Zoran Drvenkar - Still

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Still

4.5|39)

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 416

ISBN: 9783453419346

Termin: März 2016

  • Klappentext:
    Ein Mann, der seine Tochter sucht und dabei seine Identität verliert. Ein Mädchen, das seit sechs Jahren reglos aus dem Fenster schaut und darauf wartet, dass ihr jemand den Schlüssel zu ihrer Erinnerung bringt. Vier Männer und eine Mission, die aus Hunger und Disziplin besteht und keine Opfer scheut. Ein Winter in Deutschland, ein See im Wald und Schatten, die sich unter dem Eis bewegen.

    Handlungsverlauf:
    Der Kappentext ist nicht sehr aussagekräftig und vielleicht sollte man das auch einfach mal so stehen lassen und sich in die Geschichte stürzen ohne all zu viel Hintergrundwissen zu haben. Verraten kann man wohl durchaus das die Geschichte hauptsächlich durch einen Mann auf Rachezug geprägt ist, allerdings ist wie so oft in Zorans Büchern doch alles anders als man zu glauben weiss. Erzählt wird die Geschichte aus 3 Perpektiven "Ich", "Sie" und fast schon Zorans Markenzeichen die "Du" Perspektive


    Meine Meinung:
    Wer schon Bücher von Zoran Drvenkar gelesen hat weiss um seinen sehr speziellen Stil der ihn wohl zu einem der Autoren mit dem größten Wiedererkennungwert machen. Er verlangt seinem Leser Konzentration und Aufmerksamkeit ab da er sowohl mit verschiedenen Perspektiven als auch Zeitebenen arbeitet. Vieles erscheint zunächst verwirrend oder gar sinnlos zu sein doch je weiter die Geschichte voran schreitet desto mehr beginnt beim Leser das Verstehen der Zusammnhänge. Seine Du Perpektiven haben mich schon in anderen Büchern total begeistert, man ist dadurch noch Näher an der Story dran bzw mitten drin. In Still ist dieser Part einem jungen Mädchen zugedacht die furchtbares Erlebt hat und ich hatte teilweise eine Gänsehaut beim lesen und manches war nur schwer erträglich ohne das auf all zu brutale Szenen gegriffen wurde.
    Den größten Teil der Geschichte nehmen die "ich" Kapitel ein die aus Sicht von Mika Stellar geschrieben sind. Auch seine Geschichte ist sehr bewegend und man fragt sich des öfteren wie man selbst wohl mit so einem Schicksal umgegangen wäre und ich gebe zu ich war ganz auf seiner Seite bei seinem Rachezug.
    Ein Thriller der einen auf eine emotionale Achterbahn mitnimmt, manchmal hätte man am liebsten die Feder selbst zur Hand genommen um die Geschichte zu ändern denn Zoran ist so schonungslos mit seinen Charakteren das es manchmal weh tut. Andererseits ist genau das ein Grund warum ich den Autor sehr schätze, er traut sich seine Protagonisten durch eine düstere Geschichte zu treiben ohne das man als Leser schon ahnen kann worauf es hinaus läuft und ob es ein glückliches Ende nimmt oder nicht. So bleibt der Plot bis zur allerletzten Seite so spannend das man es kaum aus der Hand legen kann.
    Einen halben Stern habe ich abgezogen weil unter einige Wendungen die Drvenkar besonders zum Ende hin noch einbaut, die Glaubwürdigkeit leidet.


    Fazit:
    Ein spannender emotional extrem anstrengender Thriller, in typischer Drvenkar Marnier, der mit überraschenden Wendungen aufwartet, lebensnahe Charaktere hat und einem keine Ruhe lässt bis die letzte Seite gelesen ist. Für mich sein düsterstes Buch mit einem grausigen Thema das keinen kalt lassen kann. Unbedingt lesen :!:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • "Still" war einfach nur genial. Nach seinem Jugendfantasyausflug "Der letzte Engel", der zwar auch gut, aber nicht so gut gewesen ist wie ich es von Drvenkar gewohnt war, war ich ein wenig skeptisch. Aber der Autor hat das Gegenteil bewiesen und ich gehe sogar soweit, dass ich sage, "Still" ist abgesehen vom wohl ewig unerreicht bleibenden "Du bist zu schnell" sein Meisterwerk geworden.


    Seine Du Perpektiven haben mich schon in anderen Büchern total begeistert, man ist dadurch noch Näher an der Story dran bzw mitten drin.


    Absolut. Das ist mittlerweile sein Markenzeichen geworden und ich kann mir seine Thriller ohne diese Perspektive kaum mehr vorstellen. Auch unabhängig von diesen außergewöhnlichen Merkmalen, ist es wohl nicht übertrieben zu sagen "Keiner schreibt so wie Drvenkar". Das wird gerne als Marketingfloskel bei Tausenden von Autoren benutzt, aber hier trifft es vollendes zu. Mir ist niemand bekannt, der auch nur ansatzweise in diese Richtung gehen würde. Er schreibt sehr kunstvoll, manche Formulierungen sind wunderschön, aber alles ist leicht zu verstehen und das auch trotz der von Saskia72 erwähnten Perspektivwechsel und Zeitzonen. Zudem versteht es niemand so, die Schönheit von Winter und Schnee so zu erfassen und wiederzugeben wie Zoran Drvenkar. Das zieht sich wie ein roter Faden durch seine Bücher.


    Wenn man das Buch liest, sollte am Besten sehr wenig vom Inhalt wissen und möglichst unbefangen an die Geschichte herangehen. Es reicht im Grunde wenn man weiß, dass es um die Rache eines Vaters geht. Das Buch wird so ziemlich jedem an die Nieren gehen, das kann man versprechen. Man muss jederzeit mit einer Überraschung oder einer Wendung rechnen. "Still" hat mich gefangen genommen wie lange kein Buch mehr. Das war defintiv eins der absoluten Jahreshighlights und eine Empfehlung für jeden, der gerne außergewöhnliche Geschichten liest.
    Ich verneige mich vor diesem großartigen Autor: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Nachdem ich völlig überrascht davon war, dass ein neuer Drvenkar erschienen ist, weil das total an mir vorbeigegangen ist, freue ich mich nach euren Rezis sooo sehr auf dieses Buch! :lechz::bounce:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

  • Und als hätte die Bibliothek diesen Beitrag von mir gelesen - meine Vormerkung hat sich bezahlt gemacht, ich konnte das Buch gerade ausleihen! :tanzensolo:

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    Hape Kerkeling


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  • @saskia72:


    Danke! Ich glaube, die werde ich haben. Mit einem Drvenkar habe ich selten danebengelegen. :wink:

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  • Das ist mittlerweile sein Markenzeichen geword


    Diese "Du-Perspektive" war es, die mir seinerzeit auf Vorablesen total missfallen hat. Auch dieses Buch, das ich bei amazon "angelesen" habe, reizt mich überhaupt nicht. Aber das Cover finde ich genial, das muss einfach mal gesagt werden! :thumleft:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Und als hätte die Bibliothek diesen Beitrag von mir gelesen - meine Vormerkung hat sich bezahlt gemacht, ich konnte das Buch gerade ausleihen!


    Dann wünsche ich Dir ganz viel Spaß mit diesem Buch und ich hoffe, wir hören von Deiner Meinung. :friends:


    Diese "Du-Perspektive" war es, die mir seinerzeit auf Vorablesen total missfallen hat. Auch dieses Buch, das ich bei amazon "angelesen" habe, reizt mich überhaupt nicht.


    Mit dieser Perspektive gibt's anscheinend kaum ein "Zwischending". Entweder man liebt sie oder man kann gar nichts damit anfangen.


    Aber das Cover finde ich genial, das muss einfach mal gesagt werden!


    Ja, das ist wirklich eins der wunderschönsten Cover, die ich seit langem gesehen habe. Die Winterlandschaft geht über das ganze Buch und kann vorne und hinten auch noch aufgeklappt werden. Einfach klasse, die Gesamtoptik des Buches ist umwerfend.

  • ich hoffe, wir hören von Deiner Meinung.


    Davon gehe ich ganz stark aus! :D

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  • Inhalt:
    Mika Staller hat eine andere Identität angenommen um die Täter zu jagen die seine Tochter entführt haben. Er verliert sich dabei und muss einen harten Weg gehen um ans Ziel zu gelangen. Lucia wurde vor sechs Jahren entführt und schweigt seitdem. Sie soll Mika Staller helfen.


    Meine Meinung:
    Ich habe bisher ein Buch von Zoran Drvenkar begonnen zu lesen und war vom Schreibstil etwas abgeschreckt. Nun kam im Sommer die Anfrage ob ich den neusten Thriller von ihm lesen mag. ich las in die Leseprobe rein und entschied mich dafür.


    Leider hat es nun etwas länger gedauert bis ich von der Leseprobe aus weiter lesen konnte, aber dafür war es wirklich gut. Still beginnt fast harmlos und endet mit einer zerreißenden Spannung. Alles arbeitet auf dieses Ende hin was fast bekannt ist und doch anders wird als erwartet. Zu Beginn sind da noch einige Fragezeichen, aber umso tiefer man eintaucht umso klarer wird alles.


    Dabei ist hier der Schreibstil sehr leicht und flüssig zu lesen. Es gab kein holpern. Unterteilt ist das Buch in viele Abschnitte die den Wechsel der Protagonisten anzeigt. Es gibt das Ich, das ist Mika Staller, das Du, dass ist das entführte Mädchen und das Sie bzw. Wir, die Jäger und Entführer. Diese Unterteilung mit jeweiliger Ankündigung macht es leicht umzuswitchen auf diese andere Personen die es geht, denn erzählt wird aus der Sicht von Mika Staller, der Hauptperson dieses Buches.


    Mika Staller bleibt zu Beginn recht nebulös, denn ich konnte zu Beginn nicht erkennen ob er gut oder schlecht ist und was seine Ambitionen sind. Somit war er mir zunächst recht unsympathisch, was sich aber beim weiteren Lesen gab. Er gibt viel auf um an sein Ziel zu gelangen. Eine Zielstrebigkeit die man sich bei dem was er schon durch gemacht hat verstehen kann. Es gab eine Stelle an der ich gerade in seinem Part etwas gestockt habe. Schon auf dem Klappentext steht das seine Tochter entführt wurde und auch in der Geschichte ist er auf der Suche und doch spricht er dann mit seiner Tochter. Eine Sache die sich aufklärt aber mich zunächst grübeln ließ.
    Es gibt noch Lucia, ein Mädchen das überlebt hat und seitdem schweigt. Sie scheint zunächst schwach ist aber sehr stark. Das merkt man umso mehr sie zu Wort kommt.


    Alles in allem empfand ich Still als sehr ruhigen aber eindringlichen Thriller. Ein Thriller der ohne das es einem wirklich bewusst ist unter die Haut geht. Der Autor versteht sein Handwerk und hat mich damit gut unterhalten. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Natalie

    www.mem-o-ries.de


    :study:

    Ein letzter Brief von Dir von Juliet Ashton


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    SuB: 298

  • Ich habe mal wieder einen Ausflug ins Genre Thriller gemacht und es nicht bereut. Die Aufteilung in drei Perspektiven fand ich von Anfang an genial. Ich liebe Perspektivenwechsel in Büchern generell und hier trägt dieser Erzählstil einfach ideal zum Spannungsaufbau bei. Dazu hat der Autor wirklich einen sehr speziellen Schreibstil, der mir aber auch zugesagt hat. Realtiv kurz und "emotionslos" gehaltene Sätze, die die kühle Stimmung der Geschichte und des Winters darin unterstreichen und eine wahrlich unheimlich anmutende Stimmung kreieren. Eine wirklich außergewöhnliche Art zu schreiben, die mich total begeistert hat.


    Zur Geschichte selbst will ich gar nicht viel verraten, denn es ist gut, dass der eher schwammige Klappentext viel Raum zur Interpretation lässt und man als Leser auch dementsprechend überrascht wird, in welche Richtung das Buch geht. Die Geschichte erschreckt nicht auf brutale Art, sondern auf eine subtile und ganz dem Titel entsprechend stille Art, die keinen kalt lassen wird. Sämtliche Personen in der Geschichte waren für mich nicht wirklich greifbar, aber das war auch nicht nötig, weil sie alle irgendwie so zerstört sind, dass es auch gar nicht mehr möglich wäre, sie dem Leser richtig nahe zu bringen. Mein Fazit ist, dass "Still" ein packender Thriller mit Gänsehaut-Faktor ist, der einem so schnell nicht mehr los lässt.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: von mir.

  • Der erste Satz:


    Sie steigen aus dem Eis wie hungrige Geister, die einen Wirtskörper suchen.


    Mein Eindruck:


    DU - das einzige Opfer, das zurückgekehrt ist.


    Ich muss gestehen, dass es mir nicht leicht gefallen ist, diese Rezension zu schreiben, weil ich
    befürchtet habe, dass alles, egal was ich schreibe, schon gespoilert ist. Aber ich habe mir Mühe
    gegeben, nicht zu viel zu verraten. ;-)


    Durch die Rezension einer lieben Bloggerkollegin bin ich auf STILL aufmerksam geworden. Die
    Beschreibung hat mich auch sehr neugierig gemacht, also habe ich mir dieses Buch gekauft. - Gott
    sei Dank, denn ich bin nach dem Beenden noch eine Zeit lang ganz gefangen gewesen in
    dieser perfiden Geschichte um Jäger und Gejagte...


    Es gibt drei Erzählstränge: ICH, DU und SIE. Hinter ICH verbirgt sich "Mika Stellar", der Mann,
    der seine vor zwei Jahren verschwundene Tochter sucht. DU ist die 19-jährige Lucia, das
    Mädchen, das aus unglaublichen Gründen jahrelang nicht spricht und in ein und derselben
    Position vor dem Fenster verharrt. Und SIE sind 4 Männer, oder soll ich sie besser Jäger nennen?


    Anfangs war ich noch recht verwirrt, ich hatte keine Ahnung, wo ich da gelandet bin, was das
    alles für eine Bedeutung hatte, was ich da zu lesen bekommen habe. Aber dann, nach und nach,
    kam immer mehr Licht ins Dunkel und genau das war es auch, dieser ständige Wissensdurst
    nachdem, was nun wieder klarer werden, oder was jetzt herauskommen könnte, das mich so an
    dieses Buch, an diese spannende Geschichte, gefesselt hat. Dermaßen schnell habe ich
    wahrscheinlich noch kein über 400-Seiten-Buch ausgelesen gehabt. Kaum habe ich mich
    versehen, war ich schon wieder 40 Seiten weiter.


    Diese fürchterliche und unglaubliche Sache, die Lucia widerfahren ist, die sie durchgemacht hat,
    hat mich persönlich zutiefst schockiert, aber gleichzeitig auch "fasziniert". Ich wollte unbedingt
    mehr von den DU Kapiteln lesen, denn die waren, meiner Meinung nach, die spannendsten.
    Auch die anderen waren nicht ohne, aber das... wie soll ich nur sagen...? War einfach unfassbar.


    Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so viel über die Worte "Jäger" und "Beute" sagen, denn da
    würde ich wahrscheinlich zu viel verraten. Da würde ich das verraten, was man ja nach und nach
    erst aus der Geschichte herausliest. Aber man kann "Jäger" und "Beute" ruhig wörtlich nehmen...


    Dieses Buch ist ein richtiger Pageturner. - Absolut krank, hochspannend, wahnsinnig,
    schockierend, packend, unvorhersehbar, brutal, grausam, genial, intelligent, eiskalt und
    verwirrend! ;D - Soll ich noch weitere Adjektive aufzählen?^^
    Also: UNBEDINGT LESEN!


    5 Sterne gibt's von mir!

  • "Still" war mein erstes Buch von Zoran Drvenkar, aber bestimmt nicht das letzte.


    Ich möchte fast sagen, dass ich noch keinen Thriller gelesen habe, indem ein Schreibstil so leicht und trotzdem so fesselnd war. Drvenkar brauchte nichts "aufpushen", an Beschreibungen oder ähnliches, denn mit seinen prägnanten Sätzen hat er alles was er sagen wollte auf den Punkt gebracht und das reichte auch.
    Die verschiedenen Perspektiven DU, ICH und SIE waren wirklich faszinierend zu lesen.Zu Beginn war ich zwar etwas skeptisch, gerade was diese DU Perspektive angeht, aber schnell entwickelten sich gerade die DU Kapitel in meine Lieblingskapitel, denn dabei hatte ich öfter das Gefühl, als wenn man mir die Geschichte erzählt, dass ich dieses DU wäre.


    Anfangs war ich noch recht verwirrt, ich hatte keine Ahnung, wo ich da gelandet bin, was das
    alles für eine Bedeutung hatte, was ich da zu lesen bekommen habe. Aber dann, nach und nach,
    kam immer mehr Licht ins Dunkel und genau das war es auch, dieser ständige Wissensdurst
    nachdem, was nun wieder klarer werden, oder was jetzt herauskommen könnte, das mich so an
    dieses Buch, an diese spannende Geschichte, gefesselt hat.


    Genauso ging es mir auch. Anfangs wirkte für mich vieles durcheinander und wirr, aber je mehr Kapitel man las, je weiter die Geschichte sich durch die drei Perspektiven entwickelte und je mehr man über alle erfuhr, desto besser konnte ich alles miteinander in Verbindung bringen und dementsprechen wollte ich natürlich wissen wie es für alle Beteiligten weitergeht und endet.


    Fazit:
    Ein spannendes Buch, dass einen nicht wieder loslässt wenn man es begonnen hat. Wer Drvenkar noch nicht gelesen hat, sollte ihm eine Chance geben! :thumleft:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Tränen haben etwas heiliges, sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.
    Sie sind Botschafter überwältigender Trauer und unaussprechlicher Liebe.

    :love:
    -Washington Irwing-




  • 4,5 Sterne


    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich für dieses Buch die richtigen Worte finden kann.
    Anfangs hatte ich noch einen recht konfusen Eindruck, denn der Autor erzählt aus drei Perspektiven.


    ICH - ist der Protagonist, der Vater, dessen Gedanken nur von Rache beseelt sind


    DU - das Mädchen, dass sich in der Stille verloren hat und


    SIE - die jeden Winter aufs Neue auf die Jagd gehen


    Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, was sich hinter ihnen verbirgt, auch wenn man recht schnell ahnt, um was es geht, verdichtet sich nach und nach das Grauen, das diese Menschen erlebt haben und selbst entfesseln.
    Auch der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig und sehr schwer zu beschreiben - einerseits nüchtern, ja distanziert, aber gerade dadurch wird eine extrem fesselnde und verstörende Atmosphäre geschaffen, der man sich kaum entziehen kann.
    Ich war immer wieder nah dran, das Buch wegzulegen und abzubrechen, weil ich über diese kühle Brutalität nicht mehr weiterlesen wollte; ich den Sinn dahinter gesucht und nicht gefunden habe. Aber meine Neugier hat mich immer weiter durch die Seiten geschleift um zu verstehen, was all diese Menschen antreibt.


    Der Winter, der Schnee, das Eis; und Männer, die es mit der Grausamkeit der Natur aufnehmen und Gott spielen. In einer so verstörenden und gleichzeitig für sie ganz natürlichen, alltäglichen Art und Weise, dass einem davon beim Lesen ganz anders wird. Mir ging auch ständig durch den Kopf, wie einem nur sowas Krankes einfallen kann und ob dieses heikle Thema der Misshandlung von Kindern in dieser Form Ausdruck verliehen werden "darf". Normalerweise lese ich sehr ungerne darüber und ich hatte nicht vermutet, dass dieses Buch auf so drastische Art darauf eingeht. Wer damit nicht klar kommt, sollte vielleicht die Finger davon lassen.


    Ich hab in anderen Rezensionen gelesen, dass für einige die Wendungen gegen Ende und der Schluss unglaubwürdig waren. Dem kann ich mich nur bedingt anschließen, denn während dem Lesen war ich so von der Szenerie gefangen, dass ich darüber gar nicht nachgedacht hab. Jetzt im nachhinein könnte man darüber "streiten", aber da ich beim Lesen dieses Gefühl nicht hatte, kann ich dem nicht zustimmen.


    Die Bewertung fällt mir hier etwas schwer, da ich einfach mit dem Thema gehadert habe ... aber die Umsetzung war wirklich extrem gut und Zoran Drvenkar hat hiermit ein sehr beklemmendes, und außergewöhnliches Werk geschaffen.


    Fazit


    Ein sehr beklemmender und drastischer Thriller, der mit seiner subtilen Grausamkeit gleichzeitig Abscheu entwickelt, aber auch einen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat. Ein sehr intensives Leseerlebnis.


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

  • Wenn es Winter wird und Schnee und Eis alle Spuren verwischen, erwacht in den einsamen Wäldern Brandenburgs das Böse.


    Über Nacht verschwinden auf mysteriöse Weise Kinder. Nur ein einziges Mädchen taucht unerwartet und verstört wieder auf, ihre Lippen sind seitdem verschlossen.


    Ein verzweifelter Vater beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Doch damit dreht sich die Spirale des Bösen nur noch schneller.


    Persönliche Meinung:


    Der Klappentext sagt alles, was es zu diesem Roman zu sagen gibt. Jedes weitere Wort wäre definitiv zu viel!


    Die ganze Geschichte ist wirklich heftig. Ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich überhaupt in der Lage bin sie zu lesen. Der Schreibstil ist leicht, flüssig und trotzdem sehr, sehr eindringlich.


    Es gibt drei Perspektiven. Ich, Du und Sie. Man versteht trotzdem relativ schnell, welcher Gedanke dahinter steckt.


    "Ein verzweifelter Vater beginnt auf eigene Faust zu ermitteln" wenn man das liest, denkt man direkt, dass man die Geschichte und den Verlauf wahrscheinlich sowieso schon kennt und weiß, wie alles endet, ohne das Buch gelesen zu haben.


    Doch HIER ist das wirklich nicht der Fall!!


    In diesem Roman steht der Spannungsbogen bereits nach der ersten Seite ganz oben und bleibt dauerhaft bestehen, weil es keine Stelle gibt, an der es keine Bewegung gibt, Im Gegenteil! Es kommen Wendungen vor, mit denen ich nicht gerechnet habe!


    "Ein dunkles Meisterwerk" steht auf dem Cover. Diese Aussage würde ich blind unterschreiben. Still ist das dritte Buch, das es dieses Jahr auf meine TOP-Liste 2016 geschafft hat!


    Ein absolutes Muss für jeden Thriller-Fan!!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Drvenkars Bücher sind anders als das Gros der deutschen Krimi- und Thrillerliteratur. Er baut seine Spannung nicht durch Cliffhanger auf, und er variiert das Erzähltempo. Drvenkars Bücher fesseln durch die Handlung. Eigentlich einfach, aber anscheinend sehr schwer.


    Darüber hinaus baut er eine zweite Ebene ein; man kann sie nicht Fantasy oder Mystery nennen, es ist auch kein parapsychologischer Hintergrund, sondern … leider finde ich keinen passenden Begriff. Mysteriös ist die Sache schon und gleichzeitig real. Als Leser steht man ziemlich fassungslos davor: Das kann doch nicht sein! … wie kann? … wie ist …?:shock: Irgendetwas stimmt da nicht, aber was? ?(


    Drvenkar konstruiert die Thrillhandlung vor allem

    Ich habe diese Kapitel nach dem Ende noch mal gelesen, und jetzt rutschten einige Puzzlestücke an ihren Platz und sorgten für Verblüffung.


    eine Empfehlung für jeden, der gerne außergewöhnliche Geschichten liest

    Möchte ich unterschreiben. :applause:

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Ich habe so meine Probleme mit Drvenkar.

    "Du bist zu schnell" fand ich sehr albern und "Sorry" konnte ich nicht auslesen. Kann mich jetzt aber nicht erinnern, warum. Vielleicht starte ich später noch einmal einen Versuch.

    Die Kommentare in der Facebook-Krimigruppe machten mich aber neugierig auf "Still", ich habe es mir aus der Onleihe runtergeladen und in zwei Tagen gelesen. Was hinreichend belegt, dass ich es sehr spannend fand.

    Die ersten zwei Drittel haben mich begeistert. Das Buch ist ein echter Pageturner, es ließ mich nicht los, und es ist, im Gegensatz zu vielen deutschsprachigen Krimis, auf eine sehr individuelle Art gut geschrieben - nicht der übliche "Eins zu Eins"-Stil, der nur Tatsachen runtererzählt.

    Im letzten Drittel hat mich das Buch aber enttäuscht. Ich konnte rein inhaltlich nichts mehr wirklich nachvollziehen (ebenso wie zB in "Du bist zu schnell", nur fing es da schon viel früher an ...). Mir kommt es ein wenig so vor, als hätte Drvenkar eigentlich einen Mystery-Roman schreiben wollen und erst im letzten Drittel wäre ihm eingefallen, dass er das Ganze als Thriller vermarkten wil.

    Ich will die Kritik nicht zu hoch hängen - das Buch ist wirklich gut geschrieben und enthält einige Szenen und Situationen, die mir noch lange im Kopf rumspuken werden, zum Beispiel die Szenen auf dem Eis.

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