Simon van Booy - Die Illusion des Getrenntseins

  • Buchdetails

    Titel: Die Illusion des Getrenntseins


    Verlag: Insel Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 204

    ISBN: 9783458360766

    Termin: Mai 2015

  • Bewertung

    3.7 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

    74,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Die Illusion des Getrenntseins"

    Eine kleine Bäckerei in Paris, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Ein unbekannter Soldat übergibt einer jungen Frau ein Neugeborenes ohne Namen und verschwindet. Mit sieben Jahren erfährt Martin von seinen Zieheltern, dass er ihnen in den Unruhen des Krieges von einem Fremden anvertraut wurde. Von nun an lässt ihn die Frage nach seiner Herkunft nicht mehr los. Er braucht Jahre, um sein Schicksal zu begreifen – und er braucht sein ganzes Leben, um dem Mann zu begegnen, der ihn einst gerettet hat. In einer wunderbar zarten, eleganten Prosa erzählt Simon Van Booy davon, wie unsere Leben untrennbar miteinander verbunden sind. Davon, dass die Welt nur scheinbar ein fremder Ort ist und die Menschen darin uns näher sind, als wir ahnen.
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  • poetisch, leise und zutiefst beeindruckend



    Simon van Booy erzählt in seinem Roman "Die Illusion des Getrenntseins" davon, wie unsere Leben untrennbar miteinander verbunden sind, daß andere, scheinbar Fremde, uns näher stehen als wir annehmen.


    Der Roman lebt von seinen unterschiedlichen Zeiten, Orten, Personen, die scheinbar unabhängig von einander beschrieben werden und unvermeidbar doch miteinander verbunden sind, von dem, was zwischen den Zeilen und Kapiteln steht, was nachwirkt und beeindruckt. Deshalb erscheint es mir auch nicht möglich eine kurze Inhaltsangabe zusammen zu fassen, sondern nur anzureißen, was auch thematisiert wird:


    Unter anderem geht es um das Leben, die Erinnerungen von Martin, inzwischen 70ig-jährig, der als Baby in den Kriegswirren in die Arme "seiner" Mutter in Obhut gegeben wurde, eine neue Identität erhält ... von unterschiedlichen Personen und Schicksalen während des 2. Weltkrieges und danach...


    Zutiefst beieindruckt hat mich der feine, poetische Schreibstil, der soviel Wahrheit und Besinnliches enthält. Ganz faszinierend finde ich einzelne Aussagen von Martin, Lebensweisheiten mit poetischen Zügen, z.B. "was die Menschen für ihr Leben halten, in Wirklichkeit nur dessen Umstände sind" oder "Wir wechseln von der Erinnerung zur Vorstellung, ohne uns dieses Übergangs wirklich bewusst zu sein".....Unsere Leben sind verschieden, glaubt Martin, aber am Ende fühlen wir alle das Gleiche und bereuen die Angst, von der wir dachten, dass sie uns stützt. Oder der Ausspruch seiner „Mutter“: „Unsere Liebe zu Dir wird immer größer sein als irgendeine Wahrheit.“


    ..... und nicht zuletzt scheint mir die Thematik der Judenverfolgung hier auf eine ganz außergewöhnliche Weise ideenreich umgesetzt worden zu sein...


    Ein wundervolles Buch, das mit leisen und feinfühligen Worten Großartiges erzählt, tief beeindruckt - auch noch lange nach dem Lesen. Gerne würde ich mehr als 5 Sterne vergeben um ihm gerecht zu werden.

  • Autorenname nachgetragen und den Thread in den Bereich "Romane" verschoben :wink:@katze102 in den Bereich "Sonstiges" gehören Sachbücher oder Themen, die den anderen Bereich nicht wirklich zugeordnet werden können. Romane haben eine eigene Kategorie :)

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Kurt Vonnegut Jr. - Slaughterhouse-Five