Lena Blaudez - Farbfilter. Ada Simon in Douala

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  • Kurzbeschreibung aus amazon.de:


    Die Fotojournalistin Ada Simon ist aus Kamerun zu einer Tagung über Tropenholz nach Mecklenburg gereist. Internationale Manager tagen in einem halb verfallenen Schloss, um nicht nur über Holzgeschäfte zu reden. In der maroden Idylle trifft Ada einen unheimlichen Mann wieder, der böse Erinnerungen zurückbringt: In Kamerun war sie in einen brutalen Kampf um Holz, Kunst und um den begehrtesten Rohstoff des Handy-Zeitalters, Coltan, geraten. Im Regenwald, bei den Pygmäen und in Douala, der wichtigen westafrikanischen Hafenstadt, kreuzten sich ihre Wege mit denen des Killers. In den Wäldern um das mecklenburgische Schloss kommt es zu einer afrikanischen Konfrontation.



    Zitat

    „Die Autorin arbeitete viele Jahre in Benin, Niger und Zaire und kann aus diesem Grund von eigenen Erfahrungen und Erlebnissen berichten. So wirkt der Roman auch deshalb so authentisch, da Lena Blaudez ihr Wissen über die Vodou-Kultur und die Lebenswirklichkeit der Menschen in West-Afrika in den Text einfließen lässt.“
    FAZ – Literaturkalender


    Eigene Beurteilung:


    Sprunghaft entwickelt sich die Geschichte und dabei kommt es rein handwerklich zu allerlei Problemen. Dass hin und wieder die Zeitstufen nicht eingehalten werden ist die eine Sache. Aber kommt auch immer wieder zu seltsamen Kontinuitäts- und Editionsproblemen. So gibt es immer wieder unvermittelte Perspektiven- und Standortswechsel, ohne dass zwischen den davon betroffenen Absätzen ein Abstand eingefügt wird. Mal verwandelt sich das Wasser in einem Glas noch während des Trinkens in Wein, Ada kriecht durch eine klaustrophobisch enge Erdröhre und als ihre Hände einen Holzluke erreichen, wird diese auf einmal von einem Mann geöffnet, der sich gerade eben noch in dieser beinahe hautengen Röhre hinter ihr befand. Solche Probleme – genau wie unsicher zugewiesene Pronomina treten häufiger auf und machen das Lesen doch ziemlich beschwerlich.


    Auch gibt es bei Beschreibungen gelgentlich Dopplungen und es wird oft auf Details herumgeritten, die nicht sonderlich handlungsrelevant sind, dafür aber den Lesefluss hemmen. Personen haben die Angewohnheit immer mal wieder ganz unmotiviert zu verschwinden um dann, wenn sie wieder auftauchen über irgendwelche Dinge mehr oder minder interessant zu referieren – Dinge, die auch zur Handlung nicht unbedingt beitragen, dafür aber ebenfalls als Hemmschuh wirken. Insgesamt handwerklich nicht zufriedenstellend. Lakonisch ist eine Sache – sprachgehemmt und sprunghaft etwas anderes. Und Letzteres ist der Eindruck, den dieser Roman bei mir hinterlassen hat. Keine Empfehlung meinerseits. [-(

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