Dinah Jefferies - Bis wir uns wiedersehen / The Separation

  • Buchdetails

    Titel: Bis wir uns wiedersehen


    Verlag: Bastei-Lübbe

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 432

    ISBN: 9783404172399

    Termin: September 2015

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

    75,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Bis wir uns wiedersehen"

    Malaysia in den 50er-Jahren. Als Lydia eines Tages nach Hause zurückkehrt, sind ihre Töchter Emma und Fleur und ihr Ehemann verschwunden. Sie findet heraus, dass ihr Mann einen Posten im Norden des Landes angenommen haben soll, und begibt sich auf eine gefährliche Reise über die von Unruhen erschütterte malaiische Halbinsel. Währenddessen versuchen Emma und Fleur, sich in ihrer neuen Heimat England einzuleben. Ihr Vater hat keine Antwort auf ihre Frage, ob sie ihre Mutter jemals wiedersehen -#RN#
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  • Inhalt


    Der Roman „Bis wir uns wieder sehen“ erzählt die tragische Geschichte einer britischen Familie vor dem Hintergrund des malaiischen Notstands während den Jahren 1955 – 1958.
    Alec Cartwright, der mit seiner Familie aus beruflichen Gründen in Malakka lebt, verlässt Malaya mit seinen beiden Töchtern Emma und Fleur völlig überstürzt und zieht zu seinen Eltern nach England. Die Mutter Lydia, die für kurze Zeit bei Freunden zu Besuch ist, kehrt in das leere Haus zurück. Von Alecs Arbeitgeber erfährt sie, das Alec versetzt worden ist nach Ipoh, einer Stadt im Norden des Landes und mit den Kindern dorthin gereist ist. Im Land herrschen schwere Unruhen, so dass keine telefonische oder telegrafische Verbindung möglich ist. Lydia beschließt auf eigene Faust nach Ipoh zu ihren Töchtern zu reisen, und wird von bewaffneten Überfällen nicht verschont.


    Die Kinder Emma und Fleur reisen währenddem mit ihrem Vater an Bord eines Frachtschiffes von Malaya nach England zu deren Großeltern. Sie sind sehr verunsichert, weil ihre Mutter nicht dabei ist und ihre Fragen nach deren Verbleib von Alec ausweichend beantwortet werden. Nach einigen Monaten wird ihnen gesagt, dass ihre Mutter verschollen ist und vermutlich nicht mehr lebt. Vor allem die ältere Emma kann nicht glauben, dass ihre Mutter nicht mehr leben soll. Sie stellt ihren Vater in Frage und versucht in ihrem Internat und mit der Hilfe von Alecs neuer Partnerin Nachforschungen über den Verbleib ihrer Mutter anzustellen.



    Meine Meinung


    Abwechslungsweise aus der Perspektive von Lydia beziehungsweise Emma erzählt Dinah Jefferies die gefühlvolle Geschichte einer Familie die buchstäblich durch die Hölle geht. Die Kinder glauben, ihre Mutter wäre tot und die Mutter ist im Glauben, sie hätte ihre Kinder verloren. Im Nachwort erfährt man, dass die Autorin selber den Verlust eines Kindes zu beklagen hat, was ich sehr traurig fand und dem Buch noch mehr Tiefe verliehen hat. Doch Jefferies schont den Leser zumindest etwas. Durch den raffinierten Aufbau des Buches weiß man stets, dass die Kinder noch am Leben sind. Dennoch kann man Lydias Schmerz und Verzweiflung sehr gut mitspüren. Die Abschnitte aus Emmas Sicht sind in der ich-Form verfasst, so dass man ganz nahe an Emma dran ist und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken kann.


    Mir hat der Gegensatz des heißen, bunten aber auch gefährlichen Malayas zum regnerischen, kalten und trüben England sehr gut gefallen. Die Behaglichkeit, die Fleur und Emma bei ihrer warmherzigen Granny erfahren, hat etwas über die Traurigkeit hinweggetröstet.


    Schwer zu begreifen ist für mich die Person von Alec. Er liebt seine Töchter zwar, aber auf eine sehr egoistische und Besitz ergreifende Weise, sodass ich seine Handlungen teilweise wirklich nicht verstehen kann. Auch in Lydias Handeln gibt es einen Punkt, den ich gar nicht nachvollziehen kann. Alec hat ihr gegenüber zwar versichert, dass er nicht zurück nach England will und dass er ein sehr schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hatte, wusste Lydia auch. Dennoch hätte sie in der Situation, als sie glaubt, ihre Familie verloren zu haben, die Schwiegereltern und somit die Großeltern ihrer Kinder kontaktieren müssen. Dass sie das nicht getan hat und es ihr überhaupt erst nach drei Jahren in den Sinn kommt, ist für mich nicht besonders glaubhaft.


    Die Unruhen in Malaya spielen immer wieder eine recht wichtige Rolle. Mir waren leider die Erklärungen dazu nicht ausführlich genug. Ich hätte genauer wissen wollen, wer die Rebellen sind, was genau ihre Beweggründe sind und wie ihr Vorgehen ist.


    Obwohl ich generell Bücher, in denen Kindern Schlimmes zustößt, nicht gerne lese, hat mir dieses Buch gefallen. Ich wusste stets, dass Lydia ihre Kinder eines Tages mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wieder in die Arme schließen kann. Wer wissen will, ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, muss selber zum Buch greifen.


    Ich empfehle dieses gefühlvolle und spannende Buch sehr gerne mit 4 :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

    Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und siehe, die Pflicht ist Freude!
    Rabindranath Tagore (1861-1941)


    Lha gyal lo - Free Tibet!

    Wir sind grüüüüüün!!!!

  • Dieses Buch ist mir zufällig in der Bibliothek an Bord der MS Trollfjord in die Hände gefallen. Ich habe es genommen, da es für Malaysia in die “Rund um den Globus”-Challenge passt. Es hat mir sehr gefallen.


    Auf der einen Seite wird die Geschichte von Emma, als Ich-Erzählerin, erzählt. Diese Geschichte spielt überwiegend in England. Emma ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie macht schwere Zeiten durch, ist aber trotzdem ein aufgewecktes junges Mädchen. Ich konnte sie gut verstehen, dass sie ihrem Vater nicht immer gehorcht. Sie hat es wirklich schwer.


    Auf der anderen Seite begleiten wir Lydia auf der Suche nach ihren Mädchen in Malaysia. Hier erzählt ein allwissender Erzähler. Lydia ging mir zwischendurch ein bisschen auf die Nerven, da sie oft weinte, weil sie sich alleine durchschlagen musste. Ich habe mich dann aber immer wieder ermahnt, daran zu denken, dass das Buch nicht in der heutigen Zeit spielt. Sie scheint mir eine typische Frau ihrer Zeit zu sein, die sich eher auf den Ehemann verlässt, als dass sie selbst etwas regeln muss. Dafür war sie dann doch wieder erstaunlich zupackend.


    Der Schreibstil von Dinah Jefferies hat mir super gefallen. Ich habe Lydia direkt im malaiischen Dschungel stehen sehen. Ich konnte mir alles wunderbar vorstellen und habe die ganze Geschichte über sowohl mit Lydia, als auch mit Emma mitgefiebert. Spannung kam definitiv auf. Für 5 Sterne fehlte allerdings irgendwie noch das letzte Fünkchen an Emotionen, die nicht ganz zu mir transportiert wurden. Die Geschichte ist extrem traurig, für beide Seiten der Familie, Emma und Lydia, aber eben diese Traurigkeit kam nicht bis zum Letzten bei mir an. Hier hätte ich mir einfach gewünscht, dass die Autorin es irgendwie schafft, mich noch mehr zu berühren.


    Dinah Jefferies greift viele Fakten der damaligen Zeit auf. Die Kriege in Malaysia, das Lebe der Engländer dort, die sich für die Herren der Welt halten und die Einheimischen in Lager zusammenpferchen. Das Standesdünkel, welches bei den Engländern vorherrscht wird sehr schön daran deutlich, wie sie Lydia im Stich lassen, als es um Maznan geht.


    Von mir bekommt dieser packende Roman, der in der Hauptsache die Geschichte von Lydia und Emma erzählt, 4 Sterne.

    Gruß
    Yvonne

    Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
    (Erasmus von Rotterdam)

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