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Urs Widmer - Top Dogs

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Top Dogs (Theaterbibliothek)

3.5|6)

Verlag: Verlag der Autoren

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 96

ISBN: 9783886611898

Termin: 2011

  • [Eigenzitat aus amazon.de:]


    Zur Aufarbeitung ihrer Kündigungen in der Wirtschaftskrise werden einige unterqualifizierte Topverdiener zu einer speziellen Schulung geschickt, die ihnen dabei helfen soll, den Schock über die Kündigung zu überwinden und stattdessen wieder erfolgreich ins hochbrisante Erwerbsleben zurück zu kehren. Dabei gibt es Gesprächsrunden, Peer-to-Peer-Counselling, Urschrei-Therapie mit Marktbegriffen und albernen Anglizismen (was ja manchmal dasselbe ist) und - Schrecken über Schrecken - Rollenspiele, in denen die Geschäfts- und Privatbeziehungen näher beleuchtet werden.


    Erschreckend einleuchtene Studie der Recyclingabteilung der "Masters of the Universe", wie sie sich in den 90ern zu nennen wagten, die Topmanager in allen Bereichen, die eben die Top- oder Alpha-Dogs und nicht die Underdogs sind, die sonst das kapitalismuskritische Drama bevölkern. Eine willkommene Abwechslung zum Thema - besonders die eigentlich menschenverachtende Folter durch Rollenspiele ;-)

  • Ich hatte das Theaterstück anlässlich des Todes von Urs Widmer (21. Mai 1938 in Basel - 02. April 2014 in Zürich) gelesen.
    Insgesamt acht ehemalige Topmanager sollen in einer Gruppentherapie von der Agentur "New Challenge Company" für den Berufseinstieg fit gemacht werden. In den darauffolgenden Rollenspielen und Gesprächen offenbart sich die völlige Entfremdung von ihrem Beruf und Privatleben. Teilweise dauert es eine Weile, bis sie überhaupt verstehen, dass sie entlassen wurden und der Arbeitgeber auf sie verzichten kann. Zudem schafft es kein Manager, nach seiner Kündigung einen Neuanfang zu wagen: sie schwärmen weiterhin von ihren bisherigen Zielen "Geld, Einfluss und Ansehen", und sind gegenüber ihrer Familie und Liebe entfremdet.


    Mir haben die teils sehr grotesken Fälle und Rollenspiele gefallen, die zwar überzeichnet aber doch nicht völlig abstrakt waren. Erschreckenderweise kann ich mir vorstellen, dass ähnliche Therapien / OutplacementCenter oder Situationen vorkommen, wenn auch nicht so komprimiert wie in dieser Gruppe. Tatsächlich lässt uns Urs Widmer im Anhang wissen, dass er zur Vorbereitung auf das Stück, mehrere Gespräch mit Beratern und Ex-Managern führte und die Informationen und Erlebnisse leicht abgewandelt mit in die Inszenierung eingeflossen sind.


    Die Theaterpremiere fand 1996 in Zürich statt; die Berliner Inszenierung von 1997 erhielt den 3sat-Innovationspreis.

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