William Shakespeare - Macbeth/The Tragedy of Macbeth

  • Buchdetails

    Titel: Hamlet


    Band 3 der

    Verlag: Königshausen u. Neumann

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 188

    ISBN: 9783826039164

    Termin: Oktober 2008

  • Bewertung

    4.2 von 5 Sternen bei 100 Bewertungen

    83% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Hamlet"

    Shakespeare gilt neben Goethe und Schiller als »dritter deutscher Klassiker«. Seine Bühnenwerke nahmen bereits im 19. Jahrhundert eine Spitzenstellung auf dem deutschsprachigen Theater ein, wobei dem >Hamletdeutscher HeldHamletHamletHamlet< – Diskussion – Ein Gespräch mit dem Regisseur M. Thalheimer und dem Dramaturg J. von Düffel: Die Frage nach Hamlet gestellt: Auseinandersetzungen mit Michael Thalheimers Inszenierung
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  • Inhaltsangabe (laut amazon.de):
    Wie reagiert ein Mensch auf die Verheißung von Macht? Wie weit reicht sein Gewissen, sobald ihn der Machtrausch erfasst? Macbeth ist ein tapferer Feldherr des schottischen Königs und dient ihm seit Jahren in Treue und Ehre. Dann trifft ihn die Prophezeiung der Hexen. Macbeth wird zum Königsmörder und blutigen Tyrannen, der in wenigen Wochen fast zwanghaft Verbrechen auf Verbrechen häuft. In einem seiner meistgespielten und wirkungsmächtigsten Stücke zeigt Shakespeare einen Mann, der, vom Bewusstsein seiner Schuld zerfressen, der Faszination des Bösen erliegt.


    Meine Meinung:
    Macbeth ist mein erstes Stück von Shakespeare gewesen, das ich nicht in Theaterform gesehen, sondern gelesen habe, und das auch noch im Original. Einfach war es überhaupt nicht, aber irgendwann hatte ich den Bogen mehr oder weniger heraus. Dabei war meine Ausgabe sehr hilfreich (siehe weiter unten), da sie viele nützliche Hinweise zu der damaligen Zeit, kurze Zusammenfassungen zu Beginn jeder Szene und nicht zuletzt Übersetzungen oder Umschreibungen und sogar Bilder enthält. Für jemanden, der Shakespeare mal im Original ausprobieren möchte - sehr empfehlenswert. :thumleft:


    Trotz der Sprachschwierigkeiten hat mich das Stück auf Anhieb abholen können. Bereits die erste Szene ist wegen des Auftritts der Hexen vielversprechend und sie läuten auch im Chor das Thema ein, das sich durch das ganze Stück zieht:


    "Fair is foul and foul is fair!"


    In dieser Tragödie ist nichts so, wie es scheint. Gutes ist nicht mehr klar vom Bösen zu unterscheiden und das stellt im Zusammenhang mit dem elisabethanischen Weltbild ein Problem dar. Die Menschen glaubten damals an eine sogenannte Chain of being, eine natürliche Hierarchie göttlichen Ursprungs. Alles innerhalb dieser Kette wurde als gut angesehen, so zum Beispiel die Hierarchie von König, Adel und Bauern. Eine Zerstörung dieser Kette würde zu Chaos führen; eine Ursache der Zerstörung ist Böses in jeder Form.


    In diesem Stück spielt Shakespeare auf viele Arten mit diesem Motiv. Gerne arbeitet er dabei mit Gegensätzen: Freundschaft und Verrat, Loyalität und Illoyalität, Tag und Nacht, Selbstbestimmung und Schicksal. Das macht das Stück nicht nur greifbarer, sondern noch tragischer. Zu Beginn ist Macbeth ein treuer Untertan seines Königs, doch dann wird ihm prophezeit, dass er der nächste König wird. Das stürzt Macbeth in einen inneren Konflikt: Soll er seinem vermeintlichen Schicksal nachhelfen und den König (seinen Cousin) ermorden oder nicht? Mehrmals ist er hin- und hergerissen, doch seine Frau lenkt ihn schließlich in die entscheidende Richtung und besiegelt damit seinen Untergang. Ist Macbeth im ersten Moment noch von Schuldgefühlen geplagt, überwiegt sein Streben nach Macht. Er verliert seine Freunde und die Loyalität seiner Untertanen, wird verschlossen, misstrauisch und eigenwillig. Sein Ehrgeiz ist die Ursache vom Chaos, das die Chain of being gefährdet, und das Publikum in Furcht versetzt haben dürfte.


    Dieses Chaos macht sich auch in der Natur bemerkbar - Pferde brechen beispielsweise aus ihren Ställen aus. Eulen tauchen auf, die im Stück keineswegs für Weisheit stehen, sondern für Unheimliches und Übernatürliches. Das Motiv der Schlange wird in Dialogen bzw. Monologen immer wieder aufgegriffen. Übernatürliche Erscheinungen tauchen direkt oder indirekt ebenfalls auf: Die Hexen, Geister, ein imaginärer Dolch, Schlafwandeln... So einfach und so prägnant bringt Shakespeare den Verfall der Hauptfigur, die innerlich aufgelöst wird, zur Schau, dass man sich nur vor ihm verbeugen kann.


    Es gibt im Zusammenhang mit dem Stück einige interessante Tatsachen, z.B.:

    • es existiert ein Aberglaube, demzufolge es vermieden wird, den Namen des Stückes in einem Theater auszusprechen, weil es angeblich Unglück bringt
    • Double Trouble, ein Track aus dem Film Harry Potter und der Gefangene von Askaban, ist ein Stück, das im Film vom Schulchor vorgetragen wird, dabei ist der komplette Text in anderer Versreihenfolge Macbeth entnommen; in dem Stück selbst sprechen ihn die Hexen bei einem Ritual
    • "blood" wird laut meiner Ausgabe über 100 Mal im gesamten Stück erwähnt

    Zusammenfassung:
    Macbeth ist meiner Meinung nach Pflichtprogramm, weil es nicht nur aufgrund der Thematik unterhaltsam, sondern auch ziemlich clever geschrieben ist. :thumleft: Von mir gibt's klare :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

    :jocolor: Verschwundene Reiche: Die Geschichte des vergessenen Europa // Norman Davies (Projekt)



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  • Tolle Rezi - danke!


    Wenn Du von Deiner gelesenen Ausgabe sprichst meinst Du also die englische, nicht wahr? Du hast Dich hier für uns Leser bei der deutschen Ausgabe für eine aus dem Anaconda-Verlag entschieden. Eigentlich kann ich dazu nichts sagen..., aber ich machte schon mal seltsame Erfahrungen mit Ausgaben dieses Verlages. Hier ist - soweit ich das recherchieren kann - zB nicht der oder die Übersetzer angegeben.
    Ich selber besitze eine Shakespeare-Gesamtausgabe mit der klassischen Übersetzung von Schlegel und Tieck. Sie scheint mir sehr zufriedenstellend zu sein!

    Elisa Shua Dusapin - Vladivostok Circus

    Jan Trefulka - Der verliebte Narr

    Trésor de la poèsie indienne - Des Védas au XXIème siècle (Schatzkiste der indischen Poesie - Von den Veden bis ins XXI.Jahrhundert)

    Constant Tonnelier - 15 days of prayer with Saint Therese de Lisieux


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library


    Bin bis zum 22.9. unterwegs! Ciao!

  • @tom leo : Genau, für die verlinkte deutsche Ausgabe habe ich mich rein zufällig entschieden, ich habe nur die englische gelesen. Danke für den Hinweis auf eine gute Übersetzung, er ist für viele Leser bestimmt eine Hilfe, weil man Shakespeare sprachlich unterschiedlich auslegen kann. :thumleft:

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  • Tolle Rezi!


    Ich habe Macbeth auf Englisch damals im Englisch Leistungskurs gelesen ... Tolles Buch.
    Shakespeare ist und bleibt ein literarischer Gott in meinen Augen.
    Die verschiedenen Aspekte des menschlichen Versagens haben mich sehr fasziniert.

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