Erich Maria Remarque

  • Habe leider noch nicht alles von ihm gelesen (das werde ich allerdings noch tun nach der Lektüre des genialen Romans "Im Westen nichts Neues"),doch ich finde er sollte auf keinen Fall in den Autorenportraits fehlen...


    Erich Maria Remarque (eig. Erich Paul Remark)


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    Kurzbiographie:


    1898
    22. Juni: Erich Maria Remarque (eigtl. Erich Paul Remark) wird als Sohn des katholischen Buchdruckers Peter Remark in Osnabrück geboren.
    Seine Ausbildung erhält er am Katholischen Lehrerseminar der Stadt.


    1916
    Nach sechs Monaten Ausbildung wird er im Ersten Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger an der Westfront eingesetzt. Eine baldige Verletzung ist Grund eines heimatlichen Lazarettaufenthalts, den er bis zum Kriegsende ausdehnen kann.


    ab 1918
    In der Nachkriegszeit versucht sich Remarque in verschiedenen Berufen. Er ist als fliegender Händler, Agent für Grabsteine, Organist, Volksschullehrer und als Theater- und Konzertkritiker bei der "Osnabrücker Tageszeitung" tätig. Er veröffentlicht Gedichte und Kurzprosa.


    1920
    Publikation seines Künstlerromans "Die Traumbude".


    1923/24
    Als Redakteur einer Werkzeitschrift bereist Remarque die Schweiz, Jugoslawien, die Türkei, Italien, England und Belgien.


    1925
    Redakteur der Berliner Zeitung "Sport im Bild".


    1929
    Remarque erringt einen Welterfolg mit seinem Roman "Im Westen nichts Neues", der das Tabu vom Heldentod der Soldaten bricht. Er spricht darin von der "verlorenen Generation, die vom Krieg zerstört wurde, auch wenn sie seinen Granaten entkam". In Deutschland löst der Roman heftige Kontroversen aus.


    1930
    Verfilmung von "Im Westen nichts Neues".


    1932
    April: Remarque läßt sich in der Schweiz nieder.


    1933
    10. Mai: Im Zuge der von den Nationalsozialisten inszenierten Bücherverbrennung wird auch "Im Westen nichts Neues" aus öffentlichen Bibliotheken entfernt.


    1937
    In London erscheint Remarques Roman "Three Comrades", der ein Jahr später in Amsterdam in deutscher Sprache veröffentlicht wird.


    1938
    Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft.


    1939
    Remarque emigriert in die USA.


    1941
    Veröffentlichung des in englischer Sprache geschriebenen Romans "Flotsam" in London, der auf deutsch in Stockholm unter dem Titel "Liebe Deinen Nächsten" erscheint.


    1945
    Nach dem Zweiten Weltkrieg lebt Remarque abwechselnd in New York und in Porto Ronco (Schweiz).


    1946
    Mit der Veröffentlichung des Emigrantenromans "Arch of Triumph" in den USA hat er einen weiteren weltweiten literarischen Erfolg, an den er mit seinen folgenden Werken jedoch nicht anknüpfen kann.


    1947
    Remarque nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an.


    1952
    Publikation des Romans "Der Funke Leben".


    1954
    Der zeitlich im nationalsozialistischen Deutschland angesiedelte Roman "Zeit zu leben und Zeit zu sterben" erscheint.


    1956
    Remarque veröffentlicht den zur Zeit der Weimarer Republik spielenden Roman "Der schwarze Obelisk".


    1963
    Der Roman "Die Nacht von Lissabon" wird veröffentlicht.


    1967
    Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.


    1970
    25. September: Erich Maria Remarque stirbt in Locarno.


    1971
    Sein letzter Roman "Schatten im Paradies" erscheint postum


    (Quelle:Deutsches historisches Museum)



    Werke:


    Romane:
    Die Traumbude.Ein Künstlerroman,1920


    Station am Horizont (Fortsetzungsroman),1927/28


    Im Westen nichts Neues, 1929


    Der Weg zurück,1931


    Three Comrades, 1937 (dt. Drei Kameraden, 1938);


    Flotsam (dt. Liebe deinen Nächsten,1941)


    Arch of Triumph, 1945 (dt. Arc de Triomphe, 1946)


    Der Funke Leben, 1952


    Zeit zu leben und Zeit zu sterben, 1954


    Der schwarze Obelisk, 1956


    Der Himmel kennt keine Günstlinge, 1961


    Die Nacht von Lissabon, 1962


    Schatten im Paradies, 1971 (posthum)

  • Die Traumbude


    Inhalt:


    Fritz Schramm, Osnabrücker Dichter und Maler, 38 Jahre alt, an einem Lungenleiden erkrankt, empfängt in seiner Dachwohnung, die "Die Traumbude" genannt wird, junge Menschen, die ebenfalls künstlerisch ambitioniert sind. Zu ihnen gehören Fried und Paulchen (Paula), die sich zu ähnlich sind, um sich lieben zu können, Trix Bergen aus Rostock, die auf der Suche nach dem Glück ihr Elternhaus verlasen hat - vor allem aber Ernst Winter und Elisabeth Heindorf.
    Ernst, ein 23jähriger Komponist verbringt die meiste Zeit in anderen Städten, um dort zu studieren. Während eines Urlaubs in Osnabrück lernt er die junge Elisabeth kennen und lieben, ist aber nicht reif genug, diese Liebe auch schon zu leben. Er fährt nach Leipzig, wo er mit der Opernsängerin Lanna Reiner ein Verhältnis beginnt, welches mehrere Monate andauert.
    Unterdessen wächst Elisabeth zu einer reifen Frau heran. Sie erinnert Onkel Fritz an dessen verstorbene Liebe Lu, zu der Fritz aber durch unglückliche Umstände nie stehen durfte. Durch die Bekanntschaft mit Elisabeth lebt Onkel Fritz noch einmal auf und kann durch diese Kraft auch Trix Bergen mit ihren Eltern versöhnen sowie Elisabeth davon überzeugen, daß Ernst eines Tages zu ihr zurückkehren wird.
    Nach einigen Monaten erkrankt Fritz ernsthaft und stirbt bald darauf. Nachdem Ernst durch die Nachricht vom Tode Fritz' "aufgewacht" ist und seine Beziehung zu Lanna beendet hat, reist er zurück nach Osnabrück und erkrankt an hohem Fieber. Nach seiner Genesung schreibt er ein musikalisches Werk zur Erinnerung an Fritz und findet durch diese Art Selbstreinigung zu Elisabeth.

  • Der Weg zurück


    Inhalt:


    Ernst Birkholz und seine Kameraden erleben das Ende des Ersten Weltkrieges an der Westfront. Während sie den Rückmarsch in die Heimat antreten, bricht in Deutschland die Revolution aus. In der Heimat angekommen, müssen sie erkennen, daß von der Begeisterung, mit der man sie vor Jahren in den Kampf fürs Vaterland schickte, nichts geblieben ist. Die anfänglichen Hoffnungen auf eine grundlegende Revolution der bestehenden Verhältnisse wird bald enttäuscht. Der Weg zurück in ein Leben, wie sie es vor dem Krieg kannten, erscheint ihnen nach den Jahren im Schützengraben unmöglich. Das zivile Leben kommt ihnen nun langweilig und belanglos vor. Das Gefühl der Verlorenheit verstärkt sich noch, als auch die Kameradschaft, die sie vier Jahre an der Front aufrecht hielt, zu bröckeln beginnt. Denn während sich einige wenige mit den neuen Verhältnissen arrangieren oder als Schieber aus der allgemeinen Not Kapital schlagen, herrscht bei den meisten Orientierungslosigkeit.
    Adolf Bethke, dessen Frau das Alleinsein nicht ertragen konnte, zerbricht. Albert Troßke, erschießt einen Menschen, weil das Mädchen, das er liebt, ihn betrogen hat. Daß er nach den Jahren an der Front nun als Mörder verurteilt werden soll, kann er nicht begreifen. Ludwig Breyer, der an einer aus einem Frontbordell verschleppten Syphillis leidet, schneidet sich die Pulsadern auf. Ernst Birkholz beendet das vor dem Krieg begonnene Lehrerexamen und tritt eine Stelle als Dorfschullehrer an, die er jedoch bald wieder aufgibt. Die Perspektive eines auf Jahre absehbaren, gleichförmig verlaufenen Dorflebens langweilt ihn. Von Kriegserinnerungen gequält und geschockt von Ludwigs Tod, erleidet er einen Nervenzusammenbruch, von dem er sich nur schwer wieder erholt. Georg Rahe, von der Revolution enttäuscht, versucht vergeblich, die alte Kameradschaft in einem Freikorps wiederzufinden. Er reist nach Frankreich, wo er sich durch die Erinnerungen übermannt auf einem Soldatenfriedhof erschießt. Nach seiner Genesung erkennt Ernst Birkholz, daß auch wenn vieles in den Jahren der Maschinengewehre und Grananten verschüttet worden ist, es vieles aufzubauen und fast alle wieder gutzumachen gibt.

  • Drei Kameraden


    Inhalt:


    Der Ich-Erzähler Robby Lohkamp lebt nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin. Die Stadt ist geprägt von den goldenen 20er Jahren einerseits, mit viel Lebensfreude und einem Sinn für das Amüsement, und von der Inflation, Armut und politischem Chaos andererseits.
    Lohkamp ist zur Zeit seiner Erzählung dreißig Jahre alt und gehört somit zur verlorenen Generation. Schon mit achtzehn Jahren wurde er Rekrut und ein Jahr später stand er mitten im brutalen und unmenschlichen Kriegsgeschehen. Diese Zeit hat seine Jugend zerstört und ihn wertlos und unbrauchbar für die Nachkriegszeit gemacht.
    Er gibt jedoch nicht auf und versucht seine Krise, die prototypisch für die gesamte Generation ist, individuell zu lösen. Seinen verlorenen Posten im Krieg ersetzt er durch seine Vorstellung nun Soldat in der Armee des Lebens zu sein.
    Sein Schicksal teilt er mit den beiden ehemaligen Kriegskameraden Lenz und Köster. Gemeinsam eröffnen sie eine Auto-Reparatur-Werkstatt. Zunächst läuft diese sehr erfolgreich, später muss sie jedoch wegen mangelnder Kundschaft geschlossen werden.
    Auch im Privaten gehen die drei Freunde durch dick und dünn und versuchen die Fronterlebnisse, bei denen es um das nackte Überleben ging, gemeinsam zu besiegen. Ihre neue Lebenseinstellung nach dem Krieg und insbesondere der Alkohol hilft ihnen dabei. Die Bar wird zum wichtigen Lebensmittelpunkt, und der Rum hilft ihnen die traurige Realität zu durchbrechen.
    Doch dann lernt Robby die Offizierstochter Pat kennen, und ihre Liebe gestaltet sich trotz der schlechten Verhältnisse und der vielen elendig dahinlebenden Menschen in ihrer Umgebung positiv. Ihre Liebe ist intensiv und schon bald wird Pat in den Kreis der drei Kameraden aufgenommen. Robby und Pat sind sich schnell einig, dass ihre Liebe das einzig sinnvolle, wahre und große in ihrem Leben ist. Sie trösten einander hinweg über die Sinnlosigkeit und die Vergänglichkeit des Lebens und stimmen darin überein, dass sie die Welt anders geschaffen hätten.

  • Liebe Deinen Nächsten


    Inhalt:


    Der aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflüchtete jüdische Student Ludwig Kern wird 1935 in Wien während einer Hotelrazzia verhaftet. Während er auf seine Abschiebung wartet, lernt er Josef Steiner kennen, der in Deutschland aus politischen Gründen verhaftet worden war und aus einem Konzentrationslager nach Österreich hatte fliehen können. An der Grenze zur Tschechoslowakei trennen sich Kern und Steiner: Steiner kehrt nach Wien zurück, um im Prater illegal bei einem Schausteller zu arbeiten, Kern geht nach Prag, um nach seinem Vater zu suchen.
    In Prag lernt Kern die ebenfalls aus Deutschland geflüchtete Jüdin Ruth Holland kennen, in die er sich verliebt. Ruth reist nach Wien weiter, weil sie dort arbeiten kann, Kern folgt ihr illegal, nachdem er seinen Vater gefunden hat.
    In Wien treffen Kern, Ruth und Steiner wieder zusammen. Kern wird verhaftet und abgeschoben, kehrt aber nach Wien zurück, um Ruth, die inzwischen in die Schweiz weitergereist ist, zu folgen. Auch für Steiner wird die Situation in Wien zu gefährlich, er flüchtet über die Schweiz nach Paris.
    In Zürich trifft Kern Ruth, ihre Bemühungen um eine Aufenthaltserlaubnis bleiben erfolglos; Kern wird erneut verhaftet und nach Frankreich abgeschoben. In Genf trifft er sich mit Ruth, beide gehen gemeinsam nach Paris, da sie dort hoffen, Arbeit zu finden.
    In Paris kreuzen sich die Wege von Ruth, Kern und Steiner sowie zahlreicher anderer Emigranten erneut.
    Steiner erhält einen Brief von seiner Frau, die er in Deutschland zurücklassen mußte, und erfährt, daß sie in den nächsten Tagen sterben wird. Obwohl er sich bewußt ist, in Deutschland sofort verhaftet zu werden, bricht Steiner unverzüglich auf, um seine Frau ein letztes Mal zu sehen. In seiner Heimatstadt angekommen, wird Steiner von seinem ehemaligen Peiniger Steinbrenner verhaftet, erreicht jedoch, daß er seine Frau in ihren letzten Lebenstagen täglich besuchen darf. Nach ihrem Tod stürzt sich Steiner aus dem Fenster des Krankenhauses und reißt Steinbrenner mit in den Tod.
    Ruth und Kern haben durch die Erbschaft eines anderen jüdischen Emigranten in Paris Pässe und Fahrkarten nach Mexiko erhalten. Auf den Champs-Elysées nehmen sie Abschied von Europa.
    In diese drei Flüchtlingsbiographien ist eine Vielzahl von Beschreibungen von Emigrantenschicksalen integriert, von in der Regel erfolglosen Versuchen, Aufenthaltsgenehmigungen, gültige Pässe, Affidavits oder Durchreisegenehmigungen zu erhalten und anderen bürokratischen Schikanen. Die Protagonisten erfahren Hilfsbereitschaft und Denunziation, Humanität und Verfolgung. Liebe Deinen Nächsten bietet so ein Panoptikum der Situation von Emigranten in der Tschechoslowakei, Österreich, der Schweiz und Frankreich von Mitte der 30er Jahre bis zum Kriegsausbruch 1939.

  • Der Funke Leben


    Inhalt:


    In Häftling 509 im Konzentrationslager Mellern keimt Hoffnung auf Überleben auf, als die nahegelegene Stadt von alliierten Fliegern bombardiert wird. Es gelingt ihm nach und nach, seine Mithäftlinge im sogenannten "Kleinen Lager", in dem die nicht mehr arbeitsfähigen Häftlinge untergebracht sind, von der Möglichkeit zu Überleben zu überzeugen und sie zum passiven Widerstand anzuregen.
    Für den Lagerkommandanten Neubauer beginnt jedoch mit dem zunehmenden Heranrücken der Allierten das Auseinanderfallen seiner familiären und auch 'beruflichen' Zusammenhänge. Seine Frau und Tochter zeigen offen ihre Angst und versuchen ihn zur Flucht zu überreden, was Neubauer jedoch verweigert.
    Im Kleinen Lager sowie im gesamten Konzentrationslager formiert sich immer mehr der Widerstand: Waffenteile werden ins Lager geschmuggelt, Nahrung wird organisiert und gerechter verteilt, für den Untergrund arbeitende Häftlinge werden versteckt und insgesamt wächst in den Häftlingen der (Über-)Lebenswille - 509 nennt seinen richtigen Namen: Friedrich Koller.
    Neubauer verliert durch die Bombardements fast seinen gesamten, durch 'Arisierungen' gewonnenen Besitz und verzweifelt zunehmend nachdem er von Frau und Tochter verlassen wurde.
    Kurz vor der Befreiung des Lagers durch die Allierten zünden SS-Mannschaften die Baracken des Kleinen Lagers an und erschießen die fliehenden Häftlinge. 509 kann den Anführer Weber erschießen und stirbt anschließend an seinen eigenen Verwundungen.
    Das Lager wird befreit und sofort übernimmt die Untergrundbewegung die Lagerverwaltung. Obwohl viele Gefangene mit ihrer neuen Freiheit noch nichts anzufangen wissen, verlassen sie nach und nach das Lager. Neubauer wird von den Allierten gefangen genommen.

  • Zeit zu leben und Zeit zu sterben


    Inhalt:


    Der 23jährige Landser Ernst Graeber erlebt an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg, nach der Niederlage der deutschen 6. Armee in Stalingrad, verheerende Verluste und fluchtartige Rückzüge. Er erhält unerwartet Urlaub und fährt in seine Heimatstadt Werden, die durch Bombenangriffe der Alliierten stark zerstört ist. Von seiner ausgebombten Familie kann er niemanden finden, erfährt aber, daß sie evakuiert wurde. Er trifft auf Elisabeth, deren Vater durch Denunziation im Konzentrationslager ist, und verliebt sich in sie.
    Graebers ehemaliger Klassenkamerad Alfons Binding ist mittlerweile Kreisleiter geworden und - zusammen mit weiteren Gestapoangehörigen - für zahlreiche unberechtigte Verhaftungen und andere Verbrechen verantwortlich.
    Graeber sucht seinen ehemaligen Religionslehrer Pohlmann auf, um Antworten auf seine Fragen nach der Verantwortlichkeit für die Verbrechen der Deutschen Wehrmacht und des 'deutschen Volkes' zu erhalten, doch Pohlmann kann ihm keinen anderen Rat als denjenigen geben, daß jeder für sein Handeln und die daraus entstehenden Konsequenzen selbst verantwortlich ist.
    Graeber und Elisabeth heiraten und verleben einige friedliche Tage in einem Wirtshaus, bevor Graeber wieder an die Front zurückkehrt. Hier wird er nach der Befreiung von russischen Zivilisten durch einen von ihnen erschossen, nachdem er sich geweigert hatte, sich ihnen als Überläufer anzuschließen.

  • Der Himmel kennt keine Günstlinge


    Inhalt:


    Zu Beginn der 50er Jahre besucht der alternde Rennfahrer Clerfayt seinen ehemaligen Beifahrer Hollmann in einem Sanatorium, in dem er seit längerer Zeit wegen Lungentuberkulose behandelt wird. Dort lernt Clerfayt auch die schwer lungenkranke Lilian Dunkerque kennen. Sie verachtet die seit Jahren gleiche Routine, die Langeweile und die strengen Regeln des Sanatoriums und nutzt die Gelegenheit, um gegen den Rat ihrer Ärzte mit Clerfayt zu flüchten.
    Die beiden haben eines gemeinsam, und zwar die Tatsache, dass sie keine sichere Zukunft haben. Clerfayt lebt sein Leben immer nur bis zum nächsten Rennen, entgeht immer wieder dem nahen Tod und Lilians Dasein ist ständig bedroht durch einen erneuten Blutsturz. Sie sieht in ihm den passenden Partner, weil auch er stets nah am Tode steht. Die Melancholie über die Möglichkeit der plötzlichen Trennung lässt ihre Romanze sehr intensiv werden. Beide verdrängen die Todes-Thematik und leben einen romantischen Traum in Paris. Voller Leichtigkeit, als könne ihnen nichts geschehen, genießen sie ihr Glück und geben sich ihren Illusionen hin.
    Auf Sizilien, wo Clerfayt ein Rennen zu fahren hat, umsorgt er die kranke Lilian so sehr, dass sie sich eingesperrt und an die Zustände des Sanatoriums erinnert fühlt. Sie verfolgt das Rennen am Radio und merkt, dass sie dem Autosport nichts abgewinnen kann. Lilian versteht den Sinn des Rennens, mit Start und Ziel an der selben Stelle, nicht und zweifelt daran, dass dieses Spiel mit dem Tod sinnvoll ist.
    Sie reist heimlich allein nach Venedig, wo sie erneut eine Lungenblutung erleidet. Erst dann erkennt Clerfayt die ganze Schwere ihrer Krankheit. Auch aus diesem Grund beginnt er Pläne zu schmieden. Er spricht davon das Renngeschäft aufzugeben, zu heiraten und sesshaft zu werden. Doch Lilian liebte ja gerade den Mann ohne Pläne und ohne Zukunft, der sie durch seine Liebe den Tod vergessen ließ. Sein Wandel entfernt sie geistig weiter von ihm, so dass sie sich entschließt, sich nach seinem nächsten Rennen in Monte Carlo von ihm zu trennen. Dazu kommt es jedoch nicht mehr, denn Clerfayt verstirbt während des Rennens bei einem tragischen Unfall. Daraufhin kehrt Lilian in das Schweizer Sanatorium zurück und stirbt nur sechs Wochen später an ihrer schweren Erkrankung.

  • Schatten im Paradies


    Inhalt:


    Der Ich-Erzähler ist ein deutscher Journalist namens Robert Ross. Mit falschen Papieren ist er aus Deutschland vor den Nazis geflohen. Seine Flucht führte ihn über Lissabon, bis nach New York und Hollywood, wo er nun versucht ein neues Leben zu beginnen. Ross überlebt zwar als Flüchtling und Emigrant, aber sein Leben erscheint ihm kaum noch lebenswert.
    Demütigungen und das ewige Gefühl, ein Fremder zu sein, lassen ihn im amerikanischen „Paradies“ nicht heimisch werden. Er findet einen fragwürdigen Job als Zubringer für einen ausgekochten Kunsthändler und arbeitet später auch noch als Spezialist für SS-Uniformen in Hollywood. Obwohl Ross Geld verdient und sich in das russische Mannequin Natascha Petrowa verliebt, bleibt er gezeichnet von der Verfolgung. Die Liebe zwischen den Beiden ist eine wundervolle Illusion, hilft jedoch nicht über das Gefühl der Heimatlosigkeit hinweg.
    Ross begreift, dass er zwar den Nazis entkommen ist, aber auf ewig ein einsames, geborgtes Leben führen muss. So ungeliebt in der neuen Heimat und fremd in der gesamten Welt erlebt Ross das Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach der deutschen Kapitulation erhält er eine Rückreisegenehmigung nach Europa. Doch auch in der alten, einst so vertrauten Heimat soll er Gast bleiben.

  • Hallo Schoenchen,


    vielen Dank für deine tolle und ausführliche Vorstellung!!! :)


    Ich habe von Erich Maria Remarque bisher nur "Im Westen nichts Neues", "Der Funke Leben" und "Zeit zu leben, Zeit zu sterben" gelesen.
    Alle drei Bücher haben mir sehr gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass mir die eine oder andere Szene doch sehr nahe ging.
    Durch dein Posting bin ich noch auf weitere Romane neugierig geworden.


    Viele Grüße von


    Wilaja :flower:

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