Anna Mocikat - MUC

  • Buchdetails

    Titel: Muc


    Band 1 der

    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 368

    ISBN: 9783426515402

    Termin: Dezember 2014

  • Bewertung

    3.4 von 5 Sternen bei 10 Bewertungen

    68% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Muc"

    München, 2120: Hundert Jahre nach dem großen Sterben, dem beinahe die gesamte Menschheit zum Opfer fiel, ist von dem Wohlstand der Stadt wenig übrig. Zerstörte Häuser, Müll und Dreck in den Straßen und Skelette in der U-Bahn, so präsentiert sich MUC, wie die Stadt mittlerweile heißt, der Kletterkünstlerin Pia. Pia ist auf der Suche - nach ihrem Bruder, der vor Jahren verschollen ist, und nach Antworten. Denn das große Sterben haben nur Rothaarige überlebt, ihre Haare jedoch sind pechschwarz. Aber MUC ist kein Ort des Wissens und der Freiheit mehr, sondern eine gnadenlose Diktatur. Pia muss sich entscheiden, ob sie auf der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten stehen will.
    Weiterlesen
  • Aktion

  • Bestellen

Anzeige

  • Klappentext:

    Wenn unsere Welt untergeht


    München, 2120: Hundert Jahre nach dem großen Sterben, dem beinahe die gesamte Menschheit zum Opfer fiel, ist von dem Wohlstand der Stadt wenig übrig. Zerstörte Häuser, Müll und Dreck in den Straßen und Skelette in der U-Bahn, so präsentiert sich MUC, wie die Stadt mittlerweile heißt, der Kletterkünstlerin Pia.


    Pia ist auf der Suche - nach ihrem Bruder, der vor Jahren verschollen ist, und nach Antworten. Denn das große Sterben haben ur Rothaarige überlebt, ihre Haare sind jedoch pechschwarz. Aber MUC ist kein Ort des Wissens und der Freiheit mehr, sondern eine gnadenlose Diktatur. Pia mus sich entscheiden, ob sie auf der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten steht.


    Eigene Beurteilung:


    Wieder einmal geht eine eher typisierte „Heldin“ mit einer erstaunlichen Naivität in ein mehr oder minder totalitäres System hinein und gegen alle Überlebensinstinkte begibt sie sich laufend in ge-fährliche und dumme Situationen, die sowohl ihr, wie auch die Leben anderer, kosten könnten. Dabei gerät sie – wie in vielen anderen Romanen der neuen Urban Fantasy cum Dystopie – in einen romantischen Zwiespalt, den sie irgendwie auflösen muss. Wobei in diesem Fall die endgültige Auflösung sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt.


    Die Darstellung der Lebensumstände und dessen, was in der dystopischen Realität übrig bleibt, ist inkonsistent und nicht immer glaubwürdig (ich denke nur an die Grö0e der Löwen oder die Haltbar-keit bestimmter Medikamente und Nahrungsmittel) und die Charaktere sind im Großen und Ganzen nur skizzenhaft ausgebildet. Das mag damit zusammenhängen, dass die Autorin als Drehbuchschreiberin diesen Teil in der Regel Regisseuren und Schauspielern überlassen muss, aber das nur am Rande.


    Die Sprache ist zumindest am Anfang nicht wirklich ansprechend, denn die doch eher einfach Aus-drucksweise ist häufig durch irritierende und unpassende Wortwahlen durchsetzt, die sich auf Grund ihrer Inkonsistenz nicht etwa durch Sprachwandel über 100 Jahre zu erklären wäre – wie etwa in Will Selfs „The Book of Dave“. Alles in Allem nicht wirklich eine befriedigende Leseerfahrung. [-(

  • Der Klappentext wurde ja bereits oben schon zitiert, daher komme ich gleich zu meiner Rezension.


    Mein Fazit:
    Auf das Buch bin ich im Laden durch die Cover-Gestaltung gestoßen, und fand das Cover schnell ansprechend. Nach dem Lesen des Klappentextes und des "Waschzettels" sah ich es als eine Art deutsche Antwort auf "Tribute von Panem". Mit dieser Einschätzung lag ich zumindest was den Aufbau angeht nicht so falsch. Inhaltlich und auch von der Inszenierung unterscheidet es sich dann aber doch stark. Während Panem den Leser mit einer neuen Welt konfrontiert in der vieles neu geschaffen wurde, geht MUC von weiter bestehenden Orten und Gebäuden aus, welche mit einer Natur konfrontiert werden, welche schlichtweg 100 Jahre kein Mensch mehr gestört hat.


    Mir persönlich hat sehr gefallen, dass die Autorin Anna Mocikat einen von der ersten Seite an die Geschichte der Protagonistin Pia miterleben lässt. Der Schreibstil zieht einen in das Buch herein und lässt einen diese Geschichte im Kopfkino miterleben. Das Wort Kino ist hier auch durch den sehr bildhaften Schreibstil der Autorin das richtige Wort. Die detaillierten Beschreibungen der Figuren und der Landschaften lassen den Leser die Begebenheiten quasi sehen und miterleben. Dadurch entsteht der Effekt, dass sich der Leser quasi mit Pia auf die Reise begibt und mit ihr den Weg aus der Alpenvorregion bis hin in das Postapokalyptische München (MUC) mitnimmt und auch dort in die Geschehnisse involviert. Das Kopfkino ist auch der Part der den Werdegang der Autorin deutlich zu erkennen lässt, von der Drehbuchautorin, bei der ja Beschreibungen und Charakterentwicklungen keine Lücken offenlassen dürfen, über die Game-Writerin bis jetzt zur Roman-Autorin.


    Interessant sind hierbei die verschiedenen Szenen, bei denen Pia auf Begebenheiten trifft, welche für uns heute selbst verständlich sind und sie in Verwunderung versetzen, beziehungsweise teilweise auch zu völlig falschen Schlüssen führen.


    Die Charaktere sind alle sehr lebendig und ihre Beschreibung lässt den Leser genau mitfühlen, warum für eine Figur Sympathie oder Antipathie empfunden wird. Pia selbst macht über den Roman eine deutlichspürbare Entwicklung durch, von dem weltfremden jungen Mädchen - das sie am Anfang aufgrund der Art des Aufwachsens immer noch ist - hin zu einer jungen Frau, die sich ihren Platz suchen muss und weit fester in der Welt als sie selber geglaubt hätte. Im laufe des Romans wünscht man sich lediglich, dass man die Charaktere noch näher kennen lernen könnte als in diesen 368 Seiten möglich ist.


    Für Menschen mit Kenntnissen von Orten in München und der Umgebung lassen sich die Schauplätze und die Reiseroute direkt nachvollziehen und zeigt, mit Liebe zum Detail die augenscheinliche Liebe zur Heimat der Autorin.


    Das "große Sterben" und auch viele andere Fakten sind erstaunlich gut recherchiert und mit etwas eigen Recherche tatsächlich nachvollziehbar. Auch die Begründung warum nur Rothaarige das große Sterben überleben ist eine wissenschaftlich glaubwürdige Idee, die den Roman sehr sympatisch macht.
    Trotz aller Recherche, welche die Autorin betrieben hat, darf man aber nicht vergessen, dass dieser Roman unter Belletristik anzusetzen ist und dementsprechend als Hauptziel hat, den Leser zu unterhalten. Zumindest von meiner Seite gelingt dies dem Roman von der ersten bis zur letzten Seite.


    Wer die Taschenbuchausgabe kauft wird zu der Geschichte noch mit einem wirklich schönen und aufwändigen Cover belohnt, das einfach eindrucksvoll ist und dazu einlädt es immer wieder anzusehen.


    Das einzige was ich diesem Buch vorhalten könnte, wäre, dass es nach 368 Seiten aufhört, wo ich gerne noch etwas über meine postapokalyptische Wahlheimat weiterlesen würde.

  • Es blieben nach dem Lesen zu viele Punkte offen und zu viele Logikbrüche.


    Inhalt:
    MUC, gemeint ist hier die Stadt München, spielt in der Zukunft.
    Pia ist in einem Bergdorf aufgewachsen. Dort war sie eine Außenseiterin und wurde auch so behandelt. Denn das "Große Sterben", aufgrund einer Virus-Epidemie vor ca. 100 Jahren, haben nur rot-haarige Menschen überlebt; Pia hat aber dunkle Haare.
    Ihr Bruder hat das Dorf bereits vor einigen Jahren verlassen, um nach MUC zu gehen, da von MUC immer als einen paradiesischen Ort erzählt wurde. Pia will nun ebenfalls nach MUC zum einen um ihren Bruder zu suchen und zum anderen um in MUC ein anders Leben beginnen zu können.
    Aber schon die Reise nach MUC ist nicht so einfach wie erwartet, sondern beschwerlich und gefährlich.
    Und auch MUC stellt sich nicht als das erhoffte Paradies heraus, sondern als einen Ort, an dem viele Gefahren lauern, und wo es beschwerlich ist zu überleben.


    Meine Meinung:
    Leider hat mir vieles an dem Roman nicht gefallen:
    Ich fand den sehr detaillierten Erzählstil leider nicht so angenehm, da ich beim Lesen das Gefühl hatte, dass vieles zu lange dauern und ich nicht "vorwärts" kommen würde; somit kam nicht wirklich Spannung auf.


    Warum hat die Autorin so Wörter wie "verfickt" oder "abgefuckt" verwendet und diese dann mehr oder weniger erklärt? Sollte dies ein Jugendbuch werden, oder ein Aufklärungsbuch für Jugendsprache?!


    Ich fragte mich beim Lesen des Öfteren, warum die Menschen nun dümmer sein sollten und weniger wissen als zu "früherer Zeit"?! Es mag ja sein, dass z.B. Öl und Strom nicht mehr verfügbar sei, aber warum sollte das Wissen weg sein?! Denn auch im Mittelalter wurde Wissen von Generation zu Generation weiter gegeben.


    Die Gruppe um Aela lässt sich von den armen Migranten (gut) bezahlen und leben selber recht gut davon, während sie die Migranten in MUC einfach sich selbst überlassen - finde ich eine fragwürdige Moral.


    Dieses bemüht-naive nervte mich auf Dauer, auch weil ich beim Lesen das Gefühl hatte, dass dadurch das Erzählte unnötig in die Länge gezogen wurde: "Ein Mann auf dem Rücken eines großen Tieres drängte sich unsanft an den Fußgängern vorbei und hatte sie angerempelt. Das Tier, auf dem er saß, hatte braunes Fell und lange Beine, die in Hufen mündeten." (S. 158)


    Manche Punkte haben mir in der Erzählung gefehlt:
    Warum musste Pia ihr Bergdorf über eine dermaßen hohe Klippe / Steilwand verlassen und konnte diese nicht einfach umgehen, so wie sonst in den Bergen?


    Wie konnte sich die Gruppe auf ihrer Reise nach MUC mit Nahrung versorgen?! Es wurde fast nur von Laufen, Nachtlager und Nachtwache erzählt.


    Und welche Rolle hat dieser Falk gespielt, der plötzlich verschwunden ist, und was hatte es mit seinem Geheimtreffen auf sich?


    Und es kommen so einige Logikbrüche in dem Roman vor (vielleicht weil die Autorin, meiner Meinung nach, dazu neigte zu viel vor zu geben?):


    "In einigen der geplünderten Häusern standen zahlreiche Tische, Bänke und Stühle und ließen noch deutlich erkennen, was sie einmal gewesen waren. Pias Großvater hatte ihr einmal erzählt, dass es in der alten Zeit sogenannte Bars und Restaurants gegeben habe, Orte, an denen sich Menschen getroffen hätten, um zu essen und zu trinken. Dennoch wunderte sie sich, dass es so viele waren, je tiefer sie nach MUC hineinkamen. Die Menschen der alten Zeit hatten wohl viel Zeit für Muße gehabt. Pia stellte sich vor, wie wunderbar es gewesen sein musste, einfach so in einen Laden hineinzuspazieren und zu essen, worauf immer man Lust hatte." (S. 122) Wieso sollten sie damals essen können, worauf man Lust hätte? Warum hätte es nicht ein Einheitsessen geben sollen?! Wäre das nicht viel naheliegender?


    Pia war erst kurz vorher aufgewacht und hatte keine Ahnung wie lange sie geschlafen hatte oder ob es Tag oder Nacht sei, aber "... keinerlei Tageslicht ... wahrscheinlich Vormittag." (S. 144)


    Ehrlich gesagt, konnte ich das Wort "alte Zeit" irgendwann nicht mehr lesen - mir wurde schlecht.


    Sehr gut fand ich jedenfalls die Idee hinter dem Roman:
    Auf Pias Reise nach MUC trifft sie auf eine Gruppe, die den gleichen Weg hat, und in diesem Zusammenhang spricht die Autorin von "Schleusern" und "Migranten".
    Und dass es in MUC einen diktatorischen "Propheten" gibt, der die "Wächter" befehligt. Er selbst in der "Hochstadt" ein sehr angenehmes Leben führt, während dagegen seine Untertanen in der "Unterstadt" in Armut leben.
    Und dann gibt es noch eine Gruppe von Personen, die sich im Untergrund zusammengeschlossen haben, weil sie selbstbestimmt leben wollen; sie leben als Gemeinschaft im sog. "Hades".


    :bewertung1von5::bewertung1von5:

  • "Du kannst nicht wahrhaftig leben, wenn du die ganze Zeit darüber grübelst, was morgen sein könnte." S. 195


    Zum Inhalt


    Pia ist 20 Jahre alt, als sie beschließt, den provinziellen Regeln des kleinen Dorfes in den Alpen zu entfliehen. Sie hatte es noch nie leicht dort, denn die Dörfler sind abergläubisch und halten sie für eine "Unreine", weil sie die einzige ist, die schwarze Haare hat. Nach dem großen Sterben vor 100 Jahren hat nur ein Bruchteil der Menschen überlebt und alle, die es überstanden haben, sind rothaarig.


    Ohne Abschied macht sie sich heimlich auf den Weg, nur mit dem Nötigsten im Rucksack und einer großen Hoffnung im Gepäck: ihren Bruder Paul zu finden. Vor fünf Jahren ist er nach MUC aufgebrochen, die Stadt München südlich der Alpen und Pia ist fest entschlossen, ihn zu finden. Doch der Weg ist nicht so einfach, wie sie es sich vorgestellt hat und den Menschen, denen sie begegnet, ist nicht zu trauen...


    Meine Meinung


    Mich hat vor allem als erstes das Cover angezogen, das ich sehr gelungen finde und natürlich die Stadt München, um die es hier geht - meine Heimatstadt. 100 Jahre in der Zukunft nach einem schrecklichen "großen Sterben" der Menschheit: wie wird das Überleben aussehen, was wird von der Stadt noch übrig sein?


    Ich muss sagen, dass ich ein bisschen enttäuscht bin. Ich hatte mir irgendwie mehr erhofft - mehr von den Menschen, mehr von München, mehr von der Stimmung in dieser postapokyptischen Welt ... einfach mehr von allem.
    Der Weg, den Pia von den Alpen bis MUC bewältigen muss, zieht sich doch etwas länger hin, als ich erwartet hatte. Die Schreibweise der Autorin ist recht einfach gehalten und beschreibt sehr gut die Umwelt und die äußeren Umstände, aber es fehlt mir doch etwas an Tiefe. Es ist durchgehend flüssig zu lesen, aber irgendwie unspektakulär und es fehlt an Spannung. Das ganze wirkte eher wie ein Kinder-/Jugendbuch in seiner schlichten Art und einige Zusammenhänge waren unglaubwürdig, da die Hintergründe gefehlt haben. Auch wiederholt sich meiner Meinung nach zu viel in den Gedanken von Pia und in den Beschreibungen - mich konnte die Handlung leider nicht wirklich überzeugen.


    Die Charaktere waren interessant, aber hier wurde auch nur an der Oberfläche gekratzt. Ich konnte zwar jeden gut einschätzen, aber es fehlten die Ecken und Kanten der Figuren, sie waren mir zu glatt und zu schnell durchschaubar.


    Über München gab es ein paar Hinweise auf Gebäude, die Gesellschaftsordnung wurde beschrieben, der Raubbau der Menschen mit der Natur angesprochen - aber wie gesagt, es waren mir definitiv zu wenig Hintergründe, so dass auch keine packende Atmosphäre aufkam, die mich näher an die Handlung herangebracht hätte. Alles ging den Figuren viel zu leicht von der Hand und einige Entwicklungen hätte man noch besser ausbauen können.


    Fazit


    Eine unterhaltsame Geschichte für Zwischendurch ohne zuviel Anspruch, mit netten Charakteren und einer überraschenden Handlung, die ich völlig anders erwartet hatte. Im Mittelpunkt stand immer die junge Pia, was alles andere leider in den Hintergrund gerückt hat.


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

  • Meine Meinung:
    Ich muss sagen, dass ich bisher Dystopien eher skeptisch gegenüberstand und immer dachte, dass dieses absolut gehypte Genre so gar nichts für mich ist, weil es mir Angst machen würde wegen dem Endzeitszenario. Aber nachdem ich erst vor kurzem den Auftakt zu einer anderen Dystopie gelesen habe, wollte ich doch mehr von diesem Genre lesen und zögerte daher nicht, als mich der Knaur-Verlag fragte, ob ich MUC lesen und natürlich rezensieren möchte.
    Allerdings kam ich anfangs schwer in die Geschichte rein, weil man direkt in eine Szene hineingeworfen wurde und ich gar nicht wirklich wahrnehmen konnte, wo ich war und mit wem ich es zu tun hatte. Das legte sich jedoch einige Zeit später zum Glück. Das Buch wurde immer besser und auch immer spannender, bis ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.
    Mir ist leider aufgefallen, dass in dem Buch viele Wiederholungen vorkamen. Einige Sätze oder Redewendungen gibt es immer wieder. Auch fand ich, dass einige Dinge, die Pia bewältigen musste, ihr ziemlich einfach gelangen, also etwas geradlinig waren und es somit an diesen Stellen keine wirklichen Schwierigkeiten gab. Das fand ich etwas schade.
    Was mir dafür aber sehr positiv aufgefallen ist, sind die einzelnen Charaktere, die allesamt wirklich sehr gut ausgearbeitet sind. Man kann sich jeden einzelnen sehr gut vorstellen und jeder hat so seine Eigenarten. Die meisten konnte ich direkt ins Herz schließen. Auch gibt es im Buch immer wieder überraschende Wendungen, mit denen man als Leser so gar nicht rechnet und die einem die Kinnlade unterklappen lassen.
    Im Großen und Ganzen fand ich das Buch also richtig gut und ich freue mich sehr, dass ich es lesen durfte. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die nächsten Bände - vor allem natürlich erst einmal auf die eBooks, die vor dem eigentlichen zweiten Band als »AddOns«, wie die Autorin sie nennt, erscheinen werden.

    Ich gebe diesem Buch:
    :bewertung1von5: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ich hatte im April das Vergnügen, die Autorin beim Münchner Science Fiction Festival kennenzulernen, unglücklicherweise musste ich schon vor ihrer Präsentation abreisen (Deutsche Bahn wartet nicht). Leider bin ich noch nicht dazu gekommen den Roman zu lesen und kann mir darüber noch kein Urteil erlauben, aber ich denke, diese interessante Person hat bestimmt noch ein paar Geschichten auf Lager.

  • Inhalt:
    München, 2120: Nichts ist mehr so wie es einmal wahr. 100 Jahre zuvor hat ein tödlicher Virus 98% der gesamten Bevölkerung ausgerottet. Innerhalb weniger Tage starben die Menschen ohne dass sie etwas dagegen hätten machen können. Nur 2% überlebten - und die sind alle rothaarig.
    Zumindest fast alle. Denn Pias Haare sind schwarz. Niemand weiß warum ausgerechnet sie überlebt hat, doch jeder geht ihr aus dem Weg. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, ihr Bruder hat sich auf den Weg gemacht das sagenumwobene MUC zu finden und Pia bleibt allein zurück bei ihrer Tante in einem kleinen Dorf in den Alpen.
    Niemand will mit ihr befreundet sein, ihrer Tante liegt sie nur auf der Tasche und keiner der Männer im Dorf möchte sich mit ihr einlassen - allerdings legt Pia darauf auch überhaupt keinen Wert. Sie hätte wohl weiterhin vor sich hingelebt in diesem kleinen Ort hoch oben in den Bergen, wäre nicht eine Entscheidung gefällt worden, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hätte.
    Und Pia hat genug davon. In der Nacht macht sie sich auf den Weg. Ihr Großvater hat Pia viel von der alten Zeit erzählt und ihr sogar einige alte Artefakte gezeigt. So macht sie sich mitten in der Nacht mit einem Rucksack der alten Zeit auf den Weg. Sie will ihren Bruder finden und mit ihm ein besseres Leben leben - in MUC.


    Pia ist eine hervorragende Kletterin und schafft es so auch allein die steilen Felswände hinab zu gelangen. Womit sie nicht gerechnet hat sind jedoch tiefe Schluchten mit allerlei ihr unbekannten Grünpflanzen, Bären und Wölfen. Auch ist das Klima im Flachland ganz anders und macht ihr zu schaffen. Als ein Sturm sie dazu bringt in einem alten Haus unterzuschlüpfen findet sie sich in einer nahezu fremden Welt wieder. In diesem Haus wurde ein liebendes Pärchen vom großen Sterben überrascht und Pia kann nicht anders als sich zu wundern wie es wohl früher war.
    Im ganzen Haus findet sie alte Artefakte - darunter auch nützliches wie ein Feuerzeug und alte Konservendosen.
    Ihre Suche bringt sie immer weiter voran bis sie schließlich in einen kleinen Ort auf Menschen trifft. Primitive, gewaltbereite und stark vernachlässigte Menschen die in Pia kaum mehr sehen als Beute. Am Ende ihrer Kräfte, verwundet und ängstlich droht sie diesen zum Opfer zu fallen - da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite. Aber kann sie diesen Menschen trauen oder wollen sie ihr im Grund auch nur böses?
    Pia hat kaum eine Wahl. Allein schafft sie es nicht weiter und zu ihrer großen Überraschung wollen diese Menschen auch nach MUC. Das ist ihre Chance - und so ganz nebenbei scheint Robin endlich jemand zu sein der sie so mag wie sie ist. Trotz der schwarzen Haare.
    Einzig seine geringe Begeisterung über die glorreiche Stadt irritiert sie. Sollte sie sich etwa so täuschen?


    Meinung:
    Mit 'MUC' hat Anna Mocikat ihren Debütroman hingelegt. Der düstere Roman zeigt auf, was passieren kann, wenn wir nicht besser auf uns und unsere Umwelt aufpassen. Denn vieles ist selbstgeschuldet. So zeugt die ungewöhnlich hohe Temperatur vom Klimawandel, dem man zu wenig Beachtung geschenkt hat.
    Pia lernt immer wieder etwas Neues kennen, das jeder aus unserer Zeit als gegeben hinnimmt - Laptops, Autos, Feuerzeuge und auch Bücher. Zwar kenne ich mich in München nicht sonderlich aus, aber viele beschriebene Sachen kennt man eben doch und fühlt sich als würde man selbst durch die Straßen wandeln.


    Der Schreibstil von Anna Mocikat liest sich flüssig und ich war nach wenigen Worten ganz mit Pia in der Wildnis unterwegs. Anfang des Monats ist der zweite Band 'Die verborgene Stadt' erschienen.


    Das Ende des ersten Bandes ist ohne Cliffhänger und doch will ich natürlich wissen wie es weiter geht. Pia ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ich sie in einem gewissen Abschnitte hätte schütteln mögen. Natürlich ist sie ein absoluter Held, aber irgendwie brauchte ich sowas gerade mal. Deshalb stört es mich auch nicht so. Sie macht auf alle Fälle eine starke Entwicklung durch und wird zu einer Frau der ich nicht im Dunkeln begegnen will wenn sie sauer ist.
    Aber auch viele andere Charaktere habe ich ins Herz geschlossen und hoffe, dass sie die Reihe überstehen werden.


    Fazit: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

Anzeige