Tom Winter - Unbekannt verzogen/Lost and Found

  • Über den Autor (Quelle: Amazon)
    Tom Winter, 1974 in der Nähe Londons geboren, lebt nach 15 Jahren in Hongkong und Shanghai in Berlin und arbeitet als Werbetexter für internationale Firmen. Unbekannt verzogen ist sein erstes Buch und wird in fünf Sprachen erscheinen. Winter arbeitet derzeit an seinem zweiten Roman.


    Zum Inhalt (Quelle: Amazon)
    Carol hat es gründlich satt: Da ist sie mit einem Mann verheiratet, dessen Rumgejammer bei ihr beinahe Mordgelüste weckt, hat eine halbwüchsige Tochter, die ihr vorkommt wie ein Alien im eigenen Haus, und nun auch noch das – endlich hatte sie sich ein Herz gefasst, nach Athen abzuhauen, da macht das Schicksal ihr einen Strich durch die Rechnung. Und dann ist da Albert: Der Briefträger schlurft einsam und lustlos durchs Leben, seit seine Frau gestorben ist. Nicht mal seine selbstmordgefährdete Katze Gloria schenkt ihm so recht Beachtung. Und jetzt, kurz vor der Rente, wird er auch noch dazu verdonnert, unzustellbare Briefe zu sortieren. Er gehört wohl endgültig zum alten Eisen – doch plötzlich trudeln bei ihm Briefe einer anonymen »C.« ein, schlagartig fühlt er sich ihr verbunden wie einer alten Freundin und macht sich auf den Weg, sie zu finden … Tom Winter erzählt mit beißendem Humor und doch mit großer Wärme für seine Figuren von zwei
    Pflichterfüllern, die endlich den Mut aufbringen, aus dem Gewohnten auszubrechen.


    Meine Meinung:
    Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut. Das Titelbild ist schön und schlicht gestaltet und hat mich sofort angesprochen.
    Aber mit der Geschichte konnte ich mich nicht 100% anfreunden. Ich hatte Mühe in das Buch reinzukommen. Ich glaube, das lag daran, dass mir die Protagonisten nicht sonderlich symphatisch waren. Und der Umgangston, der teilweise zwischen den Buchdarstellern herrst, der war mir teilweise schlicht zu grob. Am Anfang des Buches war ich wirklich drauf und dran, das Buch abzubrechen. Aber so ab ca. der Mitte des Buches ging es dann etwas besser, die Geschichte machte langsam Sinn und die Darsteller bekamen etwas mehr Konturen.


    Albert, der Postbote, der tat mir einfach nur schrecklich leid: ein sehr einsamer, älterer Herr, kurz vor der Pensionierung, der ausser seiner Katze nicht viel im Leben hat. Die Briefe von Carol, die er per Zufall während der Arbeit entdeckt, geben ihm etwas Lebensfeuer zurück. Seine Figur, finde ich, wurde vom Auto wirklich gut aufgegriffen und beschrieben. Ich konnte mir Albert so richtig bildlich vorstellen. Dafür war mir Carol, die zweite Hauptperson, von Anfang an unsymphatisch und das hat sich bis zum Schluss nicht geändert. Ich empfand sie als sehr heuchlerisch und unehrlich ihrem Mann, ihrer Tochter und sich selber gegenüber. Es ist irgendwie schade, wenn man die Hauptperson einer Geschichte so gar nicht ausstehen kann...


    Alles in allem würde ich sagen, das Buch ist Mittelmass. Mich hat es zumindest nicht von den Socken gehauen. Ich glaube, das liegt auch daran, dass ich nach dem Lesen irgendwie das Gefühl hatte, das Buch/diese Geschichte sagt so gar nichts aus. Oder vielleicht tut es das und mir blieb der Sinn einfach verborgen?


    Das Buch bekommt von mir :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

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