Birgit Rabisch - Blind Copy - Das bin nicht ich

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  • ISBN: 3981456262
    Erschienen bei: Achter Verlag
    Seitenzahl: 186


    Autorenportrait:
    (Quelle: Buchcover/Verlag)


    Birgit Rabisch, geb. 1953, lebt als Autorin in Hamburg. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt den Roman Warten auf den Anruf (Achter Verlag 2010). Seit Langem beschäftigt sie die Auswirkung wissenschaftlichen Fortschritts auf die Gesellschaft. So entstanden ihre utopischen Romane Unter Markenmenschen (Fischer, 2002) und Duplik Jonas 7 (Bitter, 1992; dtv, 1996), ausgezeichnet mit dem Literaturpreis NRW, mehrfach übersetzt und dramatisiert. Duplik Jonas 7 avancierte zum Bestseller (Auflage 150 000) und Standardwerk für den Schulunterricht zum Thema Gentechnologie.


    Kurzbeschreibung:
    (Quelle: Buchcover/Verlag)


    Sabine ist eine leidenschaftliche Hirnforscherin, sucht nach Wahrheit und verabscheut Fälschungen. Sie fährt zur Beerdigung von Onkel Karl, ihrem väterlichen Freund seit Kindheitstagen. Der hat sie, anders als ihre Adoptiveltern, immer uneigennützig unterstützt, ja geliebt. Daran glaubt sie, bis sie den Brief liest, den er ihr hinterlassen hat. Danach ist nichts mehr, wie es war, das eigene Leben erscheint ihr als Fälschung und sie weiß nicht mehr, wer sie ist. Erst, als sie sich ganz auf das Unfassbare einlässt, findet sie langsam wieder Halt. Wir schauen der Hirnforscherin Sabine bei all dem ins verstörte Hirn, erleben die Achterbahn ihrer Gefühle und den Streit zwischen besserem Ich und innerem Schweinehund.


    Meine Meinung:


    Sabine, die Hauptprotagonistin des Romans, ist eine Wissenschaftlerin. Als Kind wächst sie in einer "problematischen" Familie auf, wo sie kaum Zuneigung und Anerkennung erfährt. Einen enorm großen Einfluss auf ihre Entwicklung hat ihr Onkel Karl, der ebenfalls ein Wissenschaftler ist und sich unter anderem mit Zwillingsforschung befasst. Das analytische logische Denken prägt Sabines Wesen und ihre Art zu leben.


    Der Roman ist in einem Stil geschrieben, der eigen und gewöhnungsbedürftig ist, bietet allerdings auch eine neue Perspektive für den Leser. Die Geschichte wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin erzählt und ist von den inneren Dialogen der Sabine geprägt.


    "Blind Copy" behandelt eine interessante Thematik aus dem Bereich der Forschung an, wobei ich an diese Stelle anmerken möchte, dass es sich bei dem Roman um ein Unterhaltungsbuch handelt, das sich nicht tiefgreifend und explizit mit der Wissenschaft beschäftigt.


    Viel mehr geht es um die zwischenmenschliche Beziehungen, um die Familie, um die Menschen, die uns prägen, um die Frage: Welche Auswirkungen hat die Erbanlage, was bringt die Erziehung mit sich? Der Roman bietet keine Antworten an, sonder lädt zum Nachdenken ein:
    Wie weit darf die Forschung gehen, ist es vertretbar in ein Menschenleben einzugreifen, um es zu formen und zu beeinflussen?


    Die Charaktere des Romans rufen widersprüchliche Gefühle hervor, es ist schwierig diese eindeutig einzustufen: sympathisch oder unsympathisch? "Schwarz-weiß-Denken" funktionierte bei dieser Geschichte nicht, was mir ganz gut gefallen hat.

    2021: Bücher: 85/Seiten: 38 718
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Peterson, Phillip P. - Transport

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