Mike Bartlett - King Charles III

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  • Eigenzitat aus amazon.de:


    Charles, Prinz of Wales, scheint ein guter und pflichtbewusster Mensch zu sein und als solcher kann er natürlich nur wünschen, dass seine Mutter noch ein langes und gesundes Leben hat – auch wenn er nun selbst eigentlich das Rentenalter langsam erreicht und die Stelle, die er eigentlich mal bekommen sollte immer noch von seiner Mutter besetzt wird. So verbringt er seine Zeit mit biologischem Landbau, komplementärer Medizin, Umwelt- und Artenschutz und dem Schreiben von Briefen an Parlamentsminister zu Themen, die ihm am Herzen liegen. Und hinter ihm warten William und Kate und mit George gibt es nun auch schon einen weiteren Thronfolger.

    Daneben hat sich die Einwohnerschaft Großbritanniens, des Commonwealth, ja der ganzen Welt, an Queen Elizabeth II 62 Jahre lang gewöhnen können. Sie ist ein ehernes Symbol der Stabilität und der Ruhe in einer turbulenten Welt, aus der sie eigentlich nicht mehr wegzudenken ist. Selbst eingefleischte Republikaner merken eine Neigung dazu, das Knie zu beugen, wenn sie ihr gegenüber stehen.

    Aber niemand lebt ewig und nach 62 Jahren Regentschaft nehmen die Spekulationen darüber, was als Nächstes kommt beständig zu. Das vorliegende Stück ist der Entwurf eines möglichen Szenarios.

    Am Tage der Beerdigung seiner Mutter beginnt Prinz Charles – noch ist er ja nicht gekrönt – seine Arbeit mit dem Premierminister und dem Schattenpremierminister aufzunehmen. Alleine diese Neuerung erzeugt schon eine gewisse Unruhe. Als Charles dann auch noch beschließt, eine Gesetzesvorlage zur massiven Einschränkung der Pressefreiheit zu blockieren, kommt es schnell zu heftigen Spannungen zwischen dem Monarchen und „seinem“ Parlament. Spannungen, die immer mehr eskalieren, während gleichzeitig durch den Tod der alten und altwürdigen Königin Bewegung in die innerfamiliären Machtbeziehungen kommt. Dabei nehmen einige der Gestalten – speziell Prinz Harry und die Herzogin Kate – geradezu Shakespeareanische Züge an. Was die Handlung auch in ähnlichem Stile vorantreibt. Außerdem haben die Namen einiger Beteiligten in Shakespeare-Stücken (Harry) und in der britischen Geschichte – die Regierungszeiten der vorhergehende Charles‘ waren für die betreffenden Könige im Endeffekt eher weniger erfreulich – schicksalshafte Vorbilder, die hier auch ihren Widerhall finden.

    Eine glaubwürdige – und gleichzeitig klassische (tatsächlich mit fünf Akten) – Auseinandersetzung mit einer großen Veränderung, die sicherlich noch viele der Theaterbesucher seit dem April 2014 miterleben werden. Ein nicht wirklich originelles Stück, aber eines, das die aktuelle innenpolitische Situation in Großbritannien in Bezug auf die Royals sehr gut widerspiegelt.

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