Christine Wirth ~ Vom Ernst des Lebens (ab 22.04.2014)

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Vom Ernst des Lebens

4.1|8)

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 210

ISBN: 9781478139737

Termin: Juni 2012

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  • Ab 22. April (Dienstag nach Ostern) möchten wir meinen Roman "Vom Ernst des Lebens" lesen und diskutieren. Wir sind


    daniii
    funny-valentine43
    Hedi
    wintermute
    Yael


    Jeder, der Zeit, Interesse und Lust hat, ist eingeladen, mitzumachen. Unser Tagespensum wird so um die zwei bis drei Kapitel betragen; sie sind recht kurz und der Roman 200 Seiten stark. Bis zum 6. April kann man das Buch kostenlos über meinen Blog downloaden. *Klick*


    Ich freue mich sehr über meine zweite Leserunde als begleitende Autorin und bin gespannt, wie euch die Geschichte um Miles und Rupert gefällt!

    1. (Ø)

      Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform


  • Übermorgen geht's los! :D Ich hoffe, ihr sitzt nach einer erfolgreichen Osterei-Suche in den Startlöchern und freue mich sehr auf unsere Diskussion. Alle, die das Buch ebenfalls besitzen, dürfen gerne mitmachen!


    Ich wünsche allen, die Ostern feiern, einen tollen Tag mit erstklassigem Wetter (ich habe es hier und werde mich gleich mal nach draußen begeben)!

  • Ich freue mich auch schon.


    Mein jetziges Buch (Paulo Coelho - 11 Minuten) lese ich höchstwahrscheinlich heute noch durch, sodass ich neu starten kann. :wink:


    Wer macht denn jetzt mit ?

    Liebe Grüße Hedi :love:

    “Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.”
    Cicero



  • Ich werde reinschauen, ich kann aber noch nicht versprechen, auch täglich etwas zu schreiben.
    Wird sowieso ungewohnt, ein so dünnes Buch so "langsam" zu lesen :wink:
    Ich freue mich jedenfalls auf andere Meinungen und Einschätzungen und Yaels Beiträge.

  • Ich freue mich auch schon darauf, morgen mit dem Ernst des Lebens loszulegen und bin schon ganz gespannt! :)
    Heute werde ich dann noch etwas in Game of thrones lesen.

    Isenhart musste grinsen, ihre Blicke begegneten sich. "Du hast nur tausend Mal", wisperte er.
    Konrads müdes Schmunzeln wuchs sich zu einem breiten Grinsen aus. "Ich verrat dir was", flüsterte er zurück, "das ist Mumpitz."


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  • Wird sowieso ungewohnt, ein so dünnes Buch so "langsam" zu lesen :wink:


    Das Pensum ist nur ein Richtwert - wenn du schneller liest, ist das völlig ok. Ich denke, man kann sich den Inhalt merken und auch "nachträglich" noch etwas zu den Kapiteln schreiben, und das nicht zwangsläufig jeden Tag. Viele nehmen ja auch während einer LR ein Zweitbuch zur Hand, um nicht davonzugaloppieren.


    und bin schon ganz gespannt!


    Und ich erst! :shock:

  • Ich freue mich sehr über meine zweite Leserunde als begleitende Autorin und bin gespannt, wie euch die Geschichte um Miles und Rupert gefällt!


    Ich werde bestimmt immer wieder vorbeischauen, mir haben Miles und Rupert viel Freude bereitet. Viel Spass bei dieser Leserunde.

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • Ich mache mal den Anfang :D
    Ich schicke mal vorweg, dass ich das Buch schon mal gelesen habe, das ist aber schon ne ganze Weile her, und mein Gedächtnis ist in solchen Dingen erstaunlich schlecht, zumindest was Details angeht. Trotzdem erinnere ich mich natürlich im Großen und Ganzen an die Handlung. Ich lese und poste jetzt aber bewusst so, als würde ich zum ersten Mal mitlesen, zumindest versuche ich es. Ich hoffe, es gelingt. Wo nicht, da halte ich mich einfach etwas zurück :wink:


    Wir lernen im ersten Kapitel die Protagonisten, Rupert und Miles, kennen, zwei Freunde aus Studienzeiten in Oxford. Welcher Qualität diese Freundschaft zu sein scheint, dessen ist sich Rupert, der Stillere der beiden, scheinbar auch zum Erzählzeitpunkt, 1958, nicht wirklich sicher. So rechnet er durchaus damit, dass Miles eines Tages seine Gutmütigkeit ausnutzen wird, obwohl dieser sich sogar schon bei einer Rauferei um Ruperts Ehre die Nase hat brechen lassen. Überhaupt wirkt Rupert außergewöhnlich unsicher. Wir haben es offenbar mit einem Bücherwürmchen zu tun, mit einem echten Eigenbrötler. Dass er zwei Uhr nachmittags als "in aller Herrgottsfrühe" bezeichnet und gerade erst aufgestanden ist, passt für mich erst mal so gar nicht oder verwundert doch etwas.


    Zum Teil wirkt Rupert beinahe schon anstrengend passiv, lässt er sich doch vom extrovertierten Miles einfach so nach Paris schleifen. Seine eigenen Bedürfnisse vertritt er überhaupt nicht - sei es das ausgelassene Frühstück, das sich ja auch rächt, sei es seine Langeweile auf der Zugfahrt. Statt seinen Freund in ein Gespräch zu verwickeln - zu erzählen gäbe es bei diesem überstürzten Aufbruch doch sicher genug - lässt er sich von diesem ausschließen. Die Freundschaft ist keine auf Augenhöhe, Rupert fühlt sich eindeutig unterlegen. Bleibt zu beobachten, wie viel davon aus eigener Unsicherheit herrührt und wie viel tatsächliche Unterlegenheit vorhanden ist.


    Miles ist bisher für mich nicht der große Sympathieträger. Er macht sich Ruperts Unsicherheit und beinahe schon Unterwürfigkeit zunutze und schleift ihn nach Paris, ohne ihm wirklich einen Grund zu nennen. Und dass es nicht wirklich nur um Spaß geht, sondern mehr dahintersteckt, das ist auch Rupert ja schon klar.

    :study: John Steinbeck - East of Eden

    :study: Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

    :montag: Veronica Roth - Rat der Neun

    :musik: Claire North - Die vielen Leben des Harry August


    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • Besprechen wir jetzt ein oder zwei Kapitel am Tag? :-k


    Ich fasse einfach mal meine Eindrücke zu Kapitel 1 + 2 zusammen, den Inhalt haben ja alle gelesen.


    Bis zum jetzige Zeitpunkt ist mir keiner der beiden Protagonisten sympathisch. Die Beschreibung

    anstrengend passiv,

    trifft auch für mein Empfinden auf Rupert zu, der mir eher kleinmädchenhaft wie als Mann Ende 20 erscheint (ok, man kann jetzt darüber streiten, ob Kerle mit Ende 20 schon Männer sind :wink: Trotzdem.). Über Miles erfährt man zunächst nur wenig; er sieht passabel aus und ist beliebt, was ihm bei mir recht schnell den Stempel "langweilig" einbringt, aber da bin ich vielleicht zu vorschnell. Allerdings wirkt auch er, zumindest zu Beginn des Romans, reichlich unreif.
    Immerhin, Ruperts erster Eindruck von Paris ist mir nicht fremd; ich halte die Stadt ja für komplett überschätzt. Aber irgendetwas sagt mir, dass sich Ruperts Meinung im Verlauf des Buches noch ändern wird.


    Verwirrt haben mich einige abrupte Perspektivwechsel. Hauptsächlich werden die ersten beiden Kapitel aus Ruperts Sicht erzählt, ziemlich plötzlich wechselt die Perspektive dann aber für wenige Sätze zu Miles. Hier hätte mir eine konsequentere Entscheidung für eine auktoriale oder eine personale Erzählperspektive besser gefallen.

  • Uh-uh. Ich dachte mir schon, dass Rupert keinen leichten Stand hat... sein Verhalten ist in der Tat nicht recht nachzuvollziehen. Ich wollte die Gegensätzlichkeit der beiden flüchtigen Freunde deutlich machen, und wie daniii schon sagte, ist Rupert ein absoluter Bücherwurm und Eigenbrötler - fast schon ein bisschen *autistisch*. Er braucht einen geregelten Tagesablauf und ist am glücklichsten hinter seinen Büchern oder im Bett. Daher sein Ausdruck "Herrgottfrüh" für den frühen Nachmittag. Ich stelle ihn mir bis tief in die Nacht lesend vor - einer geregelten Arbeit geht ja bisher nicht nach, und auch die bzw. seine Zukunft ist schon geplant. Rupert liebt Sicherheit, Miles das Abenteuer. Seine Reaktion auf Miles' Vorschlag, mit ihm nach Paris zu gehen und die daraus resultierenden Sorgen und der Ohnmachtsanfall auf der Fähre mag für viele hysterisch sein, doch ich fand, er hat durchaus ein Recht darauf. Manchmal muss man auch Leute verstehen lernen, die anders ticken als man selbst :wink:


    Miles wirkt selbstsicher und fast ein wenig arrogant. Er macht sich Ruperts Unfähigkeit, "nein" zu sagen, zunutze, und das ist nicht besonders nett von ihm. Gleichzeitig kümmert er sich um ihn und hat Verständnis für seine Überspanntheit. Obwohl Miles ziemlich beliebt war / ist und sich Rupert neben ihm wie "ein Zwerg" vorkommt, bestärkt Miles Rupert nicht darin, zu glauben, er sei farblos und langweilig im Vergleich oder überhaupt. Eigentlich ist es eher Rupert, der - obwohl er Miles als Nervensäge bezeichnet - ihn auf das Podest hebt, wo Miles nicht stehen will.


    Witzig, dass eure Eindrücke bisher eher ins Gegenteil gehen...

  • Kapitel 1


    Wir lernen Rupert, den ruhigen und etwas naiven angehenden Professor der englischen Literatur kennen. Er führt ein reges Nachtleben, schläft lange und führt so sein Dasein. Dann kommt Miles ins Spiel. Ein Freund aus Jugendjahren; aber es wird keine innige Freundschaft geführt. Man sieht sich ab und zu. Doch diesmal schleppt Miles Rupert mit auf eine Reise, bei der Rupert nur das Ziel aber nicht den Grund kennt: Paris. Sachen schnell gepackt, geht es los. Miles ist eher der abenteuerische Typ, der das Sagen hat. Er redet in einer Beherrschheit, so dass Rupert keine weiteren Fragen stellt (finde ich grausam, wenn Leute nix hinterfragen und immer das machen, was einem gesagt wird....)!
    Auf der Zugfahrt verschanzt sich Miles hinter Tolstois Krieg und Frieden (mit dem Schinken hätter er bis China durchfahren können, oder :wink: ?) und unterhält sich so gar nicht mit Rupert. Der fragt ja aber auch nichts... Auf dem Weg zur Fähre klappt Rupert zusammen. Er hat nichts weiter gegessen und die Fahrt war zuviel für ihn. Es kommen Bedenken bei ihm auf, weil er sein ruhiges Appartement verlassen hat, seine Bücher, seine Gewohnheit... und was kommt neues auf ihn zu ? Die Reise geht weiter.


    Ja, es ist schon ein ungleiches Freundepaar. Diese passive Art von Rupert mag ich nicht. Manchmal kommt er mir auch gewissermaßen "weltfremd" vor. Aber mal sehen, was Miles mit ihm vorhat ... !



    Kapitel 2
    In Frankreich angekommen, ist es laut, schrill und die Straßen sind voll mit Autos und den dazugehörigen Rowdys. Ich denke, dass wird man so in jeder Haupt- oder Großstadt finden (ich war mal in Thessaloniki--- heidewitzka, da ist Paris mit dem riesigen Kreisel um den Arc de Triumph gar nichts gegen 8-[ ) ! Nichts für unseren stillen Rupert. Miles fährt mit ihm in ein Hotel, dass nichts von einer billigen Absteige hat, nein , im Gegenteil. Eines der teuersten und exklusivsten Hotels muss es sein. Und da kam bei mir das erste Mal die Frage auf, woher Miles soviel Geld hat, um solch eine Reise für zwei zu finanzieren ? An der Reception stellt sich Miles als ein "Victor Mason" und Rupert als seinen Bruder vor. Wer auch immer Victor Mason ist, er muss Geld und einen hohen Berümtheitsgrad haben. Alle Bedienstenen, Portiers und Pagen fangen an, sehr aufmerksam mit den Gästen umzugehen. Miles möchte, dass Rupert seinen Eltern Bescheid gibt, dass es ihm gut gehe, er dürfe nur nicht verraten, wo er sich aufhält. Rupert tut in der Telefonzelle (ja, die gab es 1958 wirklick) so, als wenn er telefoniere, möchte seinen Eltern aber am nächsten Tag einen Brief schreiben. :-k Und dann kommt wieder so eine Geldsache : Der Page kassiert ein ordentliches Trinkgeld, ein Bediensteter wird als Stadtführer angeheuert und Rupert wird zu einem exklusiven Essen eingeladen. Komisch, komisch. Beim Essen stellt Rupert Miles die Frage, ob es seine letzte Reise wäre und ob er "krank" wäre. Dieses verneinte Miles (mit ernstem Gesicht) und sichert ihm zu, dass diese Reise nichts mit einer Krankheit oder ähnlichem zu tun habe.


    Es passiert viel auf wenigen Seiten. Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Was passiert noch in Paris ? Welchen Grund gibt es für diese Reise? Woher kommt Miles Geld? Wieso muss Rupert mit? (... um den Ernst des Lebens kennenzulernen ? :wink: ), Wird Rupert mal ein wenig neugieriger und unternimmt auf eigene Faust etwas (kann ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen !) ?


    ...und jetzt geht es ins :sleep: ... gute Nacht und bis morgen !

    Liebe Grüße Hedi :love:

    “Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.”
    Cicero



  • Hallo Ihr,


    bin jetzt auch soweit, dass ich Kapitel eins und zwei gelesen habe.


    Für mich werden in diesen beiden Kapiteln vordergründig die Protagonisten Miles und Rupert vorgestellt - mit all Ihren Macken, Stärken, Schwächen und Eigenheiten - so scheint es mir zumindest. Wer weiß, vielleicht wartet ja noch eine Überraschung auf den Leser in Form einer unerwarteten Handlung eines der beiden? :)
    Der Unterschied zwischen den beiden ist auf jeden Fall sehr deutlich herausgestellt - da stellt sich der aufmerksame Leser tatsächlich die Frage, wie diese Bekanntschaft (Freundschaft will ich es nicht nennen) funktioniert bzw. was für Miles und Rupert den Reiz an dem jeweils anderen ausmacht. Dass Miles der "Stärkere" von den beiden ist, scheint erst mal so - wir wollen es abwarten, ob dem tatsächlich so ist. Auf jeden Fall nimmt er Rupert mit auf die Reise, weil er sich bei ihm einer geringen "Gegenwehr" und weniger Nachfragen sicher sein kann.
    Im wirklichen Leben würde mich Ruperts Willenlosigkeit wahnsinnig machen - hier im Buch geht es noch.... :wink:


    Ich bin gespannt, was die Beiden in Paris noch so erleben werden und wo letztendlich "die Reise hingeht".

    Isenhart musste grinsen, ihre Blicke begegneten sich. "Du hast nur tausend Mal", wisperte er.
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  • Besprechen wir jetzt ein oder zwei Kapitel am Tag?


    *hust* Mein Fehler :uups:


    Eigentlich ist es eher Rupert, der - obwohl er Miles als Nervensäge bezeichnet - ihn auf das Podest hebt, wo Miles nicht stehen will.


    Das ist ja auch meine Vermutung, dass ein großer Teil der Ungleichheit aus Ruperts eigenen Minderwertigkeitsgefühlen herrührt. Trotzdem wirkt Miles (noch) nicht so, als hätte er ein wirklich großes Interesse daran, das zu ändern.
    Ich weiß eigentlich gar nicht, wem ich was übler nehmen soll: Miles, dass er Ruperts Unterwürfigkeit schamlos ausnutzt, ohne den armen Kerl überhaupt über die Gründe in Kenntnis zu setzen (er lässt ihn ja auch in Paris weiter im Unklaren), oder Rupert diese unglaubliche Passivität. Es ist auch nicht so, dass ich ihn nicht verstehen würde, aber manchmal möchte ich ihn echt schütteln. Und ich bin auch eher introvertiert und abwartend :wink:


    der Ohnmachtsanfall auf der Fähre mag für viele hysterisch sein, doch ich fand, er hat durchaus ein Recht darauf.


    Den Ohnmachtsanfall wiederum fand ich gar nicht so hysterisch - ich glaub, wenn ich bis in die Puppen gelesen hätte und mich dann kurz nach dem Aufstehen einer aus der Dusche schleift, in einen Zug packt und auf eine Fähre verfrachtet, ohne dass ich was zum Frühstück oder wenigstens einen Kaffee bekommen hätte, wär ich auch zusammengeklappt :wink:


    Im wirklichen Leben würde mich Ruperts Willenlosigkeit wahnsinnig machen


    Oh ja, mich auch. Passiv-aggressiv nennt man das glaube ich ... Wir hatten mal einen Praktikanten, der sich ziemlich ähnlich verhalten hat, der hat mich wirklich fertig gemacht :evil:


    Rupert tut in der Telefonzelle (ja, die gab es 1958 wirklick) so, als wenn er telefoniere, möchte seinen Eltern aber am nächsten Tag einen Brief schreiben.


    Hier wird - wie überhaupt im zweiten Kapitel - Ruperts Passivität und Konfrontationsvermeidung auch noch mal richtig deutlich, finde ich.

    :study: John Steinbeck - East of Eden

    :study: Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

    :montag: Veronica Roth - Rat der Neun

    :musik: Claire North - Die vielen Leben des Harry August


    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • An der Reception stellt sich Miles als ein "Victor Mason" und Rupert als seinen Bruder vor. Wer auch immer Victor Mason ist, er muss Geld und einen hohen Berümtheitsgrad haben. Alle Bedienstenen, Portiers und Pagen fangen an, sehr aufmerksam mit den Gästen umzugehen.


    Miles ist wohlhabend und wird als eindeutig reicher Gast zuvorkommend behandelt. Zitat von Seite 8:

    Zitat

    Miles Mayhew war der geborene Bonvivant und stammte aus einer reichen und angesehenen Familie, deren Vorfahre ein renommierter Politiker im 17. Jahrhundert gewesen war und von dessen Ruhm die Mayhews heute noch in Gestalt einer Villa in Belgravia zehrten; ein finanzieller Engpass war gewiss nicht der Grund, weshalb er dermaßen aufgelöst bei ihm hereinschneite.

    Somit wäre die Frage nach seiner Geldquelle geklärt. Der Page Julien ist offenbar nicht nur von Miles' Wissen in Bezug auf Gene Kelly beeindruckt, daher bietet er sich als Stadtführer an. Miles ist jemand wie in der Schule der Klassensprecher oder die Sportskanone - entweder man meidet ihn oder will unbedingt mit ihm befreundet sein. Und da Miles ein recht einnehmendes Wesen hat und nicht eingebildet wirkt, sondern offen und interessiert, ist wohl meist letzteres der Fall.



    Oh ja, mich auch. Passiv-aggressiv nennt man das glaube ich ... Wir hatten mal einen Praktikanten, der sich ziemlich ähnlich verhalten hat, der hat mich wirklich fertig gemacht :evil:


    Es gibt sie also wirklich, die Ruperts. Ich muss dazu sagen, dass ich auch so jemanden kenne, der sogar noch "schlimmer" ist.

  • Rupert tut in der Telefonzelle (ja, die gab es 1958 wirklick)

    Och, die gibt es auch heute noch. Ich hab tatsächlich eine direkt vor dem Haus stehen (die ist zwar ständig kaputt, aber sie steht da).


    Kapitel 3 + 4


    Mein Eindruck von Rupert bestätigt sich. Sein passiv-aggressives Verhalten, das sich insbesondere in seinem Brief an seine Eltern („Hallo Mama, übrigens, ich sterbe bald“ – ich mein, hallo? :lol: ) und in der „Dann-geh-ich-halt-nicht-mit“-Vorstellung am Abend zeigt, erinnert mich eher an ein stark pubertierendes kleines Mädchen als an einen Endzwanziger.
    Ich habe nun durchaus was übrig für zickige kleine Drama-Queens, daher versteht meinen Kommentar bitte nicht zuuu negativ :wink: . Einiges an seinem Verhalten ist mir auch nicht so fremd, mein 13-, 14jähriges Selbst war, fürchte ich, nicht viel besser.


    Erheiternd finde ich, dass Rupert jemanden als Freund bezeichnet, der sich fünf Minuten mit ihm unterhält und ihm ein altes Croissant schenkt. Andererseits ist das auch wieder traurig, denn es wirkt doch ziemlich verzweifelt...
    (autistisch finde ich sein Verhalten allerdings nicht, wirklicher Autismus äußert sich dann doch anders. Yael, ich weiß, du hattest es in Anführungszeichen gesetzt, daher richtet sich das jetzt nicht gegen dich oder dein Buch; mir geht nur allgemein die momentan zum Trend gewordene Pathologisierung unterschiedlichen menschlichen Verhaltens auf die Nerven. Oh, jemand ist lebhafter als der Durchschnitt? Bestimmt ADHS. Oh, jemand sucht nicht so viel zwischenmenschlichen Kontakt wie der Durchschnittsmensch und ist introvertiert? Bestimmt Asperger. ARGH!
    ](*,) Egal, das ist jetzt OT, ich wollte es nur mal loswerden^^)


    Für Miles und seine Geheimniskrämerei kann ich nach wie vor wenig Interesse aufbringen. Er ist wohl ein kunstinteressiertes, musisches Kerlchen, was auf den ersten Blick in einem kleinen Gegensatz zu einem sonst zur Schau gestellten Pragmatismus zu stehen scheint.
    Allerdings frage ich mich schon, was Miles in Rupert sieht, was ich momentan noch nicht sehe (naja, vielleicht mag er auch einfach nur passiv-aggressive Drama Queens, soll's ja geben).


    Ruperts Enttäuschung angesichts der Mona Lisa allerdings kann ich nachvollziehen. Ähnlich ging es mir, als ich vor Goyas „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ stand; das Ding hat nicht mal Din A4 Format. Das ist dann doch recht ernüchternd, wenn man sich ein großartiges Kunstwerk vorgestellt hat (was es immer noch ist, also der Goya, aber beim ersten Anblick ist das schon - enttäuschend).

  • (autistisch finde ich sein Verhalten allerdings nicht, wirklicher Autismus äußert sich dann doch anders. Yael, ich weiß, du hattest es in Anführungszeichen gesetzt, daher richtet sich das jetzt nicht gegen dich oder dein Buch; mir geht nur allgemein die momentan zum Trend gewordene Pathologisierung unterschiedlichen menschlichen Verhaltens auf die Nerven. Oh, jemand ist lebhafter als der Durchschnitt? Bestimmt ADHS. Oh, jemand sucht nicht so viel zwischenmenschlichen Kontakt wie der Durchschnittsmensch und ist introvertiert? Bestimmt Asperger. ARGH!
    Egal, das ist jetzt OT, ich wollte es nur mal loswerden^^)


    Ich verstehe deinen Kommentar richtig, wollte aber dennoch etwas dazu schreiben, denn mir geht es in dieser Hinsicht genauso. Die so in vogue gekommene Kategorisierung, vorschnelle Medikamentation und Überbewertung von heutigen "ADHS"-Kandidaten und anderen "verhaltensauffälligen" Menschen finde ich schlimm. Das Wort "autistisch" habe ich deshalb verwendet, weil Rupert es nicht gewohnt ist, mit Menschen umzugehen und er sich in einem Alter, in der es "normalerweise" passé sein sollte, nur um sich selbst dreht. Deshalb sein oft merkwürdiges Verhalten. Dass er in Thierry einen Freund sieht, liegt daran, dass er bemerkt hat, wie wenig es kostet, sich zu unterhalten. Und gegen den Begriff "Drama-Queen" habe ich nichts einzuwenden. Der gefällt mir sogar. :lol:


    Für Miles und seine Geheimniskrämerei kann ich nach wie vor wenig Interesse aufbringen.


    Das finde ich ein bisschen schade. Immerhin baut die Geschichte darauf auf.


    Ruperts Enttäuschung angesichts der Mona Lisa allerdings kann ich nachvollziehen. Ähnlich ging es mir, als ich vor Goyas „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ stand; das Ding hat nicht mal Din A4 Format.


    Kommt mir bekannt vor. :wink:

  • @ Yael: Zitat von Seite 8: Zitat Miles Mayhew war der geborene Bonvivant und stammte aus einer reichen und angesehenen Familie, deren Vorfahre ein renommierter Politiker im 17. Jahrhundert gewesen war und von dessen Ruhm die Mayhews heute noch in Gestalt einer Villa in Belgravia zehrten; ein finanzieller Engpass war gewiss nicht der Grund, weshalb er dermaßen aufgelöst bei ihm hereinschneite. Somit wäre die Frage nach seiner Geldquelle geklärt
    :-,:-, Stelle gesucht, nachgelesen und gedacht: Mensch, hatte ich gar nicht bewusst bewusst gelesen :-,:-,
    Ja dann hat sich die Frage tatsächlich erledigt mit dem Geld !


    Ich werde heute abend noch etwas zu den Kapiteln 3 +4 schreiben, habe es leider gestern nicht mehr geschafft.

    Liebe Grüße Hedi :love:

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    Cicero



  • Um's noch mal ganz deutlich zu machen: Ich meine den Begriff "Drama Queen" keineswegs negativ oder abwertend :wink:


    Yael: Was ich die ganze Zeit schon fragen wollte: Warum eigentlich 1958?

  • Was ich die ganze Zeit schon fragen wollte: Warum eigentlich 1958?


    Das hat neben meiner Vorliebe für vergangene Zeiten und alte Filme vor allem einen historischen und in mehrfacher Hinsicht storytechnischen Hintergrund.

  • Kapitel 3


    Eigentlich wollten Miles und Rupert zusammen mit Julien durch die Stadt ziehen. Rupert bleibt aber mit der Ausrede, es gehe ihm nicht gut, auf dem Zimmer allein zurück. Er ist und bleibt ein Eigenbrödler... Rupert schreibt seine Gedanken und Gefühle in ein Tagebuch und findet Trost darin. Der Brief für seine Eltern folgt gleich. Mit übertriebener Torschlußpanik und bewußt übertriebener Erklärung seiner ach so anfälligen Gesundheit erklärt er sein Fortgehen. (Das finde ich schon echt gemein den Eltern gegenüber?!)
    Wie ist denn sein Verhältnis zu den Eltern? SEin Vater hätte ihn gerne als tüchtigen Lehrer gesehen,w as Rupert aber nie werden wollte. Und seine Mutter? Das wird (erstmal noch?) nicht erzählt.
    Rupert macht sich auf den Weg zum Briefkasten und bleibt vor einer "Pinte" stehen, die zwar nicht sehr einladend aussah, aber er trat doch durch die Tür. Dort lernt er den Gastwirt Thierry kennen, der ihm einen Tee und ein Croissant vom morgen serviert. Die beiden kommen ins Gespräch und verstehen sich auf Anhieb gut. Rupert verspricht öfter vorbeizukommen. Als er wieder im Hotel ankommt, hat er vergessen, den Brief einzuwerfen.
    Miles und Rupert tauschen sich über den Abend aus. Was mich immer stutzig macht ist, dass die beiden immer die Nähe des Anderen zu Suchen scheinen. Es gibt immer ein paar flüchtige Berührungen, ein Blick mal hier mal da usw. Diesen Abend kuscheln die beiden sogar fast miteinander. Man könnte meinen, es entstehe ein LIebespaar.... :?:


    Kapitel 4
    Eng an Miles Körper gekuschelt erwacht Rupert am nächstem MOrgen und schreckt zurück. Er wird schnell Herr seiner Sinne und steht auf, aber nicht ehe er die eine Haarsträhne in Miles' Gesicht zurückgestrichen hat. Eine sehr zärtliche Geste. :uups: Nach einem ordentlichen Frühstück wird sich erstmal das Louvre-Museum angeschaut. Obwohl die beiden schon viel gerannt sind, machen sie sich auf den Weg zu "Oscar und Frederic" ! 6 km zu Fuß, da Rupert wohl an klaustrophischen Anfällen (z.B. in der Bahn) leidet. Das Ziel ist der Friedhof. Und mit Oscar ist Oscar Wilde und mit Frederic ist Frederic Chopin gemeint. Aha ! Man merkt immer wieder Miles Faible für die Klassik und die Kunst. Für Rupert sind diese Seiten an Miles auch neu.
    Rupert fand diese Ausflüge toll, aber Miles zeigt auf einmal ein trauriges Gesicht und meinte, er fand es nicht so toll. Aber welche direkten Gründe Miles zu dieser Stimmungsschwankung verhalfen, bleibt dem Leser unerklärt. Rupert kommt auf die Idee, Miles in die kleine Pinte einzuladen und Thierry vorzustellen.
    Die beiden betreten den Laden, Thierry setzt sich zu ihnen. Sie trinken Bourbon und im Laufe des Gesprächs wird klar, warum der Laden so leer und verlassen ist. Thierry ist pleite, sein Schwager, der Koch dort war, hat hingeschmissen und Thierry weiß nicht mehr, wie er sich, den Laden und vor allem seine Kinder über Wasser halten soll. Tränen über Tränen.
    Miles und Rupert werden nachdenklich. Rupert bekommt Mitleid, Miles erwidert, dass er kein Mitleid hätte. Thierry hätte selbst schuld an seiner Misere.


    Mir lassen immer diese zärtlichen Berührungen zwischen den beiden keine Ruhe!
    Und man weiß immer noch nicht, warum Miles mit Rupert überhaupt in Paris gelandet ist....
    Aber beide haben für sich selber, schon mal eigene Bekanntschaften geschlossen. Rupert den Thierry und Miles den Julien.
    Frauen sind wohl gar kein Thema für die beiden ? Es heißt doch immer, dass Frankreich die scönsten und romantischsten Frauen hat... O:-)

    Liebe Grüße Hedi :love:

    “Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.”
    Cicero



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