Wer mag Franz Kafka?

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  • Wie jetzt? ?(


    Natürlich lese ich die Meinungen der anderen. :)


    Aber - bin denn gezwungen, jedem zuzustimmen? ?(


    Ich darf doch anderen ebenso widersprechen, wie man mir widerspricht. :)


    Jeder darf seine Meinung vertreten - ich also auch. :)



  • Nun bei mir ist es so. Nur weil ich den Pessimismus von Kafka mag, mag ich diese negative Einstellung noch lange nicht grundsätzlich. Bei anderen finde ich ihn durchaus als erdrückend.
    Ich sehe seine Art als Ausdruck der negativen Ansicht seiner Zeit. Gerade die Kantigkeit und Holprigkeit in seinen Texten macht es interessant. Wobei das eben nur ein Aspekt des Ganzen ist, ganz klar der , der als erstes ins Auge sticht, aber bei weitem nicht der einzige. Dennoch denke ich, dass man mit einer pessimistischen Grundstimmung umgehen können muss, also es auch mögen muss, denn sonst wird man mit den Texten von Kafka keinen Spass haben und Texte sollen Freude machen, wie auch immer die Freude bei den einzelnen aussehen mag.


    Aber zum Glück sieht das jeder Mensch anders und hat seine eigene Meinung, wie langweilig wäre die Welt ohne diese Vielfalt.


    Und man weiss im Vergleich zu anderen Autoren immer noch recht wenig über Kafka.
    Aber so kann jeder für sich seine Interpretation finden, ich bin der Meinung, dass bei jedem Leser sich ein anderes Bild erzeugt, auch wenn man die genauen Vorstellungen des Autoren kennen sollte.
    Ist es also besser, wenn man genau weiss, was damit gesagt werden sollte oder wenn man das gerade nicht weiss?
    Ist es nicht gerade auch der Sinn des Lesens, sich sein eigenes Bild zu machen?


    Gibt es Aufzeichnungen von solchen Leseabenden? Oder sind das Erinnerungen anderer?
    Das finde ich doch recht interessant.


    Lg
    Mia

    Liebe Grüsse Mia :flower:


    Dan Brown - Inferno


    Leben, heisst nicht zu warten, dass der Sturm vorüberzieht, sondern zu lernen, im Regen zu tanzen.

  • Zitat


    Aber so kann jeder für sich seine Interpretation finden, ich bin der Meinung, dass bei jedem Leser sich ein anderes Bild erzeugt, auch wenn man die genauen Vorstellungen des Autoren kennen sollte.
    Ist es also besser, wenn man genau weiss, was damit gesagt werden sollte oder wenn man das gerade nicht weiss?
    Ist es nicht gerade auch der Sinn des Lesens, sich sein eigenes Bild zu machen?


    Dem stimme ich zu.


    Und ich sehe es so:


    Wen immer die Texte von Kafka ansprechen und berühren, der versteht sie, weil sie in ihm eigene Gedanken und Gefühle wecken.


    Und diese Gedanken und Gefühle sind immer "richtig" - ungeachtet irgendwelcher biographischer Details.


    Ein "richtig" oder "unrichtig" gibt es da nicht.

  • Ich las mehrere Bücher zu Kafka und kann nun auf die Schnelle nicht die betreffenden Stellen zitieren. Es könnte sich bei den Erinnerungen von Max Brod befinden.


    Aber als Zeichen des Humors von Kafka schaue man zB mal hier:
    http://www.franzkafka.de/franz…_archiv/fundstueck/457438


    Auf der dazugehörigen Seite findet man alle möglichen interessanten Texte...

    MLR Christoph Ransmayr - Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Serguei Dovlatov - La filiale

    Ruth Benedict - Chrysantheme und Schwert

    Reinhard Körner - Mit Gott auf Du und Du

    Indigenous Australia: Enduring Civilisation - Gaye Sculthorpe, Lissant Bolton, John Carty


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

  • Hallo!


    Ganz ehrlich? Ich finde Abstimmungen darüber, ob man einen Autor mag oder nicht, eigentlich völlig überflüssig. Aber wenn sie eine Diskussion über ihn und seine Werke anstoßen, soll's mir Recht sein.
    Es gibt schon einen allgemeinen Diskussionsthread über Kafka, der wegen seines Titels "Es gibt nur einen Kafka!" über die Suchfunktion nicht so leicht zu finden ist: hier Darin habe ich meine Meinung über Kafka, den ich sehr mag, schon ausführlich nieder geschrieben. Als pessimistisch habe ich seine Bücher nie empfunden, sie sind für mich viemehr von einer düsteren, geheimnsivollen Rätselhaftigkeit und Großartigkeit, wie ich es ähnlich nie wieder gelesen habe.


    Wie sagte meine ehemalige Dozentin vor vielen Monaten zu mir: Ich will in meiner kleinen heilen Welt weiterleben. Ja, das ist wahr und bei Kafka kann ich das nicht. Also gehört er auf jeden Fall zu den Autoren, die ich (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) nie wieder lesen möchte.


    Das ist eine ehrliche Empfindung, die ich gut verstehen kann. Es ist natürlich so, dass Kafkas Werke sich jeder Behaglichkeit verweigern. Er schreibt nicht farbig, bei ihm gibt es keine lieblichen Landschaften, Plaudereien am Kamin oder leidenschaftliche Liebesszenen. Andererseits steckt in seinen Erzählungen viel Humor. Natürlich ist das kein Humor zum Schenkelklopfen, er liegt in der Absurdität und Tragikomik vieler Situationen verborgen, die zum Teil unglaublich witzig beschrieben sind. Ein Beispiel dafür ist sein Roman "Amerika". Andere Werke wie "Die Verwandlung", "Der Prozess" und "In der Strafkolonie" sind ernster, verlangen vielleicht auch mehr Konzentration, aber sie packen einen sozusagen direkt bei der Existenz, lassen einen dunkel erahnen, wie unsagbar rätselhaft unser Dasein ist.


    Gruß
    mofre

    :study: William Faulkner - Licht im August

    :study: Dave Eggers - Der Circle

    :study: Egon Friedell - Kulturgeschichte der Neuzeit, Bd.1


    Man möchte immer eine große Lange und dann bekommt man eine kleine Dicke. (Kurt Tucholsky)

    Einmal editiert, zuletzt von mofre ()

  • Da fehlt die Option "Ich hab noch nichts von Kafka gelesen" :wink: Ich kann nicht sagen, ob ich ihn mag, solange ich nichts gelesen habe (oder lesen musste). Ich habe nur Auszüge gelesen und die fand ich, gelinde gesagt, nicht sehr prickelnd. Und meine beiden bücherverschlingenden Kids haben mir gesagt, dass ich nichts verpasst hätte :-, Also: ich will nicht für oder gegen abstimmen, aber so eine Aussage wie "noch nichts gelesen" spiegelt ja auch irgendwie eine Einstellung zum Autor wieder.

    Gelesen in 2021: 15 - Gehört in 2021: 9 - SUB: 494


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Ganz ehrlich? Ich finde Abstimmungen darüber, ob man einen Autor mag oder nicht, eigentlich völlig überflüssig.

    Da gebe ich dir voll und ganz Recht. Über einen Autor und seine Werke kann man diskutieren. Ob so eine Diskussion allerdings mit einer Umfrage am besten eingeleitet wird, bleibt zweifelhaft. Bisher haben ja doch sehr viele einfach geschrieben "Finde ich (nicht) gut", so auch selbst der Threadersteller. Eine Diskussion kommt für mich so nicht ins Laufen.


    Ein weiterer Punkt, der mich bei dieser Art von Umfrage stört: Gerade bei Autoren, die so viele Werke verfasst haben, kann man doch nicht pauschalisieren. Es mag Leser geben, die beispielsweise ein Werk des Autors mögen und ein anderes wiederum nicht. Was genau soll man dann antworten?!

  • Zitat


    Aber wenn sie eine Diskussion über ihn und seine Werke anstoßen, soll's mir Recht sein.


    Nicht anders ist es gemeint. :)


    Und eine solche Umfrage ist ja nicht zu verwechseln mit einer Wahl, die irgendwelche Kosequenzen hat.


    Sie soll nur eben mal ein Stimmungsbild in Zahlen festhalten. :)

  • Ich lese sehr gerne Kafka. Besonders gut gefallen hat mir "Das Schloss". So habe ich auch die Kafka-Fan-Option angeklickt. Ein genialer Autor, nach meinem Empfinden.

    :study: Naomi Novik - Drachenbrut + Sy Montgomery - Vom magischen Leuchten des Glühwürmchens bei Mitternacht

  • Dann oute ich mich auch mal als Kafka-Fan. Habe "Ich mag Kafka" angeklickt, da ich ihn nicht mehr so gerne lese wie noch vor zehn Jahren. In Berührung mit Kafka bin ich durch "Die Verwandlung" gekommen - mein Schatz hat es mir vorgelesen, und wir haben uns auf dem Boden gewälzt vor Lachen. :loool: Ich glaube, dass man Kafkas Werk im Allgemeinen viel zu ernst nimmt und Kafka selbst das nicht unbedingt wollte. Vieles, was er geschrieben hat, ist zwar recht hintersinnig, aber man kann Bücher und gerade Klassiker auch überinterpretieren. Für mich war Kafka ein Schriftsteller mit außergewöhnlichem Humor, auch wenn er im Leben nicht viel zu lachen hatte. Vielleicht hat er gerade deshalb solche absurden Geschichten erzählt. Es gibt einen tollen Film über ihn mit Jeremy Irons in der Hauptrolle - leider ist er ein bisschen in Vergessenheit geraten.


    Meine Lieblingserzählung von Kafka ist "Die Sorge des Hausvaters". Herrlich!

  • Ich habe "Ich mag Kafka" angekreuzt.


    Ich denke, wie sehr man einen Zugang zu seinen Werken findet oder nicht, hängt auch ein bisschen davon ab, ob und wie man den Stoff in der Schule behandelt hat. Ich bin zu Schulzeiten um Kafka herumgekommen - Gott sei Dank, wie ich heute sagen muss, denn einiges wurde mir im Unterricht wirklich verleidet. Im Studium klappte das dann nicht mehr ganz, einige Kurzgeschichten wurden auseinandergenommen; das war mir zeitweise viel zu viel der Interpretation.


    Das Meiste von Kafka habe ich erst sehr spät gelesen, eben um diesem Interpretationsballast aus Schule und Studium zu entgehen und die Geschichten ganz subjektiv auf mich wirken lassen zu können. Ich mag seinen Stil, ich mag auch das Pessimistische.
    Was den Humor angeht: Ich finde, gerade "Das Schloss" hat einige sehr komische Stellen :wink: Und auch "Der Prozess" ist nicht ohne Komik. Immerhin leben viele von Kafkas Geschichten von diesem Abgleiten ins Absurde.

  • Wie kann man seine Werke nicht mögen? Die sind doch großartig.


    Das mag deine Meinung sein. Aber es ist nicht die einzig richtige. :wink: Ich persönlich finde solche Aussagen immer sehr oberflächlich.

    Allergikerinformation:
    Der Beitrag kann Spuren von Nüssen, sowie Ironie und Sarkasmus enthalten.


    Aktzeptiere die Welt nicht so, wie sie zu sein scheint.
    Habe den Mut sie zu sehen, wie sie sein könnte.

  • Ende diesen Monats geht es für mich nach Prag und dann werde ich mich auch auf seine Spuren begeben - darauf freue ich mich schon sehr.


    Cool, viel Spaß dabei :thumleft:


    Zur Ausgangsfrage:
    Bis jetzt habe ich nur eine Geschichte von Kafka gelesen "Die Verwandlung". Die fand ich so gut, dass sie mein Interesse für den Autor geweckt hatte. Lustig empfand ich sie allerdings nicht, eher traurig. Aber jeder Leser wird da wohl -vielleicht auch in unterschiedlichen Stimmungslagen, jedenfalls mir geht es mal so- anders reagieren. Ich werde auch noch seine anderen Werke nach und nach lesen. Wenn man sich nach einer Geschichte dafür entscheiden kann, ob man einen Autor mag oder nicht, dann hat er wohl einen Nerv von mir getroffen und ich "mag" ihn. Mal sehen wie die anderen Geschichten und seine Briefe auf mich wirken werden.

  • Ich mag Kafka und habe einiges von ihm gelesen. Ende diesen Monats geht es für mich nach Prag und dann werde ich mich auch auf seine Spuren begeben - darauf freue ich mich schon sehr.

    hoffe, du berichtest :wink: Es hört sich interessant an, wünsche dir viel Freude daran :)



    Zur Ausgangsfrage:
    Bis jetzt habe ich nur eine Geschichte von Kafka gelesen "Die Verwandlung". Die fand ich so gut, dass sie mein Interesse für den Autor geweckt hatte. Lustig empfand ich sie allerdings nicht, eher traurig. Aber jeder Leser wird da wohl -vielleicht auch in unterschiedlichen Stimmungslagen, jedenfalls mir geht es mal so- anders reagieren. Ich werde auch noch seine anderen Werke nach und nach lesen. Wenn man sich nach einer Geschichte dafür entscheiden kann, ob man einen Autor mag oder nicht, dann hat er wohl einen Nerv von mir getroffen und ich "mag" ihn. Mal sehen wie die anderen Geschichten und seine Briefe auf mich wirken werden.

    Farast
    mir ging es ebenso. Ich mochte (mag eigentlich immer noch :) ) "Die Verwandlung" sehr gerne, allerdings war es für mich kein Werk, das mich erheitert hat.
    Falls du noch Interesse an weiteren Erzählungen hast, könnte ich "Ein Hungerkünstler" und "In der Strafkolonie" wärmstens empfehlen. :wink: Beklemmend, aber sehr gut...

    2021: Bücher: 44/Seiten: 19 882
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Ziegler, Claudia - Das Mädchen mit dem zweiten Gesicht

  • Angesichts dieses Threads denke ich, dass ich bei Gelegenheit mal ein Buch von Kafka antesten muss.
    Wir haben in der Schule von ihm "Der Prozess" gelesen und komischerwiese verbinde ich damit überhaupt keine Assoziationen, weder positiv noch negativ. Das ist umso seltsamer, als wir jede Menge Lektüre gelesen haben (Leistungskurs Deutsch) und ich mich an die meisten Lektüren noch ziemlich gut erinnern kann. :-k

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

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