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Sue Grafton - Nichts zu verlieren / A is for Alibi

Nichts zu verlieren / In aller Stille

3.3 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 544

ISBN: 9783442134397

Termin: Mai 2008

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  • Kinsey Millhone ist Anfang 30, zweifach geschieden und lebt in einem bescheidenen Apartment in der kalifornischen Stadt Santa Teresa. Ihre Brötchen verdient sie als Privatermittlerin und hat aktuell den Auftrag, den wahren Mörder von Laurence Fife zu finden. Laurences Ehefrau Nikki war acht Jahre zuvor für die Tat verurteilt worden und hat nun, nach ihrer vorzeitigen Haftentlassung, Kinsey engagiert, um dem eigentlichen Täter auf die Spur zu kommen.

    So einfach ist das natürlich nicht. Zwar hat Kinsey ihre Kontakte bei der Polizei und kommt so zu einer Akteneinsicht, doch das Beziehungsgeflecht rund um den - dem Vernehmen nach reichlich unsympathischen - Toten ist alles andere als einfach zu durchschauen. Kinsey befragt Laurences Exfrau, die Kinder, seinen Kanzleipartner, seine Assistentin und ein paar seiner außerehelichen "Abenteuer" und hat das Gefühl, dass alles immer verworrener wird, statt sich aufzuklären.

    Kinsey Millhone mochte ich auf Anhieb, weil sie als Ich-Erzählerin einen angenehm selbstironischen Tonfall anschlägt und sich selbst nicht so wichtig nimmt, und ich war neugierig, wer diese Frau denn eigentlich ist, die sich hier so sympathisch präsentiert. Diesbezüglich wurde ich allerdings einigermaßen enttäuscht, weil außer ein paar kleinen Hinweisen auf ihre persönliche Vergangenheit hier relativ wenig zu erfahren ist und sie mir am Ende immer noch so unbekannt war wie zu Beginn.

    Auch der Fall hat mich nicht unbedingt mitgerissen. Ich konnte mir schlecht merken, wer jetzt eigentlich wer war, obwohl das Buch nicht kompliziert zu lesen ist. Die Figuren wurden zwar alle ein wenig charakterisiert, aber trotzdem gewannen sie für mich nicht besonders viel Tiefe, und eigentlich war es mir schon beinahe egal, wer am Ende der Täter war (auch wenn es durchaus noch einige interessante Entwicklungen gab).

    Amüsant war, dass das Buch Anfang der 80er Jahre spielt und ich beim Lesen gemerkt habe, wie sehr mir die moderne Technik selbstverständlich geworden ist. Computer werden nur sporadisch als aufregende Neuerungen erwähnt, Telefon ist natürlich Festnetz, und statt Anrufbeantwortern, SMS und E-Mails gibt es telefonische Antwortservices und die Anrufnotizen neugieriger Motel-Rezeptionistinnen.

    Das klingt insgesamt jetzt negativer, als ich das Buch empfunden habe. Wenn mir mal der 2. Teil über den Weg läuft, würde ich Kinsey durchaus noch eine Chance geben, in der Hoffnung, dass ich dann noch ein wenig mehr in sie "reinschauen" dürfte.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

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