Astrid Lindgren - Klingt meine Linde/Sunnanäng

  • Buchdetails

    Titel: Klingt meine Linde


    Verlag: Oetinger Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 112

    ISBN: 9783789141102

    Termin: Februar 1990

  • Bewertung

    4.4 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    88,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Klingt meine Linde"

    Ob Astrid Lindgren von den Waisenhauskindern Anna und Matthias erzählt, von Stina Maria, von dem Armenhauskind Malin oder dem Junker Nils von Eka - alle Geschichten in diesem Buch sind Geschichten, wie Kinder sie lieben, geheimnisvoll und wunderbar. Geschichten zum Träumen und Geschichten zum Traurigsein und solche, über die man immer wieder nachdenken muss.
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  • Klappentext:
    Ob Astrid Lindgren von den Waisenhauskindern Anna und Matthias erzählt, von Stina Maria, von dem Armenhauskind Malin oder dem Junker Nils von Eka - alle Geschichten in diesem Buch sind Geschichten, wie Kinder sie lieben, geheimnisvoll und wunderbar. Geschichten zum Träumen und Geschichten zum Traurigsein und solche, über die man immer wieder nachdenken muss. (von Amazon kopiert)


    Allgemeine Informationen:
    Originaltitel: Sunnanäng
    Aus dem Schwedischen übersetzt von Anna-Liese Kornitzky
    Erstmals erschienen 1959
    Ein Buch mit drei (in neueren Ausgaben vier) Erzählungen, die sich thematisch ähneln: Es geht um Kinder, die in armen Verhältnissen auswachsen und deren Leben sich auf wundersame Weise wandelt.
    Da ich die alte Ausgabe besitze, kann ich nur drei Geschichten vorstellen.
    112 Seiten


    Zur Autorin:
    Astrid Lindgren, die bekannteste Kinderbuchautorin der Welt, wurde 1907 auf Näs im schwedischen Smaland geboren, wo sie im Kreis ihrer Geschwister eine überaus glückliche Kindheit verlebte. Für ihre mehr als siebzig Bilder-, Kinder- und Jugendbücher, die in über siebzig Sprachen übersetzt worden sind, wurde sie u.a. mit folgenden Preisen ausgezeichnet: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels - Alternativer Nobelpreis - Internationaler Jugendbuchpreis - Hans-Christian-Andersen-Medaille - Große Goldmedaille der Schwedischen Akademie - Schwedischer Staatspreis für Literatur - Deutscher Jugendliteraturpreis - Prämie. (von Amazon kopiert, Rechtschreibfehler verbessert)


    Eigene Meinung / Bewertung:
    Alle Geschichten beginnen mit: „Vor langer Zeit, in den Tagen der Armut, da gab es …“


    Sonnenau:
    „ … zwei kleine Geschwister, die waren ganz allein auf der Welt.“
    Anna und Matthias, die bisher auf Sonnenau lebten, kommen als Waisen zum Myrabauer, der sie als Hilfskräfte auf seinem Hof ausnutzt. Die Kinder geben langsam die Hoffnung auf ein fröhliches Leben auf. Bis sie im Winter die Schule besuchen müssen und auf dem Rückweg ein neues Sonnenau entdecken: Spielende Kinder, bunte Kleidung, eine Mutter, die Essen auf den Tisch stellt. Also alles, was Anna und Matthias sich wünschen. Doch wenn der Winter vorbei ist, endet der Schulbesuch und mit ihm die Tage auf Sonnenau.
    Ein roter Vogel, der den Kindern den Weg nach Sonnenau weist. Eine Pforte, die, einmal geschlossen, nie wieder geöffnet werden kann – es sind diese wundersamen, märchenhaften Motive, die die Geschichte zu etwas besonderem machen. Und die Gegensätze zwischen dem kargen, unmenschlichen Leben auf Myra, symbolisiert durch die Farbe Grau, und dem Rot des Vogels, das sich in den Kleidern der Kinder spiegelt.


    Die Schafe auf Kapela:
    „ … noch Wölfe im ganzen Land.“
    Die Wölfe reißen die Schafherde auf Kapela kurz vor der Schur und berauben damit die Familie ihrer Lebensgrundlage. Am meistern trauern Stina Maria und der Großvater, Ältester und Jüngste der Familie. Die Unterirdischen, die man nicht beim Name nennen darf, versprechen Stina Maria eine neue Herde, wenn sie die Schafe persönlich aus deren Welt nach oben bringt. Das Mädchen willigt ein, doch in der unteren Welt werden seine Erinnerungen ausgelöscht.
    Diese Geschichte ist dem bekannten Märchenschema am ähnlichsten mit Verzauberung, Erlösung und traumhaftem Ende, mit einer Welt, die bevölkert ist von Wesen, die ängstigen und gleichzeitig Wünsche erfüllen. Verbindendes Element zwischen den Welten ist ein Spruch, der so alt ist wie Kapelas Hof.


    Klingt meine Linde:
    „ … noch Armenhäuser im ganzen Land, in jedem Kirchspiel eins.“
    Malin, 8 Jahre, kommt nach dem Tod der Eltern ins Spittel, wo sie mit Alten, Behinderten und psychisch Kranken unter einem Dach haust. Tagsüber begleitet sie Pompadulla, die selbsternannte Chefin, bei ihren Bettelzügen, nachts schläft sie in einer Ecke, stets von Wanzen umgeben. Sie träumt davon, dass eine klingende Linde und eine singende Nachtigall vor dem Armenhaus ihr eigenes und das Lebens der anderen Spittler bunt und fröhlich machen. Sie pflanzt eine Erbse in den Boden und hofft.
    Den einzelnen Bewohnern des Armenhauses verleiht Lindgren Namen, die gleichzeitig ihren Zustand beschreiben (Schiefmaul, Krücken-Anna, u.a.). Die Autorin schildert die Enge und Trostlosigkeit des Hauses, in der sich niemand, am allerwenigsten ein Kind, wohlfühlen kann. Das Ende ist real nicht fassbar, geheimnisvoll, aber auch traurig.


    In den neuen Ausgaben kommt die Erzählung „Junker Nils von Eka“ hinzu.


    Über den Geschichten liegen zwar Melancholie und Traurigkeit, jedoch wirken sie nicht bedrückend oder düster. Es geht um Kinder in trostlosen, verzweifelten Situationen und um die Art, wie Kinder darin leben, bzw. welche Phantasie sie entwickeln, um zu entkommen.
    Lindgren schreibt in ihrer gewohnt warmherzigen Art ohne ins Mitleidige oder Sentimentale abzudriften. Auch den Tod thematisiert sie hier schon; sehr mutig für 1959, das Jahr der Veröffentlichung.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)