Fredrik Backman - Ein Mann namens Ove / En man som heter Ove

Ein Mann namens Ove

4.4 von 5 Sternen bei 115 Bewertungen

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783596197804

Termin: Juli 2015

Klappentext / Inhaltsangabe: Alle lieben Ove: der Nummer-1-Bestseller aus Schweden. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, das richtige Werkzeug und was sonst noch wirklich zählt im Leben – witzig, rührend, grummelig, großartig. Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …
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  • Die Schweden können nicht nur gute Krimis schreiben, wie man sieht, sondern auch richtig gute Romane ;-)
    Der 59jährige Ove Svensson ist ein Griesgram wie er im Buche steht. Seit dem Tod seiner Frau vor einem halben Jahr lebt er mehr schlecht als recht allein und als seine Firma ihn gegen seinen Willen in den Vorruhestand entlässt, beschließt er, dass es nun reicht: Er will sterben. Doch die neu hinzugezogene Nachbarsfamilie, der Trottel Patrick mit seiner aus dem Iran stammenden, hochschwangeren Frau Parvaneh und den beiden kleinen Töchtern, machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Ohne sein Zutun wird Ove plötzlich in Geschehnisse in der Nachbarschaft hineingezogen, die ihn seine Selbstmordpläne immer wieder verschieben lassen.
    Ove ist wirklich ein Miesepeter und Pessimist, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen kann - zumindest auf den ersten Blick. Ordnung und Regeln sind für ihn unter allen Umständen einzuhalten und da er, wie seine verstorbene Frau Sonja erklärte '...aus einer Generation stammt, in der ein Mann noch das war, was er tat, nicht das, was er sagte', findet er sich in der neumodischen Medienwelt, in der der Schein mehr als das Sein zählt, nicht zurecht. Ove ist ein altmodischer Held: Er rettet Menschenleben, packt ungefragt an wo Hilfe benötigt wird und will unter keinen Umständen auch nur die geringste Form der Aufmerksamkeit. Denn für ihn sind es Selbstverständlichkeiten. Ich gebe zu, dass ich mich zu Beginn etwas schwer tat mit dem Protagonisten, denn das Buch wird größtenteils aus seiner Sicht und seiner Stimmlage erzählt, die durchweg etwas ruppig klingt. Doch mit zunehmender Seitenzahl erkennt man Oves weiche Seite und seine Großzügigkeit immer deutlicher und er wuchs mir zusehends mehr ans Herz. Auch weil stets klarer wird, dass seine schroffe Art auf all die Verletzungen zurückzuführen ist, die ihm in der Vergangenheit zugefügt wurden.
    Ich habe diesen Helden wirklich lieb gewonnen und werde mit dieser Geschichte wieder daran erinnert ;-) , Menschen nicht gleich nach dem ersten Eindruck zu beurteilen. Meist gibt es so viel mehr zu entdecken.
    PS: Nur um es deutlich zu machen: Auch wenn meine Rezension nun so klingen mag, als sei es eher ein nörgeliges Buch, dem ist nicht so. Das Ganze liest sich überaus vergnüglich, da Oves mürrisches Wesen immer wieder auf's Neue von allen nur möglichen Personen ständig unterlaufen wird. Ich fand es ausgesprochen unterhaltsam und amüsant.

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

  • Erinnert mich von der Geschichte her irgendwie ein bißchen an den Film: Gran Torino (von und mit Clint Eastwood)


    Landet auf jeden Fall auf meiner WL

    „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“

    Erich Kästner

    "Das fliegende Klassenzimmer"


    Warnhinweis:
    Lesen gefährdet die Dummheit


    :study:

  • @terry Habe gerade mal nachgelesen: Ja, so ein bisschen stimmt es wohl, aber ich vermute, dieses Buch ist amüsanter :wink: und der Held letzten Endes auch einiges sympathischer. Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Vergnügen beim lesen!

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

  • Ja, solche Nachbarn wie Ole, von dem Fredrik Backman in seinem in Schweden über eine halbe Million Mal verkauften Roman erzählt, gibt es. Es gibt solche alten, einsamen, verbitterten und auf den ersten Blick regelrecht bösartigen und zwanghaften Männer, dessen einzige und liebste Beschäftigung es scheint, andere zu kontrollieren und zu schikanieren. So auch Ove, der 59jährige Zwangsrentner, der seine Nachbarschaft mit seiner rechthaberischen Art und seinen Forderungen nach Einhaltung der Regeln in seiner Wohnsiedlung in den Wahnsinn treibt. Doch als neue Nachbarn einziehen, wird er sein Verhalten überdenken und die ganze Geschichte dieses Mannes wird dem Leser offenbar.

    Zunächst eher abstoßend, wird Ove bei näherem Hinsehen zu einem vom Schicksal schwer getroffenen Mann, der nie gelernt hat auch mal fünfe gerade sein zu lassen. Für ihn muss das Recht immer Recht bleiben, Vorschriften sind dazu da eingehalten zu werden, ob sie nun sinnvoll sind oder nicht.

    Ove hat nach dem Tod seiner Frau jeglichen Lebensmut verloren hat, mit ihrem Tod ist jede Farbe aus seinem Leben gewichen wie er selbst sagt. Jemand der wie Ove so liebevoll über seine verstorbenen Frau spricht, kann bucht böse sein. Das denkt jedenfalls Oves neue Nachbarin Parwaneh, die ihm auf herzerfrischende und manchmal übergriffige Art Lebensmut und Freude vermittelt.

    Es ist ein bewegendes, anrührendes Buch, gleichwohl witzig und lustig. Lachen und Weinen wohnen in ihm nahe beieinander.

    Wer weiß, vielleicht versteckt sich auch in deinem unzugänglichen und schwierigen Nachbarn eine solche Geschichte. Vielleicht fragst du ihn einmal wie es ihm geht.

  • Liebe, Freundschaft und was wirklich zählt im Leben


    Ove, 59 Jahre alt und gerade in den vorzeitigen Ruhestand befördert worden, hat nie viel gesprochen und seit seine Frau Sonja vor einem halben Jahr verstorben ist eher gar nicht mehr. Prinzipientreu, zuverlässig und verantwortungsvoll dreht er in der Reihenhaussiedlung täglich seine Runde und schaut nach dem Rechten. Vielen dort erscheint er seltsam und griesgrämig und manches Mal eckt er an, weil er am liebsten alles beim Vertrauten belassen will. Bei fast allem, was Ove macht, hinterfragt er, was Sonja davon gehalten hätte und sein sehnlichster Wunsch besteht darin, bei ihr zu sein. Beim ersten gescheiterten Suizidversuch sagt er einer Nachbarin Hilfe zu, denn "dieser blöde Tag ist eh schon verdorben".
    Es ziehen neue Nachbarn ein und es wird anstrengend für Ove.....


    Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt: In Oves Gegenwart ereignen sich viel Komisches und es gibt viel zu lachen...; in Oves Vergangenheit erfährt man vieles Traurige, was er erlebte und was ihn prägte...., aber auch von seiner fast 40 Jahre andauernden Ehe mit Sonja .... Gut, daß die Kapitel sich abwechseln und mit ihnen das Komische und das Traurige...


    Auf Grund des Klappentextes ( "Ove ist der Nachbar aus der Hölle") hatte ich vor dem Lesen einen ganz anderen Eindruck von Ove, als beim Lesen. Ove, sehr sympatisch dargestellt, mit Zweifeln, Ängsten, Pflichtbewußtsein und seiner großen Liebe rührt einen zu Tränen. Er hat auf vieles eine so klare und einfache Sicht, braucht keinen Schnickschnack, sondern wichtige innere Werte.


    Einfühlsam und liebevoll erzählt, manchesmal mit unglaublich bewegenden Aussprüchen Oves pointiert auf den Punkt gebracht, geht es um Liebe, Freundschaft, alte Werte, Schicksal, Krankheit, Tod...


    Ein wundervolles Buch zum Lesen und Nachdenken.

  • Dieses Buch macht zunächst leicht wütend.
    Dieser olle Nörgler und Erbsenzähler. Verkracht sich mit seinen Nachbarn, seinen Mitmenschen, fandet nach Falschparkern,und anderen Sünden, die sein Ordungsempfinden stören.
    Allmählich lernt man ihn kennen,und entdeckt den Grund für seine Verbitterung,u.a. den Tod seiner geliebten Frau.
    Und wahrhaftig ist er ein feinfühliger Mensch, der es vor sich selbst nicht wahrhaben möchte.
    Bei vielen Dingen und Vorgängen hat man sogar Verständnis und muß Ove recht geben.
    Ein grummelig knurrender Mann, der aber dennoch hilfsbereit ist und Erbarmen für ein entsetzlich maltretiertes Kätzchen zeigt.
    Verschiedene Rückblenden beschreiben sein bisheriges Leben und das Verständnis für ihn und sein Verhalten wächst.
    Seine skurrilen Handlungsweisen lassen schmunzeln, seine Verbitterung bekommt Risse durch die neue energische Nachbarin.
    Und letzendlich muß man Ove sogar gern haben.
    Dieses Buch ist anrührend, geht ans Herz.
    Es ist humorvoll aber regt auch zum Nachdenken an.

  • Der Ove ist mir einige Male in der Buchhandlung und auch hier über den Weg gelaufen,aber erst hat mich der Klappentext gar nicht so richtig überzeugt.Auf meine WuLi hat es das Buch nicht geschafft.
    Und dann war ich in unserer Bücherei und da stand das Ove-Buch und ich habe es einfach mal mitgenommen


    Ich muss sagen: das war eine sehr gute Entscheidung !!!


    Zwar war ich erst sehr skeptisch-ich fand den Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig und Ove war wirklich ein nerviger Kotzbrocken.
    Aber irgendwan hat er mich überzeugt-der Schreibstil war kein Problem mehr und Ove wuchs mir immer mehr ans Herz.Ich konnte das Buch kaum weglegen. Dieses Buch hat mich zum lachen gebracht und einige Male war ich traurig .Die Rückblenden haben mir sehr gut gefallen!



    Und ansonsten schreibe ich nicht mehr viel mehr zu diesem außergewöhnlichen Buch-nur,das ich am Ende tatsächlich wirklich doll weinen musste.Das passiert mir extrem selten!!


    Ich vergebe zum Jahresstart direkt : :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Kurzbeschreibung:
    Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …


    Laut Buchrücken ist Ove Svensson der „Nachbar aus der Hölle“ und auf den ersten Blick möchte man dem zustimmen. Ove macht morgendlich seine Kontrollrunden durch die kleine Reihenhaussiedlung, in der er wohnt und schreibt Falschparker auf; alles was auf einem Schild geschrieben steht, ist für ihn Gesetz und hat es gefälligst auch für alle anderen zu sein; er schreibt seinen Mitmenschen vor, was sie zu tun, wie sie sich zu verhalten, ja sogar welche Autos sie zu fahren haben.


    Und doch lohnt sich ein zweiter Blick. Denn dann stellt sich heraus, Oves schroffe Art rührt aus tausend Enttäuschungen und Schicksalsschlägen, die er in seinem Leben erfahren musste. Hinter der groben Fassade stecken ein großes Herz und ein liebenswerter, oft verletzter Mensch.


    Ove möchte nachdem er seine geliebte Frau Sonja und dann auch noch seinen Job verloren hat, eigentlich nur mehr sterben. Er startet auch den einen oder anderen Versuch, diesen Wunsch umzusetzen, wird jedoch immer wieder unterbrochen und so dazu gezwungen, den Suizid aufzuschieben.


    Im Nachbarhaus zieht eine Familie ein. Patrick, ein Trottel, der gleich mal Oves Briefkasten umfährt, seine hochschwangere Frau Parvaneh und die beiden Töchter. Diese Familie, der übergewichtige Nachbar von der anderen Seite und immer mehr Menschen benötigen immer wieder Oves Hilfe. Er gewährt sie ihnen – aber nicht, weil er es gern tut, sondern eigentlich nur, damit er sie endlich los wird. Und doch hat man das Gefühl, Ove muss einfach helfen. Was soll er denn auch machen, wenn der tollpatschige Nachbar nicht fähig ist, sich auf einer Leiter zu halten und seine Frau keinen Führerschein hat? Und wenn das süße Nachbarsmädchen nun mal einen sehr teuren Geburtstagswunsch hat, den ihr die Eltern nicht erfüllen können…? Was bleibt einem anderes übrig, als die streunende Katze bei sich aufzunehmen, wenn die anderen Nachbarn allergisch sind? Kann man einen Jungen, der von seinem Vater rausgeschmissen wird, einfach vor die Tür setzen?


    Mehr und mehr wird Ove in die Siedlungsgemeinschaft aufgenommen, auch wenn ihm das gar nicht so recht ist und auch die alte Hassliebe zu seinem Freund Rune entwickelt sich wieder in Freundschaft, als die Behörden ihn gegen seinen Willen in ein Heim stecken wollen.


    Sehr berührend kommt immer wieder die tiefe Liebe zu Oves Frau zur Sprache. Wie sehr er sie geliebt hat, wie sehr sie ihn als einzige wirklich verstanden und akzeptiert hat, wie sehr er sie vermisst und wie verloren er ohne sie ist.


    Es ist niemals kitschig, es ist niemals zu viel. Es ist eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Liebe, Hoffnung und Schmerz. Ein Buch, das zutiefst berührt. Ein Buch, bei dem man gleichzeitig lachen und weinen kann. Ein Buch, das bleibt!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::pray:

  • Klappentext lt. Amazon:


    Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …



    Ich war erst nicht besonders angetan, das Buch zu lesen. Der Klappentext hat mich nicht besonders angesprochen. Nachdem ich jedoch diese positiven Reaktionen auf dieses Buch gelesen habe und es mir in der Bücherei direkt ins Blickfeld gekommen ist, habe ich mir gedacht: "Naja, warum denn nicht!".


    Ich fande den Schreibstil des Autors sehr angenehm und diese Geschichte hat mich sehr berührt. Der griesgrämige, alte Nörgler Ove der immer seiner Routine treu bleibt, war mir sehr sympathisch. Besonders, wenn etwas nicht so lief wie er es gewohnt ist oder wie er es gerne hätte, musste ich wirklich lachen. Er kam mir gar nicht unsympathisch vor, wie ich erst gedacht hätte, sondern genau wegen dieser Art habe ich ihn ins Herz geschlossen.


    Auch die weiteren Personen habe ich nach und nach ins Herz geschlossen, vor allem Parvaneh, diese liebe iranische Mutter mit ihrem "trotteligen" Mann, wie Ove so gerne gesagt hat.


    Schön fande ich auch, dass die Geschichte abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt, sodass man auch nachvollziehen kann, wie Ove so geworden ist, wie er nunmal ist. Ich finde es hat der Geschichte etwas besonderes verliehen.


    Besonders berührend fande ich die Stellen, in denen es um seine Frau Sonja ging. Ich konnte beim Lesen diese Liebe, die Ove für diese Frau gefühlt hat, fast mitfühlen und ich habe es die ganze Zeit bedauert, dass sie schon Tod ist. Sie war so ein lustiger und fröhlicher Mensch und genau das Gegenteil von Ove. Da merkt man dann doch mal wieder: "Gegensätze ziehen sich an."


    Fazit: Ich bin so froh, dass ich diese Buch, trotz meiner Skepsis gelesen habe. Ein sehr berührendes Buch voller Witz und Emotionen. Diese Buch wird definitiv noch in mein Bücherregal wandern und noch merhmals gelesen werden. :lechz:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: hat diese Geschichte meiner Meinung nach verdient.

    "Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel. Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen."
    (Walt Disney)









  • Es gibt eine Menge Oves auf der Welt. Man ärgert sich über sie, man beschimpft sie, aber letzten Endes sind sie herzensgute Menschen, die ihr letztes Hemd für andere hergeben würden. Hat man einen Ove im Haus, braucht man keinen Handwerker mehr zu bestellen. Natürlich sind sie intolerant, rechthaberisch und strotzen nicht unbedingt vor Selbstbewusstsein, aber sie sind absolut treu, sich selbst gegenüber und anderen. Man braucht mehr als einen Blick, um das Liebeswerte in ihnen zu erkennen.


    Backman hat ein Buch über einen "Typ" geschrieben, das einfach wahr ist. Auch wenn einige Szenen kalauernd verlaufen, blickt der Autor nie von oben auf seinen Protagonisten herab oder macht ihn lächerlich. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Wieder so ein Buch, das mich ratlos zurück lässt. Da ich mir wirklich vollkommen unschlüssig bin, wie ich es in meine Gedankenwelt einordnen soll. Soll ich es verbannen, unter gelesen/abhaken von diesem Autor lässt du in Zukunft die Finger. Oder okay, du probierst sein aktuelles Buch doch noch und schaust dann erst.
    Es ist nicht das mir die Geschichte so gar nicht gefallen hat. Es ist einfach der Schreibstil des Autor´s der nicht unbedingt mein Leseherz berühren konnte.
    Ja, das ein oder andere male konnte ich über Ove lächeln, wer kennt sie nicht die "Weltverbesserer", die Leute die immer zu kontrollieren / zu meckern haben. Aber auch die Pavernehs dieser Welt, die irgendwie einem immer zu laut / zu Gutmensch / zu helfend an einem vorbei kommen. Die immer da sind, wo man sie nun wirklich nicht unbedingt braucht.
    Diese beiden gegensätzlichen Parte waren sehr interessant zu lesen, sehr gut für meinen Geschmack ein bisschen übertrieben herausgearbeitet. Trotzdem hat mich das Buch nicht in dem Maßen gefesselt, wie ich es mir gerne vorgstellt hätte. Der Drang unbedingt zu wissen, wie es weiter geht fehlte mir.
    Nach langen überlegen werde ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: vergeben.

    Sobald wir lernen, uns selbst zu vertrauen, fangen wir an zu leben. ( Johann Wolfgang Goethe )


    Jede Begegnung , die unsere Seele berührt hinterlässt eine Spur die nie ganz verweht. ( Lore-Lillian Boden )

  • Ein Mann namens Ove - Fredrik Backman



    Ove ist ein Nachbar, der seine Wohnsiedlung genau kennt und darauf achtet, dass auch alle Regeln akribisch eingehalten werden. Da seine Frau gestorben ist, und man ihn bei der Arbeit kurzerhand auf das Abstellgleis geschoben, und in Frührente geschickt hat, ist Ove nicht nur schrecklich einsam, sondern auch noch unterbeschäftigt. Jeden Morgen macht er sich auf den Weg und dreht eine aufmerksame Runde durch sein Revier. Er überprüft die parkenden Autos, die Mülltrennung der Nachbarn und räumt falsch abgestellte Fahrräder an den vorgesehenen Platz. Dabei flucht, schimpft und grummelt er vor sich hin. Und die Nachbarschaft kann davon ausgehen, dass ihm selbst das kleinste Vergehen nicht verborgen bleibt. Besonders wichtig ist es ihm aber, dass jeder sich daran hält, in der Siedlung nicht mit dem Auto zu fahren. Als eine junge Familie in Oves unmittelbare Nachbarschaft zieht, die mit Auto und Anhänger direkt vors Haus fährt, und dabei auch noch die Frechheit besitzt, beim Einparken mal eben Oves Briefkasten umzufahren, hat Ove bald mehr um die Ohren als ihm lieb ist.....



    Auf den ersten Blick scheint es so, als ob Ove einem nicht sympathisch sein könnte. Doch das ist keinen Moment so, denn trotz seiner grummeligen und pedantischen Art fällt es leicht, sich auf Ove und seine Sicht der Dinge einzulassen. Denn Ove ist kein schlechter Kerl. Er hat seine Prinzipien und wo käme man denn auch hin, wenn jeder nach Lust und Laune handeln würde? Das wäre ja ein absolutes Chaos und das ist definitiv nichts für Ove.



    Nach und nach bekommt man einen Einblick in Oves Leben. Man erfährt einiges über ihn. Das Schicksal hat es nicht gerade gut mit ihm gemeint und deshalb wundert man sich insgeheim, dass Ove trotzdem noch so ist, wie er eben ist. Schon bald hat man sich ganz auf ihn eingestellt und durchlebt ein wahres Gefühlschaos beim Lesen. Denn dem Autor gelingt es, in einer wunderbar poetischen Sprache, Themen wie Trauer, Freundschaft, Liebe und Einsamkeit zu beschreiben und einfühlsam zu vermitteln. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, denn durch die neuen Nachbarn, die sich ja erstmal mit Oves Eigenheiten vertraut machen müssen, kommt wieder richtig Schwung in Oves Leben und kuriose Situationen sind vorprogrammiert.



    Oves Geschichte wird liebevoll erzählt, sodass man mühelos in die Handlung eintauchen und sich kaum von ihr lösen mag. Sie berührt und regt zum Nachdenken darüber an, was noch wirklich zählt im Leben!



    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::love:

  • Traurig schön und wunder-schön


    Nicht ohne Grund ein Bestseller!


    Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit lesen durfte. Ove - etwas schrullig, etwas verbohrt, etwas zu alt? Das meinen zumindest manch andere, denn er wird vorzeitig aufs Abstellgleis geschoben. Und das kurz nach dem seine Frau Sonja gestorben ist. Und ohne sie möchte er dann wohl auch nicht mehr leben. Doch immer wieder hält ihn etwas davon ab, seinem Leben ein Ende zu bereiten.
    Beim Buch "Ein Mann namens Ove" handelt es sich um ein Buch über die Liebe. Die Liebe zu seiner Frau, die es auch nicht immer einfach hat, die Liebe zu anderen Menschen, obwohl die auch ihre Ecken und Kanten haben. Und mittendrin steht Ove, mit gerade eben nicht wenigen Macken. Trotzdem - oder gerade deswegen - wächst einem Ove sofort ans Herz. Ein Buch zum Lachen und zum herzhaft Weinen, teilweise auch gleichzeitig möglich. Bitte mehr davon.
    Lieblingszitat: "Jemanden zu lieben ist, als würde man in ein Haus einziehen, (...) Am Anfang verliebt man sich in all das Fremde, man ist jeden Morgen aufs Neue erstaunt, dass es einem plötzlich gehört und hat ständig Angst, jemand könnte hereinstürmen und sagen, ihm sei da ein grober Fehler unterlaufen und es sei gar nicht vorgesehen gewesen, dass man so ein schönes Zuhause bekommt. Aber mit den Jahren bröckelt die Fassade, das Holz reißt hier und da auf, und man fängt an die Macken an diesem Haus zu lieben." (S. 329)

  • Mein erstes Buch, dass nicht mit Horror oder Fantasy zu tun hatte.


    Wenn man zunächst den Klappentext liest, denkt man es handele sich um ein witziges Buch, dass den verbohrten, alten Nachbar, der nicht besseres zu tun hat als zu nörgeln, zu beobachten und den Menschen auf die nerven zu gehen. Aus diesem Grund hatte ich mich entschieden dieses Buch zu kaufen. Denn wie bereits geschrieben wurde, kannte ich das auch aus einem bestimmten Film, der mir sehr gefallen hat, allerdings hollywoodmäßig aufgebauscht war.


    Ich merkte recht schnell, dass dieses Buch nicht nur humorvoll ist, sondern auch anrührend und teilweise auch tragisch ist. Dennoch hat mich das Buch bis zum Ende gefesselt. Mit der Zeit erfährt man immer mehr über Ove, sodass man irgendwann diesen Menschen so liebgewinnt wie seinen eigenen Vater oder Großvater.


    Meiner Meinung nach gehört dieses Buch nicht nur in eine Bestsellerliste sondern in jeden Bücherschrank.

  • Auch ich habe nun Ove kennengelernt und muss sagen: Er hat mich auf ganzer Linie überzeugt und damit auch der Autor mit seinem Bestseller.
    Backman schildert sehr anschaulich und mit teilweise schon bitter/bösem Humor die Lebensgeschichte von Ove Svensson, der zunächst und oberflächlich betrachtet sicherlich dem Klischee des ewigen Nörglers, eigenbrötlerischem Zausels und streitsüchtigen Nachbarn entspricht. Trotz alledem, je besser man ihn kennenlernt desto mehr wächst er dem Leser allerdings ans Herz, es entsteht eine humorvolle, wunderbare ungewöhnliche Erzählung/Liebesgeschichte, die in keiner Sekunde kitschig daherkommt.
    Sicherlich literarisch kein bis ins kleinste ausgefeiltes und sonderlich anspruchsvolles Werk, aber eine tolle, mit Augenzwinkern erzählte und stellenweise auch nachdenklich machende Geschichte. Von mir gibts eine uneingeschränkte Leseempfehlung und :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study:

    Mac P. Lorne - Der Herr der Bogenschützen


    :bewertung1von5: 2020: 8 :bewertung1von5:

  • Meine Meinung


    Also das Cover und der Klappentext hätten mich jetzt auf den ersten Blick überhaupt nicht angesprochen, aber nachdem ich so viel positive Resonanz gelesen hatte, musste ich es auf jeden Fall damit versuchen - und ich habs nicht bereut!


    Es geht um Ove. Er ist 59, wurde gerade frühzeitig entlassen und sieht dadurch keinen Nutzen mehr, am Leben zu bleiben. Schon als seine Frau Sonja vor 6 Monaten starb, war sein Leben vorbei und sehr bezeichnend für seine Denkweise ist wohl, dass er trotzdem weiter gemacht hat, denn schließlich hatte er noch eine Arbeit, die es zu erledigen galt.


    Ove wirkt vor allem anstrengend, denn er mischt sich überall ein, ist kleinlich, akripisch, ein Prinzipienreiter, der alles kontrollieren will und den immer eine Aura von Bitterkeit umgibt. Sein Leben ist geprägt von Routine - ein tristes Dasein, in dem er einfach nur funktioniert; nur mit Sonja war alles anders.


    Ich mochte Ove anfangs nicht wirklich - niemand mag solche Leute ... aber im Laufe der Seiten erfährt man, was sein Leben geprägt hat und wie er zu dem Menschen wurde, der er heute ist. Und er ist nicht nur nervig, sondern hat ganz tief in sich drin auch eine sehr berührende, hilfsbereite Ader, die unter den ganzen Regeln, die er um sich herum aufgebaut hat, verschüttet ist. Obwohl er in seinem Wesen einfach gestrickt und voller Vorurteile scheint, ist er grundehrlich und loyal. Er glaubt an die Gerechtigkeit, die Moral und harte Arbeit, doch das Leben hat ihm schon oft einen Strich durch die Rechnung gemacht.
    Es war wirklich ein Wechselbad der Gefühle, Ove zu beobachten und immer tiefer in seine Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen, die nicht einfach zu verstehen ist. Ich musste schmunzeln, lachen, war empört und hatte Tränen in den Augen, denn diese Geschichte zeigt sehr deutlich, dass man niemanden einfach so verurteilen sollte und dass es sich lohnt, auch hinter die Fassade zu blicken.


    Die ersten Seiten waren für mich als Einstieg etwas holprig, da ich mich erst an den Schreibstil gewohnen musste. Als ich dann drin war, konnte ich nicht mehr aufhören, denn ich wollte wissen, was hinter Ove´s Verhalten steckt - und auch wenn Fredrik Backman immer mehr Puzzleteile aufdeckt, bleibt immer noch ein gewisser Teil im Dunkeln. Aber das ist schließlich bei uns allen so und ich konnte mein Herz immer mehr für diesen alten Griesgram erwärmen, der immer nur versucht, alles richtig zu machen.


    Das einzige Manko war Parvaneh, die Nachbarin, die zwar großen Anteil daran hat, dass Ove aus seiner Einsamkeit gerissen wird; mir war sie aber gerade anfangs einfach zu forsch und bestimmend, damit kam ich einfach nicht so gut zurecht. Trotzdem bekommt das Buch von mir die volle Punktzahl, da es eine wichtige Botschaft und mich damit sehr bewegt hat.


    Fazit 5 Sterne


    Einen Mann wie Ove gibt es nur einmal auf der Welt und doch so viele, die ihm ähnlich sind. Jemanden zu verurteilen für das, was er ist, steht niemanden zu, denn wir können uns nicht in einen anderen einfühlen, dessen Leben wir nicht gelebt haben. Genauso ungewöhnlich geschrieben wie der Charakter des Protagonisten - und mit seiner Tragik und Komik ein wunderbares Werk der menschlischen Gefühlswelt, so verworren sie in jedem von uns steckt.


    © Aleshanee
    Weltenwanderer