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Andy Weir - Der Marsianer / The Martian

Der Marsianer

4.4 von 5 Sternen bei 88 Bewertungen

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 512

ISBN: 9783453316911

Termin: September 2015

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  • Ich rezensiere die englische Version des Buchs mit dem Titel "The Martian". Die Übersetzung ins Deutsche erscheint im Oktober.


    Inhaltsangabe der deutschen Version (erscheint am 13. Oktober 2014 bei Heyne, 512 Seiten, kopiert von Amazon):


    Gestrandet auf dem Mars.
    Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden, schließlich war er der erste Mensch in der Geschichte der Raumfahrt, der je den Mars betreten hat. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes …


    Anmerkung von mir: Wer immer diese Inhaltsbeschreibung geschrieben hat, hat das Buch in dieser Form nicht gelesen. Denn Mark Watney ist nicht der erste Mensch, der den Mars je betreten hat (sondern der 17.) und es ist auch nicht so, dass überhaupt keine Vorräte vorhanden sind! Unter Umständen wird der Text also noch einmal geändert (oder die deutsche Übersetzung ist ganz anders, das glaube ich aber nicht wirklich. Vielleicht kann ein Leser der deutschen Version dazu später einmal etwas sagen).


    Inhaltsangabe der englischen Versionen ("The Martian", zuerst 2011 im Selbstverlag veröffentlicht, 2014 von Random House veröffentlicht, 385 Seiten, kopiert von Goodreads):
    Six days ago, astronaut Mark Watney became one of the first people to walk on Mars.
    Now, he's sure he'll be the first person to die there.
    After a dust storm nearly kills him and forces his crew to evacuate while thinking him dead, Mark finds himself stranded and completely alone with no way to even signal Earth that he’s alive—and even if he could get word out, his supplies would be gone long before a rescue could arrive.
    Chances are, though, he won't have time to starve to death. The damaged machinery, unforgiving environment, or plain-old "human error" are much more likely to kill him first.
    But Mark isn't ready to give up yet. Drawing on his ingenuity, his engineering skills—and a relentless, dogged refusal to quit—he steadfastly confronts one seemingly insurmountable obstacle after the next. Will his resourcefulness be enough to overcome the impossible odds against him?


    Über den Autor:
    Bereits im zarten Alter von fünfzehn war Andy Weir als Programmierer für diverse Computerfirmen tätig und arbeitet inzwischen als Softwareentwickler. In seiner Freizeit interessiert er sich für Physik, Mechanik und die Geschichte der bemannten Raumfahrt – und natürlich für das Schreiben. Mit seinem Debütroman Der Marsianer wird er als die Science-Fiction-Entdeckung des Jahres gefeiert.
    Ergänzung von mir: Der "jetzt so gefeierte" Science-Fiction-Roman wurde bereits 2011 im Selbstverlag veröffentlicht und war wohl Anfang 2013 noch für 99 Cent als eBook zu bekommen. Aber ich finde es toll: Weir ist damit ein weiterer Autor, der nach der Selbstveröffentlichung erfolgreich wurde.


    Kurzkritik:
    "The Martian" ist tatsächlich die versprochene Mischung aus "Apollo 13" und "Robinson Crusoe". Allerdings würde ich meinen, dass noch eine ganz große Prise McGyver mit drin steckt :wink: . Das Buch ist sehr spannend und lebt stark vom absolut gelungenen Hauptcharakter Mark Watney, der das Buch durch sein ausgeprägtes Durchhaltevermögen und seinen besonderen Humor zu einem richtig guten Lesevergnügen macht. Man sollte aber nicht zu denjenigen gehören, die mit Technik und Naturwissenschaften (Botanik ^^, Chemie, Physik) auf Kriegsfuß stehen, denn es gibt einige Passagen, in denen Watney in bester McGyver-Manier "bastelt" oder Substanzen produziert. Denn das hier ist tatsächlich SCIENCE Fitction - also mit ganz viel Science drin und das beste daran ist: das meiste wirkt gut recherchiert und man kann sich durchaus vorstellen, dass ein solches Szenario stattfinden könnte!


    Ausführliche Kritik:
    Dieses Buch stand seit Monaten auf meiner Wunschliste und zog mich einfach magisch an. Ein Astronaut, allein auf dem Mars. Welch bessere Survival-Story könnte es geben? Also habe ich mich sehr gefreut, als ich vor drei Tagen endlich mit dem Buch beginnen konnte. Das Gute daran: es geht sofort los. Kein langes Vorgeplänkel etc., sondern man befindet sich mit Watney allein auf dem Mars. Das Buch ist größtenteils in Form eines Tagebuchs von Watney, also aus der Ich-Perspektive, verfasst und am Anfang erklärt er, warum er sich auf dem Mars befindet und zwar allein. Auch beschreibt er erst einmal einige Grundlagen. (Später gibt es aber auch Perspektivwechsel).


    Wie ich oben bereits angedeutet habe, gibt es durchaus Vorräte auf dem Mars, nämlich die, die von der Crew zurückgelassen worden sind. Aber diese werden nie und nimmer reichen bis Watney möglicherweise gerettet werden könnte, das erkennt er ziemlich schnell. Also muss er all sein Wissen und all seine Kreativität einsetzen, um irgendwie zu überleben.


    Was mich zum positivsten Aspekt des Buches bringt: Watney ist einfach ein großartiger Charakter. Zu seinen außerordentlich guten mechanischen Fähigkeiten (Ingenieur) kommen noch botanische Kenntnisse hinzu (endlich! Endlich werden Botaniker gewürdigt :king: ). Auf welche Art und Weise diese Kenntnisse ihm auf dem Mars von Nutzen sind, sollte jeder selbst herausfinden.
    ußerdem ist er als Charakter für einen Survivalroman die ideale Besetzung, weil er der Typ ist, der das Glas immer halb voll sieht und niemals halb leer. Niemals aufgeben, das ist seine Devise. Hinzu kommt eine gesunde Prise schwarzer Humor, sodass ich ab und an auch lachen konnte, z.B. als er erklärt, dass auf dem Mars eigentlich das internationale Seerecht gültig ist und auf welche Weise er zu einem Piraten würde :D .


    Watney muss auf dem Mars jede Menge Hindernisse nehmen und die Chancen, dass er überlebt, sind stets gering. Für ausreichend Spannung ist allein dadurch gesorgt, dass auf dem Mars jeder kleine Fehler große Konsequenzen haben kann (und auch der bestausgebildete Mensch begeht Fehler). In diesem Buch spielen physikalische Gesetze eine große Rolle - es gibt ausführliche Beschreibungen von z. B. Reparaturvorgängen oder "Basteleien", die Watney durchführt und das ist auch der einzige echte Kritikpunkt, den ich habe: häufig bleibt das Buch dabei etwas zu nüchtern und fokussiert sich auf die nacheinander abfolgenden Handlungsschritte von Watney, welche sogar mir manchmal zu technisch waren und die ich dann teilweise überlesen habe bzw. mich nicht mehr 100 % darauf konzentriert habe (zumal ich es auf Englisch gelesen habe, vielleicht hätte ich doch auf die deutsche Ausgabe warten sollen). Bis 67 % des Buches war ich überzeugt, dass es eben "nur" ein 4 Sterne-Buch ist, aber da hatte ich einfach unterschätzt, wie stark ich schon an den Charakter gebunden war :love: .


    Da ich nichts von der Handlung oder vom Ende verraten möchte, nur so viel: ich habe mit ihm gezittert und während des letzten Drittels quasi nur noch auf der Sofakante gesessen.


    Wie schon gesagt, erscheint das Meiste an diesem Szenario aus meiner Sicht realistisch, aber eben nicht alles. Es gab schon ein paar Momente, in denen ich dachte: "Naja, das kann ich mir jetzt so nicht vorstellen" oder "Hmm, da müsste doch dieses oder jenes fehlen". Aber ich bin kein Ingenieur und das Buch hat sicher auch nicht den Anspruch, dass jedes letzte Detail stimmt. Allein schon das Gefühl, dass das, was er in diesem Buch beschreibt, tatsächlich so stattfinden könnte, war großartig (so habe ich mich zumindest gefühlt). :drunken:


    Insgesamt gebe ich dem Buch gerne 4,5 Sterne und bin froh, dass ich darauf gestoßen bin! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: (den halben Stern Abzug gibt es wegen der angesprochenen zu großen Nüchternheit in manchen Situationen [und weil ich unheimlich knauserig mit der Höchstwertung bin] :wink: )

  • An MacGyver habe ich beim Lesen nicht gedacht, der Hummel sei Dank. Sonst hätte ich mir Watney vermutlich als Richard Dean Anderson vorgestellt.
    Das Buch wird von Ridley Scott verfilmt, Matt Damon spielt mit. Ich vermute mal, Damon wird Watney spielen.


    Mit diesem Roman hatte ich nur ein Problem: die Zeit. Ich wollte es unbedingt an einem Wochenende schaffen. Weil mir nach den ersten paar Sätzen klar war, dass ich am Montag nicht arbeitsfähig wäre, wenn ich nicht wüsste, ob Mark immer noch im roten Sand festsitzt.


    @Petra
    Der letzte Abschnitt, der auf der Erde spielt - ist er in der englischen Ausgabe drin?
    Ich habe das eBook auf Russisch gelesen und nun mit Verwunderung festgestellt, dass in der deutschen Ausgabe was fehlt.


    ***
    Aeria

  • Der letzte Abschnitt, der auf der Erde spielt - ist er in der englischen Ausgabe drin?
    Ich habe das eBook auf Russisch gelesen und nun mit Verwunderung festgestellt, dass in der deutschen Ausgabe was fehlt.


    Ich weiß jetzt nicht genau, welchen möglichen Abschnitt du meinst. Aber meiner Meinung nach fehlt ein letzter Abschnitt, der auf der Erde spielt, auch im Original.


    Das letzte Kapitel bezieht sich darin nur auf (Achtung, "gefährlicher" Spoiler! :krank: Nicht lesen, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat und noch lesen will/betrifft das Ende.)


    Falls du mehr dazu schreiben willst, wie das betreffende Kapitel aussieht, antwortest du am besten auch per Spoiler. Wir wollen ja niemandem den Lesespaß verderben. :)


    Zitat

    Das Buch wird von Ridley Scott verfilmt, Matt Damon spielt mit. Ich vermute mal, Damon wird Watney spielen.


    Tatsächlich ist schon die Verfilmung geplant?! Das ging ja schnell! Aber guter Stoff für eine Verfilmung ist das Buch schon - ob Damon dafür der richtige Kandidat ist? ... Glaube ich eher nicht - ich bin aber auch nicht so der Fan von Damon. :-,

  • Hmpf!
    Jetzt bin ich verwirrt:



    Vielleicht wurde eine frühere Version des Romans ins Russische übersetzt. Ich bin gespannt, ob ich je des Rätsels Lösung entdecke.


    ***
    Aeria

  • Hallo @Aeria ,


    Ich antworte mal per Spoiler. Ich will da kein Risiko eingehen. :-)


  • Danke fürs Nachsehen, Petra :winken:


    Heute ist bei mir die HC-Version der russischen Ausgabe eingezogen. eBooks kann man ja leider nicht ins Regal stellen :-,
    Wenn man die mit der deutschen Ausgabe vergleicht, fragt man sich, ob solche Ziegelsteine denn sein müssen, es geht doch auch viel platzsparender (s. Foto).


    ***
    Aeria

  • Ich habe gerade die dt. Version dieses außergewöhnlichen Buches beendet und auch hier fehlt...

  • Zum Glück gibt es die Rezension hier. Ich kannte bisher nur den falsch übersetzten Klappentext und dachte mir die ganze Zeit: Außer schnell sterben kann er nichts. Keine Ressourcen und nichts sind vorhanden. Da muss dann wohl etwas völlig abstruses vorgehen oder ein Deus ex Machina erscheint. Aber wenn er nur der 17. ist und es Vorarbeiten gibt, dann klingt das doch viel sinniger. Danke dir dafür @Petra Lustig
    Also werde ich mir es wohl doch noch zu Gemüte führen :-)

    :arrow: Mein Youtubechannel über Bücher, schaut gerne vorbei und gebt Feedback: youtube.com/handverlesen
    Stand gelesene Bücher 2015: 4/50 :study:
    Stand gelesene Literturnobepreisautorenbücher (langes Wort^^) 2015: 1/12 :study:

  • Wow, das Szenario hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht. Mal was anderes als ne Insel oder der Mond :lol:
    Ist jetzt auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.
    Danke für die Rezension.


    Gruß
    Stephan

    Sub: 260


    gelesen:
    ...
    2017: 125 Bücher / 6 Perry Rhodan Heftromane
    2018: 116 Bücher / 2 Perry Rhodan Heftromane

    2019: 132 Bücher / 29 Perry Rhodan Heftromane

  • Wow, das Szenario hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht. Mal was anderes als ne Insel oder der Mond

    es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen. Ein wunderbares Buch: spannend, interessant und mal was ganz anderes :thumleft:

    2019: Bücher: 151/Seiten: 61 897
    2018: Bücher: 224/Seiten: 89 626
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Bergmann, Renate - Über Topflappen freut sich ja jeder: Weihnachten mit der Online-Omi
    Etzold, Veit - Seelenangst

  • Klappentext:


    Gestrandet auf dem Mars.
    Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...


    Eigene Meinung:


    Normalerweise umgehe ich ja Bücher, die gerade "in" sind. Und nachdem ich an jeder Ecke von diesem Buch gehört habe, war es nicht anders. Dennoch ... das Thema fasziniert mich generell und nachdem ich dann Zitate à la McGyver daraus gehört habe, wurde ich doch neugierig. Und hey, sogar Neil deGrasse Tyson ist begeistert davon! Zuletzt (ich muss es zugeben) sah ich dann noch einen Trailer der Verfilmung mit Matt Damon und es war um mich geschehen.
    Und ich muss sagen, es war super!
    Das Buch spielt in nicht allzu ferner Zukunft. Theoretisch könnte es sogar heute spielen, denn zumindest das Equipment ist mehr oder weniger das, was die NASA heute schon hat (ja, ich hab gegoogelt). Nur gab es eben bereits 2 bemannte Mars-Missionen (deshalb ist der deutsche Klappentext eigentlich auch nicht ganz richtig), die des Protagonisten ist die 3. Auch hier wird politisch damit gekämpft, nicht mehr "in" zu sein und somit um Fördergelder zu betteln. Ändert sich aber alles schlagartig, als die Ares 3 Mission so richtig daneben geht. Allerdings stellt sich eben bald heraus, dass der vermeintlich tote Astronaut doch noch lebt und plötzlich sind die Augen der ganzen Welt nur noch auf dieses Thema gerichtet.
    Ab und zu ging mir Mark Watney auf die Nerven. Ja, er ist Astronaut. Da gibt es von vorne herein ein gewisses Ego. Und vermutlich hat seine Situation ihm mental nicht gerade geholfen. Aber es gab Situationen, wo er sich selbst im Weg stand und da hätte ich ihm gerne eine geknallt. :loool: Andererseits leistet er einiges (wobei immer realistisch), so dass ich es ihm schnell wieder verziehen hab. Außerdem ist er witzig. Teilweise zum Losbrüllen komisch (kommt im Zug, umgeben von komisch schauenden Leuten, besonders gut).
    Viel mehr will ich eigentlich nicht verraten, weil es sonst doch zum ein oder anderen Spoiler kommen kann.
    Was noch erwähnenswert ist: Es gibt viel technisches Gebrabbel, aber das wird eigentlich alles so erklärt, dass auch ein nicht-NASA-Hirn es nachvollziehen kann. Ging mir jedenfalls so. Das und das starke Gefühl von Realismus ergibt bei mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .

  • Beitrag an bestehenden Thread angehängt :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


  • Das Buch wollte ich unbedingt lesen, bevor der Film im Oktober erscheint. Das Thema, wie ein Mensch versucht, alleine auf einem noch unerforschten Planeten zu überleben, hat mich sehr fasziniert und obwohl ich mit einer etwas anderen Handlung á la "Mission to Mars" gerechnet hatte, wurde ich nicht enttäuscht.


    Ich denke, dass die Handlung nicht jedermanns Sache sein wird, denn es geht wirklich ausschließlich um den auf dem Mars zurückgelassenen Mark Watney und wie er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, auf diesem unwirtlichen Planeten zu überleben. Viel hat er nicht, außer der Wohnkuppel, den lebenserhaltenden Maschinen und zwei Rovern, aber er beißt sich durch und entwickelt die irrwitzigsten Strategien. Die kleine Anlage ist nur für einen kurzen Zeitraum ausgelegt, so dass Mark sich darum kümmern muss, für längere Zeit die Sauerstoffversorgung zu erhalten, an Nahrung und Wasser zu kommen und den Strom am laufen zu halten. Akribisch wird jedes technische Detail bis in alle Einzelheiten zerlegt und ich habe dabei nicht alles verstanden - aber man merkt auf jeden Fall die Liebe des Autors, der sich mit diesen Dingen wirklich auseinandergesetzt hat. Dadurch wirkt alles sehr authentisch.


    Die Passagen von Mark Watney sind aus der Ich-Perspektive geschrieben - er erzählt alles, was ihm widerfährt in einem Logbuch, wie eine Art Tagebuch, denn auch die Einsamkeit ist für ihn natürlich extrem belastend. Zwischendurch gibt es aber auch Abwechslung, indem der Autor zur NASA wechselt, die natürlich alles versucht, um ihn zu retten. Ebenso die Crew auf der Hermes, die sich auf dem Rückweg zur Erde befindet und deren Mitglieder nicht ahnen, dass Mark den heftigen Sandsturm überlebt hat.


    Anfangs war es tatsächlich auch für mich ein kleiner Kampf, denn der endlose Monolog von Mark ist durchgängig gespickt mit seinen Überlegungen und Ideen zu Berechnungen von Sauerstoffwerten und handwerklichen Möglichkeiten. Als ich mich dann aber damit arrangiert hatte, war ich beeindruckt von dem Aufwand, den Mark auf sich nimmt und die vielen Details, die man berücksichtigen muss - immer mit dem Hintergrund, dass die Rettung mit großer Wahrscheinlichkeit eh zu spät kommt.
    Mark ist zielstrebig in allem, was er tut und gibt die Hoffnung nicht auch; rettet sich mit seinem Humor über die verzweifelten Momente. Spannend waren vor allem die Aussichtslosigkeit und wie er es immer wieder schafft, einen Lösungsweg zu finden.


    Fazit: 4 Sterne


    Ein sehr authentischer und detaillierter Einblick in einen einsamen Überlebenskampf auf dem Mars und den Zusammenhalt der Menschen, um einen von ihnen zu retten.


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

  • Was noch erwähnenswert ist: Es gibt viel technisches Gebrabbel, aber das wird eigentlich alles so erklärt, dass auch ein nicht-NASA-Hirn es nachvollziehen kann. Ging mir jedenfalls so.

    Das ging mir nicht so :D Ich fand es zwar in Ordnung erklärt, habe aber eigentlich nichts davon verstanden, weil ich absolut keine Ahnung von Athmosphärendruck, Rovern, Funksystemen und vor allem chemischen Elementen habe. Habe von den großen wissenschaftlichen Teilen fast nichts verstanden. Fand das Buch dennoch fantastisch! :D

  • Ich habe das Buch gerade eben beendet und fand es richtig, richtig gut. :thumleft:


    Es war flüssig und sehr humorvoll geschrieben und äußerst informativ.
    Mit diesem Buch könnts man den "Nerd-Wissen-Thread" in diesem Forum komplett alleine bestreiten.


    Das einzig Negative war meiner Meinung nach. ..


    Dafür ziehe ich einen halben Stern ab.
    Der Rest war ein rundrum toller Schmöker. :thumleft:



    Und was lese ich nun? :-k:-k

  • Jetzt ist es bald soweit, Mark Watney kommt ins Kino!

    Ja, und ich bin mal gespannt, welches Ende uns da erwartet... :-?

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