Vladimir Nabokov - Fahles Feuer / Pale Fire

  • Buchdetails

    Titel: Fahles Feuer


    Verlag: Rowohlt Buchverlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 608

    ISBN: 9783498046484

    Termin: März 2008

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  • Inhaltsangabe zu "Fahles Feuer"

    Nabokovs vierzehnter Roman – der erste aus der Zeit nach «Lolita» – gibt sich als die kommentierte Ausgabe eines 999 Zeilen langen Gedichts mit dem Titel «Fahles Feuer», verfasst von John Shade, einem bedächtigen neuenglischen Lyriker und Professor, der von einem Mörder erschossen wurde, ehe er die tausendste, die letzte Zeile zu Papier bringen konnte. Der Herausgeber ist sein Kollege, Nachbar und angeblicher Freund Charles Kinbote. Dessen Kommentar verfehlt jedoch Shades ernstes Poem, in dem es um den Selbstmord der schwierigen und hässlichen Tochter, um den Tod und die Wahrscheinlichkeit eines Lebens danach geht, auf eine so dreiste wie groteske Weise. Kinbote gibt sich nämlich als der exilierte König von Zembla zu erkennen, Carl der Vielgeliebte, der Shade nicht dazu bringen konnte, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, und der es nun in Form von Anmerkungen zu «Fahles Feuer» selber tut. Ihm galt, so meint er, auch die Kugel, die Shade tötete. Freilich ist zweifelhaft, ob es sich so verhält. Nabokov lockt den Leser auf Rätselgänge, Licht des fahlen Feuers flackert von Spiegel zu Spiegel, Echos erklingen: ein Virtuosenstück, «eine Amalgamierung von Ernst und Spiel, einer anrührenden menschlichen Geschichte mit dem kühlen Kalkül einer Problemschachaufgabe» (Dieter E. Zimmer).
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    Nabokovs vierzehnter Roman – der erste aus der Zeit nach «Lolita» – gibt sich als die kommentierte Ausgabe eines 999 Zeilen langen Gedichts mit dem Titel «Fahles Feuer», verfasst von John Shade, einem bedächtigen neuenglischen Lyriker und Professor, der von einem Mörder erschossen wurde, ehe er die tausendste, die letzte Zeile zu Papier bringen konnte. Der Herausgeber ist sein Kollege, Nachbar und angeblicher Freund Charles Kinbote. Dessen Kommentar verfehlt jedoch Shades ernstes Poem, in dem es um den Selbstmord der schwierigen und hässlichen Tochter, um den Tod und die Wahrscheinlichkeit eines Lebens danach geht, auf eine so dreiste wie groteske Weise. Kinbote gibt sich nämlich als der exilierte König von Zembla zu erkennen, Carl der Vielgeliebte, der Shade nicht dazu bringen konnte, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, und der es nun in Form von Anmerkungen zu «Fahles Feuer» selber tut. Ihm galt, so meint er, auch die Kugel, die Shade tötete. Freilich ist zweifelhaft, ob es sich so verhält.




    Meine Meinung zum Buch:


    Aus der Lektüre gehe ich so klein heraus. Ich habe mich bisher für nicht ganz dumm gehalten, aber Nabokov lässt meinem Selbstbewusstsein keine Chance - naja, tut auch mal ganz gut, solche Erfahrungen zu machen.
    Fahles Feuer dürfte eines der ungewöhnlichsten Bücher aller Zeiten sein (für mein Empfinden, aber ob das viel taugt, davon bin ich nach dieser Lektüre alles andere als überzeugt). Irgendwo habe ich gelesen, dass es sich bei diesem "Roman", als den der Autor dieses Werk bezeichnet hat, angeblich um den allerersten Hypertext handeln soll - wie ein Roman liest es sich jedenfalls wirklich nicht: das Buch besteht nur aus dem Vorwort des Ich-Erzählers Kinbotes, einem 1000 ( bzw. 999) Zeilen langen, teilweise ziemlich schlechten Poems, angeblich geschrieben von Kinbotes Nachbarn John Shade, sowie jeder Menge Anmerkungen, Kommentare und Abschweifungen des Ich-Erzählers. Dabei gibt es in den Kommentaren jede Menge Querverweise zu vorhergehenden Anmerkungen, dann von dort aus wieder zu späteren Fußnoten und so fort. Insofern ist die etwas ungewöhnliche Bezeichnung „Hypertext“ sicher nicht aus der Luft gegriffen.


    245 Seiten hat Pale Fire in der TB-Ausgabe des englischen Originals - ich kann nicht sagen, dass ich die Lektüre genossen hätte – zu sehr und zu lange musste ich mit dem Verständnis kämpfen, sowohl auf Vokabular-Ebene als auch von Inhalt und Aufbau her, die eigentlich gar nicht getrennt voneinander gesehen werden können, sonst lässt sich gar kein Sinn bzw. eine Motivation des Autors für dieses seltsame Buch finden.
    es wird ziemlich schnell klar, dass das Poem ein ziemlich schlechtes Gedicht ist, mit seinen Gedanken zum Tod, zum Selbstmord der Tochter, zur Gesundheit des Autors und sonstigen wichtigen und belanglosen Aspekten des Autors. Charles Kinbote, der Ich-Erzähler, der sich gleichzeitig als künftiger Herausgeber des Gedichts versteht, interpretiert es als eine Art Ode auf sein Heimatland, das fiktive "Zembla" und der Flucht des letzten dortigen Königs, Charles the Beloved, ins Exil, nachdem sozialistische Rebellen dort an die Macht gekommen waren. Man kann als Leser praktisch gar nicht nachvollziehen, wie Kinbote auf diese Idee kommen will. "Zembla" als Wort taucht nur in einer Zeile auf, aber eine Ode auf Zembla und seinen letzten König? Kinbote nutzt also seine Anmerkungen, um dem Leser nach und nach die Geschichte der Flucht seines Königs ins Exil zu schildern sowie die Verfolgungsjagd durch einen von den zemblanischen Rebellen beauftragten Killers, wobei immer wieder Detailinformationen geschildert werden, die Kinbote unmöglich wissen kann - es sei denn, er sei selbst Charles the Beloved (oder der Auftragskiller, wie mir am Ende sogar scheinen wollte).
    Ich habe lange Zeit beim Lesen mit dem Versuch verbracht, abzuschätzen, wer denn nun der größere Spinner sei: Kinbote mit seinen halluzinatorischen Interpretationen und seinem tuntigen Beleidigtsein, oder Nabokov, der sich so etwas total Abgedrehtes überhaupt erst ausgedacht hat.


    Der Autor scheint alles irgendwie zu verlächerlichen: Kinbote erweckt den Eindruck, dass die Mehrheit der männlichen Zemblaner homosexuell sei und dies als elegant und stilvoll erachte - dass Nabokov so etwas in den 1960er Jahren geschrieben hat, deutet für mich auf die Absicht hin, heftig anzuecken, ähnlich wie schon in seinem vorherigen Roman Lolita. (Hätte Nabokov nicht einem wohlhabenden Elternhaus entstammt, das ihm viel Kultur, u.a. ein Literaturstudium ermöglichte, sondern stattdessen unkultivierten, proletenhaften Verhältnissen, hätte er wahrscheinlich ständig irgendwelche Kneipenschlägereien provoziert, könnte ich mir vorstellen.)


    Fahles Feuer lässt eigentlich in der und hinter der gesamten Struktur, im Erzählstil, im scheinbaren (und tatsächlichen, weil beabsichtigten) Durcheinander der Anmerkungen Provokation vermuten, aber Provokation eher im Sinne von Anstachelung des Ehrgeizes im Leser, sich mit dem Motiv des Autors (Nabokovs, nicht Kinbotes als fiktivem Autor der Kommentare oder Shades als fiktivem Autor des Gedichtes), so etwas idiotisch Erscheinendes und Konfuses zu verfassen.



    Nabokov hat oft genug zum kritischen Lesen, zur individuellen Auseinandersetzung mit Literatur aufgefordert. Von diesem Gedanken ausgehend ergibt Fahles Feuer eindeutig Sinn, auch weil er seine eigene Erzählweise in den Sechzigern so stark und ganz klar provokativ gegen das literarisch Etablierte gewandt hat. Er hat sich nicht mit heuchlerisch-schmeichelndem Mittelmaß zufrieden gegeben, sondern riskiert (und geradezu provoziert), missverstanden und mit Verachtung abgetan zu werden. (Wobei ich den Eindruck habe, dass es Nabokov herzlich egal gewesen sein dürfte, wann immer er missverstanden wurde).
    Berechtigt und in der Umsetzung gelungen erscheint mir sein Anspruch und Aufruf, Literatur nicht immer nur in denselben eingefahrenen Gleisen sehen zu wollen bzw. sehen zu sollen, auf jeden Fall.


    Mit diesen paar Punkten wäre dann auch schon geklärt, dass es sich bei Fahles Feuer um ein Werk der literarischen Postmoderne handelt: Metafiktion, soweit das Auge reicht, der kritische Ansatz bezüglich literarischer Interpretationen und Kinbote als der unzuverlässigste Erzähler aller Zeiten - das reicht auf jeden Fall, um Nabokov mit seinem haarsträubenden Pale Fire wenigstens auf diesen Aspekt hin ganz konkret und eindeutig festnageln zu können.


    Insgesamt gehe ich aus der Lektüre ziemlich ermüdet hervor - das liegt aber nicht am Autor, sondern an meiner eigenen Unzulänglichkeit und meinem fehlenden Wissen (ich vermute aber, dass auch dieses Aufzeigen ein weiteres Anliegen Nabokovs sein könnte) - angeblich liegt dem teilweise recht scheußlichen Poem ein perfekt durchdachter und eleganter Aufbau zugrunde, woran meine eigenen nicht-existenten Kenntnisse schon mal total scheitern.
    Dass es eine Menge raffinierte Pointen im Buch gibt, ist mir mittlerweile auch klar. Ich bin erstaunt beim Durchsehen meiner Notizen, dass ich mehr entdeckt zu haben scheine als ich dachte, aber die dunkle Ahnung bleibt, dass da viel mehr Humor darin steckt, für den es bei mir einfach nicht gereicht hat (keine schöne Erkenntnis übrigens) - ich hätte z.B. den kleinen Witz, über den sich Jonathan Franzen in diesem Video halb kaputt kichert, nie im Leben gefunden, das muss ich offen zugeben (auch wenn ich aufgrund von extensiver Erläuterungen von Kinderärzten über Symptome baktiereller Entzündungen im Rachenbereich den Begriff Halitosis seit Jahren kenne) - ich hätte schlichtweg darüber weggelesen, weil ich das fehlende Wort nie im Leben mit dem Wort "Halitosis" in Verbindung gebracht hätte .
    Hinzu kommt die Menge an Worten, die ich noch nie im Leben zuvor gehört hatte - ohne Merriam-Webster-Wörterbuch wäre ich ziemlich verloren gewesen (ein Beispiel: „marrowskies“ – nein, hat nichts mit "Himmel" zu tun – völlig daneben). Vladimir Nabokov hat zwar bereits als Kind Englisch- und Französisch-Unterricht erhalten, aber er scheint eindeutig mehr aus seinen Fremdsprachenkenntnissen gemacht zu haben als fast der gesamte Rest der Weltbevölkerung – ich fasse es einfach nicht, wie Nabokov immer wieder die Art, in der sich unterschiedliche Typen ausdrücken, im Englischen karikiert, aber nicht ins Offensichtliche und Platte überzogen, sondern ganz knappkantig, sodass man sich immer wieder fragen muss, ob er das jetzt evtl. doch ernst meint – unglaublich, wie viel dieser Mann sprachlich drauf hatte.


    Es tut mir leid, dass ich hier so ausladend kommentiere und im Endeffekt nicht viel aussage - aber glaubt mir bitte, das liegt am Buch (weitestgehend zumindest).
    Ich bin mir sicher, dass es sich bei Fahles Feuer um ein außerordentliches und ein außerordentlich gutes Buch handelt, auch wenn ich selbst kein ausreichend guter Leser dafür bin. Ich bin mir aber gleichzeitig fast genauso sicher, dass es hier im BT einige Leser gibt, die aus diesem Buch bedeutend mehr Schmunzler und Lacher für sich herausholen können als ich, weil sie zum einen mir gänzlich fehlende Kenntnisse auf dem Gebiet der Literaturwissenschaften und zum anderen von Haus aus mehr Humor als ich mitbringen - und sogar ich, nach meinem weitgehend planlosen und nur bedingt erfolgreichen Ringen mit diesem Werk, muss sagen, dass ich mich jetzt, nach der Lektüre, ärgern würde, wenn ich es nicht gelesen hätte. Dieses Buch muss ich irgendwann nochmal lesen – vielleicht habe ich bis dahin ja etwas mehr Humor? :lol:


    Wer gerne mal etwas liest, das sich von allen anderen Büchern gewaltig unterscheidet und wem es nichts (oder nur wenig) ausmacht, dass er von einem Autor ein bisschen provoziert und getriezt wird, der sollte sich nicht abhalten lassen, Fahles Feuer zu lesen (klingt blöd, soll aber eine Empfehlung sein).




    Zum Autor:


    Vladimir Nabokov wurde 1899 in Sankt Petersburg als Sohn einer wohlhabenden Adelsfamilie geboren. Sein Leben wurde u.a. durch Flucht ins Exil nach Deutschland und später nach Frankreich und in die USA geprägt. Sein Londoner Studium der Naturwissenschaften, der russischen und französischen Literatur konnte er in den Vereinigten Staaten in berufliche Tätigkeiten am Lehrstuhl namhafter Universitäten (u.a. Harvard und Cornell) umsetzen. Die total unsinnige allgemeine Diskussion, die sich um seinen Lolita-Roman entspann, brachte jedoch solch hohe Verkaufszahlen, dass sie Nabokov finanziell unabhängig machten, was ihm 1959 ermöglichte, sich fortan nur noch auf das Schreiben zu konzentrieren. Er verstarb 1977 in Montreux in der Schweiz.


    Persönlich interessieren mich Nabokovs frühere Werke eher weniger, aber ich bin begeistert von seiner raffiniert-rücksichtslosen Art, gegen etablierte gesellschaftliche Heucheleien zu randalieren, so wie er sie in Lolita und Fahles Feuer an den Tag legt. Wenn ich’s mal so respektlos formulieren darf: ein literarischer Punk mit Stil.

    1. Fahles Feuer

      (Ø)

      Verlag: Rowohlt Buchverlag


    » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «


    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Ich bin mir sicher, dass es sich bei Fahles Feuer um ein außerordentliches und ein außerordentlich gutes Buch handelt (...) Ich bin mir aber gleichzeitig fast genauso sicher, dass es hier im BT einige Leser gibt, die aus diesem Buch bedeutend mehr Schmunzler und Lacher für sich herausholen können als ich

    Ich musste jedenfalls schon bei Deiner Rezension kichern. Irgendwie scheint sie zu dem Roman (bzw. zu diesem "Sonstigen") zu passen. Als ob Du während des Schreibens immer aufgebrachter darüber würdest, dem Stoff nicht gerecht zu werden - oder es zumindest zu befürchten. Ich sag jedenfalls vielen Dank für Deine Leserei und die Rezension. Ein Brocken - und die Tragweite ist in Umrissen zu erahnen. Deine Rezension ist schon ein ziemlicher Anreiz, es auch mal zu versuchen; solche körperlich und geistig erschöpfenden Leseerfahrungen sind viel zu selten. Bücher, wo man sich fragt, wie das irgendein Verlag jemals hat durchwinken können. Ein Buch als Arbeit, wohl nur mit diebischer Freude zu ertragen. Hat nicht auch James Joyce gesagt, Ulysses wäre eigentlich ein großer Jux? Ich sehe mich schon nach wenigen Seiten mit hängendem Kopf und müden Augen, die Hand tastet verstohlen zur Fernsehzeitung ... Das will gut geplant sein! Oh, es juckt in den Fingern. Noch mal schauen, was die Übersetzungen gerade so kosten ... :wink:

    Tolkien "Der Ring wandert" (200/260)

    Jiménez "Platero und ich" (49/415)


    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 169 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Mullen "Darktown" (12.11.)

  • Hat nicht auch James Joyce gesagt, Ulysses wäre eigentlich ein großer Jux?


    Hat er das? Mach mich nicht schwach, denn den Ulysses habe ich auch noch ganz fest auf meiner Liste (wenn auch ohne Datum oder Zeitraum - ich bin lese-Ko-geschlagen fürs Erste) - ich dachte, man könne die einzelnen Szenen den Szenen aus Homers Odyssee zuordnen? In meiner Jugend wurde uns das Teil ganz ehrfürchtig als paradebeispielhafter Roman als Gegenteil für Zeitraffung vor die Nase gehalten - 24 Stunden in Dublin umfasst der Roman, und angeblich solle man 24 Stunden zum Lesen dafür brauchen (Huch, allein schon die Vorstellung, 24 Stunden an einem Buch zu lese,n rückt einen möglichen Lesetermin wieder aus einem evtl. absehbaren Zeitfenster in vage Ferne).


    Aber Pale Fire gelesen zu haben, freut mich irgendwie - war irgendwie gut, auch wenn ich ziemlich lädiert aus dem Buch herausgegangen bin. Ein nächstes Lesen wird bestimmt besser (bestimmt :lol: , irgendwann). Übrigens habe ich irgendwo (irgendwo war DER Spiegel) gelesen, dass der Rowohlt-Ausgabe von 1968 angeblich mehrere Interpretationsversuche in einer Art Broschüre beigelegt waren. Das würde mich interessieren - Wo man diese Broschüre wohl her kriegen kann?


    Freu Dich auf Unendlicher Spaß, das waren etwa 1400 Seiten mit im Schnitt 25 gelesene Seiten pro Stunde, wobei ich nach zwei bis drei Stunden jedesmal total fertig war. Da ging an so einem Tag nichts mehr, was Buchstaben hatte.

    » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «


    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Hat er das?

    Ich weiß nur nicht, wo ich das nu wieder gehört habe.

    Mach mich nicht schwach, denn den Ulysses habe ich auch noch ganz fest auf meiner Liste

    Mir hat es schon sehr geholfen, dass ich Ulysses im Krankenhaus gelesen habe, vor allem bei dem Abschnitt der Übersetzung, der in Mittelhochdeutsch ist :wink:

    Freu Dich auf Unendlicher Spaß, das waren etwa 1400 Seiten mit im Schnitt 25 gelesene Seiten pro Stunde, wobei ich nach zwei bis drei Stunden jedesmal total fertig war. Da ging an so einem Tag nichts mehr, was Buchstaben hatte.

    Bei meinem zweiten Versuch lass ich erst einmal die Fußnoten weg ... :uups:

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  • Ich weiß nur nicht, wo ich das nu wieder gehört habe.


    Naja, vorstellbar ist das aber irgendwie schon, dass er sowas gesagt hat.



    Mir hat es schon sehr geholfen, dass ich Ulysses im Krankenhaus gelesen habe, vor allem bei dem Abschnitt der Übersetzung, der in Mittelhochdeutsch ist :wink:


    Dazu sollte man vielleicht mal einen Extra-Thread eröffnen, weil ich nicht weiß, welche Übersetzungen es gibt - war Deine die von Wollschläger? Ich hatte mal eine schwarze HC-Ausgabe, da waren, wenn ich recht erinnere, Abschnitte sowohl in Altgriechisch, Latein und Gälisch drin - kennt die jemand? Wie sind die anderen Übersetzungen? Ist irgendeine lesbarer als das, was ich damals in der Hand hatte (Ich fand das gar nicht schade, als ich das Buch nicht mehr wiederfand. Man hätte meinen können, ich hätte das buch mit Absicht verloren ...)
    Auf jeden Fall: Mittelhochdeutsch - ich glaube, ich lerne lieber Altgriechisch und Gälisch dazu :lol: - Danke für den Hinweis.
    Es gibt eine, die von Anaconda neu verlegt wird im Herbst, deren Übersetzung durch Georg Goyert angeblich von James Joyce selbst autorisiert worden sei - hat James Joyce überhaupt gut genug Deutsch gesprochen, um eine Übersetzung beurteilen zu können?


    Bei meinem zweiten Versuch lass ich erst einmal die Fußnoten weg ... :uups:


    Nicht erlaubt. Punkt.
    (Einige Fußnoten sind der Brüller, und Du wirst solche Brüller brauchen, wenn Du das Buch schaffen willst.)

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • @Hypocritia: Ja, es war eine alte, dicke Suhrkamp-Taschenbuchaushabe von Anfang oder Mitte der Neunziger in grün mit der Wollschläger-Übersetzung. Der mittelhochdeutsche Teil war eigentlich schon prima. Er war nur ziemlich lang, in der Erinnerung, die immer übertreibt, würde ich schätzen: 100 Seiten. Mag gerade nicht gucken, das Buch steht ganz oben im Regal. :wink: Jetzt wirds dann aber schon sehr offtopic, obwohl: Offtopic passt vielleicht ganz gut zum Fahlen Feuer. Ich glaube mich übrigens zu erinnern, dass das Fahle Feuer in einer Fußnote von Danielewskis House of Leaves erwähnt wird. Da passt es ja wohl auch ganz gut! :)

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  • das waren etwa 1400 Seiten


    Bin gerade etwas verwirrt. ?(
    Der Spiegel gibt 342 Seiten an, die verlinkte Ausgabe bei Amazon 608 Seiten.
    Nach deiner Rezension würde ich die Spiegelausgabe ins Auge fassen - ab und zu muss man seine Lesefähigkeit, Intelligenz (oder was man dafür hält :| ) testen und das Buch scheint mir sehr geeignet. Ob ich mir allerdings 1400 Seiten zumuten würde? In diesem Fall suche ich mir für den Test lieber was anderes.
    Wenn ich deine Rechnung zugrunde lege, also 25 Seiten pro Stunde, 50-75 Seiten am Tag, so brauche ich für das Buch mindestens drei Wochen, in denen ich nichts anderes lesen kann. Ist es das wert? :?:

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • @Marie, die 1400 Seiten mit 25 S. pro Stunde gehören zu David Foster Wallaces Unendlicher Spaß. (Dafür benötigt man tatsächlich mindestens einen Monat, wie Du richtig ausgerechnet hast). Es geht hier im Thread wirklich etwas wirr zu, weil wir uns in verschiedene "fast unlesbare" Bücher verloren haben. Unendlicher Spaß sowie James Joyces Ulysses gehören da auf jeden Fall dazu (wahrscheinlich auch Peter Nadas Parallelgeschichten, wobei ich an dieser Lektüre nicht allzu interessiert bin, auch Pynchons Die Enden der Parabel wären auf jeden Fall zu nennen ...).


    Bei Fahles Feuer könnte ich mir vorstellen, dass die 342 Seiten die reine Übersetzung sind, während in den 608 Seiten evtl. die Broschüre mit den Deutungsversuchen integriert sein könnte? Diese Deutungsversuche würden mich sehr interessieren. Dieses Buch ist wesentlich einfacher zu lesen als das Riesenwerk von David Foster Wallace. Auf Deutsch dürften schon mal die Vokabular-Probleme wegfallen, die ich mit der englischen Version hatte. Und es gibt ganze Sektionen, in die kommt man ganz gut rein und liest sie auch am Stück durch. Vielleicht kann man das Grübeln über das Gelesene auf die Zeit bei den Hausarbeiten oder auf Autofahrten verlegen. Mir zumindest hat das Buch einiges abverlangt, aber wie gesagt, mit mehr Humor kommt man da bestimmt besser voran ...




    nochmal OT:
    Bezüglich Ulysses werde ich auf jeden Fall vorher die Odyssee lesen, und dann evtl. zur Wordsworth-Classic-Ausgabe greifen, denn irgend jemand hat geschrieben, dass diese Ausgabe mit Kommentaren und Erläuterungen versehen ist, die sie für englische Muttersprachler ungeeignet werden lässt.

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • 1400 Seiten mit 25 S. pro Stunde gehören zu David Foster Wallaces Unendlicher Spaß.


    Ich hab mich tatsächlich in den unlesbaren Büchern verloren ... #-o
    OT:
    Gehört nicht auch Ecos "Das Foucaultsche Pendel" dazu? Zumindest haben €nigma (wenn ich mich richtig erinnere) und ich uns die Zähne ausgebissen - sprich: irgendwann unvollendet beiseite gelegt. OT Ende (wäre ein Thema für einen eigenen Thread.)

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  • OT:
    Gehört nicht auch Ecos "Das Foucaultsche Pendel" dazu? Zumindest haben €nigma (wenn ich mich richtig erinnere) und ich uns die Zähne ausgebissen - sprich: irgendwann unvollendet beiseite gelegt. OT Ende (wäre ein Thema für einen eigenen Thread.)


    OT kurz noch weiter: @€nigma hat mal geschrieben, sie habe das "Foucaultsche Pendel" weggelegt, weil gleich auf der ersten Seite die Kreiszahl Pi vorkam :evil: Das verzeihe ich ihr nicht. Das ist evtl. wirklich noch so ein Buch, das man erst mal "knacken" muss - auch ich habe mittlerweile schon von einigen Leuten gehört, dass sie dieses Buch nicht lesbar finden.
    Sehr gute Idee, da mal einen Thread draus zu machen im Allgemein-Bereich! :thumleft:

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    in Herzog

  • €nigma hat mal geschrieben, sie habe das "Foucaultsche Pendel" weggelegt, weil gleich auf der ersten Seite die Kreiszahl Pi vorkam Das verzeihe ich ihr nicht.


    Es war nicht allein die Kreiszahl Pi, sondern ich hatte generell bei beiden Lektüreversuchen das Gefühl, keinen roten Faden zu erkennen, bzw. zu dumm für dieses Buch zu sein. Das war relativ schockierend für mich, weil mich "Der Name der Rose" nicht nur begeistert hat, sondern ich auch alle lateinischen Passagen spielend verstanden hatte.
    Interessanterweise scheine ich mit meinen Schwierigkeiten nicht allein dazustehen, zumindest gibt es im BT noch keine Rezension zum "Pendel".

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Huhu: Ich habe mal einen eigenen Thread zu "schwierigen Büchern" eröffnet. Da kann es fröhlich weitergehen!

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