Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

Die Vermessung der Welt

3.8 von 5 Sternen bei 122 Bewertungen

Verlag: Rowohlt

Bindung: Taschenbuch

ASIN: B07MQDX1MP

Termin: 2015

  • Aber genau das war auch mein Problem, Kehlmann versucht zwei große Gelehrte dem breiten Publikum vorzustellen

    Falsch. Daniel Kehlmann nimmt 2 berühmte deutsche Charaktere aus Forschung und Wissenschaft als Grundlage für einen Roman der reinen Fiktion - da muss er auch nicht den Anspruch haben, jeden Aspekt auf seine historische Authenzität und Korrektheit zu überprüfen. Die Vermessung der Welt dient dementsprechend als rein fiktiver, der Unterhaltung dienender Roman - hier die Maßstäbe einer Biographie anzulegen ist meiner Meinung nach unangemessen und falsch.

    Zitat


    Stimmt, ich hätte das vielleicht schon vorher konkretisieren können, aber nur weil ich nicht mit der landläufigen Meinung überein stimme, muss man nicht unfreundlich werden!

    Du bist hier in einem Forum, wo es auch angemessen und erlaubt ist, sachlich andere Beiträge und Meinungen zu hinterfragen - wo hier jemand unfreundlich geworden ist, erschließt sich mir aus den letzten Beiträgen nicht. :scratch:

    "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)


    :montag:

  • Die Vermessung der Welt dient dementsprechend als rein fiktiver, der Unterhaltung dienender Roman - hier die Maßstäbe einer Biographie anzulegen ist meiner Meinung nach unangemessen und falsch.

    Aber vollkommen aus der Luft gegriffen ist die Erzählung ja nun auch wieder nicht...

    With freedom, books, flowers, and the moon, who could not be happy? ― Oscar Wilde

  • Aber vollkommen aus der Luft gegriffen ist die Erzählung ja nun auch wieder nicht...

    Nein natürlich nicht - reale, auf Tatsachen beruhende Begebenheiten und Charaktere dienten als Vorlage für eine fiktive Geschichte und nicht für eine Biographie - und daher ist es eher nicht sinnvoll, die Kriterien für Letzteres mehr in die Wagschale zu werfen als nötig - auch wenn viele andere Aspekte dieses Buches Geschmackssache sind, wie überall anders auch ;)

    "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)


    :montag:

  • Die Vermessung der Welt dient dementsprechend als rein fiktiver, der Unterhaltung dienender Roman - hier die Maßstäbe einer Biographie anzulegen ist meiner Meinung nach unangemessen und falsch.


    Stimmt. Das Buch ist weder eine Biographie noch ein Sachbuch, sondern ein Roman. Es erzählt eine fiktive Geschichte, in der die beiden historischen Figuren Gauß und Alexander von Humboldt nur Mittel zum Zweck sind. Fiktive Romane mit einer historischen Figur als Protagonist sind zum Beispiel "Lotte in Weimar" von Thomas Mann, "Wassermusik" von T.C.Boyle und die "Henri Quatre"-Romane von Heinrich Mann.


    da muss er auch nicht den Anspruch haben, jeden Aspekt auf seine historische Authenzität und Korrektheit zu überprüfen.


    Da bin ich anderer Meinung und sehe das ähnlich wie Sanara. Wenn ein Autor schon konkrete historische Details einbaut, sollten die möglichst korrekt sein. Denn sonst entsteht der Verdacht, als habe er schludrig recherchiert oder sich die Fakten bequem zurecht gebogen.


    Mir persönlich hat der Roman aus anderen Gründen nicht besonders gefallen. Humboldt und Gauß sind mir zu vorhersehbar und eindimensional als die "typischen" Naturwissenschaftler angelegt, die ganze Geschichte hält sich auf einem allzu gefälligen Unterhaltungslevel. Von der Lektüre ist mir nichts im Gedächtnis geblieben. Kaum zugeklappt, hatte ich das Buch schon vergessen. Ich erinnere mich nur, dass ich eines der Kapitel am Schluss am besten fand, das vorletzte oder vorvorletzte, aber warum, ist mir auch schon entfallen. Die Begeisterung der Literaturkritik kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen. Allerdings hat Kehlmann Talent, und wenn er mal aufhört, Everybody's Darling sein zu wollen, könnte er vielleicht sogar "Bleibenderes" schaffen.


    Gruß mofre

      :study: Ich lese gerade


    Man ist ja von Natur kein Engel,

    Vielmehr ein Welt- und Menschenkind,

    Und rings umher ist ein Gedrängel

    Von solchen, die dasselbe sind.

    (Wilhelm Busch)


  • Ich fand das Buch ausgesprochen gut.. Nichtsdestotrotz ist das Buch auch recht lehrreich und interessant.

    Was findest du am Buch lehrreich ( diese Frage ist ernstgemeint und jetzt nicht irgendwie von oben herab)
    Daniel Kehlmann selbst hat in Interviews gesagt, er wolle die Welt der Naturwissenschaften einem breiteren Publikum vorstellen,
    er beschreibt es auch als fiktiven Roman, wobei es dabei mehr um die Dialogo geht, denn die sind naturgemäß erfunden, sie sind schließlich nicht erhalten.
    Daher verwundert es mich, dass er solche falschen Angaben zu einzelen Entdeckungen macht.


    Was ich unfreundlich war, dass einem unterstellt wird, man würde sich eben nicht für eine Thematik interessieren , wenn man es kritisiert,
    ich hätte meine Kritikpunkte schon im ersten Beitrag darlegen sollen, dass stimmt.


    LG
    Sanara

    Sub: ungezählt, aber ein Berg der Träume, Sehnsüchte, Abenteuer und Erlebnisse.


    "Wir leben in einer Schattenwelt und Magie ist ein rares Gut. Dieser Roman hat mich gelehrt, daß ich durch das Lesen mehr und intensiver leben, daß Lesen mir das verlorene Sehen wiedergeben konnte."

    Der Schatten des Windes - Carlos Ruiz Zafón

  • Was findest du am Buch lehrreich ( diese Frage ist ernstgemeint und jetzt nicht irgendwie von oben herab)

    Wenn ich dir jetzt unter anderem die Vermessungsarbeit von Gauss, oder die Abenteuer von Humboldt auf dem Fluss nenne, darfst du als Experte mir Unwissendem gerne im Detail erklären, was daran aus der Luft gegriffen ist und was nicht und was ich dementsprechend interessant und "lehrreich" finden darf - auch wenn dies diesbezüglich nicht von Relevanz ist ;)


    Zitat

    Daniel Kehlmann selbst hat in Interviews gesagt, er wolle die Welt der Naturwissenschaften einem breiteren Publikum vorstellen,


    er beschreibt es auch als fiktiven Roman, wobei es dabei mehr um die Dialogo geht, denn die sind naturgemäß erfunden, sie sind schließlich nicht erhalten.


    Daher verwundert es mich, dass er solche falschen Angaben zu einzelen Entdeckungen macht.


    Was genau möchtest du uns mit damit vermitteln? So ganz werde ich daraus nicht schlau, ist nicht böse gemeint.

    "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)


    :montag:

  • Morgen



    Da hast du Recht Eol, die Abenteuer und vor allem die Vorangehensweise der Beiden ist sehr interessant, da man einen Einblick die damalige Arbeitsweise erhält.


    Was ich damit sagen möchte ist folgendes: wenn jemand ein Buch schreibt, um jemand anderes etwas näher zu bringen, dann sollten die Dinge dort auch richtig erklärt sein.
    Ich erwarte von Kehlmann nicht, dass er die Entdeckungen und Prinzipien in seinem Buch bis in die wissenschaftlichen Details erklärt, mit Formeln etc., sondern nur, dass er wenn
    er von großen Entdeckungen schreibt, die nun mal nicht fiktiv sind, sondern Realität, diese auch richtig wieder gibt.
    Was bringt es ihm, auch für die Handlung an sich, wenn er eine Entdeckung zeitlich verschiebt, oder warum behauptet er, die Amanzonasquellen seinen nicht entdeckt worden,
    dies hätte den Abenteuern eigentlich keinen Abbruch getan.
    Warum verwendet er den Begriff Strom ( er beschreibt, wie Strom fliesst und wie sich das am Körper anfühlt) zu einer Zeit, in der sich die Menschen noch nicht im Klaren darüber waren, was "Strom" ist, der Begriff ist modern. Natürlich kann man so dem Menschen von heute besser vermitteln was gemeint ist.
    Kehlmann selbst erhebt immerhin den Anspruch, diese Zeit und diese beiden an sich so trockenen Figuren den Menschen näher zu bringen.
    Er greift nichts aus der Luft!, Eol, der gibt die Dinge nicht richtig wieder!


    Ich finde es eben sehr schade, dass eine an sich so schöne Idee, die das Buch von Kehlmann ist, durch Fehler so angekratzt wird.
    Die Geschichte der Naturwissenschaften und Technik ist sehr interressant, sogar sehr, aber bitte im richtigen Kontext.


    Lg Sanara

    Sub: ungezählt, aber ein Berg der Träume, Sehnsüchte, Abenteuer und Erlebnisse.


    "Wir leben in einer Schattenwelt und Magie ist ein rares Gut. Dieser Roman hat mich gelehrt, daß ich durch das Lesen mehr und intensiver leben, daß Lesen mir das verlorene Sehen wiedergeben konnte."

    Der Schatten des Windes - Carlos Ruiz Zafón

  • Er greift nichts aus der Luft!, Eol, der gibt die Dinge nicht richtig wieder!

    Und? Was ändert dieser Fakt am Lesevergnügen? Wenn ich Wert auf historische Korrektheit lege, dann greife ich zu Biographie - diese ist dann aber eventuell nicht so unterhaltsam :)
    Ich gebe dir ja Recht - es wäre in diesem Buch toll, wenn die beschriebenen Geschichten auch noch auf historischen Tatsachen beruhen würden - ein noch größerer Lerneffekt wäre gegeben.
    Ein Kriterium sollte das aber nicht sein - aber deine Meinung sei dir natürlich gelassen, ich verstehe ja schon was du meinst :friends:

    "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)


    :montag:

  • An meinem Lesevergnügen ändert das einiges ;)
    Aber jeder hat eben seine Meinung, hier geht es ja um den Austausch von Meinungen :)

    Sub: ungezählt, aber ein Berg der Träume, Sehnsüchte, Abenteuer und Erlebnisse.


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    Der Schatten des Windes - Carlos Ruiz Zafón

  • Ich bin gerade auf Seite 184 des Buches und muss sagen das ich sehr enttäuscht bin. Vielen Bekannten von mir hat dieses Buch so wunderbar gefallen, dass sie mich überredeten es doch einmal zu lesen. Ihrer Meinung nach ist das Buch wahnsinnig lustig, meine Mutter konnte sich bei dem Buch vor Lachen gar nicht halten. Ich hingegen muss sagen, dass das Buch, für mich, nur eine trockene Schilderung von Abhandlungen ist und ich finde zwischen den Zeilen auch keinen Humor. Wenn ich lese, was die beiden machen denke ich entweder "Meine Güte ist der dumm!" oder "Das ist doch ganz normal!", aber irgendwie kommt mir in dem Buch nichts abstrakt vor.
    Hinzu kommt, dass der Autor, für mich, zu wenig den wirklichen Tatsachen folgt und sich sehr viel ausdenkt. Mir persönlich gefiele es besser, er hätte alles genau recherchiert und dann zu einem Roman verfasst.


  • Mit diesem Buch konnte ich leider nichts anfangen. Irgendwie war das Buch für mich nichtssagend.... :|
    Ich hatte nichts davon es gelesen zu haben.... bin nicht schlauer geworden, es hat mir nichts genaueres über die Hauptpersonen erzählt, geschweige denn dass es irgendwie fesselnd war. [-X
    Einfach nur einen Nebenbeilektüre die vielleicht amüsant geschrieben ist.
    Verstehe den Hype über diese Buch überhaupt nicht! :-s Dann lese ich doch lieber die Biographie von Gauss oder Humboldt.

    "Ein gutes Buch ist wie ein erholsamer Kurztrip aus dem Alltag."
    »Verlass das Haus nie ohne ein Buch.« Edward Gorey
    "Zu Hause ist da, wo deine Bücher sind" SILBER - Kerstin Gier

  • Irgendwie war das Buch für mich nichtssagend

    Es ist schon eine Weile her, das ich das Buch gelesen habe, aber so habe ich auch empfunden. Ich musste mich schon ziemlich zwingen das Buch auszulesen... wenn die stellenweise sehr lustigen Dialoge nicht gewesen wären hätte ich es wohl nicht geschafft.
    Und als ich dann durch war blieb die Frage: "ok. und worum ging es jetzt eigentlich?". Das ich mich an so gut wie nichts inhaltliches mehr erinnern kann sagt alles. In Erinnerung geblieben ist mir aber der außergewöhnliche Schreibstil, der hat mir gut gefallen. Allein deswegen lohnt es sich meiner Meinung nach das Buch zu lesen.

  • Zwei kluge Köpfe stehen im Mittelpunkt des Romans, die beide im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts auf ihre Weise die Welt vermessen wollen - und die verschiedener kaum sein könnten.


    Carl Friedrich Gauß, ein verschrobener Einzelgänger, der am liebsten keinen Fuß vor die Tür setzt und aus einfachen Verhältnissen stammt, fiel schon als Kind durch seine rasche Auffassungsgabe auf, fühlte sich zeitlebens den meisten anderen Menschen geistig weit überlegen und lebt eigentlich nur für seine Formeln und Berechnungsmodelle, die als Mathematiker und Astronom sein Lebensinhalt sind.


    Alexander von Humboldt stammt aus einer adeligen Familie, erhielt eine erstklassige naturwissenschaftliche Ausbildung (während seinem Bruder geisteswissenschaftliche Bildung zuteil wurde) und ist neugierig und offen, was die Welt alles zu bieten hat. Auf einer Entdeckungsreise nach Südamerika befährt er mit Einheimischen den Orinoco, begegnet wilden Tieren und alten Kultstätten und trotzt diversen Gefahren.


    Als alte Männer treffen die beiden in Berlin zusammen, wo das politische Geschehen sie einholt...


    Diese beiden so unterschiedlichen Männer porträtiert Daniel Kehlmann mit Witz und Tiefgang und streift hier und da wissenschaftliche Themen und die damaligen Vorstellungen über Zusammenhänge in der Natur, was sich natürlich wesentlich interessanter liest als trockene Abhandlungen.


    Am besten gefielen mir die Passagen über die Lebensgeschichte der beiden Forscher. Die Verflechtungen mit der deutschen Geschichte zum Schluss hin passten für mich nur bedingt ins Bild, und ich hätte gerade gegen Ende lieber noch etwas mehr über die beiden Männer gelesen als über die Wirren der damals aktuellen politischen Lage.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • So ich bin mittlerweile schon länger mit dem Buch fertig und muss Floxine und Nadine zustimmen. Für mich hatte das Buch keinen richtigen Inhalt, keinen Tiefgang und ich habe scheinbar auch noch einen anderen Humor als Daniel Kehlmann. Er beschreibt einfach nur die Handlungen der beiden Hauptpersonen, ohne richtig darauf einzugehen oder dass man etwas wirkliches über das Thema erfährt. Er streift die meisten Themen nur und man lernt nichts darüber. Er erwähnt z.B. Humboldts Geräte immer wieder, erklärt sie aber nicht. Am Ende des Buches streift er die politische Situation, was ich erstens sehr unangebracht finde und andererseits hätte ich ohne mein vorhandenes Wissen diesen Teil des Buches überhaupt nicht verstanden. Er erklärt die Situation nicht, geht nicht auf die Hintergründe, die Folgen ect. ein. Ein solches großes Thema kann man nicht in einem Kapitel mal kurz streifen und abfertigen. Ich muss sagen ich bin sehr enttäuscht, deshalb gibt es von mir nur :bewertung1von5: Stern.

  • Auch ich habe es endlich geschafft, das Buch zu lesen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Schön geschrieben. Vor allem die Passagen rund um die große Expedition von Humboldts fand ich sehr amüsant. Ein durchweg sympathisches Buch.

  • Für dieses Buch hab ich eine gefühlte Ewigkeit gebraucht. Ich lese eigentlich gerne und viel, aber die Vermessung der Welt ist 1 Monat durch die Gegend geschleppt worden, hat meinen Schulrucksack, meinen Nachttisch, 2 Flugreisen und Zugfahrten und sogar einen Regenguss in Bulgarien miterlebt, ohne in meinen Gedanken wirklich haften zu bleiben. Mit den "körperlichen" Seiten des Buches verbinde ich jetzt wahrscheinlich mehr als mit dem Inhalt.


    Zuerst einmal mochte ich den Stil absolut nicht. Durch die Wahl des Konjunktivs als Hauptstilmittel war alles so furchtbar unpersönlich, nüchtern und eigentlich auch belanglos. Wie runtergeleierte Zahlen, Fakten und Ereignisse. Eine Zufallswahl war das wahrscheinlich nicht, aber ich bin meinen Büchern gerne nahe.


    Dann war das Thema eigentlich auch nicht ganz mein Ding, aber das ist auch das Spannende:
    Sich in etwas hineinzudenken, das eigentlich nicht zu einem passt ... Und sich dann vielleicht vom Gegenteil überzeugen zu lassen.
    Diesem Buch ist es bei mir allerdings nicht gelungen, dafür waren mir die Protagonisten zu klischeehaft, zu typisch-verschrobene Wissenschaftler.



    Der Inhalt außerdem zu trocken und nüchtern.
    Das mit dem nicht ganz konkreten Kontext hat mich jetzt nicht unbedingt gestört, weil ich das von einem Roman nicht erwarte und deswegen nicht auf die Stichhaltigkeit der Daten vertraue. ;)


    Insgesamt hab ich 3 Sterne gegeben, vielleicht wären es auch eher 2. Ich mochte - um auch was Positives zu sagen - nämlich den zynischen Gauß und den Humor Kehlmanns an sich sehr gerne. War eine nette Auflockerung und ganz einfach lustig, wie verrückt die beiden manchmal waren.
    Am Ende bin ich einfach enttäuscht, der Hype hatte wahrscheinlich zuviel versprochen.

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Von Kehlmanns großem schriftstellerischen Talent konnte ich mich schon bei "Ich und Kaminski" und v.a. "Ruhm" überzeugen. Nun war es endlich auch an der Zeit, sein berühmtestes Buch, das so lange in den Beststellerlisten war, zur Hand zu nehmen.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es brachte mir doch, zumindest grob, die Lebensläufe zweier Wissenschafter näher, von denen ich bisher nur die Namen kannte. Ich fand die gegensätzlichen Charktere sehr gut beschrieben, v.a. der schrullige, doch sehr eigenwillige Gauß gefiel mir, ein Mathematiker durch und durch. Kehlmann schreibt voller Humor, die Dialoge fand ich prächtig und auch einige sehr gute Gedanken wurden verpackt. Höhepunkt ist sicher das Zusammentreffen der beiden, mit der einen oder anderen Einsicht.


    Aus diversen Buchbesprechungen und Interviews wusste ich, dass nur einige Teile der Realität entsprechen, und vieles fiktiv ist (v.a. das Zusammentreffen der beiden). Trotzdem bin ich jetzt sehr enttäuscht wenn ich in diesem Thread lese, dass Kehlmann historisch belegte Tatsachen verfälscht wiedergibt, v.a. wegen offenbar ungenügender Recherche. Das finde ich sehr, sehr schade, da es "Kleinigkeiten" sind, die auf den Fortgang des Buches keine Auswirkungen hätten. Die oben erwähnte Idee, im Anhang auf Fiktives hinzuweisen, gefält mir.


    Trotzdem gibt es für mich 4 Sterne, da es Kehlmann wirklich schaffte, mir Naturwissenschaftliches (das sonst nicht unbedingt meine große Leidenschaft ist) interessant und kurzweilig näher zu bringen.

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Ich hatte zuerst auch befürchtet, dass das Buch mir zu trocken seien könnte. Das war aber gar nicht der Fall. Kehlmann hat zwar seine eigene Art zu schreiben, aber sie gefiel mir. Ich fand die Geschichte sehr interessant und auch amüsant. Zwar muss ich zu geben, dass ich nicht besonders viel über Gauß und Humboldt weiß, sodass ich mich oft gefragt habe, was denn jetzt wirklich Realität und was Fiktion ist. Aber das hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan. Ich werde in nächster Zeit auch einfach mal nachforschen und ein paar Fakten zu den beiden Personen durchlesen. Ich fand die, ja eigentlich karikative Darstellung der Beiden Wissenschaftler auf jeden Fall sehr gelungen. Kehlmann bringt ein gutes Maß von Ernst und Komik ein und es fehlt dem Buch meiner Ansicht nach auch nicht an Ironie. An eins, zwei Stellen weist der Autor mit einer gewissen Ironie auf sich selbst, bzw. auf sein "Handwerk" das Schreiben zurück, was einem zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken bringt. Ein wirklich empfehlenswertes Buch.

  • Nehlja
    Das hast Du gut zusammengefasst und dem kann ich mich so anschließen.


    Ich habe etwas länger gebraucht um das Buch zu lesen, dass ist allerdings auch nicht verwunderlich :scratch: lese ich doch überwiegend Krimis und Thriller, die sich ruckzuck runterlesen...klar, dass ich mich da erst umstellen musste. Ich wußte von beiden Wissenschaftlern auch nicht vielmehr als der Name (und die Gaußche Kurve Wahrscheinlichkeitsrechnen noch von der Schule) von Humboldt war mir mehr der Bruder bekannt ( in der Pädagogik). Das Buch hat mich neugierig gemacht. Was ich schade fand aufgrund meiner Wissenslücken, dass ich nicht wußte was Fiktion und Realität war, was aber dem Gesamtroman keinen Abbruch tat. Interessant auch das Verhältnis zu anderen Menschen der 2 Genies zum einen Gauß zu den Frauen und zu seinem Sohn und dann Humboldt zu Bonland (weiß den Namen nicht mehr richtig)Traurig war die letzte Expedition von Humboldt durch Russland, da war einfach seine Zeit abgelaufen, die Zeit des Entdeckens :( .... Was war für mich so eine einprägende Stelle? Ach ja...

    Ja und schön ist, dass ich einfach sehr oft schmunzeln musste. :)


    Ich kann das Buch empfehlen.
    LG Ranke :winken:


    :flower: "Wenn Du einen Umweg gehst, findet Dein Leben trotzdem statt. Keine Zeit ist verloren!" Frank Schätzing `Der Schwarm´

  • Am Anfang fand ich das Buch sehr gut und schön geschreiben, dann kam ich leider an den Punkt, das ich einzelne Seiten noch einmal lesen mußte.
    Ich habe viel überlesen und mich sehr schwer getan.


    Die Vermessung der Wlt habe ich zwar zu Ende gelesen aber ich würde es kein 2tes mal lesen
    aber das ist meine persönliche Meinung....