Alicia Gaspar de Alba – Die Hexenschrift/ Calligraphy of the Witch

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  • Originaltitel: Calligraphy of the Witch


    Zum Autor:
    Alicia Gaspar de Alba (*1958) ist eine US-amerikanische Autorin. Sie wurde an der Grenze von El Paso und Juárez geboren und wuchs im Grenzgebiet der USA zu Mexico auf. Dort lebte sie bis zu ihrem 27. Lebensjahr und besuchte die Eastwood High School. Nach ihrem Abschluss ging sie nach San Miguel de Allende, um dort für 6 Monate ein Schriftstellerleben zu führen.
    1985 ging sie nach Iowa City, um dort ihren Doktor in American Studies zu machen. Schon ein Jahr später ging sie nach Boston, Massachusetts, wo sie für 4 Jahre als Übersetzerin bei der Internationalen Braille Press für Blindenschrift tätig war. Zudem gab sie englische Computerkurse und beschloss, mit allen Mitteln Schriftstellerin zu werden.
    1990 ging sie nach Albuquerque in New Mexico, schloss ihren Doktor ab und ging bis 1992 nach Los Angeles. Ab 1994, kurz nach Abgabe ihrer Dissertation, unterrichtete sie Chicana/o Studies an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und zog mit ihrer Frau, der Digitalkünstlerin Alma Lopez, und ihren beiden Katzen nach Westchester.
    Obwohl sie in einigen Kreisen als Akademikerin bekannt ist, bezeichnet sie sich selbst an Schrifstellerin. So sind vor ihr zahlreiche Essys, Kurzgeschichten und Gedichte erschienen, auch in Sammlungen und Anthologien. Zudem hat sie Romane geschrieben, einige davon historisch. Auch ist sie für ihre Werke mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, so ihr Roman Desert Blood: The Juárez Murders mit dem Lamda Literary Foundation Award für den Besten Lesbischen Roman und den Latino Book Award für den Besten Englischsprachigen Krimi. Sor Juana's Second Dream (Sor Juanas zweiter Traum) gewann den Latino Literary Hall of Fame Award for Best Historical Novel im Jahr 2001. Ihre Romane sind in Spanisch, Deutsch und Englisch übersetzt worden.
    Alicia Gaspar de Alba ist immer noch Professorin für Chicana/o Studies, Englisch und Frauenstudien und war Vorsitzende des César Chávez Department of Chicana and Chicano Studies von 2007 bis 2010. Zudem gibt sie Kurse in Literatur und kreativem Schreiben und ist mit ihrer Ehefrau eines von 18.000 legal verheirateten lesbischen Paaren in Kalifornien.


    Der erste Satz:
    "'Laaaand in Sicht!'"


    Inhalt:
    Mexiko, 1683: Concepcion Benavidez flüchtet aus dem Kloster, in dem sie aufwuchs, und wird in Vera Cruz auf ein Piratenschiff verschleppt. Hier wird sie von dem Kapitän mehrfach vergewaltigt, bevor sie bei ihrer Ankunft in Neuengland als Sklavin an den Bostoner Händler Nathaniel Greenwood verkauft wird. Ihr neuer Herr gibt ihr den Namen Thankful Seagraves. Concepcion wird jedoch von ihrem neuen Herren vergewaltigt, wird schwanger und gebiert eine Tochter namens Jeronima. Rebecca Greenwood, Nathaniels Ehefrau, jedoch nimmt Jeronima zu sich, um sie nicht mit dem "papistischen" Gedankengut zu "verseuchen", tauft sie um auf den Namen Hanna und will sie als leibliches Kind erziehen. Durch ihren "falschen" Glauben wird sie zur Außenseiterin, denn Concepcion ist Katholikin. Zudem kann sie durch ihre klösterliche Ausbildung lesen und schreiben. Nur Rebeccas Vater hält zu ihr, denn Concepcion kümmert sich aufopferungsvoll um ihn. Rebeccas Vater will Concepcion aus der Sklaverei befreien und gleichzeitig seiner Tochter ein Schnippchen schlagen. Um beides zu erreichen, heiraten Concepcion und Rebeccas Vater, sodass aus Concepcion eine freie Frau wird. Doch Rebecca nimmt Rache: Sie schärft Hanna ein, dass Concepcion eine Hexe ist, die Spruchbänder, die Concepcion anfertigt und biblische Sprüche enthalten, Teufelswerk wären und das Schicksal nimmt seinen Lauf, als Hanna ihre leibliche Mutter der Hexerei anklagt...


    Meine Meinung:
    Insgesamt ist dieses Buch schon unterhaltsam. Ich habe es als Mängelexemplar erstanden, obwohl mich das Thema nicht 100%ig überzeugt hatte, doch eigentlich brauchte ich es nur, um mich in den Pausen auf der Arbeit irgendwie zu beschäftigen.


    Nun kurz zu den Personen:
    Concepcion Benavidez ist eine mexikanische Katholikin, die in einem Kloster aufwuchs und aus diesem mit einer Freundin geflohen ist. Ihr Leben besteht nur aus schweren Schicksalsschlägen: Sie wollte eigentlich ein Schiff nach Neuengland nehmen, doch stattdessen ist sie auf einem Piratenschiff gelandet, wird vom Kapitän vergewaltigt und ihre Freundin stirbt. Danach wird sie in die Sklaverei verkauft, ihre Tochter wird ihr weggenommen und sie wird als Hexe angeklagt. Halt findet sie nur in ihrem festen Glauben. Concepcion ist eine gute Hausfrau, pflegerisch und handwerklich begabt. Sie kümmert sich um den Haushalt von Rebeccas Vater, kümmert sich um ihn und fertigt Spruchbänder, Puppen und ähnliches für ihre Tochter an. Trotz allem gilt sie selbst nach Jahren noch als Außenseiterin und versucht sich soweit selbst durch das Leben zu schlagen.
    Nathaniel Greenwood ist ein Händler aus Boston. Er kauft Concepcion von den Piraten ab, um sie als Sklavin im Haushalt seines Schwiegervaters unterzubringen, da er ständige Pflege braucht und den Haushalt nicht führen kann, da seine Frau gestorben ist. Nathaniel ist an sich ein guter Mensch, der jedoch ziemlich unter den Fittichen seiner Frau Rebecca steht. Weiterhin begehrt er Concepcion und vergewaltigt sie, woraufhin sie schwanger wird und Jeronima/Hanna gebiert.
    Rebecca Greenwood ist eine engstirnige Frau, die den Katholizismus verabscheut und alleine deswegen ist Concepcion ein geeignetes Ziel für ihre Anfeindungen. Dies ist auch der Grund, warum sie Jeronima/Hanna zu sich nimmt: Sie will Jeronima/Hanna als ihr eigenes Kind erziehen, um sie von dem katholischen Glauben fern zu halten. Ihr Hass gegen Concepcion ist so groß, dass sie Jeronima/Hanna eintrichtert, ihre leibliche Mutter Concepcion sei eine Hexe und nimmt sogar in Kauf, dass Concepcion als Hexe verbrannt wird, was ihr sehr recht ist.


    Die Protagonisten sind interessant gemacht, vor allem im Zusammenspiel mit den anderen Personen, trotzdem bleiben diese größtenteils in ihren angedachten Rollen. Jedoch gibt es kleinere Mängel, die mich ein bisschen gestört haben, die ich jetzt aber direkt gar nicht benennen kann. Es ist oftmals nur ein Gefühl, jedoch nichts konkretes an dem Text oder ähnliches.


    Die Geschichte an sich ist einigermaßen logisch aufgebaut, vor allem am Anfang sehr mit Zufällen gespickt. Doch die Geschichte hält sich an ihren gedachten Verlauf, der von der Storyline hingegen logisch ist. Nur kleinere Szene sind nicht ganz einleuchtend, doch darüber kann man gut hinwegsehen.


    Der Schreibstil ist gut, verständlich und anschaulich. Ich fand, man konnte ihn gut lesen und verstehen. Ich fand ihn jetzt nicht langweilig, denn er ist leicht zu verstehen und man kann sich unter dem, was dort geschrieben steht, etwas vorstellen.


    Insgesamt ist die Geschichte schon spannend, auch wenn vor allem der Anfang eher schleppend voran geht und man sich schon etwas durchkämpfen muss. Ich musste zumindest kämpfen! Richtig spannend wird es erst ungefähr in der Mitte des Buches, als sämtliche Räderwerke sich bewegen. Das Ende ist sogar ziemlich überraschend, das fand ich jetzt schon sehr gut. Ich hätte, ehrlich gesagt, mit einem anderen Ende gerechnet.


    Bewertung:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    *~* Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (Friedrich Nietzsche) *~*


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    Gelesen 2021: 1 (0): 109 Seiten (511 + 174)


    Punktechallenge 2021: -23,91 Punkte

  • Ah, OK, danke :thumleft:

    *~* Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (Friedrich Nietzsche) *~*


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  • Danke für die tolle Rezi, die mir das Buch schmackhaft gemacht hat, liebe dramelia. Sobald ich "Hexen" höre werde ich hellhörig.

  • Danke für die tolle Rezi, die mir das Buch schmackhaft gemacht hat, liebe dramelia. Sobald ich "Hexen" höre werde ich hellhörig.


    Bitte sehr! Ich werde auch immer sofort hellhörig, wenn ich irgendwo das Wort "Hexe" höre bzw. lese :)

    *~* Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (Friedrich Nietzsche) *~*


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