Petra Hartlieb - Meine wundervolle Buchhandlung

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Meine wundervolle Buchhandlung (Taschenb...

4.3|42)

Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 208

ISBN: 9783832163433

Termin: Februar 2018

  • Petra Hartlieb - Meine wundervolle Buchhandlung


    Klappentext:
    Petra Hartlieb lebt gemeinsam mit ihrer Familie in und über einer Buchhandlung. Ihrer eigenen. Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sie sich im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt. Im Herzen ist Petra Hartlieb noch immer Hippie geblieben, auf dem Papier ist sie aber nun schon seit zehn Jahren Unternehmerin. In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind. Petra Hartlieb erzählt in einem schlagfertigen und humorvollen Ton, der jede Zeile zu einem großen Vergnügen macht und jedes Kapitel zu einer Liebeserklärung an die Welt der Bücher.


    Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Auflage 1: 17. September 2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN-13: 978-3832197438



    Dass meine Buchhändlerin Bücher schreibt, habe ich an anderer Stelle schon vermerkt. Aber diesmal ist es kein Krimi, sondern sie beschreibt die Geschichte ihrer Buchhandlung und ihrer Familie.
    Petra Hartlieb, ihr Mann Oliver und ihre beiden Kinder wohnten in Hamburg - sie als Pressereferentin und Literaturkritikerin, er in einem gut bezahlten Job in einem deutschen Verlag. Aus einer Weinlaune heraus kaufen sie eine aufgegebene Buchhandlung in Wien, mit darüber liegender Wohnung und direktem Zugang zum Laden. Die Wohnung ist nicht zu beziehen und während des Umbaues wohnen sie bei Freunden. Bis das alles läuft und die Buchhandlung wirklich den Lebensunterhalt eine vierköpfigen Familie erwirtschaftet, wird hier sehr anschaulich erzählt. Erzählt wird auch der Umzug in eine andere Stadt, den eines der Kinder verweigert und die Eingewöhnung in diese.
    Petra Hartlieb beschreibt in ihrem Buch ihre sehr persönliche Geschichte als Buchhändlerin. Sie erzählt nicht nur von den schönen Seiten einer Buchhändlerin, sondern auch von vielen Rückschlägen und Dingen, die man als Selbständiger dann in den Nachtstunden erledigen muss.
    Trotzdem spürt man ihre grosse Liebe zu den Büchern, die nicht nur das Geschäft füllen, sondern auch die darüber liegende Wohnung.
    Ich kann nur sagen, ich liebe diese Buchhandlung und alle ihre Mitarbeiter, die so nach und nach dazugekommen sind und in diesem Buch sehr anschaulich dargestellt werden. Sie sind alle immer freundlich, lustig und auf alles gefasst, was da so kommen mag.
    In diesem Jahr feiert “Hartliebs Bücher“ ihr 10jähriges Bestehen und ich kann mir unseren Bezirk nicht mehr ohne sie vorstellen.
    Seit kurzen gibt es eine Filiale mit Schwerpunkt italienische Literatur, besonders in Originalsprache. Es gibt dort auch viel französische Literatur, liegt diese Buchhandlung ja ganz nahe bei der französischen Schule.
    Fazit: Lest dieses wirklich unterhaltsame Buch und wenn ihr nach Wien kommt, besucht diese wunderbare Buchhandlung.
    www.hartliebs.at/

  • Mir hat das Buch sehr gut gefallen, hab viel Spaß beim Lesen gehabt und musste oft schmunzeln, auch wir sind von Hamburg nach Österreich gezogen und mir kam ziemlich vieles bekannt vor. Der lockere Schreibstil hat mir gefallen und ich habe mir gleich mal das erste Buch der Krimi Reihe gekauft und bin wiederum neugierig :study:

  • Ich habe dieses kleine, feine Buch heute beendet und bin begeistert. Petra Hartlieb versteht es so zu schreiben, als erzähle sie es einem im direkten Gespräch. Ich hatte beim Lesen sogar ein wenig den österreichischen Dialekt bzw. die Sprachmelodie im Ohr - zauberhaft. Sie beschreibt ihr Leben als Besitzerin einer Buchhandlung bzw. das ihrer Familie, die quasi in der Buchhandlung lebt, mit allen Vor- und Nachteilen. Da meine Tochter auch Buchhändlerin ist, kann ich einiges sehr gut nachvollziehen - vor allem die Zeit des Weihnachtsgeschäftes, in der Buchhändler ihr eigenes Leben fast vollkommen vernachlässigen (müssen). Trotz aller Mühen, alles Stresses spürt man im Buch sehr deutlich die Liebe von Petra Hartlieb und ihrem Mann zu den Büchern. Man spürt aber auch, dass Buchhändler besondere, manchmal auch spezielle, Menschen sind. Das kann ich auch bestätigen. Allen Bibliophilen, allen Liebhabern ursprünglicher Buchhandlungen möchte ich dieses Buch sehr ans Herz legen.
    Falls ich mal irgendwann nach Wien komme, werde ich mir die Buchhandlung Hartlieb auf alle Fälle anschauen.

  • Ach nein wie schön dieses Büchlein war :flower:
    Ich habe es in einem Rutsch heute ausgelesen und bin einfach bezaubert, wie humorvoll, aber auch offen Petra Hartlieb über ihre Buchhandlung schreibt, über die Finanzen, die Angestellten, den Stress, aber auch über die unzähligen Anekdoten.
    Warm ums Herz wurde mir, als ich las, was für nette, hilfsbereite Kunden und Freunde Familie Hartlieb hat. Da wird gekocht, geputzt, aufgeräumt, eingekauft oder was auch immer - mitunter von fremden Menschen.
    Ich bin fasziniert von dieser Familie und ihren tollen Angestellten. Und eines ist klar, ich möchte nur zu gern Frau Hartlieb kennenlernen, mal ein literarisches Gespräch mit ihr führen, ihre Buchhandlungen durchstöbern und mich dann mit den neuen Errungenschaften in ein Wiener Kaffeehaus setzen. :drunken:
    Wer Bücher liebt und mal wissen möchte, was da auf einen zukommt wenn man eine Buchhandlung eröffnet, der sollte zuschlagen! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Das war ein leichtes und gemütliches Leseerlebnis. Einfach ein Wohlfühlbuch, auch wenn ich zwischendurch die Luft anhalten musste, wenn es um die Kredite und ihre Höhe ging. Oder um den Stress.


    Eins weiß ich immer noch nicht: Wie Petra Hartlieb es geschafft hat, alles unter einen Hut zu bekommen, ohne verrückt zu werden. Das Kind, das beim Kauf der Buchhandlung erst in den Kindergarten geht, die Einarbeitung in eine fremde Materie, die Umbauten, die Veranstaltungen, bei denen man als Buchhändler mitmachen muss, den Haushalt, die Ehe, die Angestellten, ... und dann noch die ganzen Bücher, die sie lesen muss / will ...

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Leider muss ich sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Das Buch hat wunderbares Passagen, wenn von all den positiven Erlebnissen berichtet wird. Diese werden, meiner Meinung nach, jedoch immer viel zu kurz abgehandelt. Oft wird eine schöne Situation nur in einem Satz behandelt und weiter geht's. Leider viel zu oft wird dagegen wiederholt, wieviel Arbeit Hartliebs haben. Ich glaube ja, dass sie viel arbeiten und hart zu kämpfen hatten. Aber spätestens nach der 20. Wiederholung habe ich das begriffen und statt das noch weitere (gefühlte) 50 mal zu lesen, hätte ich viel lieber die schönen Storys ausführlicher gelesen.
    Vielleicht bin ich ja mit falschen Voraussetzungen an dieses Buch gegangen, aber ich war der Meinung, ich hätte es hier mit einem absoluten Wohlfühlbuch zu tun, nur wurde mir dafür leider etwas zuviel gejammert. Wäre ich Kunde, würde ich mich im nächsten Weihnachtsgeschäft vermutlich nicht in den Laden trauen.
    Ich habe dann gestern Abend ganz schnell gelesen, weil ich das Buch dann heute lieber nicht noch mal in die Hand nehmen wollte.
    Schade, denn diese Geschichte aus dem Leben finde ich an sich wirklich klasse! Auch sind mir sowohl die Familie als auch die Angestellten, wie sie beschrieben wurden, sehr sympathisch.
    Ansonsten sind die Stimmen zum Buch ja durchweg positiv, bin ich denn die einzige, die enttäuscht war?

  • @Magoona:
    Nein, du bist nicht die Einzige. Ich habe das Buch heute gelesen und bin auch enttäuscht. Ich weiss nicht, was ich erwartet habe, aber sicher nicht solch ein Gejammere über alles mögliche, obwohl sie so viel Unterstützung in allen Bereichen bekamen (Finanziell, Logistisch, Branchenspezifisch, etc.) und die beiden auch nicht wirklich branchenfern waren.


    Insbesondere störte mich das Gejaule über das Arbeiten in der Adventszeit. Ja, im November, spätestens im Dezember wird es im Einzelhandel stressig. Egal ob in einer Buchhandlung oder sonst in einem Geschäft. Das ist nunmal so und ganz viele sind davon betroffen und jammern nicht rum, obwohl sie keine so humanen Öffnungszeiten von 9:00 bis 18:00 oder Samstags nur bis 14:00 haben.


    Ausserdem frage ich mich,


    Mich hätte hingegen mehr interessiert, wieso die Hartliebs auf die Idee mit der Buchhandlung kamen. Da muss doch schon mehr dahinter sein als einfach nur "ne Schnapsidee"!
    Mir fehlten einige Erzähl-Enden: Wie und in welchem Zeitrahmen wurden die Darlehen zurückgezahlt? Wieso sind sie auf einmal pleite trotz Ferienhaus und floriendem Geschäft und eröffnen dennoch eine zweite Buchhandlung?


    Die ein oder andere Beschreibung und Anekdote über Kunden und ihre Wünsche kam mir sehr bekannt vor und wird von der Autorin humorvoll beschrieben, doch das reicht nicht aus um inhaltlich zu überzeugen. Darüber könnte jeder, der im Buchhandel arbeitet, ein Buch füllen. Das Buch hinterlässt mir einen fahlen Nachgeschmack, wenn ich an all die BuchhändlerInnen denke, die täglich ihre Arbeit tun und zufrieden sind dabei, obwohl sie von soviel Zuwendung wie sie die Hartliebs erfahren haben, nur träumen können.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • So, ich habe das Buch auch gelesen. Es hat mir gut gefallen, insgesamt. Aber auch ich habe einige Kritikpunkte.
    Ich glaube aufs Wort, dass Selbstständigsein, besonders in der Anfangszeit, purer Stress ist. So wie der enorme Arbeitsaufwand geschildert ist, fragte ich mich aber auch, wann liest die Frau und wann schreibt sie? Das wird irgendwie nie erwähnt. Außer einmal, wie sie mit dem Zug reist.
    Wobei in einem Satz schreibt sie auch einmal, dass sie im Sommer den gewollten Tagesumsatz nicht erreichen. Man kann sich dann denken , dass in dieser Zeit der Stress nicht ganz so gross ist.
    Familiäre Probleme werden nur kurz angerissen. Der schulpflichtige Sohn lebt mehr oder weniger alleine in Hamburg. Ein Besuch, einige Gespräche mit ihm und seinen Freunden und schon ist er wieder auf dem rechten (Schul)weg.
    Sicher , es geht um die Buchhandlung und nicht um Familienprobleme. Doch wenn sie erwähnt werden, hätte ich mir gewünscht, dass der Umgang mit deren Bewältigung etwas realistischer ggeschildert wird.
    Daher gibt es von mir 4 Sternchen und nicht die volle Anzahl.

  • "Du musst sofort kommen. Wir haben die Buchhandlung gekauft. Scheiße, wir haben eine Buchhandlung gekauft!"


    Für diesen Satz liebe ich Petra Hartlieb. Da hat die Familie Hartlieb - Frau, Mann und zwei Kinder -, zufrieden in Hamburg lebend, mal eben so eine Buchhandlung in Wien gekauft. Man hat ja einen Ex, der einem einen zinslosen Kredit gewährt und man hat Freunde in Wien, die einem ein Dach überm Kopf bieten, bis die Wohnung bezugsbereit ist. Was soll's also: Kaufen wir eine Buchhandlung.


    Es ist die zweite Oktoberwoche, am 4. November soll in Wien Eröffnung sein. Es muss gekündigt werden, ein Kindergartenplatz gesucht werden, umgezogen werden und ein Buchladen muss neu renoviert und bestückt werden. Und dann muss der Mann nach der Neueröffnung wieder nach Hamburg zurück, seine halbjährige Kündigungsfrist einhalten. So steigt er ins Auto und lässt mich "als frischgebackene alleinerziehende Unternehmerin ohne eigene Wohnung zurück. Mich, die ich nie mehr alleinerziehend sein wollte. Auch nie Unternehmerin. Und Buchhändlerin bin ich ja auch nicht. Wie gut, dass ich keine Zeit habe, darüber nachzudenken, wie sehr ich mich überfordert fühle".


    Ich denke einfach mal, dass das ganze Projekt erfolgreich war, ansonsten hätte Petra Hartlieb das Buch sicher nicht mit so einer Prise Humor geschrieben, dass ich schon nach den ersten 20 Seiten gegrinst und gelacht habe.


    Die wiedereröffnete Buchhandlung schlägt voll ein. Die Wohnung darüber wird fertig und man richtet sich ein. Aber diese Nähe zum Job - Wohnung und Buchhandlung sind durch eine Treppe verbunden - bedeutet auch, dass man kaum Feierabend machen kann. Das schafft man auf Dauer wohl nur mit Leidenschaft - oder ist es verrückt?


    "Denn ganz normal ist es wohl nicht, wenn man nach einem Zehnstundentag, an dem man gefühlte zweihundert Bücher aller Genres nacherzählt hat, am Küchentisch sitzt, völlig begeistert die Vorschaupakete von Rowohlt und Hanser aufreißt und sich über einen neuen Auster oder T.C. Boyle freut, als hätte man noch kein einziges Buch auf dem Nachttisch liegen."


    Oh, wie gut kann ich sie verstehen. Geht es mir doch genauso - vielleicht nicht gerade mit Neuerscheinungen, ich stöbere ja lieber nach Büchern, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben. - Es ist wirklich eine Sucht.


    Auf lockere Art und mit leichtem Humor versehen, erfahren wir, wie das Buchhändler-Leben so funktioniert. Wie viel Arbeit dahinter steckt, aber auch die Freude, seinen Traum zu leben, sei es auch noch so anstrengend. Petra Hartlieb betont aber auch immer wieder, dass sie es ohne die viele Hilfe von Freunden und Bekannten ganz sicher nicht geschafft hätten.


    Und als ob es nicht reicht, eine Buchhandlung zu führen, schreibt Petra Hartlieb so ganz nebenbei noch ein Buch. Zwar in Kooperation mit einem deutschen Literaturkritiker, aber immerhin. Und das wird dann auch noch im Diogenes-Verlag verlegt. Und bei nur einem Buch bleibt es nicht.


    Und es bleibt auch nicht bei nur dieser einen Buchhandlung. Aber das müsst ihr selbst lesen. Mir dreht sich da langsam der Kopf.


    Ich frage mich, wo die Frau die Energie hernimmt. Aber eines weiß ich: Würde ich in Wien leben, wäre ich Stammkundin bei ihr. So bleibt mir aber nur, mir noch ein Buch von ihr zu kaufen und zu lesen, wie es Weihnachten in der Buchhandlung der Hartliebs zugeht. Darauf freue ich mich schon.

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