Heiko Grießbach - Hexeninternat

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  • :bewertung1von5: Was passiert
    Tanja führt ein ziemlich normales Leben: sie ärgert sich über Hausaufgaben, hätte gerne einen festen Freund und verbringt die meiste Zeit mit ihrer besten Freundin Oraya. Als sie jedoch zwei Tage vor Ende der Winterferien vom Schlittschuhlaufen mit eben dieser nach Hause kommt, sind ihre Eltern in Panik: ihr Vater wurde angegriffen. Und zwar nicht nur von irgendjemanden, sondern von Hexenjägern; denn tatsächlich handelt es sich bei ihren Eltern um waschechte Hexen. Was die 15jährige zuerst natürlich für einen dummen Scherz hält, vor allem, weil sie auch eine sein soll, gemerkt hat sie jedoch nie etwas. Ihre Eltern erklären ihr, dass das an dem Armband liegt, dass sie ihr schon vor Ewigkeiten geschenkt haben: dieses unterdrückt ihre Fähigkeiten und verhindert zudem, dass sie jemand als Hexe ausfindig machen kann. Sie wollten ihre Tochter ganz normal großziehen, als normale Menschen. Doch nun ist es passiert... die Jäger haben sie gefunden und die Familie muss flüchten. Während ihre Eltern in ein verstecktes Dorf nach Polen fahren, muss Tanja in einem Internat für Hexen Zuflucht suchen - allerdings nur widerwillig. Dort soll sie sich mit ihrem wahren Wesen auseinander setzen und lernen, ihre Fähigkeiten, die sie noch nicht kennt, zu nutzen.



    :bewertung1von5: Was ich denke


    Schreibstil
    Das Buch ist sehr simpel geschrieben, man merkt direkt, dass es sich an ein jüngeres Publikum richtet. Zwar lässt es sich sehr flüssig und gut lesen, aber ich muss sagen, dass mit der Stil teilweise doch zu flach und anspruchslos ist. Das fängt bei den ganz normalen Formulierungen an und hört bei den Dialogen auf, die sehr lang und unrealistisch wirken.


    Charaktere
    Auch die Charakteren waren für meinen Geschmack leider zu eindimensional und vor allem sehr stereotypisch.
    Tanja ist ein wenig unsicher, mit sich selbst unzufrieden und stört sich dabei allen voran an ihren Sommersprossen. Ich hatte das Gefühl, dass mindestens alle drei Seiten erwähnt wird, dass sie ja total hässlich sind und niemand sie jemals schön finden würde. Auftritt der hübsche Junge, der ihr auf den ersten Blick gefällt. Er ist der Schwarm der Schule (inklusive eifersüchtiger Möchtegern-Freundin), sieht aus wie ein wahr gewordener Teenie-Traum und ist zudem auch noch nett. Natürlich glaubt Tanja nicht, dass Alex sie wirklich mögen kann (diese verfluchten Sommersprossen! Und er könnte doch jede haben!), aber anscheinend schaut er beim Essen immer wieder zu ihr rüber.


    Die übrigen Charaktere sehen ähnlich aus: ein arroganter Schnösel, der meint, sie angraben zu müssen; die etwas flippigere Junghexe mit den grünen Haaren; das Küken, mit dem Tanja sich das Zimmer teilt, das ihre Eltern auf tragische Weise verloren hat. Und erwähnte eifersüchtige Möchtegern-Freundin, die Tanja das Leben schwer macht, weil sie sich an <i>ihren</i> Alex ranmacht, dabei ist sie doch dazu bestimmt, mit ihm glücklich zu werden - ob er nun will oder nicht.


    Geschichte
    Der Klappentext klang wirklich gut: Mädchen findet heraus, dass sie in Wahrheit eine Hexe ist und muss nach einem Angriff von Hexenjägern zu ihrem eigenen Schutz in ein Internat, um dort ihre Fähigkeiten zu trainieren. Well...
    Eigentlich fällt mir zu der Umsetzung dieser Idee nur eines ein: laaangweilig! Ja, Tanja kommt in das Internat und ja, es Großteil dreht sich auch darum, welche Kräfte sie nun hat und so weiter, aber der Rest ist einfach nur Teenie-Drama. Man hätte die Geschichte genauso gut in einem Internat in Amerika oder einer normalen Schule ansiedeln können. Sicher bringen die Fähigkeiten der verschiedenen Charaktere ein wenig Abwechslung rein, aber alles in allem machen sie das Buch nicht aufregender.
    Übrigens ist Tanja etwas Besonderes: alle bemerken, dass sie ein ganz außergewöhnliches Gehirnmuster (so etwas wie eine Aura, würde ich sagen) hat und ihre Fähigkeiten scheinen auch ausgeprägter zu sein als die der anderen Schüler. Ach, und fürs Bogenschießen hat sie auch ein natürliches Talent. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, wenn die Protagonisten aus der Reihe tanzen, das ist ja zumeist auch Sinn der Sache, aber hier kam es mir irgendwie so gewollt und übertrieben vor.


    Zudem passiert einfach nichts. Internatsleben, ein bisschen Liebesgeplänkel, Konfrontationen mit unangenehmen Mitschülern, schlafen gehen. Und noch mal von vorne. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass noch so etwas wie Spannung entsteht, aber Pustekuchen. Selbst das Ende - ich nenne es jetzt mal den Showdown - ist komplett vorhersehbar und findet zudem auf gefühlten vier Seiten statt.
    Natürlich kann man auf gerade einmal 212 Seiten keine großen Handlungsbogen aufbauen und ausspielen, aber es ist alles viel zu kurz, wirkt dadurch irgendwie gestaucht und gleichzeitig langatmig, denn zusammen gerechnet passiert kaum etwas.



    :bewertung1von5:Schlusswort
    Hexeninternat von Heiko Greißbach ist ein kurzes und leider auch nicht sehr gutes Buch. Es fehlt ihm an interessanten Charakteren genauso wie an einer einnehmenden Geschichte. Die Story plätschert vor sich hin, ohne Höhepunkte oder gar Spannung, kurzum: das Buch ist ziemlich langweilig. Daher bekommt es nur 2 Sterne und keine Empfehlung.

  • Tja, momentan stürzen sich Filmstudios und Verlage auf alle Inhalte, die im Fahrwasser der Tribute von Panem und den unsäglichen Vampir-Schmonzetten mitschippern. Teenie-Fantasy wurde mit Harry-Potter schon en vogue, aber auf jeden Hype eines Blockbusters/Bestsellers kommen eben dutzende Schnellschüsse, BODs und Direct-to-DVD-Produktionen. Darum heißt das Ganze ja Unterhaltungsindustrie.

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