Jennifer Rardin - Bitten to Death

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  • Achtung, leichte Spoiler für Band #1-#3


    Kurzbeschreibung:
    Ist es verrückt, auf den Moment zu warten, an dem die Gewinnchancen gegen null gehen? Schließlich fängt der Spaß dann erst so richtig an...
    In meiner neuesten Mission hat es mich in die griechische Stadt Patras verschlagen. Aber anstatt deren altertümliche Pracht in all ihrer Herrlichkeit genießen zu können, soll ich mich in ein Vampir-Kartell einschleußen. Nur zwei Vampire sind dem eng verwobenen Netz dieser Gemeinschaften je lange genug lebend entkommen, um von ihren gnadenlosen Gesetzen berichten zu können: Edward "The Raptor" Samos, verbrecherisches Superhirn und Staatsfeind Nummer eins, und Vayl, der beste Meuchelmörder der CIA und gleichzeitig mein Boss. Der Raptor versucht, Vayls ehemaliges Kartell zu übernehmen. Doch die neue Anführerin scheint ihre ganz eigenen Pläne zu haben und keiner davon beinhaltet ein "Happily Ever After" für mich...


    Meine Meinung:
    Der Einstieg in den vierten Band der Reihe hat mich zugegeben etwas enttäucht. Das lag nicht nur daran, dass Frau Rardin kein "Lies mich weg"-Englisch schreibt und es mir anfangs immer ein wenig Mühe bereitet, mich in die Sprache einzufinden. Ich schätze es sehr, dass die Autorin mir nicht jedes Mal aufs Neue die Welt seit Adam und Eva erklären möchte. Nur hätte es hier gerne die eine oder andere Erläuterung mehr sein dürfen. Griechenland hat seine ganz eigene magische Ordnung und sicher auch seinen ganz eigenen Flair. Aber zwischen allen möglichen Unterweltlern, Feindschaften und alten Fehden hatte ich meine Mühen damit, wenigstens einen Hauch von Überblick zu bewahren und viel zu selten Gelegenheit, um die Atmosphäre genießen zu können. Außerdem waren manche Szenen - Stichwort "Festmahl" -, ähm, ieeehk und ich bin eigentlich nicht zart besaitet. Nur gut, dass Jaz mit ihrem Humor da einiges wieder wettgemacht hat und auch, wenn das Lesen insgesamt (gefühlt?) mühsamer war, als in den Vorgängern, haben einige WOW-Szenen die Anstrengungen durchaus belohnt.


    Die Charaktere lassen sich schwer beschreiben, ohne zu spoilern. Zunächst ist alles, wie gehabt: Kick-Ass Heldin Jaz kümmert sich um ihren psychisch "leicht" angeknacksten Bruder - ob der das will, oder nicht - und Vampirboss Vayl tut sein Bestes, um die Mini-Einsatztruppe zusammenzuhalten- wenn er nicht gerade mit den Schatten seiner Vergangenheit in den Ring steigen oder schlafen muss. Aber es dauert nicht lange, bis man als Leser neue Seiten an den Dreien kennenlernt und auf die hätte ich persönlich wirklich verzichten können. Ja, es passt zur Story, und ja, es war im Nachhinein betrachtet gut gemacht. Aber mir sind die Charaktere mit all ihren Eigenheiten mittlerweile so ans Herz gewachsen, dass mich ihr verändertes Verhalten mehr als ein Mal vor den Kopf gestoßen hat. Viel interessanter fand ich da die gegnerische Seite! Was gibt es Schöneres, als interne Intrigen, doppelte Spiele und nicht unbedingt rechtmäßig gewählte Anführer in den feindlichen Reihen? Ich hätte gerne noch mehr über das Vampir-Kartell gelesen, doch dafür war leider genau so wenig Platz, wie für Bergman, Cassandra und Kaugummi-Cam, die mir wirklich gefehlt haben. In Abwesenheit meiner Lieblinge wurde deshalb der Hund des Raptors mein persönlicher Held dieses Buches. Gibt es etwas Herzigeres?! Für eine Dauerrolle würde ich der Autorin sogar die hoffentlich nur vorübergehend nicht ganz so runde Charakterzeichnung in diesem Band verzeihen.


    Die Handlung lässt den Leser eines früh lernen: Fremde Häuser sind böse. Was als gewöhnliche Aufklärungsmission beginnt, das wird nicht nur dank feindlich gesinnter Raumdekoration schon bald zur gefährlichen Gratwanderung zwischen emotionalen Minenfeldern und dem eigentlichen Einsatzziel. Die Autorin pflastert den Weg zum Endgegner mit einigen Überraschungen, die es wirklich in sich haben und storytechnisch ermüdet "Bitten To Death" keine Seite lang. Ob nun Jaz auf den Pfaden von Sherlock Holmes, Vayl in den Fängen alter Bande(n) oder griechischen Fehden zwischen Vampiren, Werwölfen und Bären, in die unsere Helden platzen. Für einen hohen Unterhaltungsfaktor hätte es den roten Faden um Erzfeind Raptor gar nicht gebraucht, so viel hatte die Nebenhandlung zu bieten. Einzig der Part um Vayls Söhne hätte für mich gerne auch ein Buch lang pausieren dürfen. Auf wie viele völlig offensichtliche Finten will er denn noch hereinfallen? Insgesamt aber war der vierte Band so rasant und actiongeladen geschrieben, dass diese kurze Durststrecke zum Ende hin den Lesespaß auch nicht mehr bremsen konnte. Kleinere Schwächen oder das doch recht abrupte Ende eines bestimmten Handlungsstrangs sind im Lesesog erfolgreich untergegangen.


    Fazit: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:
    Nicht das beste Buch der Reihe, aber rasante Action und der liebenswerteste Hund der Vampirgeschichte trösten über kleinere Schwächen hinweg.

    :study: Die amerikanische Nacht (M.Pesshl)
    :bewertung1von5: Bücher/Seiten 2020: 25/9.679 || SUB 235 O:-) (Start:251)

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