Rita Maria Fust - Der Kaufmann von Lippstadt

  • Buchdetails

    Titel: Der Kaufmann von Lippstadt


    Verlag: Gmeiner-Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 340

    ISBN: 9783839214930

    Termin: März 2014

  • Bewertung

    3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Der Kaufmann von Lippstadt"

    1764. Auch nach Ende des Siebenjährigen Krieges kommt das westfälische Lippstadt nicht zur Ruhe: Eine gewaltige Explosion macht die Stadt beinahe dem Erdboden gleich. Ein Unfall? Menschen verschwinden. Zufall? Eine Zunge wird gefunden. Ein Zeichen? 2010. Das Schicksal des Lippstädter Kaufmanns Ferdinand Overkamp beschäftigt einen jungen Studenten, Oliver Thielsen. Dieser stößt nicht nur auf ein lang gehütetes, finsteres Geheimnis, sondern findet auch seine große Liebe …
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  • Klappentext:
    1764. Auch nach Ende des Siebenjährigen Krieges kommt das westfälische Lippstadt nicht zur Ruhe: Eine gewaltige Explosion macht die Stadt beinahe dem Erdboden gleich. Ein Unfall? Menschen verschwinden. Zufall? Eine Zunge wird gefunden. Ein Zeichen? Das Schicksal des Lippstädter Kaufmanns Ferdinand Overkamp beschäftigt einen jungen Studenten, Oliver Thielsen. Dieser stößt nicht nur auf ein lang gehütetes, finsteres Geheimnis, sondern findet auch seine große Liebe …
    (Quelle: Verlagswebsite)



    Über den Autor:
    Rita Maria Fust ist 1971 in Paderborn geboren und studierte dort Literatur- und Medienwissenschaft. Seit 2000 lebt sie mit ihrer Familie in Lippstadt, wo sie als freiberufliche Autorin, Texterin und Referentin für Kulturelles und Literarisches arbeitet. Ihr Fokus richtet sich auf die (Stadt-)Geschichte Lippstadts und Stadtdarstellungen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Mit dem historischen Roman »Der Kaufmann von Lippstadt« gibt sie ihr Debüt im Gmeiner-Verlag.
    (Quelle: Verlagswebsite)



    Aufbau/Allgemeines:
    Das Buch umfasst 339 Seiten, in dem auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt wird. Eine im Jahre 1764, die andere in der Gegenwart 2010. Zwei Stadtpläne aus dem jeweiligen Jahr bieten die Möglichkeit zur Orientierung. Darüber hinaus ist ein Nachwort enthalten und die Quellen, die für die Recherche benutzt wurden.



    Inhalt:
    Lippstadt, 1764: Der wohlhabende Kaufmann Overkamp steht vor Problemen in seiner Familie, die es für ihn zu lösen gilt. Seine Tochter erwartet ein uneheliches Kind. Dies kann der angesehen Kaufmann nicht hinnehmen. Die Ereignisse überschlagen sich. Eine große Explosion erschüttert die Stadt. Menschen verschwinden spurlos.
    Lippstadt, 2010: Der Student Oliver Thielsen reist nach dem Tod seiner Oma nach Lippstadt, um der Geschichte des Kaufmanns aufzudecken. Immer tiefer dringt er in die damalige Geschichte ein und erfährt Dinge, die er nicht für möglich gehalten hat.



    Eigene Meinung:
    Der Roman basiert auf vielen historischen Fakten aus der Stadt Lippstadt. Zu Beginn des Romans fällt auf, dass die Autorin Rita Maria Fust ihre Recherchearbeiten sehr ernst gemeint hat. Dies belegt insbesondere die vielen wörtlichen Zitate mitsamt Fußnoten und Quellenangaben, die die einzelnen Seiten reichlich spicken. Es entsteht der erste Eindruck, man habe es eher mit einer wissenschaftlichen Arbeit zu tun, als mit einem historischen Roman. Ebenfalls fallen zu Beginn des Romans einige sprachliche und stilistische Schwächen auf. Weder mit rhetorischen Fragen, noch mit der Mehrfachverwendung von Satzzeichen wird gegeizt. Besonders die kurzen Sätze stechen hier ins Auge, die den Lesefluss stark beeinflussen. Sprachlich und stilistisch kann die Autorin im Laufe des Buches aufholen, doch die Vorliebe für rhetorischen Fragen und die Satzzeichen bleibt.


    Es macht den Anschein, als sei der fiktive Roman letztendlich nur in die historische Geschichte eingebettet. An vielen Stellen wirkt der Roman stark konstruiert. Dies fällt überwiegend am Anfang des Buches auf. Die Beweggründe für das Handeln von Ferdinand Overkamp 1764 und die des Studenten Oliver Thielsen 2010 bleiben für den Leser unverständlich und unrealistisch. Hat man sich jedoch als Leser mit diesem missglückten Start abgefunden, erwarten ihn viele Wiederholungen und eine durchschaubare Geschichte. Wettgemacht wird diese ernüchternde Geschichte mit den vielen historischen Fakten, die lobenswert bis ins Detail recherchiert wurden. Hier sollte man darauf verweisen, dass die Autorin all ihr geballtes Wissen über die Stadt in die knapp 340 Seiten einfließen lässt. Es gibt in dem gesamten Roman kaum eine Seite, auf der man sich kein Stadtwissen, sei es aus der damaligen oder gegenwärtigen Zeit, einverleiben kann.


    Die zum Teil fiktiven, wie auch realen Charakteren bleiben leider sehr eindimensional in ihrem Handeln und Denken. Hier hätte man sich mehr Tiefe gewünscht. Speziell fällt hier der Kaufmann Overkamp auf, der sich stets mit seinen Gedanken und seinen Verhaltensweisen im Kreis zu drehen scheint. Ein gleichermaßen unsympathischer Zeitgeist stellt der Student Oliver Thielsen dar, dem nichts besseres einfällt, als seine Angebetete mit ermüdenden Fakten über seine Wahlheimat Lippstadt zu versorgen.


    Das Buch ist für Leser geeignet, die sich ein Bild über das historische Lippstadt des Jahres 1764 und das 825jährige Bestehen der Stadt im Jahre 2010 machen wollen und bei denen der Roman selbst ruhig an zweiter Stelle stehen kann.



    Fazit:
    Ein äußerst detailliert recherchiertes Buch, das ohne den konstruiert wirkenden Roman mehr Gehalt hätte.
    :bewertung1von5::bewertung1von5:

  • 1764: Der wohlhabende Kaufmann Ferdinand Overkamp lebt mit seiner Familie in Lippstadt. Er ist eine hoch angesehen Stadtpersönlichkeit und vermeidet alles, um seinen guten Ruf nicht zu schädigen. Doch als er erfährt, dass seine unverheiratete Tochter Elisabeth schwanger ist, sieht er diesen ins Wanken geraten, denn Elisabeth ist nicht gewillt, ihm den Namen des Kindsvaters preis zu geben, damit er sie mit ihm verheiraten kann. Um seinen Ruf zu retten, trifft er folgenschwere Entscheidungen, die ihn und seine Familie am Ende ins Unglück stürzen werden.


    2010: In Lübeck findet der Student Oliver Thielsen nach dem Tod seiner Großmutter in dem geerbten Sekretär einen alten Brief aus dem Jahr 1764. Oliver begibt sich mit seiner Freundin Annika auf Spurensuche nach seiner eigenen Familiengeschichte und macht sich auf nach Lippstadt, um mehr herauszufinden. Dort versucht er, die Spuren von Ferdinand Overkamp zu finden und dessen Lebensweg zu verfolgen.


    Rita Maria Fust hat mit ihrem historischen Roman „Der Kaufmann von Lippstadt“ ihr Debüt vorgelegt. Das Buch ist besonders schön aufgemacht, gleich zu Beginn gibt es ein Inhaltsverzeichnis, dem ein Stadtplan von Lippstadt aus dem Jahre 1764 folgt. Die einzelnen Kapitel sind mit dem Datum des jeweiligen Jahres überschrieben, dessen Handlung gerade geschildert wird. Außerdem gibt es am Ende des Buches sowohl ein Nachwort für den historischen Teil der Geschichte als auch für die Gegenwart, gefolgt von einem Quellen- und Literaturverzeichnis. Den Schluss bildet ein Stadtplan von Lippstadt aus dem Jahre 2010.


    Der Schreibstil der Autorin ist schön flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Das Buch ist in zwei Handlungsstränge in die Jahre 1764 und 2010 unterteilt, die parallel nebeneinander erzählt werden, wobei am Ende die Vergangenheit in der Zukunft ankommt. Der historische Romanteil gleicht eher einem Kriminalroman, denn es geht um Mord, Erpressung, Vertuschung und weitere Schandtaten. Die Spannung wird bereits zu Beginn aufgebaut und man bangt zum einen mit der Familie Overbeck, zum anderen verflucht man das Familienoberhaupt Ferdinand Overbeck, der zwar Gewissensbisse hatte, aber nicht aus seiner Haut konnte und alles dafür tat, um Schande von der Familie abzuwenden. Die Charaktere im historischen Teil sind allesamt sehr gut beschrieben und man kann sich die einzelnen Protagonisten schön vorstellen. Auch die eingefügten historischen Zitate und die akribische Hintergrundrecherche der Autorin über die Geschichte von Lippstadt machen diesen Romanteil besonders und in höchstem Maße authentisch.


    Der gegenwärtige Part wirkt eher wie eine Art Ahnensuche. Oliver und seine Freundin Annika bleiben bei ihren Nachforschungen eher farblos und nicht wirklich greifbar. Wenn auch seine Faszination für die Geschichte Overkamps echt wirkt, so unechter wirkte leider die Beziehung zwischen Oliver und Annika. Der historische Teil des Buches ist eindeutig der interessantere und lesenswertere Part. Sehr schön ist der Autorin allerdings die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch den gefundenen Brief gelungen, durch den der Roman zusammengehalten wird.


    Für Liebhaber historischer Romane ist „Der Kaufmann von Lippstadt“ eine besonders spannende Leseempfehlung, eine Autorenname, den man sich merken sollte! Auf weitere Bücher darf man gespannt sein.


    Hier vergebe ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

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