziemlich keimfreies Wasser zur Verfügung zu haben - mittlerweile, so gut wie unser Leitungswasser kontrolliert ist, vielleicht nicht mehr ganz so wichtig wie früher.

    Genau das hätte ich auch als Begründung angeführt. Auch wenn Sauerbruch der Retter der Mütter war, könnte doch schon früher jemand bemerkt haben, dass sich in heißes Wasser getauchte Instrumente oder auch Hände positiv ausgewirkt haben. Man muss ja nicht immer eine wissenschaftliche Begründung haben, um instinktiv richtig zu handeln. :-k

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Warum ausgerechnet in so einem Fall so viel kochendes Wasser benötigt wurde, entzog sich meiner Kenntnis


    Ist hier vielleicht eine Hebamme oder ein/e Gynäkologe/In unter uns, die mich aufklären kann?

    Ich bin zwar keine Hebamme geschweige denn Gynäkologe , aber ich hab Google :-, 
    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

  • So, eine Wissenslücke weniger. :cheers: Vielen Dank an alle, die sich Gedanken gemacht haben.


    Außerdem habe ich festgestellt, dass ich oben Semmelweis mit Sauerbruch verwechselt habe. :uups:

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • :-k
    Ohne vertiefte Kenntnisse in der Gynäkologie oder gar historischen Gynäkologie würde ich vermuten, dass das Abkochen des Wassers Hygienegründen dient, um (im kochenden Wasser) verfügbare Hilfsmittel steril zu bekommen und nach etwas Abkühlung auch zum Händewaschen und eben Bad ziemlich keimfreies Wasser zur Verfügung zu haben - mittlerweile, so gut wie unser Leitungswasser kontrolliert ist, vielleicht nicht mehr ganz so wichtig wie früher.
    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das Wasserbeschaffen und -abkochen-Müssen vor allem eine gute Beschäftigung ist, um nervöse Unbeteiligte (z. B. Väter) erst mal eine Weile aus dem Weg zu räumen und so für die Gebärende etwas Ruhe zu schaffen. :loool: 

    Japp. :thumleft: 
    Laut Outlander-Teil-irgendwas von Diana Gabaldon sind das exakt die Gründe für das kochende Wasser. :thumleft: 
    Ich weiß nicht mehr in welchem Teil sie es geschrieben hat. Ich glaube es war bei der Geburt des ersten Kindes von den Beardsley-Zwillingen und dem Malaria-Mädchen. :-k


    Ich frage mich nur immer, woher die Leute damals wussten dass man das Wasser abkochen muss - wo sie doch noch gar nichts von der Existenz von Bakterien und co. wussten. Bei Claire Fraser ist das ja logisch gewesen, aber sonst? :-k

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