Hans Sahl - Die Wenigen und die Vielen

  • Buchdetails

    Titel: Die Wenigen und die Vielen


    Verlag: Luchterhand Literaturverlag

    Bindung: E-Book

    Seitenzahl: 369

    ISBN: 9783641044701

    Termin: Juni 2010

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Die Wenigen und die Vielen"

    Hans Sahls wahrhaft großer Roman: Eines der wichtigsten Werke der deutschen Exilliteratur In seinem einzigen Roman erzählt Hans Sahl die Geschichte eines Schriftstellers, der zur Flucht aus Nazi-Deutschland gezwungen wird, kreuz und quer durch Europa gehetzt wird und bei seiner glücklichen Ankunft in New York das eigenartige Gefühl nicht abschütteln kann: Das Exil werde ich nie mehr hinter mir lassen ... »Ich bin kein Held. Ich habe Angst vor Ratten und vor Schlangen. Ich gehe ungern durch einen dunklen Wald. Ich liebe es nicht, misshandelt zu werden. Schlachtenlärm und Weltuntergänge sowie alle historischen Ereignisse, die sich geräuschvoll abspielen, sind mir unsympathisch. Ich liebe Bücher und Bilder, gute Musik und gute Weine ...« So beginnt Georg Kobbe in Hans Sahls 1959 erstmals publiziertem Roman »Die Wenigen und die Vielen« von sich zu erzählen. Es ist die abenteuerliche Geschichte eines Berliners Dichters, der, weil er die falschen Bücher las und schrieb, vor allem aber, weil er ein Jude war, durch halb Europa gejagt wurde, bis er sich schließlich in Amerika in Sicherheit bringen konnte. Hans Sahls Roman, der vom Untergang einer ganzen Welt erzählt, gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Geschichte des deutschen Exils.
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  • „Wir sind die Letzten.
    Fragt uns aus.
    Wir sind zuständig.
    Wir tragen den Zettelkasten
    mit den Steckbriefen unserer Freunde
    wie einen Bauchladen vor uns her.
    Forschungsinstitute bewerben sich
    um Wäscherechnungen Verschollener,
    Museen bewahren die Stichworte unserer Agonie
    wie Reliquien unter Glas auf.
    Wir , die wir unsere Zeit vertrödelten,
    aus begreiflichen Gründen,
    sind zu Trödlern des Unbegreiflichen geworden.
    Unser Schicksal steht unter Denkmalschutz.
    Unser bester Kunde ist das schlechte Gewissen der Nachwelt.
    Greift zum, bedient euch.
    Wir sind die Letzten.
    Fragt uns aus.
    Wir sind zuständig.“

    Diese bittere und zugleich mahnende Widmung hat der 1993 verstorbene Schriftsteller Hans Sahl 1973 seinem zuerst 1959 erschienenen Roman „Die Wenigen und die Vielen“ vorangestellt, vermutlich als eine Neuauflage geplant war. Der Luchterhand Literaturverlag hat sich dem Werk von Hans Sahl angenommen und das vorliegende Buch ist der dritte Band einer dort editierten Werkausgabe.

    Er sei kein Held, sagt Hans Sahl gleich zu Beginn seines Romans, in dem er die -natürlich autobiographisch geprägte- Geschichte eines Schriftstellers erzählt, der der Vernichtungsmaschine der Nazis knapp entkommen konnte und in Amerika im Exil lebte. Georg Kobbe heißt das Alter Ego, der den Leser gleich zu Beginn mit seiner Geschichte gefangen nimmt, die ihn zurückführt in ein Europa des frühen 20. Jahrhunderts und die beginnende Zerstörung und Barbarei, die den ganzen Kontinent ins Elend stürzte.

    Es gelingt Hans Sahl auf eine eindrückliche und bewegende Weise, die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und auch die Jahre bis zur Machtübernahme Hitlers zu beschreiben. Auf der einen Seite beklagt er den Untergang aller Menschenwürde und gleichzeitig hält er an der Macht der Wahrhaftigkeit fest, mit großer visionärer und poetischer Kraft.

    Der Roman zählt nach Ansicht der meisten Literaturwissenschaftler zu den wichtigsten Zeugnissen der Geschichte des deutschen Exils , und obwohl er eine untergegangen Zeit und Kultur beschriebt, ist er eminent wichtig für heutige, gerade jüngere Leser.

  • Der Autor (Q: Wikipedia): Der am 20. Mai 1902 als Sohn eines jüdischen Industriellen in Dresden geborene Hans Salomon war ein Literatur-, Film- und Theaterkritiker in der Zeit der Weimarer Republik, der unter dem Namen Hans Sahl veröffentlichte. Als antifaschistischer Schriftsteller, Übersetzer und Kulturkorrespondent ist er ein bedeutender Vertreter der deutschen Exilliteratur. Er benutzte auch die Pseudonyme Franz Floris, Peter Munk und Salpeter. 1933 musste er aus Deutschland fliehen - über Prag und Zürich nach Paris, dann nach Marseille und über Portugal nach New York. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Kulturkorrespondent erst der Zürcher Zeitung, dasnn der Süddeutschen Zeitung in New York. Im New Yorker Exil entstanden die meisten seiner schriftstellerischen Arbeiten; von Bedeutung waren aber auch seine Übersetzungen der Werke amerikanischer Autoren wie Maxwell Anderson, Arthur Miller, Thornton Wilder und Tennessee Williams. Seit 1989 lebte der Autor in Tübingen, wo er mit 90 Jahren am 27. April 1993 starb.Die Beisetzung erfolgte auf dem Berliner Friedhof Heerstraße im heutigen Ortsteil Westend.


    Klappentext (Q: Luchterhand): „Ich bin kein Held. Ich habe Angst vor Ratten und vor Schlangen. Ich liebe es nicht, misshandelt zu werden. Schlachtenlärm und Weltuntergänge sowie alle historischen Ereignisse, die sich geräuschvoll abspielen, sind mir unsympathisch. Ich liebe Bücher und Bilder, gute Musik und gute Weine ...“
    So beginnt Georg Kobbe in Hans Sahls 1959 erstmals erschienenem Roman „Die Wenigen und die Vielen“ von sich zu erzählen. Es ist die abenteuerliche Geschichte eines Berliner Dichters, der, weil er die falschen Bücher las und schrieb, vor allem aber, weil er ein Jude war, durch halb Europa gejagt wurde, bis er sich schließlich in Amerika in Sicherheit bringen konnte.
    Hans Sahls Roman, der vom Untergang einer ganzen Welt erzählt, gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Geschichte des deutschen Exils. Es ist, wie Wolfgang Koeppen schrieb, „ein Roman, der ein ungeueres Schicksal beschreibt, das Leben eines Vertriebenen, den einsamen gefahrvollen Weg eines von Erdteil zu Erdteil Gehetzten … Ein wichtiges Buch der Besinnung, eine ergreifende stille Stimme aus dem Chaos, ein Bericht voller bitterer Konsequenz.“
    „Sahls Buch müsste Pflichtlektüre in Deutschlands höheren Schulen werden.“ - Kurt Pinthus


    Sahls einziger Roman „Die Wenigen und die Vielen“ erschien mit der Unterzeile „Roman einer Zeit“ 1959 im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main. Umfang: 285 Seiten. Neuauflagen gab es unter anderem 1977 bei Goverts in Frankfurt am Main, 1994 im Deutschen Taschenbuch Verlag in München und 2010 im Luchterhand Literaturverlag in München.
    Die englische Übersetzung besorgten Richard und Clara Winston. Sie erschien 1962 als „The Few and the Many“ bei Harcourt, Brace & World in New York.
    Die französische Übersetzung besorgte Maurice Muller-Strauss. Sie erschien 1964 als „Le troupeau perdu“ bei Albin Michel in Paris.


    Ein sehr eindrückliches, autobiografisch angehauchtes Buch von 1959 über das Leben eines Schriftstellers, der während der Nazizeit ins Exil gehen muss, sich durch Europa schlägt und schließlich in New York landet. Gleichzeitig erzählt Sahl von der schrittweisen „Barbarisiering“ der deutschen Gesellschaft und der Zerstörung der Menschlichkeit unter Hitler. Worte, Szenen und Gedanken von großer Kraft und Tiefe: Was hält einen in einem unerträglich gewordenen Land? Wann geht man fort? Was hält einen aufrecht in einem Zustand als Heimatloser und Flüchtender? Insofern kann der Roman auch über seine zeitgebundene Bedeutung als Stimme der deutschen Exilliteratur und literarisches Dokument der Durchsetzung des Faschismus in Deutschland hinaus ein großer Gewinn für heutige Leser sein, die sich vielleicht entwurzelt fühlen, die der Unmut über die Gesellschaft umtreibt oder die selber ihre Heimat verlassen mussten: Wie Hans Sahl, der sich selbst als „transzendentaler Obdachloser“ bezeichnete, von der Zerstörung der Gesellschaft, dem Ausgestoßensein und der Erinnerung an das Vergangene schreibt, hat genügend dichterische Eindrückligkeit, um die Leser auf dem kalten Fuß zu erwischen. :thumleft:

    Alfred B. Guthrie "Der weite Himmel" (226/412)

    Geoffrey McSkimming "Cairo Jim und die vergessenen Götter" (144/188)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 54 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Rick Bass "Winter in Montana" (23.3.)

  • Die englische Übersetzung besorgten Richard und Clara Winston. Sie erschien 1962 als „The Few and the Many“ bei Harcourt, Brace & World in New York.

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  • Die französische Übersetzung besorgte Maurice Muller-Strauss. Sie erschien 1964 als „Le troupeau perdu“ bei Albin Michel in Paris.

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