Melanie Lahmer - Kuckucksbrut

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  • Klappentext:
    Im Wald in der Nähe von Siegen wird auf einem historischen Richtertisch eine Frauenleiche gefunden - hergerichtet wie am Pranger. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen ermitteln und erfahren bald, dass in dem kleinen Dorf im Rothaargebirge eine weitere Frau bedroht wird. Welches Geheimnis verbindet die beiden jungen Mütter? Und welche Rolle spielen die Menschen im Dorf, die eine verschworene Gemeinschaft bilden - und eine Mauer aus Schweigen ...

    (Quelle Amazon)


    Die Autorin:
    Melanie Lahmer, geboren 1974 in Rotenburg/Fulda, studierte Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie und lebt mit ihrem Mann und den drei Töchtern in ihrer Wahlheimat Siegen.
    Ihr Debütroman "Knochenfinder" wurde 2009 mit einem Artist-in-Residence-Stipendium von der Kunststiftung NRW ausgezeichnet und gewann im dritten Quartal 2012 den Amazon-Autorenpreis "Entdeckt!". "Kuckucksbrut" ist der zweite Fall für Natascha Krüger und ihre Kollegen von der Siegener Kripo.
    Melanie Lahmer ist Mitglied bei den "Mörderischen Schwestern" - der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen - und im "Syndikat" - Autorengruppe deutsche Kriminalliteratur.

    (Quelle Amazon)


    Meine Meinung:
    Um es vorweg zu nehmen: Auch der zweite Fall der Ermittlerin Natascha Krüger von der Siegener Kripo hat mich überzeugt - ich würde fast sagen, noch ein wenig mehr als der erste.
    Ein spannender Plot, eine schlüssige Auflösung und wieder das Gefühl, einen soliden Krimi gelesen zu haben, der ohne besonders reisserische Szenen und unnötig ausgeschlachtete blutrünstige Metzeleien auskommt und trotzdem spannend ist. Wie schon beim ersten Buch der Autorin habe ich mich stark an einen klassischen, gradlinigen Tatort-Krimi erinnert gefühlt. Die Charaktere sind nicht schwarz/weiß gezeichnet, die Bekannten entwickeln sich weiter, füllen kleine Nebenplots ohne den Haupthandlungsstrang zu stören. Es handelt sich nicht um herausragende Helden, sondern um bodenständige Menschen, die in interessanter Ermittlungsarbeit den Fall angehen.
    Ich mochte die Stimmung, die von dem fiktiven Ort "Weissbach" im Siegener Umfeld ausging, die Verschlossenheit und das Alteingesessene, leicht piefige Dorfleben - schwer für Aussenstehende zu durchblicken und immer subtil feindseelig. Ich mochte die gewisse Ruhe und Gelassenheit im Erzähltempo, die nicht auf Kosten der Spannung ging, sondern eher für einen schönen Leseeindruck sorgte. Ich mochte die alten sowie die neuen Charaktere, deren Geschichtchen und deren nachvollziehbares und schlüssiges Handeln.
    Ich hoffe, dass es noch mehr Fälle für Krüger und Co. (gerne auch wieder mit dem Kollegen Simon, der in dieser Geschichte etwas kurz kam) geben wird und vergebe gerne erneut sehr gute :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .


    Einen kleinen Dämpfer hatte ich in meinem Lesevergnügen allerdings, der aber nicht wirklich schwer ins Gewicht fiel (ich spoilere lieber mal - bitte erst lesen, wenn ihr das Buch gelesen habt)

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study:

    Ewald Arenz - Der große Sommer

    Umberto Eco - Die Geschichte der legendären Länder und Städte

    :bewertung1von5: 2021: 33 :bewertung1von5:

  • Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen von der Siegener Mordkommission werden zu einem bizarren Fall gerufen. Eine Frau wurde umgebracht und ihre Leiche auf einem alten Richterstein im Wald aufgebahrt. Was bezweckt der Täter mit dieser Inszenierung? Welche Bedeutung hat die Tarotkarte, die neben der Leiche liegt?


    Die Ermittler befragen den Ehemann und die Nachbarn. Die tote Anke Feldmann lebte mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn in Weißbach, einem kleinen Ort ziemlich weit außerhalb. Man macht es den Kommissaren schwer, keiner scheint mit ihnen reden zu wollen, die Dorfgemeinschaft macht dicht. Dabei weiß in solch kleinen Orten jeder recht viel von den anderen, Tratsch und Klatsch blühen und gedeihen. Genauso wie der Hass!


    Eine weitere Frau und junge Mutter sieht sich ebenfalls mit unheimlichen und bedrohlichen Anzeichen konfrontiert. Wird sie rechtzeitig Hilfe suchen und jemanden ins Vertrauen ziehen oder ist sie das nächste Opfer?


    Seit "Knochenfinder" ist bereits einige Zeit vergangen, dementsprechend konnte ich mich an Natascha Krüger und ihr Team nur noch vage erinnern. Man braucht aber auch keine Vorkenntnisse, um in diesen Fall hier einzusteigen. Auch werden nur Andeutungen zum ersten Band gemacht, so dass man diesen auch nachträglich noch gut lesen kann, ohne dass einem die Spannung genommen wird.
    In "Kuckucksbrut" gibt es immer wieder eingeschobene Abschnitte aus Sicht des Täters. Hier wird die eine oder andere falsche Fährte gelegt, so dass man als Leser immer wieder neue Verdächtige hat.


    Ich war mir bis zum Ende nicht sicher, wer denn nun der Täter ist, einige Hinweise gibt es aber schon, so dass die Auflösung keine totale Überraschung war. Mit dem Motiv bin ich persönlich nicht ganz so glücklich, derartige Erklärungen finde ich einfach nicht ganz so gelungen, aber das mag mein persönliches Empfinden sein.


    Insgesamt wieder ein spannender Kriminalroman, der vor allem von der düsteren Dorfatmosphäre lebt!

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