Kyra Groh - Pinguine lieben nur einmal

  • Inhalt:
    Felicitas wohnt in einer Zweier WG mit dem schwulen Türken Cem, ihre letzte Beziehung ist ewig her und Ordnung ist auch nicht ihr Ding. Ihre Leidenschaft ist der Dienstag-Abend-Family-Movie bei Sat 1 den sie sich mit Cem ansieht und bei dem sie schon vorher weiß wie er ausgeht. So wünscht sie sich ihr Leben, nur leider gibt es nicht häufig ein happy End im Real Life. Dann zieht Janosch ins Haus und sie fällt ihm im wahrsten Sinne vor die Füße...


    Meine Meinung:
    Ich muss gestehen gekauft hätte ich mir dieses Buch vermutlich nie. Auch nicht anderweitig besorgt, denn der Rückentext klingt schon so nach Schnulzig, wenn auch witzig. Nun bekam ich es dank dem Riesen Blogger Überraschungspaket vom Verlag und freu mich das ich es so doch gelesen habe.


    Dabei sah es zu Beginn gar nicht nach Freude aus, denn Felicitas, von ihren Freunden Feli genannt, ging mir eher auf den Geist. Man hatte das Gefühl sie schwafelt ununterbrochen und da das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist gibt es da auch keine Pause. Sie erzählt von dem Familienmovie, der Schnulze am Dienstag Abend die ich meide. Dieses Buch hat aber viel Ähnlichkeit mit so einem Film. Nicht nur die Einteilung der verschiedenen Akte mit Settinglist und alles was Außerdem noch vor kommt stimmt einen schon darauf ein. Es ist interessant erst zu lesen wer und was mitspielt und dann zu erlesen wie die Sachen wieder auftauchen.
    Es gab irgendwann einen Punkt an dem ich mich an das andauernde Geplapper gewöhnt habe und ab dem Moment gefiel mir das Buch immer besser.


    Die Protagonisten sind recht schnell beschrieben.
    Da ist Feli, sie hat kein Selbstbewusstsein ist chaotisch aber irgendwie auch liebenswert. Sie traut sich nichts und man merkt das sie von sich selber auch keine hohe Meinung hat. Sie ist ein kleiner Tollpatsch , der ein wenig durchs Leben stolpert. Nachdem sie mich anfangs ziemlich nervte fand ich sie am Ende echt sympathisch und nett.
    Cem ist der schwule türkische Mitbewohner. Der schwule Freund an Felis Seite. So richtig Klischeehaft. Er unterstützt sie schaut mit ihr Schnulzen und hört ihr zu wenn sie sich ausheulen muss.
    Janosch ist der neue Bewohner des Hauses. Er ist sehr negativ zu Beginn und wenn man das Buch liest weiß man auch warum auch wenn ich es teilweise anstrengend war. Er ist Sarkasmus in Person und lässt zunächst keinen an sich ran.
    Daneben gibt es noch Simon, Sophie, Steffi, Pia und viele mehr die immer mal auftauschen. Sie sind Freunde und dementsprechend nur sporadisch im Roman anwesend.


    Der Plot ist eine Schnulze. Kennt ihr die Dienstag Abend Sat 1 Filme? Wenn ja dann habt ihr einen davon hier als Buch, aber man könnte auch sagen es ist der typische Frauenroman. Frau & Mann lernen sich kennen, lieben und alles andere überlasse ich nun der Fantasie.
    Schon so oft gelesen und trotzdem immer wieder gut um zu Lachen und Weinen um zu Fluchen und um zwar zu wissen wie es ausgeht aber gespannt ist in welcher Weise das ganze Ausgehen wird.


    Mein Fazit: Ein Buch das vorhersehbarer nicht sein könnte. Mir aber trotzdem oder gerade deswegen schöne Lesestunden beschert hat. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Natalie

    www.mem-o-ries.de


    :study: Blind Date in Paris von Stefanie Gerstenberger und Marta Martin


    Gelesen 2013: 231 - 2014: 195 - 2015: 185 - 2016: 138 - 2017: 122 - 2018: 89 - 2019: 84

    Gelesen 2020: 35


    SuB: 245

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Gleich zu Beginn lässt die Autorin ihre Protagonistin referieren über die Vorhersehbarkeit von Liebesfilmen, die immer dem Muster alter griechischer Dramen in 5 Akten folgen und mit dem unweigerlichen Happy-End enden. Das zwar vorhersehbar ist, aber unsere Protagonistin einmal wöchentlich in Form des Sat.1 Family Movies einfach braucht als Zuflucht.


    Aus demselben Grund lesen wohl viele Leute auch Bücher wie jene von Kyra Groh. Wobei ich gerade ihr auch zutrauen würde, mutig genug zu sein und mal nicht mit dem von allen erwarteten Happy-End das Buch zu beschließen. Ob das in "Pinguine lieben nur einmal" geschieht kann ich natürlich nicht verraten.


    Mit Protagonistin Feli schwamm ich schnell auf einer Wellenlänge, fand ich doch einige Gemeinsamkeiten - angefangen mit dem Studienfach (nicht auf Lehramt!). Nur so unordentlich, das meine Bücher (und CDs und DVDs) keine eigene Regale haben und stattdessen bei mir im Bett schlafen müssen, sowas kann ich mir gar nicht vorstellen! Es gibt schließlich nichts Schöneres als vor den schön sortierten Regalen zu stehen, die private Bibliothek zu bewundern und zu überlegen, was man denn unbedingt bald mal lesen müsste.


    Positiv überrascht war ich auch, dass die Liebesgeschichte hier mal einen blinden Menschen beinhaltet. Charaktere mit Handicaps, sei es blind, taubstumm oder querschnittsgelähmt, treffe ich extrem selten an in meinen Büchern. Und in Liebesromanen schon mal gleich gar nicht. Schon allein deswegen fand ich es mega-spannend, wie es mit Feli und Janosch so weitergehen wird. Wobei ich mich aber auch fragte, wieso Feli überhaupt so auf diesen griesgrämigen Stoffel steht. (Sie fragt sich das übrigens selbst auch!) Aber bald schon zeigt er ja auch andere Seiten an sich...


    Rein von der Geschichte her hätte ich wohl 4,5 Sterne vergeben, aber wegen dem Inklusions-Aspekt, an den sich ruhig mehr AutorInnen wagen dürfen, runde ich auf 5 Sterne auf! Außerdem gefällt mir der Titel. Der spielt zwar nur kurz eine Rolle in der Geschichte, aber Feli hat eine wunderbare und sehr einleuchtende Erklärung parat, wieso es so erstrebenswert ist "nur einmal zu lieben" - es kommen nie irgendwelche Altlasten ins Spiel!