Martina Frey - Die Tochter eines Arztes

  • Klappentext:
    Man schreibt das Jahr der badischen Revolution, 1848, als sich die wohlbehütete Arzttochter Eugenia in den Bauernsohn Matthias verliebt. Doch die gesellschaftlichen Unterschiede lassen ihre Liebe unmöglich erscheinen. Matthias' verzweifelter Versuch, seine Familie durch Wilderei vor dem Verhungern zu bewahren, führt zur Katastrophe. Schließlich erscheint es in den Revolutionswirren unmöglich für Eugenia, ihr Glück doch noch zu finden. (Textquelle: amazon.de)


    Zum Buch:
    Das Cover zeigt eine ländliche Umgebung, die von weißen Blumenornamenten umgeben ist. Im Vordergrund steht eine junge Frau, die mit dem Rücken zum Betrachter steht. Sie trägt einen großen Hut und ein mit Spitze verziertes, weißes Kleid. Der Schriftzug ist der einzige Farbtupfer in dieser Buchgestaltung und sticht daher besonders hervor. Dieser ist bordeauxfarben und von zwei Schatten, die einem Kolibri ähneln, umgeben. Die Innengestaltung zeigt vor jedem Kapitelanfang ein kreisförmiges Bild, auf dem Margeriten abgebildet sind.



    Erster Satz:

    Zitat

    „Der Abend war hereingebrochen, sodass kaum noch Licht durch die hohen Fenster fiel.“


    Meine Meinung:
    Dieser historische Roman ist für mich der erste der Autorin Martina Frey und er hat mich sehr begeistern können.


    Die Arzttochter Eugenia zieht 1847 mit ihrer Familie von Wiesbaden ins ländliche Holzhausen. Es sind sehr unruhige Zeiten und eine Revolution steht kurz bevor.
    Anfangs fühlt sich Eugenia auf dem Land verloren und vermisst die gesellschaftlichen Feste und auch ihre beste Freundin Dorothea. In Holzhausen findet sie neue Freunde und verliebt sich in den Bauernsohn Matthias. Doch die beiden dürfen keine Beziehung miteinander eingehen.
    Dann geschieht eine Katastrophe und Matthias wird bei der Wilderei gestellt, mit der er seiner Familie vor dem Verhungern bewahren wollte. Für Eugenia brechen schwere Zeiten an. Sie ist zutiefst verletzt und hofft nicht mehr auf ein glückliches Leben.
    Eugenias Vater trägt zudem schwere Lasten auf seinen Schultern und ist auf der Suche nach einem geeigneten Ehemann für seine Tochter. Dabei steht ihm sein Feind Sebastian im Weg, der alles versucht, Eugenia zur Frau zu nehmen, um seine Schulden mit der Mitgift zu begleichen.


    Dieses Buch hat mich nicht sofort gefesselt, doch nach den ersten hundert Seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und habe es dann in einem Rutsch beendet. Sehr interessant fand ich die Beschreibungen der damaligen Zeit zur Revolution. Die Lebensumstände der Bürger und armen Bauern wurden mir als Leser sehr nahe gebracht und das ließ mich richtig in die Geschichte eintauchen.


    Die Charaktere sind teilweise sehr tiefgründig beschrieben und entwickeln sich innerhalb der Geschichte weiter. Mit der Protagonistin Eugenia habe ich oftmals mitgelitten und gebangt. Bei der Katastrophe, bei der es um die Wilderer ging, habe ich sogar einige Tränen vergossen.


    Die Mischung aus dem politischen Umschwung und der Dramatik in der Beziehung zwischen Matthias und Eugenia sowie die familiären Probleme zur damaligen Zeit haben mich sehr gut unterhalten und ich hatte teilweise das Gefühl, als stille Beobachterin alles mitzuerleben.


    Fazit:
    „Die Tochter eines Arztes“ handelt vom politischen Umbruch im Jahre 1847, von Armut, gesellschaftlichen Intrigen und einer verbotenen Liebe. Authentisch, dramatisch und emotional. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die historisch-romantische Geschichten lieben.


    Meine Wertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:


    Zur Autorin:
    Martina Frey, geboren 1971 in Wiesbaden, begann bereits in der Schule, Geschichten zu verfassen. Inzwischen schreibt sie seit vielen Jahren historische Romane, zuletzt ist im Dryas Verlag ihr Buch „Die Schwestern von Sunneck“ erschienen. Mehr unter www.martina-frey.de

  • Im Jahr 1847 zieht der Anton Hentschel, ein Arzt mit seiner Familie: Frau, Tochter Eugenia und Sohn Moritz nach Holzhausen. Im Vergleich zu ihrem vorherigen Wohnsitz in eine ländliche Provinz: an der Eugenia kein Gefallen hat, doch wegen ihrer Mutter, der es anscheinend auf dem Land gesundheitlich besser geht, muss die Familie den Schritt gehen. Doch Eugenia kann dem Leben auf dem Land nichts abgewinnen, auch mit ihrer Stellung als Frau in der Gesellschaft, ist sie nicht glücklich. Ihr Bruder soll gegen seinen Willen auf Wunsch seines Vaters Medizin studieren, und dabei ist es eher Eugenias Wunsch. Sie könnte sich sehr gut in der Rolle einer Ärztin vorstellen. Leider, ist es zu damaligen Zeit nicht daran zu denken, dass die Frau diesen Weg einschlägt, anstatt zu heiraten und Kinder zu bekommen. Doch die Zeiten ändern sich, Baden befindet sich in Umbruchzeiten, eine Revolution steht bevor, Denkweise der Menschen ändert sich allmählich, der Wunsch nach Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht, sein eigenes Leben selbst bestimmen zu können, wird immer größer und viele sind bereit dafür zu kämpfen. In diesem zeitlichen Rahmen wird die Liebesgeschichte der jungen Frau Eugenia erzählt. Trotz der gesellschaftlichen Gepflogenheiten verliebt sie sich in einen Bauernsohn. Doch das geht natürlich auf keinen Fall. Viele Schicksalsschläge, unerwartete Ereignisse erwarten Eugenia, vieles muss sie erleben und überstehen, doch schafft sie es wirklich mit der Liebe ihres Leben zusammen sein dürfen...


    Der Roman ist spannend und emotional geschrieben. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und rufen unterschiedliche Stimmungen bei dem Leser hervor. Der Erzählstil der Geschichte ist an die damalige Zeit angepasst. Alles in allem eine romantische Geschichte mit gut recherchierten historischen Hintergrundinformationen. Sehr schön fand ich die Ergänzung am Ende des Romans, aus der es deutlich wird, welche Figuren erfunden, und welche tatsächlich gelebt haben. Einen Glossar hat der Roman ebenfalls.
    Von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    2020: Bücher: 61/Seiten: 27 732
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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