Michelle Rowen - Level 6. Unsterbliche Liebe/Countdown

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  • Klappentext:
    Die 16-jährige Kira erwacht in einem dunklen Raum, verstört und hilflos. Aber nicht allein: Sie teilt ihr Gefängnis mit dem 17-jährigen Rogan, einem verurteilten Mörder. Unfreiwillig sind die beiden Kandidaten in der Gameshow “Countdown”, in der es um Leben und Tod geht: Scheitern sie am nächsten Level, sterben sie live im Fernsehen. Den Teenagern bleibt keine Wahl – sie müssen mitspielen, wenn sie überleben wollen. Doch kann man einem Mörder trauen, und wenn er noch so schöne blaugrüne Augen hat? Trotz aller Versuche, sie gegeneinander aufzuhetzen, kommen Kira und Rogan sich immer näher – und stoßen auf die schreckliche Wahrheit hinter dem grausamen Spiel…


    Meine Meinung:
    Ich sage nicht oft etwas zum Cover, meistens nur, wenn es mir ganz besonders gut gefällt. Hier muss ich allerdings mal sagen, dass mir das Cover vor dem Lesen total gut gefallen hat. Es hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Nach dem Lesen der Geschichte finde ich es überhaupt nicht mehr gut, da ich die beiden Personen auf dem Cover überhaupt nicht mit Kira und Rogan in Übereinstimmung bringen kann. Die Figuren sind mir zu alt und zu glatt. Auch der Untertitel “Unsterbliche Liebe” war in meinen Augen nicht ganz passend. Die Liebesgeschichte hält sich doch sehr im Hintergrund und auch wenn es sich natürlich um eine Wortspielerei, bezogen auf die 6 zu durchlebenden Level, handelt so passt es für meinen Geschmack nicht ganz zum Buch. Im Original heißt das Buch “Countdown”, was wesentlich besser passt.


    Die Geschichte hat mir wiederum sehr gut gefallen. Von der ersten Seite an zog sie mich in ihren Bann. Ich habe das Buch innerhalb von 2 Abenden gelesen, obwohl ich eigentlich ein anderes Buch lesen wollte. Aber, ich habe reingelesen und konnte nicht wieder aufhören.


    Alle Personen in dieser Geschichte sind super durch die Autorin ausgearbeitet und jede einzelne von ihnen konnte ich mir gut vorstellen. Sei es Kira, sei es Rowan, aber auch Oliver, Gareth und Jonathan.


    Kira, die Ich-Erzählerin der Geschichte, war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine Protagonistin mit Stärken und Schwächen, die sie auch alle aus- und durchlebt. Einerseits ist sie durch das Leben auf der Straße einiges gewöhnt, aber natürlich hat nichts sie darauf vorbereitet in einem Spiel zur Belustigung reicher Leute um ihr eigenes Leben zu kämpfen. Dies wird sehr gut deutlich. Sie hat nicht immer sofort die richtige Lösung parat, aber durch ihr kluges Köpfchen schafft sie es, richtig zu kombinieren und weiß sich zu helfen.


    Rogan… tja… ich weiß auch nicht. Sympathisch, nicht sympathisch? Ehrlich, unehrlich? Bei Rogan habe ich immer wieder mit meiner Meinung geschwankt.


    Michelle Rogan schafft es, dass Kira und damit auch ich als Leserin immer wieder an der einen oder anderen Figur zweifelt. Man weiß irgendwann nicht mehr, wer gut und wer böse ist, wer ein richtiges und wer ein falsches Spiel treibt. Gerade dies machte die Sache für mich aber so spannend. Ich war mir bis zum Ende nicht sicher, ob Kira und/ oder Rogan überleben oder sterben werden.


    Ich muss gestehen, auch wenn ich es genossen habe, von diesem Buch unterhalten zu werden, so hat Level 6, genau wie “Die Tribute von Panem” mich wieder sehr nachdenklich zurück gelassen. Wie weit sind wir von solchen Gameshows noch weg? Ehrlich gesagt mache ich mir schon Sorgen, dass die Menschheit irgendwann wieder dahin kommt, dass Menschen dafür bezahlen dabei zuzusehen, wie andere Menschen sich gegenseitig umbringen. Hatten wir zu Zeiten der Römer ja alles schon mal.


    Ein Buch mir hohem Unterhaltungswert, das es aber auch Wert sein sollte, dass es die Leser zum nachdenken anregt und nicht einfach so “stumpf” nur konsumiert wird. Ich habe wirklich zwischen 4 und 5 Federn geschwankt. Gefühlt sind es 4 Sterne, aber da mir kein Kritikpunkt einfällt wüsste ich nicht, warum ich nicht 5 Sterne geben sollte? Ich weiß es einfach wirklich nicht, was ich vergeben soll. Ich vergebe überall anders 4 gefühlte Sterne mit guten Tendenzen zu 5. Da wir hier auch mit halben Sternen bewerten 4,5.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    PS: Das Buch ist für 12-16jährige angegeben. 12 Jahre finde ich persönlich zu jung dafür.

    Gruß
    Yvonne

    Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
    (Erasmus von Rotterdam)

  • Der englische Titel passt besser: Countdown

    Gruß
    Yvonne

    Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
    (Erasmus von Rotterdam)

  • Inhalt:
    Kira und Rogan erwachen in einem dunklen Raum. Beide kennen sich nicht und sind an Ketten gefesselt. Kira, eine Waise deren Eltern und Schwester von einem Einbrecher getötet wurden und die seitdem auf der Straße lebt. Rogan, ein verurteilter Mörder. Beide sind nun unfreiwillig Figuren in dem Spiel Countdown. Ein Spiel das aus sechs Leveln besteht. Sollten sie ein Level nicht bestehen werden sie getötet.


    Meine Meinung:
    Level 6 erinnerte mich zu Beginn ein wenig an Saw. Der dunkle Raum, das Spiel die Stimme die die beiden Protagonisten führt und doch ist es was ganz anderes. Denn hier geht es nicht darum wahllos zu töten um zu überleben sondern vorhandenes zu nutzen. Köpfchen ist gefragt, allerdings in einem mitunter sehr kurzen Zeitrahmen.


    Das ist auch das was die Spannung ausmacht. Die Stimme die den Beiden durch ein Implantat sagt wie lange sie noch haben lässt nicht nur das Herz der Protagonisten höher schlagen sondern steigerte auch bei mir die Aufregung.
    Das Buch ist unterteilt in den einzelnen Leveln. Jedes Level spielt sich recht schnell und rasant ab. Weder der Leser noch Kira und Rogan bekommen viele Verschnaufpausen. Es ist eine Art Hetzjagd in einem perfiden Spiel.


    Kira und Rogan lernt man dabei mit der Zeit genauer kennen. Zum einen durch die Macher von Countdown aber auch durch die Beiden selber. Dabei merkt man das sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ist nicht alles wahr was man so lesen kann.
    Kira ist die erste weibliche Teilnehmerin in diesem Spiel und kannte es bis zu dem Zeitpunkt gar nicht. Sie weiß nicht was auf sie zu kommt und ist dementsprechend misstrauisch Rogan gegenüber der mehr zu wissen scheint. Er wurde gefragt ob er das Spiel als Chance mitspielen will.
    Kira hat sich durchkämpfen müssen und wirkt gerade zu beginn ziemlich kalt. Das gibt sich aber recht schnell und man kann hinter die Fassade des Straßenmädchens schauen. Sie hat einen guten Instinkt und auch wenn Rogan scheinbar ein Mörder ist lässt er sie nicht kalt.
    Rogan ist sehr geheimnisvoll. Er bestreitet die Morde, aber schließlich wurde er verurteilt wer also sollte ihm seine Unschuldsbeteuerungen glauben. Mit der Zeit merkt man wie sehr er verletzt ist, wie viel auch er schon durch machen musste und auch wenn er getötet hat ist meine Sympathie zu ihm stetig gewachsen.


    Der Schluss oder sagen wir eher der Grund für dieses perfides Spiel und wie alles zusammen hängt sprich die Auflösung war für mich sehr überraschend und gut eingefädelt. Michelle Rowen hat einige Irrläufer geschrieben, die mich in eine falsche Richtung denken ließen und es somit interessant gestaltete.


    Einen einzigen Kritikpunkt gibt es für mich und das liegt nicht am Buch selber sondern an der Altersangabe. 12 Jahre für dieses Buch finde ich wesentlich zu früh. Aller frühstens ab 14 noch besser ab 15 oder 16 würde ich es ansiedeln. Für 12 ist es zu brutal und ich denke manche Wege und Gedankengänge erschließen sich dann auch nicht. Da dies aber nichts mit der Story selber zu tun hat gibt es von mir volle Punktzahl. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Natalie




    Gelesen 2013: 231 - 2014: 195 - 2015: 185 - 2016: 138 - 2017: 122 - 2018: 89 - 2019: 84

    Gelesen 2020: 47

  • Kira erwacht in einem dunklen Raum, angekettet. Sie hat keine Ahnung, wie sie dort hin gekommen ist oder was sie dort überhaupt soll. In der Dunkelheit unterhält sie sich mit einem weiteren Insassen, dem 17jährigen Rogan, der ihr erklärt, dass es sich um ein Spiel um Leben und Tod handelt. Die beiden Teenager müssen innerhalb der geheimen TV-Show "Countdown" sechs Level bestehen und unterschiedliche Aufgaben lösen. Nur wenn sie dies schaffen, können sie überleben. Ansonsten werden sie sterben...


    Bei Level 6 handelt es sich um eine interessante Dystopie, wobei die Gesellschaft und ihre Entwicklung eher im Hintergrund steht. Vordergründig haben die die spannende Geschichte rund um unsere beiden Protagonisten, die sich durch die geheime und illegale TV-Show kämpfen und um ihr Leben fürchten müssen. Dennoch bekommen wir einiges über diese zukünftige Welt mit.
    Gegliedert ist diese Geschichte in sieben große Abschnitte, betitelt mit Level 1 bis Level 6 und zum Schluss das Endspiel, die auch noch in viele kleinere Kapitel unterteilt sind. Der Schreibstil ist einfach und flüssig, so dass es Spaß gemacht hat, dieses Buch zu lesen.


    Der Untertitel verrät schon, dass sich Rogan und Kira natürlich auch näher kommen werden. Das geschieht sehr, sehr schnell, kommt aber für dieses Tempo recht glaubhaft rüber, vor allem in Anbetracht der extremen Situation, die noch dazu beiträgt, dass man sich einfach näher kommt, da man im selben Boot sitzt und nur sich selbst hat.
    Die Teenager selbst wurden beide sehr vielschichtig angelegt und haben beide eine sehr interessante Geschichte, die dem Leser erst nach und nach offenbart wird. Das schürt die Spannung noch einmal mehr, denn neben der unfreiwilligen Jagd durch die Show, ist auch noch sehr interessant, wer Kira und vor allem Rogan überhaupt sind und was wirklich hinter ihnen steckt. Hier ist es der Autorin wirklich gelungen die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.


    Die Show an sich hat mich ein wenig an Running Man erinnert, den 80er Jahre Film mit Arnold Schwarzenegger oder auch Saw. Oberflächlich gibt es auch einige Parallelen, aber hier steckt noch viel mehr hinter, worauf ich jetzt nicht weiter eingehen will um nicht zu viel vorweg zu nehmen.
    Auf jeden Fall ist nicht alles so, wie es von Anfang an zu sein scheint und diese Geheimnisse herauszufinden macht einfach Spaß.


    Für mich war es das erste Buch von Michelle Rowen, die ja schon einige Bücher für junge Erwachsene geschrieben hat. Mir hat es sehr gut gefallen und ich kann mir gut vorstellen, hiervon irgendwann einmal noch einen weiteren Teil zu lesen, obwohl dieser erster Teil in sich abgeschlossen ist. Raum für eine Fortsetzung gibt es meiner Meinung nach allerdings schon.
    Insgesamt gibt es von mir hier sehr gute vier Sterne!

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