Andreas Brandhorst - Das Kosmotop

  • Buchdetails

    Titel: Das Kosmotop


    Verlag: Heyne

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 560

    ISBN: 9783453315440

    Termin: Juni 2014

  • Bewertung

    3.9 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Das Kosmotop"

    Nur der letzte Mensch kann das Geheimnis lüften Die ferne Zukunft: Die Galaxis wird von intelligenten außerirdischen Zivilisationen regiert – und die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben. Einer der letzten Menschen, ein Mann, der sich schon seit Jahrhunderten selbst immer wieder geklont hat, ist inzwischen zum Berater der galaktischen Regierung aufgestiegen. Als auf der alten Erde ein seltsames Artefakt gefunden wird, soll er ermitteln, was es damit auf sich hat. Es birgt, das wird bald klar, das Geheimnis der Zukunft des Universums …
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  • Umfang: 550 Seiten, mit Glossar am Ende.



    Kurzbeschreibung (Rückentext):
    Das Universum schwebt in höchster Gefahr.
    Die ferne Zukunft: Alle hochentwickelten Völker unserer Galaxis sind näher zusammengerückt und haben die Kompetenz gegründet, eine gemeinsame interstellare Regierung. Sogenannte Pazifikatoren sind im Auftrag der Kompetenz in der ganzen Galaxis unterwegs, um mögliche Konflikte diplomatisch beizulegen und den Frieden zu sichern. Doch dann taucht eines Tages aus dem Dunkel des Universums ein gigantisches Weltenschiff auf, das ganze Sterne und Planeten verschlingt - das Kosmotop...



    Über den Autor (Klappentext):

    Andreas Brandhorst, 1956 im norddeutschen Sielhorst geboren, schrieb bereits in jungen Jahren Erzählungen für deutsche Verlage. Es folgten zahlreiche fantastische Romane, darunter mit dem Kantaki-Zyklus eine episch angelegte Zukunftssaga. Sein Mystery-Thriller Äon war ein riesiger Publikumserfolg.



    Eigene Inhaltsangabe:
    Corwain Tallmaster ist einer der insgesamt ca. 14.700 Letzten Menschen. So stark dezimiert, halten sie sich durch Klonen am Leben, aber auch das kann ein endgültiges Aussterben der Menschheit nur hinauszögern. Corwain ist ein Pazifikator im Auftrag der Kompetenz, einem Zusammenschluss von 29 Zivilisationen der Milchstraße, die den Frieden sichert und den Völkern unterer Entwicklungsstufen Schutz und Hilfe verspricht. Seine Aufgabe ist es, diesen Frieden mit zu sichern. Die Kompetenz arbeitet dabei eng mit den Koryphäen, Maschinenintelligenzen im galaktischen Zentrum, zusammen. Als das Kosmotop, ein riesiges Weltenschiff, in der Milchstraße auftaucht und den Frieden bedroht, arbeiten Maschinenintelligenzen und Kompetenz zusammen, um größeren Schaden abzuwenden, aber das Kosmotop ist schon längst in den Fokus anderer Mächte gerückt. Corwain wird Opfer eines perfiden Komplotts, der ihn schließlich in das Kosmotop mit seinen wundersamen Welten führt.



    Meine Meinung:

    Man hat in diesem Roman alles, was eine ordentliche Space Opera so braucht: Unvorstellbare Technologien, fremde Lebensformen, Raumschlachten, etc. pp. Das Kosmotop selber ist ein unvorstellbar großes Weltenschiff, das seit unvorstellbar langer Zeit ganze Zivilisationen einsammelt, auch in der Milchstraße. Aber mehr als das wird es zum Spielball verschiedener Mächte, was noch eine viel größere Gefahr darstellt. Allein die innere Beschaffenheit des Kosmotops lässt einem den Mund offen stehen. Ebenso ist seine wechselvolle (und sehr weit zurückreichende) Geschichte, über die man im Laufe der Handlung immer mehr erfährt, wirklich erstaunlich. Brandhorsts Erfindungsreichtum, eine so überbordende Welt zu erschaffen, ist hier wirklich sagenhaft. An dieser Stelle sei angemerkt, dass das mein erster Roman von Andreas Brandhorst war (aber sicherlich nicht mein letzter!).


    Da die Handlung in ziemlich ferner Zukunft liegt (nach eigener Schätzung mindestens 50.000 Jahre), waren mir die Letzten Menschen stellenweise ebenso fremd wie andere im Roman vorkommende Lebensformen. Durch ihre fast symbiotische Lebensweise mit der Technologie, ihren umstandsbedingten Umgang mit dem Tod und damit auch ihre Lebensweise sind sie mit ihren Vorfahren kaum noch zu vergleichen. Auf der Erde selbst leben gar keine Menschen mehr (höchstens temporär), sie dient als riesiges Mausoleum und Archiv. Die Letzten Menschen haben sich in sog. Residenzen zurückgezogen, man erfährt nur häppchenweise den Grund ihres Aussterbens, zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, durch die man mehr zur Geschichte der Letzten Menschen erfährt.


    Es werden wichtige und doch allzu menschliche Fragen aufgeworfen: Ist ein konsequenter Verzicht auf Gewalt unter allen Umständen, zur Erhaltung des Friedens, immer der richtige Weg? Auch wenn die Existenz eines ganzes Volkes auf dem Spiel steht? Kann es einen allumfassenden Frieden überhaupt geben? Gibt es einen vorgezeichneten Weg und sei es auch nur das Ergebnis stochastischer Extrapolation? Kann man sein Schicksal beeinflussen, oder ist man nur ein Statist auf einer riesigen Bühne?


    Ich habe etwas Zeit gebraucht, um in die Geschichte hinein zu finden, mit den ganzen Begriffen, Technologien, Völkern braucht man da schon seine Zeit, aber dank Glossar war das kein Problem und es hat sich sehr gelohnt! Ich hätte mir gerne mehr Informationen zur Kompetenz gewünscht, vor allem zur Rolle der Menschen in ihr. Von den 29 Direktoren (also den Abgesandten der 29 zusammengeschlossenen Zivilisationen) lernt man nur sehr wenige kennen, aber mehr hätte auch den Rahmen des Buchs gesprengt, ebenso wie ausschweifendere Erkundungstouren durch das Kosmotop. Genügend Stoff für weitere Geschichten würde sich da mit Sicherheit finden lassen. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau, die Geschichte ist rund, so wie sie ist, und das ist die Hauptsache.



    Fazit:
    Eine großartige Space Opera, mit schillerenden, phantastischen Welten, Völkern und Technologien, verpackt in einer überaus spannenden Handlung. Für Science Fiction-Fans absolut empfehlenswert! Insgesamt gibt es von mir :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: !

    Viele Grüße
    Aventurin


    :study:Rebecca Gablé - Hiobs Brüder


    SuB: 92 / Gelesen 2016: 7

  • Vielen Dank für die tolle, aufschlussreiche Rezi. Dieses Buch ist natürlich auf meine Wunschliste gelandet. :thumleft:

    3 gel. Bücher
    1084
    gel. Seiten
    Ich lese gerade Der Traum der Hebamme (Sabine Ebert),Blutrote Schwestern (Jackson Pearce)

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