David Hair - Ein Sturm zieht auf / Mage’s Blood 1

Ein Sturm zieht auf

3.5 von 5 Sternen bei 12 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Penhaligon

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 512

ISBN: 9783764531287

Termin: Dezember 2013

  • Kurzbeschreibung:
    Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Aber alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut, und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag. Aber es sind drei unscheinbare Menschen – ein gescheiterter Magie-Schüler, eine Spionin und Mörderin, die ihr Gewissen entdeckt, und ein einfaches Marktmädchen –, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden …
    Der Auftakt zu einem atemberaubenden Epos.
    (Quelle: Verlagswebsite)


    Der Autor:
    David Hair ist ein neuseeländischer Schriftsteller. Für seine Jugendromane wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Brücke der Gezeiten ist seine erste Fantasysaga für Erwachsene. Nachdem er lange Zeit erst in England, dann in Indien gelebt hat und die Welt bereiste, lebt er nun in Wellington, Neuseeland.


    Allgemeines:
    Erschienen ist „Die Brücke der Gezeiten – Ein Sturm zieht auf“ im Dezember 2013 im Penhaligon Verlag.
    Die 511 Seiten sind in 17 Kapitel gegliedert, denen jeweils ein Zitat vorangestellt ist, das mit der Handlung des Kapitels im Zusammenhang steht. Am Ende des Buches findet sich ein sehr umfangreicher Anhang zur Geschichte von Urte und über die Aspekte der Magie sowie eine Übersicht über die handelnden Personen. Außerdem gibt es verschiedenen Karten der zwei Kontinente sowie der gesamten Welt.
    Das Original trägt den Titel „Mage’s Blood“, die Übersetzung ist von Michael Pfingstl.


    Inhalt:
    David Hair entführt uns in eine Welt, die unserer nicht unähnlich ist. Allerdings besteht sie nur aus 2 Kontinenten, die nur alle 12 Jahre durch die Mondflutbrücke verbunden werden. Nur per Luftschiff gelangen Händler über das Meer. Dennoch sind Ost und West verfeindet und je näher die nächste Mondflut rückt, umso weiter schreiten die Kriegsvorbereitungen voran. Der Westen (Yuros) will mit Hilfe seiner Magier und einer riesigen Armee den Osten (Antiopia) unterwerfen.
    In dieser Zeit kurz vor der Flut spielt dieser Reihenauftakt. Wir lernen Personen aus verschiedensten Schichten und Orten kennen. Da gibt es die durchtriebenen Politiker, die herrschsüchtigen und von Standesdünkel durchdrungenen Magier und gierige Händler. Aber es gibt auch Menschen, denen das Schicksal übel mitspielt. Dem jungen Magierschüler Alaron zum Beispiel, der von den reinblütigen Magiern verspottet wird, sich durch die Ausbildung kämpft, aber dennoch alle Energie auf seine Abschlussarbeit verwendet. Er ist sich sicher, dass er die Prüfungskommission damit überzeugen kann und endlich sein Amulett erhalten wird, das ihn offiziell zum Magier macht. Dabei ist er ungewollt einem Geheimnis auf der Spur, dass seine Pläne vielleicht durchkreuzen könnte.
    Auch der Kaufmannstochter Ramita macht das Leben einen Strich durch ihre Wünsche und Träume. Sie möchte Kazim heiraten, der sie von Herzen liebt. Aber ihr Vater ist ein geldgieriger Mensch, der zwar nur das Beste für seine Tochter will, aber was „das Beste“ ist, entscheidet er gern selbst.
    Zum dritten lernen wir eine Magierin kennen, die als Söldner und Spion eigentlich einen Auftrag erfüllen soll, in dem sie sich gegen ihre Schutzbefohlenen wenden soll. Elena hat aber zu viel Zeit mit der Herrscherfamilie verbracht und vor allem die Kinder lieben gelernt. Sie beginnt über ihr Leben und ihre Zukunft nachzudenken und trifft eine folgenschwere Entscheidung.
    Über allem schwebt die Ahnung des Krieges und das Rüsten für den Feldzug. Ob aus ganz privaten Gründen, falsch verstandenem Patriotismus oder religiösen Gründen: ganz Urte ist besessen von diesem Krieg.


    Meine Meinung:
    Man nehme unsere menschliche Gesellschaft mit ihren Konflikten als Vorbild, greife auf ein paar der größten Fehler der Geschichte zurück – wie die Kreuzzüge oder den Wahnsinn von der Herrenrasse, dann mixe man ein paar Magi und exotische Schauplätze hinein und fertig ist ein spannender Plot in einer faszinierenden Welt.
    Anfangs sind die vielen Schauplätze und Personen ein wenig verwirrend, aber Seite für Seite versinkt man tiefer in dieser Welt und begleitet die so verschiedenen Figuren auf ihrem Weg durch die Wirren der Zeit. Alles rüstet zum Kampf, die ganze Geschichte läuft auf den Moment hin, an dem die Leviathanbrücke aus den Fluten steigt und der Marsch Yuros‘ auf Antiopia beginnen kann. Aber da dies der Auftakt zu einer Reihe ist, wird dieser Moment noch lange nicht erreicht…
    So bleibt dem Autor aber auch genug Zeit, die Welt und ihre Bewohner vorzustellen, den Leser so richtig eintauchen zu lassen. Man braucht auf jeden Fall Ruhe, um sich voll auf die Geschehnisse konzentrieren zu können – dann ist aber spannende Unterhaltung garantiert. Die Charaktere sind nicht schwarz-weiß, was mir sehr gut gefallen hat. Man findet als Leser aber dennoch sehr schnell Figuren, die man ins Herz schließen kann, ebenso wie die, die man abgrundtief hassen darf. Hat man die Orientierung zwischen den verschiedenen Schauplätzen einmal gefunden, fliegen die Seiten nur so dahin. Leider endet das Buch dann mitten in der Kriegsvorbereitung, wenige Monate vor der Mondflut. Keines der Schicksale ist schon absehbar und der Leser ist verdammt, auf den nächsten Teil hinzufiebern.
    Wer die Story lieber am Stück lesen möchte, muss sich noch ein wenig gedulden. Wer aber mit einem Cliffhanger leben kann, der sollte sich nach Urte entführen lassen. Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne und eine klare Leseempfehlung für Fantasy-Fans, denen Magier als fantastisches Element völlig ausreichen.


    Fazit:
    Eine spannende Geschichte über den ewigen Konflikt zwischen Ost und West, Arm und Reich, die mit fantastischen Mitteln unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhält.


    Übrigens: auf der Verlagswebsite findet sich ein interessantes Interview mit dem Autor über ihn selbst und seine Intention hinter dem Epos.

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    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Jugendbücher sind David Hairs Metier. Das merkt man einfach. Selbst wenn man "Fantasyepos" auf den Umschlag klatscht, spricht der Inhalt vielleicht eine andere Sprache. Es mag sein, dass die für einen "Epos" dürftig einfach gestrickte Sprache ein Verschulden des Übersetzers ist, aber das lässt sich leicht feststellen. Zumindest sollte man das feststellen wollen, denn warum man die Originale in zwei deutsche Bücher packen musste, verstehe ich nicht. Ich habe selten in der letzten Zeit ein Buch in den Händen gehabt, das so viel Platz lässt und mit einer dermaßen großen Schrift versehen. Sogar Jugendbücher, die tatsächlich als solche deklariert werden, trauen dem Leser kleinere Buchstaben zu. Die Verzierungen sind ganz schön, der Anhang ist auch in Ordnung, aber man wollte offenbar doppelt kassieren.


    Genug gemeckert über die selten dämliche Verpackung, widmen wir uns dem Inhalt: Viele Religionen, die alle irgendwelche Götter und Fanatiker haben; obligatorische Territoriumskämpfe wegen Religion oder Geschichte oder einfach nur so; unvorhersehbare Verschwörungen ( :roll: ); klischeehafte Hierarchie im Zaubererinternat mit unsympathischen reichen Schnöseln; pubertäre Liebe, bis sie doch wegen Geld verschachert wird. Und noch ein paar andere Sachen, die für sich allein nichts Neues bieten und deshalb in einen Topf geschmissen werden musste. Man muss froh sein, dass der Autor mehrere Personen zu Hauptfiguren macht und an verschiedene Orte platziert, denn sonst wäre es schnell ein müder Abklatsch. Auch so ist das nicht die neue Erleuchtung unter den Fantasygeschichten, aber zumindest lesbar und unterhaltsam.
    Es wird alles auf einen Krieg hinauslaufen, das ist soweit alles, was an "Cliffhanger" geboten wird. Geheimnisse werden schon in der Mitte des Buches aufgedeckt, Verschwörungstheorien der Geschichte erläutert. Die Charaktere sind alle sehr auf Sympathieträger getrimmt, die von Einflüssen getrieben werden und selber keinen großen Handlungsspielraum haben. Man wünscht sich nur, dass jemand mal etwas Überraschendes tut, gegen den Strich geht, aber die verhalten sich brav so, wie es entweder der Vorgesetzte will oder eine klischeehafte Story.


    Wer noch zur Zielgruppe von Jugendbüchern gehört und sanft in Richtung High Fantasy aufbrechen möchte, sollte sich an dem Buch versuchen. Am besten allerdings in Englisch. Es eignet sich gut als Lektüre nebenbei und wenn man den Religionskram überliest, ist das auch nicht als anspruchsvoll zu bezeichnen.

    "All we have to decide is what to do with the time that is given to us."

  • Schon lange stolpere ich immer wieder über diese Reihe und jetzt bin ich froh, dass ich endlich mit dem ersten Band gestartet bin! Zum Glück wusste ich durch einige Rezensionen, dass man anfangs etwas Durchhaltevermögen braucht und es hieß, dass es erst im zweiten Band so richtig losgeht.


    Dem kann ich nur teilweise zustimmen. In den ersten Kapiteln war ich tatsächlich etwas überfordert. Diese fremde Welt hat viele Völker, Religionen, neue Begriffe, eine komplexe Magie und viele Figuren, die eine Haupt- oder Nebenrolle spielen. Damit braucht man sich aber nicht aufhalten oder sich den Kopf zerbrechen, denn der Autor schafft es sehr gut, das ganze nach und nach bildhaft und begreiflich zu machen und alles wichtige in den Gedanken der Leser festzuhalten!


    "Ein Sturm zieht auf" - genau dieses Gefühl hatte ich, nachdem ich das erste Drittel endlich hinter mir gelassen hatte. Dann nimmt das ganze an Fahrt auf und fühlt sich an wie ein Aufbrauch, eine große Wende, die das Schicksal der zwei Kontinente einleitet. Zweier Seiten, die nur alle 12 Jahre durch die Gezeitenbrücke miteinander verbunden sind.


    Je weiter man liest, desto mehr taucht man ein und es hat richtig Spaß gemacht, diese Welt zu entdecken! Ich liebe es ja sehr, wenn eine Fantasywelt durchdacht ist und mit vielen kleinen originellen Details aufwartet und David Hair verspricht hier einiges! Bei dem Ost-West Konflikt, den Bräuchen und Religionen findet man viele Parallelen zu unserer Welt, aber er hat daraus etwas ganz neues entwickelt, eine Geschichte, die unserer ähnlich ist, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel neu erzählt wird!
    Der Stil passt sich sehr gut dieser Welt an, verliert sich gerne in Details, weiß aber auch wieder zum roten Faden zurückzufinden. Etwas Konzentration ist schon gefordert durch die vielen verstrickten Verwicklungen, deshalb sollte man sich beim Lesen ruhig die Zeit nehmen und es in Ruhe genießen ;)


    Die drei Hauptfiguren werden nach und nach in den Vordergrund gerückt, wobei es auch einige Nebencharaktere gibt, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
    Während z. B. Elena Anborn, eine Spionin, gerade eine große Veränderung durchgemacht hat, steht sie dem jungen Magus Alaron noch bevor, denn seine 7jährige Ausbildung zum Magi nähert sich dem Ende. Der Händler Ispal wird vor eine verzwickte Wahl und das Leben von Ramira aus Lakh völlig auf den Kopf gestellt, während der Jungspund Kazim durch eine folgenschwere Entscheidung alles genommen wird, womit er seine Zukunft aufbauen wollte.


    Es gibt kleinere Querelen und größere Scharmützel, die einen bedeutenden Einfluss auf die Zukunft der Welt Urte haben werden. Etwas braut sich zusammen und das hier war nur das Vorspiel, denn es sind nur noch wenige Monate bis zur nächsten Mondflut, wenn die Brücke wieder passierbar wird. Und beide seiten rüsten zum Krieg!


    Sehr schön fand ich auch die kurzen Ausschnitte an den Kapitelanfängen, durch die man Hintergründe über die Länder, die Völker, die Kriege oder die Magie erfahren hat.
    Vorne im Buch gibt es eine Karte, mit der man sich gut orientieren kann und hinten im Buch ein Glossar über die Vorgeschichte von Urte mit den wichtigsten Daten, die Religion, die Zeitrechnung, und die Magie.


    Fazit


    Ein Anfangs etwas zäher, aber sich dann recht schnell steigernder Auftakt in einer faszinierenden Welt, die perfekt aufgebaut wurde; mit differenzierten Details der Völker, Religionen und Magie. Ebenso die prägnanten Charaktere, die in dem aufziehenden Krieg auf eine harte Probe gestellt werden und sämtliche Schattierungen von Verrat, Leichtsinn, Angst, Gehorsam und Habgier kennenlernen müssen.
    Mit 4 Sternen lasse ich noch etwas Luft nach oben und freu mich schon sehr auf die Fortsetzung!


    © Aleshanee
    Weltenwanderer


    Die Brücke der Gezeiten


    1 ~ Ein Sturm zieht auf
    2 ~ Am Ende des Friedens
    3 ~ Die scharlachrote Armee
    4 ~ Die Waffen der Wahrheit
    5 ~ Der Zorn des Propheten
    6 ~ Der unheilige Krieg

  • "Ein Sturm zieht auf" ist die erste Hälfte des englischen ersten Bandes der Reihe - und meiner Meinung nach merkt man auf jeden Fall, dass die Geschichte geteilt wurde. Es dauert eine Weile, bis sie an Fahrt aufnimmt, und der Autor verwendet viel Zeit darauf, die wichtigsten Figuren, ihre Lebensumstände und ihr Umfeld vorzustellen. In der Inhaltsangabe wird ein Ereignis mit großen Auswirkungen angekündigt, aber hier wird erst noch alles dafür vorbereitet. Man lernt die Charaktere kennen, erfährt mehr darüber, welche Positionen die einzelnen Seiten vertreten und was ihnen droht. Der Fokus liegt hierbei allerdings nicht auf den Kriegern, Herrschern und Magiern, sondern den drei "unscheinbaren Menschen", die so entscheidend für den Fortgang der Ereignisse sein sollen.


    Die Charaktere sind dabei gut ausgearbeitet und ihre Beziehungen und Motivationen recht komplex, was mir gut gefallen hat. Sie werden mit Herausforderungen konfrontiert, es läuft längst nicht alles so, wie sie es sich gewünscht hätten, doch ich fand es interessant, wie sie mit diesen Problemen umgegangen sind. Eine schwarz/weiß-Zeichnung gibt es jedenfalls nicht; die Ziele und Hoffnungen für die Zukunft der Protagonisten stehen teilweise im direkten Gegensatz und der Autor kann ihre Positionen schlüssig und nachvollziehbar darstellen. Er zeigt, dass jeder gute und schlechte Seiten hat, dass diese sich in den Menschen vereinen und dass sie ihre eigenen Motivationen haben, die nicht immer ehrenvoll sein mögen, aber dadurch noch lange nicht zwingend falsch sind. Auch das Beziehungsgeflecht verspricht jetzt schon einige weitere Konflikte für die Zukunft und ich bin gespannt, wie sich alle weiter entwickeln und an die Umstände anpassen werden.


    Zu Beginn ist es mir schwer gefallen, mich ganz auf die Handlung einzulassen; als Leser wurde man ohne große Erklärungen in die Welt geworfen und obwohl es einige Parallelen zur Realität gibt und zu Beginn jedes Kapitels mehr über die Hintergründe offenbart wurde, hat es so doch eine Weile gedauert, bis ich mich zurecht gefunden und die Zusammenhänge richtig verstanden habe. Danach konnte das Buch mich definitiv fesseln und ich finde es nur schade, dass ich nicht gleich den zweiten Teil lesen kann, da der Autor seine Figuren nun weitgehend vorgestellt und positioniert hat, sodass man dazu bereit ist, mit ihnen mitzufiebern und um sie zu bangen, sobald die Mondflut beginnt.


    Da ich die Geschichte erst nach einiger Zeit wirklich genießen konnte und ich mir gewünscht hätte, dass neben der sehr guten Vorstellung der Charaktere auch die Handlung entsprechend etwas rascher vorangetrieben worden wäre, gebe ich diesem Band :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: .

    Carpe Diem.
    :study: Gabrielle Zevin - Extradunkel

    2019 gelesen: 90 Bücher mit 33.770 Seiten

  • Ich habe nach den sehr interessant klingenden Inhaltsangaben und Rezensionen nun auch mit dieser Reihe angefangen. Wie schon häufiger erwähnt ist der Einstieg nicht so ganz einfach, da man mit Namen von Personen, Orten, Gegenständen, Religionen ect. zugeschmissen wird. Allerdings gibt es diesbezüglich als Hilfe ein Glossar am Ende des Buchs. Ebenfalls gibt es Karten der Welt Urte, auf denen ich während des Lesens häufiger mal nachgeschaut habe, um mir ein Bild zu machen wo die Handlung gerade spielt. Aber wenn man durch dieses erste Drittel des Buchs durch ist, werden einem sehr detailliert ausgearbeitete Charaktere und eine detailliert dargestellte Welt vorgestellt.


    Die einzelnen Handlungen konzentrieren sich überwiegend auf die drei Hauptcharaktere, die in unterschiedlichen Positionen an den unterschiedlichsten Punkten der Welt agieren. Allen dreien ist gemeinsam, dass die aktuellen Ereignisse ihre bisherige Welt auf den Kopf stellen und sie daher gezwungen sind sich nun zurecht zu finden. Dabei zeigt sich, dass die Handlung insgesamt sehr detailliert und zum Teil Komplex ausgearbeitet wurde und eine Menge Möglichkeiten für zahlreiche spannende Ereignisse bietet.


    Nachdem ich mich in der Welt zurecht gefunden und die Charaktere kennengelernt hatte, hat mich die dann langsam beginnende Handlung auch gleich gefesselt. Zu Beginn steuert sie auf ein großes Ereignis zu und man merkt natürlich, dass dieser erste Band dieses Ereignis zunächst einmal vorbereitet. Aber unter dem Strich ist dies dem Autor so gut gelungen, dass ich schon ganz gespannt auf die weiteren Bände dieser Reihe bin.


    Bei der Brücke der Gezeiten handelt es sich offensichtlich um ein Fantasy-Epos, welches jeden Fantasy-Fan interessieren könnte, der gerne Welten mit einem ausgeklügelten Magiesystem besucht. Von mir gibt es für den ersten Band schon mal :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .

  • @Bast Unbedingt weiterlesen! Die Reihe steigert sich immer mehr, ich finde sie großartig!

    Ich bin an Band 5 bisher grandios gescheitert. Die ersten zwei, drei Bände waren wirklich gut, aber durch Teil 4 habe ich mich schon gekämpft und Teil 5 nach 3maligem Anlauf erstmal auf Halde gelegt.

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    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • @Hirilvorgul Das ist wirklich schade! Ich finde die Entwicklungen total klasse ...

    Ich finde es auch schade, weil mir die Reihe am Anfang so gut gefallen hat. Vielleicht war einfach der Abstand zwischen den einzelnen Teilen zu groß.

    Gelesen in 2020: 1 - Gehört in 2020: 1 - SUB: 424


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Das erste Drittel des Buches hat mich auf eine harte Durchhalte-Probe gestellt. Der Autor hat sich mit der Einführung in die Welt und deren Geschichte auf eine Art und Weise verausgabt, die ich irritierend fand, weil er nicht aufhörte, den Leser mit Namen, Orten, Prinzipien, Religionen, Historie und Beziehungskisten zu bombardieren. Das ist wirklich nicht raffiniert geraten und dauerte viel zu lange.

    Im Grunde mag ich es sehr gerne, wenn High Fantasy mit der vorgestellten Welt so richtig in die Tiefe geht und so schätze ich auch die Erläuterungen am Schluss des Buches, die mir sehr gut gefallen haben. Sogar die an der Zauberschule gelehrten Fachgebiete werden nochmal im Detail erklärt. Bravo dafür!

    Leider muss ich sagen, dass ich nach Teil 1 nicht mit der Reihe weitermachen werde. Die Story hat mich überhaupt nicht gepackt, die Charaktere wirken auf mich größtenteils nicht überzeugend und mir gefiel auch die starke Orientierung an unserer echten Welt nicht so gut.


    Was mir stark aufgefallen ist, sind die Unterschiede im Stil der Geschichte. Mal klingt alles sehr nach Jugendbuch, mit junger naiver Liebe, entsprechenden Tändeleien und jugendlichem Ungestüm. Diese Passagen sind genau so geschrieben, wie man das von den vielen anderen Büchern so kennt, die z. B. mit einer Magierschule als Lokation aufwarten. Und andererseits kommt dazwischen immer wieder so ein richtiger Hammer aus dem Erwachsenenbereich: detailliert beschriebene Entjungferung, vulgäre Sprache und Ekel-Szenen.

    Das wirkte sehr unausgegoren, mir fehlte da einfach die gekonnte Balance. Überhaupt kam mir alles ziemlich zusammengestückelt und etwas plump serviert vor.

    Außerdem, muss es wirklich sein, dass die vorkommenden Frauen als Kinder mit 13/14/15 Jahren an Männer verschachert und umgehend von diesen "konsumiert" werden? Sowas kommt hier öfter vor und ich finde es immer ein wenig fragwürdig, wenn sowas in den Vordergrund gestellt wird.

    Insgesamt fand ich das Buch also leider nicht fesselnd.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    :study: Stephen Chbosky - Der unsichtbare Freund + Cat Winters - The Cure for Dreaming  

  • novelista Der erste Band ist wirklich etwas zäh, aber es lohnt sich unbedingt, weiterzulesen! Das entwickelt sich noch so genial!


    An Ekel-Szenen kann ich mich grade nicht explizit erinnern oder sowas in der Richtung ... das kommt aber öfter vor in High Fantasy oder auch in historischen Romanen. Das fand ich aber auch nicht als im Vordergrund stehend

  • An Ekel-Szenen kann ich mich grade nicht explizit erinnern oder sowas in der Richtung ... das kommt aber öfter vor in High Fantasy oder auch in historischen Romanen. Das fand ich aber auch nicht als im Vordergrund stehend

    Die Hammer dazwischen passten nur nicht so recht zu dem restlichen Stil des Buches. Es ist nicht so, als wäre ich besonders empfindlich, wenn es mal brutal zugeht. Wie du sagst, ist man ja gewohnt im High-Fantasy-Bereich.

    An die Szene mit der Entjungferung des Mädchens durch den alten Herrn wirst du dich sicher noch erinnern. Das ist zwar keine Ekelszene, aber sehr detailliert beschrieben, sachlich und total abgeklärt im Erwachsenen-Stil. Das fällt mir dann schon auf, wenn der große Rest mehr eine Jugendbuch-Angelegenheit ist.

    Ich lese eben gerne entweder durchgehend Jugendbuch-Stil oder dann eben die andere Richtung, die ich sogar bevorzuge. :)

    :study: Stephen Chbosky - Der unsichtbare Freund + Cat Winters - The Cure for Dreaming  

  • novelista Ich finde jetzt nicht, dass diese Reihe im Jugendbuch-Stil geschrieben ist. Es gibt zwar ein paar Jugendliche, die zu den Hauptcharakteren gehören, aber dennoch ist das Ganze eher wie eine klassische High Fantasy-Reihe angelegt. An richtige Ekelszenen kann ich mich allerdings auch nicht erinnern. Es gibt später natürlich auch größere Schlachten, die aber alles in allem im Rahmen klassischer High Fantasy Schlachten dargestellt werden, ohne zu sehr in ekelige Details zu gehen. Da wird sich normalerweise auf das Wesentliche beschränkt. Von daher kann ich Aleshanee nur zustimmen und empfehlen dran zu bleiben, auch wenn ich selbst noch nicht ganz durch bin. Aber diese Reihe entwickelt sich wirklich großartig, nachdem die ersten beiden Bände erstmal durch sind und die Basis geschaffen worden ist. Aber das ist natürlich auch wieder Geschmacksache.

  • An Ekel-Szenen kann ich mich grade nicht explizit erinnern oder sowas in der Richtung ... das kommt aber öfter vor in High Fantasy oder auch in historischen Romanen. Das fand ich aber auch nicht als im Vordergrund stehend

    Die Hammer dazwischen passten nur nicht so recht zu dem restlichen Stil des Buches. Es ist nicht so, als wäre ich besonders empfindlich, wenn es mal brutal zugeht. Wie du sagst, ist man ja gewohnt im High-Fantasy-Bereich.

    An die Szene mit der Entjungferung des Mädchens durch den alten Herrn wirst du dich sicher noch erinnern. Das ist zwar keine Ekelszene, aber sehr detailliert beschrieben, sachlich und total abgeklärt im Erwachsenen-Stil. Das fällt mir dann schon auf, wenn der große Rest mehr eine Jugendbuch-Angelegenheit ist.

    Ich lese eben gerne entweder durchgehend Jugendbuch-Stil oder dann eben die andere Richtung, die ich sogar bevorzuge. :)



    Ähm, nein, um ehrlich zu sein :) Daran kann ich mich nicht erinnern - ich lese sehr viel und einzelne Details hab ich da nicht mehr im Kopf. Ich hab den ersten Band im November 2016 gelesen ... ist also eine Weile her.

    Und im Stil von Jugendbüchern find ich das auch überhaupt nicht, da muss ich Bast zustimmen. Das ist eine ganz normale HF Reihe für Erwachsene, da darf sowas schon mal vorkommen. Aber so ist das Empfinden eben bei jedem anders.

  • Jugendbücher sind David Hairs Metier. Das merkt man einfach. Selbst wenn man "Fantasyepos" auf den Umschlag klatscht, spricht der Inhalt vielleicht eine andere Sprache.

    Na ja, ich sehe es jedenfalls eher so wie Seta. Und bei mir ist der Eindruck noch ganz frisch. :wink:

    Ich kenne ja auch nur den ersten Band.

    Schon seltsam, was dem Einzelnen jeweils beim Lesen so auffällt bzw. stört, was andere überhaupt nicht so wahrnehmen.

    :study: Stephen Chbosky - Der unsichtbare Freund + Cat Winters - The Cure for Dreaming  

  • Na ja, David Hair hat mit Jugendbücher angefangen. Diese Reihe hat damit aber nichts mehr zu tun. Da sie angeblich sein erster Versuch sind eine Reihe für Erwachsene zu schreiben, kann es gut sein, dass ihm zu Beginn noch die eine oder andere Floskel aus dem Jugendbuchstil reingerutscht ist. Wenn man aber etwas mehr von der Reihe kennt merkt man, dass Die Brücke der Gezeiten alles andere als im Jugendbuchstil geschrieben ist. Da dies der erste Band ist (im englischen Original sogar nur die erste Hälfte des ersten Buchs, da die Reihe da nur aus vier Bänden besteht die im Deutschen nochmal auf jeweils zwei Bände aufgeteilt wurde), kann dieser Eindruck hier vielleicht noch entstehen. Das legt sich aber ganz schnell im weiteren Verlauf.